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THEMA: Re:Mol n lütt beten sück ressen
 
Hinnak der Wolf

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Re:Mol n lütt beten sück ressen      09.07.2010 20:05:56 --- 1 Jahr, 10 Monate her  
Yaiza und Medje sammelten reichlich Feuerholz, schichteten dies sorgfälltig auf und entzündeten vier Lagerfeuer.
Als der Heerzug eintraf und sie Sonne langsam versank brannten die Feuer.

Man entschied alles sofort an Bord der Schiffe zu verstauen, es sollte danach an Land gegessen werden und auf den Schiffen geschlafen.
Gleich zu Sonnenaufgang würden die Schiffe auslaufen.

Ich kochte einen Eintopf mit Schweinefleisch und Gemüse das ich in einem Gehöft auf der Wegstrecke erstanden hatte.
Den Frauen schien es zu schmecken und auch ich war recht zufrieden.
Wir saßen noch eine Weile am Feuer und lauschten den Liedern und Geschichten.

Bald zog ich mich auf das Schiff zurück um zu schlafen. Medje und Yaiza folgten erst später.

Die Überfahrt verlief recht ereignislos und friedlich.

Ich war froh als wir in den Hafen von Ostfriesland einliefen.
Mir war klar das keine Zeit blieb um selbst nach Friggslund zu reiten, daher schickte ich Medje los um nach Ranje zusehen und mir nach der Geburt des Kindes bericht zu erstatten.

Das Heer formierte sich neu und es stießen noch weitere Krieger dazu.

Noch wußte ich nicht welches Ziel das Heer hatte, mir war es eigentlich auch egal.
Hauptsache wir würden nicht allzulange hier verweilen.

Ich dachte oft an Ranje, aber auch an Yaiza.
Obwohl wir uns schon einige Tage nicht mehr begegnet waren dachte ich täglich an sie und hoffte es würde ihr gut gehen.

Neben den täglichen Waffenübungen, Reparaturen und Pflege von Waffen und Ausrüstung blieb nicht viel Zeit für andere Dinge.
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Yaiza

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Re:Mol n lütt beten sück ressen      10.07.2010 12:48:20 --- 1 Jahr, 10 Monate her  
So langsam versank ich wieder in den Alltag.
Seit Hinnak seine Schwester fortgeschickt hatte, um nach Ranje zu sehen, hatte ich mich tatsächlich bemüht, ein bisschen Anschluss zu finden.

Vielleicht auch, um mich abzulenken, denn meine Gedanken gingen immer wieder zu den vergangenen Wochen und dem, was ich mit Hinnak und Ranje erlebt hatte. Es war nicht gut, der Vergangenheit anzuhängen, hatte mir Ranje immer wieder eingebläut, und ich bemühte mich, das zu beherzigen.

Ich hatte meinen Trainingspartner wieder gewechselt und mein Knöchel war seit der letzten Überfahrt vollends verheilt. Dennoch hatte ich mich beim letzten Trainibgsduell so schlecht wie nie geschlagen.

Immer wieder ertappte ich mich dabei, dass ich nach Hinnak Ausschau hielt. Oder Medje.
Ich wollte gern bei meinen Freunden sein und sehnte mich danach, mit ihnen zu lachen.
Nachdem Medje mir Anfangs skeptisch begegnet war, hatten wir doch einen sehr guten Draht zueinander gefunden.

Sie war sehr impulsiv, das brachte mich immer wieder zum Lachen.
Ich kam mir dagegen langweilig und lahm vor, dennoch hatte ich sehr lange geübt, meine Gefühle zu unterdrücken und hielt das im Grunde für mich immer noch für die beste Variante.

Da lief Hinnak!
Ich hatte ihn eher aus dem Augenwinkel gesehen, als wir abends am Feuer saßen.
Er hielt Ausschau - sicherlich nach Medje. Die Richtung in die er blickte, schien zu stimmen.
Ich seufzte leise.

Dann fasste ich meinen Mut zusammen und beschloss, zu ihm zu gehen.
Es konnte ja wohl kein Verbrechen sein, wenn ich nach Ranje fragte?
Langsam ging ich auf ihn zu, hielt mich aber so, dass er meine Bewegung kaum wahrnehmen konnte.
Als ich noch wenige meter entfernt war, trat ein Mann an ihn heran und sprach leise mit ihm. Interessiert neigte Hinnak den Kopf, um ihn besser zu verstehen. Ich hingegen änderte schnell meine Richtung. Ich wollte sowieso eigentlich...viel lieber...zu den Pferden.

Schwarze Fee wieherte leise, als ich an die Holzlatten trat, die die Stallungen begrenzten.
Ich streichelte ihre Nüstern und redete leise mit ihr, hoffend, dass niemand meinen missglückten Versuch bemerkt hatte.
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Hinnak der Wolf

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Re:Mol n lütt beten sück ressen      11.07.2010 14:05:14 --- 1 Jahr, 10 Monate her  
Die Tage vergingen nur langsam.
Wir marschierten von Ostfriesland über Utrecht nach Hessen.
In der Hoffnung so am ehesten mitzubekommen wenn Medje zurückkehrte ritt ich in der Nachhut.
Doch Medje kam nicht.

Wir rasteten nahe eines kleinen Dorfes.
Die Zelte wurden aufgebaut, provisorische Stallungen errichtet und die Lagerfeuer entzündet.
Ich war etwas unruhig, irgendetwas war nicht in Ordnung, Medje hätte längst zurück sein müssen.
Gedankenverloren lief ich durch das Lager.
Etwas abseits der Feuer blieb ich stehen und starrte in die Richtung aus der meine Schwester kommen müßte.
Gesänge und der Klang von Trommeln drang zu mir, so bemerkte ich Alfhari erst als er mich ansprach.
"Was ist los Hinnak? Seit Tagen bist du nicht wiederzuerkennen. Rede mit mir, wir kennen uns seit so vielen Jahren. Ich möchte dir gerne helfen."
"Im Moment kann mir nur ein Mensch helfen Alfhari. Medje! Nur ihre Nachricht von Ranje bringt mir den Frieden und die Ruhe zurück. Ich danke dir für deine Freundschaft, aber auch du kannst mir nicht helfen."
Der Gefährte legte eine Hand auf meine Schulter und sagte:
"Wenn du mich brauchst, ich werde da sein."
dann kehrte er zum Lagerfeuer zurück.
Ich starrte noch einige Zeit in die Dunkelheit, bis auch mir die Sinnlosigkeit meines Tuns auffiel.
Mein Weg führte mich weg von den Feuern und ich landete bei den Stallungen.
Eine leise, fast flüsternde Stimme fand den Weg an mein Ohr, als ich vom Boden aufblickt erkannte ich den Umriss einer schlanken Frau.
Es war Yaiza, sie stand bei Schwarzer Fee und sprach mit ihr.
Da ich dieses Verhalten von mir kannte und wußte das diese Art von Unterhaltung meist sehr privater Natur waren. Sprach ich die Freundin an.
"Schwarze Fee ist eine gute Zuhörerin und vorallem kann sie Geheimnisse für sich behalten Yaiza."
Die Angesprochene fuhr leicht erschrocken herum.
"Keine Sorge ich habe euer Gespräch nicht gehört."
Yaiza's Gesichtsausdruck brachte mich zum Lächeln.
Mir fiel auf das ich mich in ihrer Nähe eigentlich immer sehr wohl fühlte.
"Wie geht es dir? Ich hoffe du verzeihst mir das ich mich seit Wochen nicht mehr um dich gekümmert habe."
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Yaiza

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Re:Mol n lütt beten sück ressen      11.07.2010 14:22:44 --- 1 Jahr, 10 Monate her  
Als hätte das Universum meine innersten Gedanken erhört und erfüllt, stand Hinnak auf einmal vor mir.
Ich hatte ihn nicht bemerkt, was mir zeigte, dass ich sehr in Gedanken gewesen war.

Schnell räusperte ich mich und drehte mich zu ihm um.
"Hinnak...hallo." begann ich und mein Innerstes krampfte sich zusammen.
Warum nur?

Um ein Lächeln bemüht, das er angesichts der fortschreitenden Dunkelheit wahrscheinlich sowieso nicht sehen konnte, fuhr ich fort "ich freue mich, dich bei guter Gesundheit zu sehen. Natürlich hattest du Wichtigeres zu tun, als nach mir zu sehen, ich bitte dich. Dafür musst du dich nicht entschuldigen.
Aber sag...." ich ging einen Schritt auf ihn zu und sah ihn hoffnungsvoll an "gibt es Neuigkeiten von Ranje?"

Ich hoffte so sehr, dass es so wäre und die dunklen Träume, die mich seit einigen Tagen heimsuchten, wären nur Träume, geboren aus Verlustangst und Sorge.
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Re:Mol n lütt beten sück ressen      11.07.2010 14:51:45 --- 1 Jahr, 10 Monate her  
Ich blickte in Yaiza's Augen und mußte wieder darauf achten mich nicht in ihnen zu verlieren.

"Nein, ich wünschte es wäre so!
Vor einigen Tagen hatte ich einen seltsamen Taum.
Ich lief über eine Lichtung auf einen See zu.
Ranje stand in dem See und winkte mich zu sich.
Ich entkleidete mich und schwamm zu ihr.
Sie küßte mich zärtlich, dann begann sie zu sprechen.


"Mein Liebster es ist schön dich noch einmal zu sehen.
Du bist der Mann meines Lebens, du hast mich zur glücklichsten Frau unter den Sternen gemacht, dafür danke ich dir.
Denke bitte immer an mich, doch warte nicht auf mich, ich werde nicht zurückkehren."


Dann ist sie untergetaucht und immer tiefer gesunken.
Ich versuchte sie an die Oberfläche zurückzuholen, doch sie sank immer weiter.
Dabei hatte sie ihr unglaublich schönes Lachen auf dem Gesicht.
Sie strahlte wie die Sonne, dann verschwand sie in der Dunkelheit der Tiefe.
Dann wachte ich auf.

Yaiza kannst du mir erklären was dieser Traum bedeutet?


Ich konnte mich nicht von ihren Augen lösen und wartete auf ihre Antwort.
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Re:Mol n lütt beten sück ressen      11.07.2010 15:09:37 --- 1 Jahr, 10 Monate her  
Als Hinnak mir von seinem Traum erzählte wurde mir heiss und kalt.
Meine eigenen Träume waren sehr viel düsterer gewesen und ich hatte Mühe, mich nicht von dem Schwall der Emotionen, der mich gerade überkam, mitreissen zu lassen.

Ich schluckte schwer und löste den Blickkontakt, den wir hatten, um zur Seite zu sehen.
Sollte ich ihm von meinen Träumen erzählen?
Besser nicht. Nachher würde er mich für eine Unglücksbotin halten und verjagen.

Mir war natürlich klar, dass er auf eine Antwort wartete.
Ich hatte ihn noch niemals ohne Antwort gelassen.
Zögernd sah ich ihn wieder an, presste meine Lippen aufeinander und rollte sie ein, so dass sie nicht mehr zu sehen waren.
Eine Weile sah ich ihn so an, dann sagte ich schlicht, wie es meine Art war

"Wenn wir Glück haben, bedeutet es gar nichts. Wenn wir Pech haben bedeutet es das Schlimmste. Es tut mir leid Hinnak. Ich kann nicht mit Gewissheit sagen, was geschehen ist oder wird. Wir müssen wohl warten, bis Medje zurück kommt."

Unbewusst hatte ich in der Wir-Form gesprochen. Das wurde mir in dem Moment klar, in dem ich das Wort "Gewissheit" realisierte. Hoffentlich hatte Hinnak das überhört.
Wieder presste ich die Lippen aufeinander und sah zu Boden.
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Re:Mol n lütt beten sück ressen      11.07.2010 15:53:31 --- 1 Jahr, 10 Monate her  
Ich nickte
"Du hast sicher recht, wir werden wohl warten müssen bis Medje wieder hier ist und uns Gewissheit bringt.
Ich danke dir Yaiza, das du nicht mit Spekulationen meine Unsicherheit vergrößerst."
Sanft strich ich ihr über rechte Wange.
"Du bist eine wahre Freundin. Es ist das Beste mich schlafen zu legen. Morgen sehen wir weiter.
Ich wünsche dir eine gute Nacht."

Yaiza bei meiner Rappstute zurücklassend begab ich mich zu meinem Zelt.

Am nächsten Tag war es endlich soweit.

Am Ende der Nachhut reitend sah ich einen Reiter heransprengen.
Es war Medje, meine kleine Schwester.
Sie lenkte Tyr neben Schwarze Fee und blickte, wie mir schien an einen weitentfernten Platz.

"Du bringst keine guten Neuigkeiten!"

"Nur zum Teil Hinnak.
Du bist Vater eines gesunden Sohnes, Ranje nannte ihn Balder.
Wenig später erkrankte sie aber an Fieber.
Es gelang nicht ihr Leiden zu heilen, so schlief Ranje beim fünften Sonnenaufgang nach Balders Geburt in meinen Armen ein und ist nicht mehr aufgewacht.
verzeih mir Bruder das ich dir die Nachricht vom Tod deiner Frau bringe."


"Das Geschehene ist nicht deine Schuld. Es war der Wille der Götter Medje.
Tief in mir weiß ich es bereits seit einigen Tagen das sie nicht mehr unter uns ist.
Sie hat sich im Traum von mir verabschiedet.
Ich habe mich nur geweigert es als wahr anzuerkennen.
Nun da du mir Gewissheit bringst, ist es gut.
Ich nehme an du hast die Totenwache gehalten!
Lass mich nun bitte allein.
Reite zu Yaiza und sag es auch ihr das ihre Freundin nun in Asgard weilt"


"Ja ich habe drei Tage und zwei Nächte bei ihr gewacht, ihre Mutter hat Ranjes Geschirr zerschlagen.
Wir haben ein Loch in die Wand geschlagen durch das wir ihren Körper aus dem Haus zur Beisetzungsstätte trugen.
Gleich nach dem wir drausen waren wurde der Durchbruch wieder verschlossen.
Wir gaben ihr ihren Schmuck, Speer, Schild und Rüstung mit ins Grab. Silber, Met, Beeren und das Fleisch eines ganzen Kalbes wurden ebenfalls mit hineingegeben."


Ich nickte zufrieden und ritt dann su einem nahegelegenen Hügel, während Medje zu Yaiza ritt.

Der Freundin gegenüber wagte Medje nun das was sie sich bei ihrem Bruder nicht traute, Tränen.
Während sie Yaiza über Ranje Schiksal und die Beisetzung informierte liefen ihr die Tränen über das Gesicht.
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Re:Mol n lütt beten sück ressen      11.07.2010 16:13:32 --- 1 Jahr, 10 Monate her  
Als Medje auf mich zukam wusste ich genau, was geschehen war.

Ich nahm Tyr am Zügel und entfernte mich aus der Truppe. Dann half ich Hinnaks kleiner Schwester vom Pferd. Ihre Augen waren schon halb blind vor Tränen und auch ich musste mich beherrschen, nicht zu weinen.

Ich nahme Medje in die Arme und drückte ihren zitternden Körper an mich.
Es war mir egal, wie die anderen denken mochten. Sie hatte sicherlich furchtbare Tage hinter sich.

Während sie mir erzählte was passiert war, weinte sie immer wieder und ich tröstete sie so gut ich konnte.
Mager war sie geworden und blass.
Und was würde nun aus dem armen Kind werden?

Dennoch machte sich auch Wut in mir breit. Wäre ich doch bei Ranje geblieben! Fieber und Wundbrand hätte ich heilen können! Ich machte mir furchtbare Vorwürfe und Angst breitete sich in mir aus, dass auch Hinnak mir diese Vorwürfe machen würde.

Schließlich hielt ich Medje eine Armlänge von mir und wischte ihr die Tränen aus dem Gesicht.
Sie konnte sehen, dass auch mein gesicht nass war und ihr Blick war voll Verzweiflung. Mir war klar, dass sie mich brauchte. Als Freundin die ihren Schmerz teilte - nicht als rationale Beraterin.

"Medje, meine Liebe" begann ich leise und sie schniefte.
"Bitte erlaube mir, dass ich sehe, ob ich etwas für deinen Bruder tun kann. Er leidet sicherlich genauso wie du. Gestern erst erzählte er mir von seinem Traum und ich wagte nicht, ihn in unserer Vermutung zu bestärken, dass das Furchtbarste passiert sein konnte.
Dennoch möchte ich ihn fragen, ob ich etwas für ihn tun kann. Wenn du es erlaubst."

Sie nickte mich unter Tränen an.
Ich nahm sie wieder in den Arm. "Reite hinter der Truppe her. Ich werde nachher zu dir kommen und bei dir bleiben, solange du Gesellschaft wünschst."

Medje nickte wieder und brachte ein "Danke" heraus.
"Schäme dich nicht deiner Tränen. Sie reinigen und befreien die Seele." erklärte ich ihr, während ich ihr auf Tyr half und diesem schließlich einen Klaps auf den Pferdehintern gab.

Dann wandte ich mich um und sah Hinnak am Horizont.
Schnell lief ich los, wollte ich doch vermeiden, ihn zu verpassen.
Außer Atem kam ich schließlich an und stellte mich neben Fee, seinem Blick in die Ferne folgend.

"Es tut mir sehr leid, Hinnak." begann ich ohne Umschweife.
"Ich möchte, dass du weisst, dass ich für Medje da sein werde, wenn sie mich braucht."

Warum um alles in der Welt bekam ich "und für dich" nicht heraus?
War es die Angst, er könnte mir die Schuld geben?

"Falls....du etwas brauchst, lass es mich bitte wissen. Ich werde tun, was immer in meiner Macht steht, euch zu helfen."

Dann sah ich erst in sein Gesicht.
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Re:Mol n lütt beten sück ressen      12.07.2010 06:01:37 --- 1 Jahr, 10 Monate her  
Ich genoss die Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht und den leichten Wind der von Osten her wehte.
Unruhig stampfte Schwarze Fee mit den Hufen und ich stieg ab, gab ihr einen Klapps und sie trabte ein paar Meter und begann zu grasen, ohne mich jedoch aus den Augen zu lassen.

"Du bist nun von mir gegangen Ranje.
Die Asen haben dich gerufen, deine Fylgja hat dich nach Asgard geleitet.
In Fensal wird es dir sicher besser ergehen.
Alles Leid und Schmerz sind von dir genommen.
Ich danke dir, das du unserem Kind das Leben geschenkt hast.
Balder nanntest du unseren Sohn, Balder der Gott des Lichtes, der Schönheit, der Reinheit und der Güte.
Es sind allesamt deine Attribute meine geliebte Frau.
Ich werde unserem Sohn ein guter Vater sein und ihn lieben wie ich dich liebe."


Bilder und Szenen von gemeinsamen Erlebnissen zogen an meinem inneren Auge vorbei.
Die Augen schließend genoss ich die Erinnerungen.

Nicht wissend wie lange ich schon so stand und mich der Vergangenheit hingab drang eine sanfte, weiche Stimme an mein Ohr die mich in das Jetzt und Hier zurückholte.

"Falls....du etwas brauchst, lass es mich bitte wissen. Ich werde tun, was immer in meiner Macht steht, euch zu helfen."
Yaiza! Ich öffnete die Augen, einige Tränen fanden nun ihren Weg über die Wangen um in meinem Bart zuversickern.
"Ich weiß deine Freundschaft zu schätzen Yaiza. Du hast ein gutes Herz.
Du kannst mir helfen, ich will ein Fest geben.
Ein Fest für Ranje. Ein Fest für alle Freunde, damit Jeder Abschied nehmen kann."


Ich blickte in Yaiza's Gesicht, in ihre tiefen Augen. Ein Gefühl von Wärme breitete sich in mir aus, ich empfand Ruhe.
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Re:Mol n lütt beten sück ressen      12.07.2010 19:19:02 --- 1 Jahr, 10 Monate her  
Ich sah die Tränen und es brach mir fast das Herz.
So gefasst seine Worte auch klangen, ich konnte das Loch in seinem Herzen beinahe sehen.

Doch wie auch Medje konnte ich unter seinem festen Blick keine Trauer zeigen.
Also senkte ich meinen Blick und antwortete leise "so soll es geschehen."

Immerhin machte er mir keine Vorwürfe. Noch nicht.

"Ich...lasse dich wieder allein. Ich muss mich beeilen, zu den anderen zu kommen.
Ich werde mich auch um Medje kümmern."

Schnell drehte ich mich um und lief zu meinen Kameraden.
Irgend etwas schien geschehen zu sein, denn sie hatten gestoppt.
Als ich angelaufen kam, kam mir ein Kamerad entgegen.

"Yaiza! Da bist du ja! Komm schnell, wir brauchen deine Kenntnisse als Heilerin!"
Erschrocken stieß ich aus "ist etwas mit Medje?" doch der Krieger sah mich nur kopfschüttelnd an. "Nein, es ist eine alte Frau, die wir gefunden haben!"

Er lief voraus und ich folgte ihm, während uns die anderen Platz machten.
Einige Meter von unserem Weg entfernt stand eine Baumgruppe und darunter saß eine alte Frau.
Hinnaks alter Heiler war bereits bei ihr und ich ärgerte mich insgeheim, dass ich mir Namen so schlecht merken konnte.

Als ich näher kam, er kannte ich sie. Es war Duris, die Heilerin, die wir auf unsere Reise mitgenommen hatte. Sie erkannte mich offenbar auch und lächelte mich mit ihrem beinahe zahnlosen Mund an.
Ich bekam eine Gänsehaut und blieb stehen.
In ihren Mundwinkeln waren Ränder von getrocknetem Speichel und ihre Augen waren rotgerändert.
Die paar Bewegungen, die ich sehen konnte, schienen seltsam hölzern und beinahe unkoordiniert.

"Yaiza..." begann sie krächzend und wie sie meinen Namen aussprach, Yai-ssssa, bekam ich wieder eine Gänsehaut.
Hinnaks Heiler drehte sich zu mir um und zeigte mir eine Fleischwunde, die die Frau am Bein hatte.
Sie war nicht mehr frisch, entzündet, und Maden krochen darin herum.
Abgesehen davon roch sie widerwärtig.

"Was meinst du?" fragte der Heiler und ich schluckte.
"Die Wunde...sicherlich...man könnte sie behandeln...ich kenne einige-"
"Yaissssa" krächzte Duris wieder und ich sah sie an.

"Du hast es gesehen. Stimmts?"
"Was meinst du?" fragte ich ruhig.
"Den Schatten. Du hattest ihn beim Weib des Wolfs gesehen. Du konntest sie nicht retten, denn es war ihr Schicksal!"

Atemlos sah ich Hinnaks Heiler an, der seine Augen zusammenzog, so dass sich zwischen ihnen eine tiefe Furche bildete.
"Ich weiss nicht, wovon sie redet" begann ich in seine Richtung, doch die Alte grinste nur.

"Du kannst es nicht leugnen. Du hast das Gesicht! Du siehst mehr als andere!"
"Es reicht!" herrschte ich sie an, immer wieder auf den alten Heiler und die umstehenden Krieger blickend "du weisst ja nicht, was du da sagst!"
"Oh doch ich weiss es genau, weiss es genau!"

Ich ging einen Schritt zurück und sah mir erst die Wunde an und dann der alten Frau ins Gesicht.
"Was war es, ein Fuchs? Ein Wolf?" fragte ich, doch sie lachte nur.

Ein Krieger hielt ihr Wasser hin, was sie dazu brachte, zu würgen und schreien.

"Lasst sie" sagte ich schließlich.
"Sie wird die nächsten Tage in keinem Fall überleben. Wenn wir sie mitnehmen, besteht die Gefahr, dass ihre Krankheit unsere Leute ereilt.
Wenn ihr gnädig seid, schneidet ihr die Kehle durch.
Doch retten könnt ihr sie nicht. Keiner kann das."

Ich war mir dessen, was ich sagte, absolut sicher, doch der Heiler sah mich zweifelnd und argwöhnisch an. Mit gespielter Gleichgültigkeit zuckte ich die Schultern, drehte mich um und wollte weggehen.

"Ruf Hinnak! Er soll entscheiden!" rief mir der Heiler nach und ich nickte.
Schnell weg, dachte ich, doch die Alte rief mir mit schriller Stimme nach "Du hast es gewusssst, Yaissssa, du hast alles gewusssst!"

Ich konnte nicht verhindern, dass sich meine Nackenhaare sträubten und beschleunige meinen Gang, den Horizont nach Hinnak absuchend.
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