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Re:Mol n lütt beten sück ressen 02.09.2010 22:18:25 --- 1 Jahr, 8 Monate her
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Mir blieb fast die Luft weg, als Hinnak mich so fest drückte, doch es war ein wunderbares Gefühl.
Mit wirklich großem Bedauern löste ich mich von ihm, als ich zurück zu meiner Wache musste.
Kurz streichelte ich nochmals Sulla, dann ging ich zurück und hoffte, der leichte Wind würde meine roten Wangen etwas abkühlen.
Morgen wollten wir reiten.
Morgen!
Und dann würde ich Hinnaks Frau werden.
Diese Wache konnte ich eigentlich vergessen.
Ein ganzes Heer hätte mit Leichtigkeit an mir vorbeiziehen können. ein feindliches, wohlgemerkt.
Ich hätte ihnen mit debilem Grinsen dabei zugesehen.
Der Wachhabende hatte irgendwann ein Einsehen und schickte mich schlafen.
Ich ging ins Gruppenzelt - irgendwie wollte ich Hinnak ärgern damit, dass ich nicht bei ihm schlief.
Naja, Schlafen ist anders. Ich ruhte. Und verschlief.
Als ich am nächsten Morgen aufwachte, stand die Sonne schon deutlich am Himmel.
Ich stürmte aus dem Zelt und da stand meine Stute schon, fertig gepackt.
Fast fertig. Schnell packte ich meine Sachen zusammen und band sie mit zu den anderen Dingen, die Hinnak verstaut hatte.
Nur sah ich ihn nicht.
Wo war Hinnak?
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Re:Mol n lütt beten sück ressen 05.09.2010 11:46:36 --- 1 Jahr, 8 Monate her
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Ich hatte die ganze Nacht kein Auge zugetan, zu aufgeregt war ich, ob es Medje gelungen war alles zu organisieren und vorallem würde ich meinen Sohn Balder zum ersten Mal sehen.
Meinen Sohn den mir Ranje schenkte und ihr Leben dafür gab.
Wem würde er mehr ähneln? Ranje oder mir? War er gesund und kräftig?
Noch vor Sonnenaufgang stand ich auf, packte meine Sachen zusammen, versorgte die Pferde und verteilte Yaizas und meine Sachen auf Schwarze Fee und Sulla.
Gerade war ich dabei meine zukünftige Gemahlin zu holen als mir Killian begegnete und mich zu einer Besprechung rief.
Als ich zu den Pferden zurückkehrte war es bereits hell und Yaiza hatte die Tiere von der Koppel geholt und wartete unschlüssig umsich blickend.
Ich lief zu der geliebten Frau.
"Verzeih meine Schöne, aber es gab noch wichtige Dinge zu besprechen.
Ich erzähle dir unterwegs mehr."
Sie drehte sich zu mir um und lächelte ihr bezauberndes Lächeln, ich schloss sie in meine Arme und küsste sie auf Stirn, Nase und Mund
"Ich liebe dich Yaiza! Ich liebe dich mehr als irgendetwas oder irgendwen. Du bist mein Glück."
Noch einmal küsste ich ihre sinnlichen Lippen und hob sie dann auf Sullas Rücken und schwang mich selbst auf Fee.
"Bist du bereit meine Frau zu werden Yaiza, stolze und tapfere Kriegerin des heldenhaften Volkes der Friesen?"
Ich musterte Yaiza und stellte zum tausendsten Mal fest das sie die schönste Frau war die mir je begegnet war. Es musste eine Fügung der Asen sein die uns zueinander führte.
Auch von ihrem Wesen, ihrem Charakter her betrachtet, waren wir für einander bestimmt.
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Re:Mol n lütt beten sück ressen 05.09.2010 14:37:04 --- 1 Jahr, 8 Monate her
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Als Hinnak mich auf Sulla gesetzt hatte, schlug ich meine Beine nach hinten und überkreuzte die Füße auf dem Rücken der Stute, so dass meine Knie nach vorn zeigten. Dann grinste ich ihn an.
"Bereit, wenn du es bist, Hinnak" antwortete ich leiser als beabsichtigt.
Irgendwie hatte diese Situation etwas finales. Und damit auch beängstigendes.
Ich würde ja sehen, wie sein Dorf diesmal auf mich reagierte.
"Lass es uns herausfinden!" sagte ich dann schließlich, nahm die Beine wieder herunter und trieb meine Stute vorsichtig an, da ich noch nicht wusste, wie sie reagierte.
Doch sie schien so gutmütig wie der Mann, der der meine sein wollte, und so hatte ich keine Probleme auf meinem Jungfernritt.
Dennoch, mit jedem Kilometer stieg meine Aufregung. Ob es ihm wohl genauso ging?
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Re:Mol n lütt beten sück ressen 05.09.2010 15:02:10 --- 1 Jahr, 8 Monate her
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Die Tage vergingen und mit jedem Meter, mit jedem Schritt von meiner treuen Stute rückte Friggslund näher.
Ich war aufgeregt, Balder mußte nun schon zwei Jahre alt sein, das hieß auch das ich schon mehr als zwei Jahre von meinem Heimatdorf weg war und die Männer und Frauen die mich auf den Heerzug zu den Briten und Pikten begleitet hatten waren schon viel länger von Freunden, Familie und Heimat getrennt.
Das ließ mein Herz trotz der Freude Yaiza endlich zu heiraten und meinen Sohn kennenzulernen etwas schwer werden.
Um mich abzulenken redete ich viel und wohl manches Mal etwas wirr, ich hoffte das Yaiza nicht den Eindruck bekam das ich langsam den Verstand verlor.
So fing an von der Unteredung zu erzählen.
"Wir werden nicht lange in Friggslund bleiben können.
Schon laufen die Vorbereitungen für einen neuen Heerzug, der uns diesmal weit in den Norden führen wird.
Deshalb konnte uns auch Keiner in die Heimat begleiten, es wird jede Hand zum Bau weiterer Schiffe gebraucht.
Aber laß es uns so sehen, nach unserer Hochzeit gehen wir auf eine lange, schöne Reise und alles was Rang und Namen in Friesland hat wird uns begleiten."
Ein Grinsen legte sich auf mein Gesicht bei dem Gedanken an unsere letzte Schiffsfahrt.
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Re:Mol n lütt beten sück ressen 05.09.2010 15:21:28 --- 1 Jahr, 8 Monate her
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Ich war gern auf Reisen!
Auf Reisen ging es meistens eng zu und ich konnte bei Hinnak beziehungsweise in seinen Armen schlafen.
So ganz uneigennützig war ich ja dann doch nicht.
Die meiste Zeit erzählte er und ich hörte zu.
Ich mochte es, ihn reden zu hören. Erstens lernte ich ihn dadurch kennen und zweitens musste ich nicht reden. Natürlich war mir klar, dass er damit seine Nervosität abbaute, aber das war in Ordnung.
Wer, wenn nicht ich, war sonst geeignet dafür, ihn auszuhalten?
Als Friggslund in Sichtweite kam, überwiegte dann aber meine Nervosität. Ich hielt mich hinter ihm und versuchte, gelassen zu wirken.
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Re:Mol n lütt beten sück ressen 06.09.2010 21:04:56 --- 1 Jahr, 8 Monate her
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Ich blickte auf Friggslund und staunte nicht schlecht, was hatte sich das Dorf verändert, wie sehr war es gewachsen seit ich das letzte Mal hier war.
Nach dem ich Fee neben Sulla gelenkt hatte, beugte mich zu der Reiterin und küßte sie zärtlich
"Bereit?"
Yaiza nickte
"Dann komm!"
Ich ließ die Rappstute in Galopp fallen Yaiza tat es mir gleich.
Kurz bevor wir das Tor erreicht hatten wurde es geöffnet und Medje kam herausgeprescht
"Yaiza! Hinnak! Schön das ihr da seit"
Sie kam neben Yaiza zu stehen und viel ihr um den Hals
"Willkommen zu Hause liebe Schwägerin!"
"Das geht ja gut los." murrte ich "Früher wurde ich zu erst begrüßt."
Medje grinste breit "Früher Hinnak, früher."
Wir ritten zu Dritt durch das Tor und direkt zur Friggatrutz, als wir das innere Tor passiert hatten wandt ich mich an meine Braut.
"Yaiza das ist von nun an dein Reich. Das ist alte Sitte und guter Brauch. Hier bist du das Oberhaupt."
"Nicht so schnell Bruderherz, noch ist Mutter die Herrin. DU mußt Yaiza Morgen erst Mal heiraten."
frech streckte sie mir die Zunge heraus, sprang von Tyr und gab Yaiza ein Zeichen ihr zu folgen
"Komm Mutter erwartet uns." und an mich gewandt "Und dich erwartet der Altenrat."
"Falsch Medje, mich erwartet mein Sohn Balder, alles Andere kann warten!"
Den beiden Frauen folgend lief ich zum Haupthaus.
Wir betraten die große Halle, da stand Doji, meine Mutter mit meinem Sohn auf dem Arm.
Sie lächelte mir zu, winkte und an Balder gewandt
"So du gehst mal zu deinem Vater, damit wir Frauen in Ruhe die wichtigen Dinge besprechen können."
Vorsichtig nahm ich den Jungen auf den Arm.
"So ändern sich die Zeiten Yaiza. Bei deinem ersten Besuch warst du eine Fremde und nun kehrst du als zukünftige Herrin über Friggastrutz zurück. Sei mir Willkommen!"
Yaiza war etwas verlegen, doch sie schlug sich tapfer und die drei Frauen zogen sich in die obere Etage zurück, während ich mich mit meinem Sohn Balder beschäftigte.
Einige Zeit später saß ich mit einem zufrieden schnarchenden Balder im Versammlungshaus beim Ältestenrat und erzählte von den vergangenen Heerzügen und den Zukünftigen.
Dann wurden mir die Ereignisse und Entwicklungen der vergangenen Jahre geschildert.
Endlich durfte ich mein Nachtlager aufsuchen. Diese Nacht würde ich jedoch ohne Yaiza in meinen Armen schlafen müssen.
Dann war es soweit, der große Tag.
Das heißt zuerst hieß es den Sonnenuntergang abzuwarten.
Für diese Heirat wollte ich kein Risiko eingehen und führte vier Bachen zum Zeremonienplatz um sie Frigg zu opfern.
Der Weg war gesäumt von allen Einwohnern, Fakeln erhellten den Weg den Hügel empor ein klares, wolkenfreies Himmelszelt spannte sich über den Hügel und der Vollmond verfolgte das Geschehen.
Kressen, die Priesterin trat aus dem Kreis der Feuer und reichte mir den Metkrug, während einige Helferinnen die Bachen zum Opferplatz führten.
Ich trank einen Schluck und gab das Gefäß zurück.
Gunwyn der Dorfälteste führte Yaiza zum Zeremonienplatz, Kressen und ich gingen den Beiden entgegen.
Yaiza war von atemberaubender Schönheit, ich konnte meinen Blick nicht von ihr nehmen.
So wiederholte ich den Brautpreis in Gegenwart der improvisierten Brautvaters, der Priesterin und der Götter.
Dann reichte Kressen auch Gunwyn und Yaiza den Krug, nach dem Beide getrunken hatten nahm auch die Priesterin einen Schluck.
Danach nahm ich meine Braut aus der Obhut des Vater und führte sie Kressen folgend zum Schrein.
Die Priesterin schnitt nun unter Anrufung aller Asen den Bachen die Kehlen durch und fing das Blut in einergroßen, goldenen Schale.
Nachdem sie die Schale auf den Schrein gestellt hatte traten zwei Frauen an uns heran und reichten Yaiza und mir je ein Schwert.
Zuerst hob Yaiza das Schwert und hielt es der Priesterin entgegen, Kressen legte einen Ring auf die Klinge und Yaiza führte die Klinge zu mir und ich nahm den Ring entgegen, dann wiederholte ich das Ritual.
Ohne das der Ring verrutschte oder gar herunterfiel übernahm Yaiza den Ring.
Nun wurden uns die Schwerter wieder abgenommen und Yaiza und ich stellten uns gegenüber auf und begannen gleichzeitig mit unserem Eheschwur, während wir uns die Ringe ansteckten
Der Mond über dir
die Sonne unter dir
die Erde zu deinen Füßen
die Sterne in deinen Händen
mein Herz in deinem
und dein Herz in meinem
von nun an stets bei dir sein
immer Unbill von dir halten
im Sturm des Lebens bei dir stehen
und stirbt einer von uns vor der Zeit
führt Frigg uns in Fensal zusammen
bis an das Ende unsere Tage und darüber hinaus werde ich dir die Treue halten
Nach dem wir uns zum Zeichen unsere Liebe geküsst hatten drehten wiir uns zu Kressen.
Diese hatte sich die Schale mit dem Blut bringen lassen und begann nun mit einem Bund Tannenzweige uns und dann die Anwesenden mit dem Blut der Opfertiere zu besprenkeln um den Segen der Götter auf alle zu übertragen.
Während die Helferinen die Köpfe der getöteten Tiere vor dem Schrein ablegten füllte Kressen etwas von dem Tierblut in den Krug mit dem Met und reichte ihn mir.
Ich nahm den Krug, erhob ihn und sagte dann den Gästen, meiner Familie und Yaiza Dank, trank und reichte ihn meiner Gemahlin. Yaiza tat es mir gleich und reichte ihn an Doji.
So tranken alle Gäste von dem Krug, Kressen mußte einige Male nachfüllen bis er wieder am Schrein ankamm und Kressen als Letzte einen Schluck nahm und unter erneuter Anrufung der Asen den Rest über dem Schrein ausgoß.
Wir verließen nun den Zeremonienplatz in Richtung Friggastrutz und die Gäste folgten dem Brautpaar.
Am Haupthaus angekommen wurde mir eine Axt gereicht.
Ich nahm Maß und schleuderte sie in den Stützbalken, tief drang die Klinge in das Holz.
Klatschen, Lachen und freudiges Gemurmel setzten ein und nahmen die Stille aus der Nacht.
"Das sieht nach einer Ehe mit vielen Kindern und voller Liebe aus."
Meine Mutter grinste über das ganze Gesicht
"So Musik. lasst uns tanzen!"
Ein ausgelassenes Fest nahm seinen Anfang und ich konnte meine Augen noch immer nicht von der wunderschönen Braut nehmen.
Ich war glücklich.
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Re:Mol n lütt beten sück ressen 07.09.2010 14:55:02 --- 1 Jahr, 8 Monate her
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Es gab Riten, die konnte und wollte ich nicht verstehen.
Warum zum Beispiel, mussten bei einem Fest der Freude Tiere ihr Leben lassen?
Die Friesen waren sonst so ein lebensfrohes Volk, aber das passte irgendwie nicht richtig, fand ich.
Auch auf den Brauch, das Blut zu trinken, hätte ich gern verzichtet. Hinnak schien das zu mögen – immerhin tat er es zum zweiten Mal und kein bisschen verzog sich sein Gesicht.
Meins auch nicht. Aber das war echt harte Arbeit. Fast erwartete ich, irgendwo noch Duris herbeispringen zu sehen und wieder irgendwelches Unheil auszurufen. So blieb ich skeptisch bis zu unserem Eheschwur. Wohl zum ersten Mal an diesem Abend blickte ich in seine Augen – zu viel gab es um mich herum zu sehen und fühlen.
All diese Menschen, die mir zulachten und Glück wünschten, obwohl sie mich kaum kannten, das fand ich überwältigend und ich musste Acht geben, nicht vor Rührung zu weinen.
Zurück zu Hinnaks Augen. In seinem Blick lag so viel….Liebe, Stolz und…Lust.
Normalerweise hätte ich ihm für diesen Blick kräftig gegen sein Schienbein getreten. Doch nun, mit einem Mal, waren vier Wildschweine tot und ich in einer anderen Rolle.
Einer Rolle über die mir seine Mutter eine Menge erzählt hatte. Medje hatte nur mit breitem Grinsen daneben gesessen. Abgesehen davon, dass meine Lust darauf, von irgendetwas die Herrscherin zu sein, verschwindend gering war, störte mich auch die Reduzierung auf eine Rolle als Frauchen, die zu Hause wartet, bis der Mann heimkommt und in der Zeit, in der er daheim ist, möglichst schwanger wird.
Ich hatte mir das nie so bewusst gemacht und ich hatte ehrlich gesagt keine Ahnung, ob Hinnak das von mir erwartete. Doch so wie ich ihn bisher kennen gelernt hatte, vertraute ich darauf, dass er sich nicht auf einmal verändern würde. Und wenn doch, dann konnte ich immer noch abhauen.
Nach der Zeremonie, als ich förmlich von einem zum anderen weitergereicht wurde, damit mir gratuliert werden konnte, nahm mich Medje am Arm und zog mich bestimmt auf die Seite.
„Yaiza…“ begann sie atemlos und ihr Blick wanderte immer wieder an mir vorbei. Ich drehte mich um und sah den Empfänger des Blicks, einen jungen Burschen mit blonden Haaren, der ebenfalls zu Medje sah.
Grinsend drehte ich mich wieder um und fragte nur „waaas?“
„Kannst du mich decken?“
„Bitte was??“
„Naja, falls jemand fragt – ich würde gern ein bisschen allein sein.“
„Alleine…soso. Vergiss das!“ antwortete ich lachend und fühlte mich nun doch ein bisschen geschmeichelt angesichts ihres Hilfeersuchens. „Ihr bleibt beide hier. Und wenn du mit ihm verschwinden willst, dann frag deinen Bruder, nicht mich.“
„Ach menno – und warum ihn?“
„Weil ich NEIN gesagt habe.“ Ich grinste.
„Och Mann“ begann Medje zu quengeln, doch auch ihr Gesicht wurde von einem breiten Grinsen überzogen „möge Hinnak ab sofort nur noch ein fauler, pupsender, stinkender Sack sein, der sich von dir bedienen lässt!“
„Ich bin ganz sicher, so wird es sein“ antwortete ich und wir beide lachten. Dann sahen wir beide zu Hinnak, der mit entrücktem Blick und glänzenden Augen ins Feuer starrte.
„Sag Yaiza“ begann Medje wieder, „bist du noch Jungfrau?“
„Natürlich!“ beinahe entrüstet kam meine Antwort. „Warum?“
„Ach, nur so.“
„Medje. Dein Interesse hat doch einen Grund! Raus damit!“
„Naja….“ Gerade wollte sie mir erzählen, was sie bewegte, als mich eine Gruppe Frauen packte um gemeinsam um das Feuer zu tanzen. Als ich mich wieder aus der Gruppe lösen konnte, sah ich weder meine Schwägerin, noch meinen Mann.
Suchend sah ich mich um, doch von keinem der beiden eine Spur.
Vielleicht redeten sie ja? Oder vielleicht wollte Hinnak alleine sein, um Zwiesprache mit Ranje halten zu können?
Ich stand bereits einige Schritte abseits und beschloss, ebenfalls kurz zu unserem Lager zu gehen.
Ich hatte das dringende Bedürfnis, mir das Blut aus meinem Gesicht zu waschen und mir einen Umhang zu holen, da es kühl geworden war.
Bereits nach wenigen Metern klangen die Stimmen der feiernden Menschen schon, als wären sie weit weg. Fackeln beleuchteten die Wege, so dass ich gut zum Haus fand. Schnell ging ich zum Waschtrog und wusch mir mit klarem Wasser das Gesicht. Dann ging ich hinein zu meinem Lager und sah mich suchend nach einem Umhang um.
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Re:Mol n lütt beten sück ressen 07.09.2010 22:07:21 --- 1 Jahr, 8 Monate her
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Das Fest war in vollem Gange und ich verlor Yaiza schneller aus dem Auge als mir lieb war.
Kurz gelang es mir ein ruhiges Plätzchen an einem der Feuer zu ergattern und den Moment zu genießen.
Ich hatte einen strammen, kräftigen und gesunden Sohn den ich nach zwei langen Jahren nun endlich gesehen und mit ihm gespielt hatte.
Und das wichtigste ich war endlich mit Yaiza verheiratet. Der schönsten und tapfersten Friesin, der Frau die ich nicht mehr missen wollte.
Schon packten mich wieder ein paar Hände und zerrten mich zum Tanz.
Während des tanzens sah ich eine Mädchen mit einem Bängel in Richtung Stallungen verschwinden und ich wollte nicht mehr Hinnak sein, wenn das Mädl nicht meine Schwester war.
Mit einem Satz war ich aus der tanzenden Menge und nahm die Verfolgung auf.
"Na wartet Freunde der Nacht, die Rechnung habt ihr ohne den Wirt gemacht" murmelte ich vor mich hin.
Gerade sah ich noch wie sich das Tor einer Scheune schloss, ich folgte, mit einem Ruck flog das Tor auf zwei überraschte Körper die eben noch eng umschlungen waren huschten auseinander.
Ich schnappte den Kerl am Kragen.
"Was denkst du was du da tust?"
"Hinnak lass ihn!"
"Du weißt doch wohl wer sie ist oder?"
"Ja, er weiß es und ich liebe ihn!"
Medje schlug mir mit den Fäusten gegen den Brustkorb
"Lass ihn jetzt los!"
"Kann das Bürschlein auch für sich selbst sprechen?"
"Jaa, ich kann für mich selbst....."
"Gut! Ingmar ist dein Name wenn ich nicht irre!"
Der Junge nickte.
"In zwei Tagen brechen wir zu den Heeren auf. Du wirst dabei sein.
Bis zum Aufbruch will ich dich nicht mehr in der Nähe meiner Schwester sehen.
Bei Wodan sei froh das ich Heute meine Hochzeit mit Yaiza feiere.
Und jetzt geh nach Hause Ingmar."
Ich ließ ihn los, unsicher blickte er zu Medje, er zögerte.
"GEH!!!"
Nun hatte er verstanden, mit flinken Füßen war er aus dem Stall und auf und davon.
"Medje hör jetzt auf mich zu schlagen"
Ich griff ihre Hände
"Du bist gemein!"
"Ja und ich bin dein Bruder.
Mir ist nicht entgangen das du kein Mädchen mehr bist.
Aber DU wirst nicht mit einem Bauernjungen rum machen.
Wenn er mir in der Schlacht zeigt das er deiner würdig ist, dann reden wir noch einmal.
Und ich warne dich, erwische ich euch noch einmal schick ich ihn zu den Asen."
Ich blickte Medje streng an, dann ließ ich sie los.
Tränen rannen über ihr Gesicht
"Es ist gut wenn ihr euch liebt und wenn die Asen glauben er ist der Richtige wird dein Ingmar sich beweisen. Hör nun auf zu heulen, du bist eine stolze Friesenkriegerin, kein Bauernmädchen."
Medje und ich verließen die Scheune, ich nahm sie in den Arm
"Ich will doch nur dein Bestes Medje! Bist doch meine kleine, süße Schwester!"
Ich nahm sie unter den Achseln und hob sie hoch.
Das Lachen kehrte in ihr Gesicht zurück.
"Er wird sich tapfer schlagen Hinnak, das weiß ich."
Ich grinste sie an.
"Das hoffe ich, dann feiern wir bei der nächsten Rückkehr nach Friggslund wieder eine Hochzeit. So und jetzt will ich meine Frau finden."
"Da!"
Medje zeigte zur Friggastrutz.
Im Schein der Fackeln konnte ich in der Ferne erkennen das eine Gestalt im Inneren verschwand.
"Wir sollten dich Medje die Eule nennen!"
Ich lächelte, gab ihr einen Kuß und verschwand zur Heimstatt, über die Schultern rief ich
"Geh tanzen, feiern was auch immer, aber halte dich von Ingmar fern!"
Wie nicht anders zu erwarten gelang es mir nicht unerkannt bis zur Trutz zu kommen.
So brauchte ich doch länger als erhofft.
Endlich stand ich in der Tür zu unserem Nachtlager.
Yaiza stand mit dem Rücken zu mir und schien mich noch nicht bemerkt zu haben.
Gebannt betrachtete ich meine Frau, ja MEINE Frau, nun waren wir auch vor den Asen ein Paar.
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Re:Mol n lütt beten sück ressen 07.09.2010 23:53:52 --- 1 Jahr, 8 Monate her
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Ich hatte nichts anzuziehen.
Es war eine Katastrophe.
Da lagen drei Umhänge und keiner sagte mir zu.
Verärgert stemmte ich die Hände in die Hüften und wippte mit einem Fuß während ich die drei Umhänge betrachtete.
Auf einmal vernahm ich hinter mir ein Räuspern und drehte mich schnell um.
"Hinnak" entfuhr es mir entgeistert, doch dann freute ich mich, ihn zu sehen.
"Du hast mich erschreckt" gab ich zu und zeigte auf die Umhänge "sieh, wie du mich verweichlicht hast - ich kann mich nicht für einen Umhang entscheiden."
Dann wurde ich schlagartig still.
Schlafstatt. Nacht. Heirat. Er hier. Ich hier. Alleine. Sein Blick. Ups.
"Ähm..." etwas verlegen sah ich mich um und runzelte die Stirn, als ich ihn wieder ansah.
"Ist alles in Ordnung?"
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Re:Mol n lütt beten sück ressen 08.09.2010 21:14:08 --- 1 Jahr, 8 Monate her
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Ich lächelte Yaiza an, griff ihre Arme, zog sie langsam an mich heran und umarmte sie.
"Alles in Ordnung meine kleine Fee. Meine Schwester wird eine Frau und ich musste darauf achten das sie es damit nicht übertreibt! Aber jetzt ist alles geklärt und das Heer hat einen Kämpfer mehr."
zwinkernd gab ich ihr einen Kuß
"Du bist die schönste Friesin die kenne. Brauchst du wirklich einen Umhang?
Hier ist des doch gar nicht so kalt, die Felle wämen sehr gut und ich bin ja auch noch da."
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