|
|
Re:Spuren im Sand 05.09.2011 23:12:25 --- 8 Monate, 2 Wochen her
|
|
|
Einige Zeit war ins Land gegangen. Maarten hatte sie sehr genossen, denn es waren Zeiten des Friedens für sein Volk und Zeiten der Liebe und Gemütlichkeit für seine Familie. Seine Frau und er liebten sich wie eh und je und ihre 3 Kinder gediehen prächtig.
Nur einen winzigen Wehmutstropfen gab es für den jungen Familienvater. Er hatte bei den Turnieren der letzten Zeit nicht an seine Erfolge in Ägypten anknüpfen können. Sicherlich frustete ihn das ein wenig, aber andererseits zeigte es ihm auch, dass die Freunde die sein Volk hier hatte wohl wesentlich stärker im Kampf waren als die alten. Ein im Grunde sehr beruhigendes Wissen.
Nicht lang nach dem letzten Turnier, das auf dem Land der Pikten stattgefunden hatte, stellte sich heraus, dass seine geliebte Frau Sofia erneut schwanger war. So hatte der junge Mann, dem die entspannenden Monate sehr gut getan hatten, einen Grund mehr zur Freude. So kam es auch, dass man ihn statt mit den Sorgenfalten, die sich eine Zeit lang auf seiner Stirn gezeigt hatten, mittlerweile ständig mit einem fröhlichen Lächeln um die Lippen sah.
Er war wieder so sorglos wie ihn seine Frau kennengelernt hatte und wie sie sich in ihn verliebt hatte.
Natürlich war die Ruhe nicht sonderlich von Vorteil für die Nervosität bezüglich der 4ten Schwangerschaft von Sofia. Klar, es war schon die Vierte und er sollte daran gewöhnt sein...
Doch trotzdem wurde er immer unruhiger und übermäßig besorgt um sie. Bisher hatte es während jeder Schwangerschaft etwas gegeben worum er sich sorgen musste, so hatte er immer etwas zu tun gehabt. Doch dieses Mal war anders. Maartens Nervosität und Sorge nahmen solche Ausmaße an, dass sich seine Freunde und Gefährten schon darüber lustig machten und ihn neckten. Selbst Sofia quittierte seine besorgten Nachfragen nach ihrem Befinden mittlerweile oftmals mit einem spöttischen Lächeln.
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
KRIEGER-RAT
Beiträge: 707
|
|
Re:Spuren im Sand 25.10.2011 21:49:55 --- 6 Monate, 3 Wochen her
|
|
|
Ihr Leben war herrlich und sie liebte es. Sofia hatte 4 wundervolle Kinder und den besten Ehemann den man sich wünschen konnte. Sie liebte ihn so sehr. Er war so wie ein Mann zu sein hatte. Mutiger Krieger, Vertrauter und Liebhaber. Trotz all der Jahre, die die beiden nun schon verheiratet waren, hatte die Leidenschaft, welche sie nicht nur im Bett auslebten, sondern wo auch immer ihnen eine Gelegenheit bot, nie nach gelassen. Im Gegenteil, jetzt da ihre Töchter und Söhne auf der Welt waren, mussten sie sich oft zusammen reißen, denn oft genügte ein Blick die Lust in ihnen aufkeimen zu lassen. Aber eben auch die Freundschaft, die sie neben der Liebe verband, gaben Sofia so viel.
Mittlerweile regierte die junge Ägypterin das piktische Volk gleichberechtigt mit Sethnacht zusammen. Dies erforderte viel Energie, welche sie ohne Maarten nie aufbringen könnte. Er war ihr Vertrauter, ihr Berater, ihr Fels, ihr Halt, einfach alles. Oft lagen die beiden auf einer Wiese, Sofia mit dem Kopf auf seiner starken, muskulösen Brust, während die Kinder um sie herum spielten, und redeten über alles was anfiel.
Sie wusste das sie immer auf ihren Mann zählen konnte und das tat so gut.
Und dann kam ein Tag der schon lange abzusehen war. Der Krieg rief und auch die Pikten machten sich bereit. Zusammen mit ihren Nachbarn reisten sie ins Mittelmeer. Es war schon komisch so nahe an der alten Heimat zu sein. Oft stand Sofia mit ihrem Mann an Deck ihres Schiffes und schauten gen Südosten. Dort lag es, ihr Ägypten. Das Land wo sie Maarten kennenlernte, ihn Liebe lernte. Nein, so konnte man es nicht sagen. Sie musste nie lernen ihn zu lieben, denn das war der Wunsch der Götter gewesen und stand in dem Moment fest, als sie sich das erste Mal in die Augen gesehen hatten. Damals, auf dem Weg zum Bazar, als sie in ihn hinein gelaufen war und tollpatischig wie es nun einmal in ihrer Natur lag, mit dem Fuß umgeknickt war. Ja in dem Moment war die Liebe in ihnen erwacht und nie erloschen.
Gum biodh ràth le do thurus - Möge deine Suche erfolgreich sein Es ist ein guter Standpunkt, die Welt als Traum zu betrachten. Hat man so etwas wie einen Albtraum, wacht man auf und sagt sich, es war nur ein Traum. Es heißt, dass sich unsere Welt davon kein bisschen unterscheidet!
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Spuren im Sand 06.12.2011 19:10:58 --- 5 Monate, 2 Wochen her
|
|
|
Maarten hatte nie ganz verstanden, warum sie unbedingt so weit in den Süden reisen mussten, nur um Krieg gegen ein Volk zu führen, das ihnen zumindest nie Leid zugefügt hatte. Aber die Volksführungen der Inselvölker schienen das für notwendig zu halten, also zog man los. Ließ Kinder und Reichtümer zuhause, weit weg vom geplanten Kriegsziel.
Nun, es war ein schöner Krieg gewesen, Maarten hätte sich zwar mehr Herausforderungen gewünscht doch man bekommt nicht immer was man will. Und als es dann die erwünschte Herausforderung gab, nun ja... Es wäre ihm, lieber gewesen wenn man sich geordnet zurückgezogen hätte und nicht in wilder Panik auseinandergestoben wäre. Als die Linien der Inselkrieger brachen, hatte er versucht so schnell wie möglich zu seiner Liebsten zu kommen, doch die ihm entgegen strömenden Kämpfer hinderten ihn daran. So kam es, dass er zu Boden geschlagen wurde und als er aufwachte war alles vorbei. Überall lagen tote Freunde, wie auch Feinde, nur seine Liebste war nicht zu finden gewesen. Er humpelte verzweifelt rufend übers Schlachtfeld und suchte sie, doch er wurde nicht fündig. Vermutlich hatten die Römer sie eingesperrt kam es ihm in den Sinn und so machte er sich daran mithilfe eines Händlers den er freundlich mit seiner Frame gebeten hatte, seine Frau zu suchen. Ziemlich schnell wurde er fündig, denn die Passanten hatten natürlich die bildhübsche Gefangene bemerkt die vom Schlachtfeld gebracht wurde. Also quartierte Maarten sich in der Nähe des Kerkers ein und bestach einen Wachmann ihn zu informieren sobald Sofia freikam.
Nach einer ganzen Weile war es dann soweit. Der Wachmann teilte Maarten mit, dass Sofia ausgebrochen war. Maarten überlegte nicht lange, packte einige Vorräte zusammen und einige andere Dinge für die Reise und machte sich dann auf den Weg zum Massengrab der Inselkrieger, das die Römer genutzt hatten um die Schlachtopfer zu beseitigen. Er war sich ziemlich sicher, dass Sofia dorthin gehen würde um den Gefallenen die letzte Ehre zu erweisen, zumal sie ja nicht wissen konnte, ob ihr Mann auch unter den Opfern war. In der Dämmerung des Morgens fand er sie weinend auf dem kleinen Grabhügel vor. Sie war trotz ihrer schwachen körperlichen Verfassung so schön, dass es ihm für einen Moment den Atem verschlug. Lachend vor Wiedersehensfreude lief er auf sie zu und rief dabei ihren Namen und Beide genossen dieses zusammentreffen.
Das piktische Pärchen machte sich so schnell es konnte auf den Weg heim, denn es gab Gerüchte, dass die Römer einen Gegenangriff planen würden. Deshalb rasteten die Liebenden so kurz wie möglich und schliefen ohnehin kaum. Schließlich hatten sie eine ganze Menge nachzuholen. Maarten wich keine 10 Minuten von ihrer Seite, denn für ihn war es ein Geschenk der Götter, dass sie wieder frei und bei ihm war, dort wo sie hingehörte. Der geborene Hellene beschloss in Zukunft seine Frau keine Stunde lang mehr unbewacht zu lassen, zu sehr fürchtete er sie noch einmal für so eine lange Zeit zu verlieren. Die lange Zeit der Trennung hatte ihn daran erinnert, wie sehr er sie doch liebte und der einzige Grund, warum Sofia und Maarten nicht an der Küste Iberiens eine Auszeit nahmen und sich nur ihrer Liebe widmeten, war die Sorge um die gemeinsamen Kinder die in der Heimat verblieben waren. Zwar waren sie dort sicher untergebracht, doch man konnte ja nicht wissen wen die Römer angeheuert hatten für ihren Vergeltungsschlag. Außerdem hatte Maarten mit den Römern noch eine Rechnung dafür zu begleichen, dass sie ihm wertvolle Zeit mit seiner Frau genommen hatten.
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Spuren im Sand 08.02.2012 21:00:42 --- 3 Monate, 1 Woche her
|
|
|
Zurück in ihrer Heimat mussten die Liebenden zunächst kämpfen gegen die Römer und einige Völker die Maarten bis dahin gar nicht gekannt hatte. Aber auch der Krieg ging irgendwann vorbei und so kehrte irgendwann wieder Ruhe auf der idyllischen Insel ein. Maarten genoss die Zeit der Ruhe, schließlich konnte er sich wieder seiner Familie widmen. Doch auch die Ruhe ging irgendwann unerwartet zu Ende. Aus ihm unerklärlichen Gründen wurde Maarten eines Tages gebeten das Amt des Regenten zu übernehmen. Diese Verwaltungsaufgaben waren eigentlich nicht seine größte Stärke, doch er nahm die Aufgabe an, damit Sofia mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen konnte. Denn wenn er das ehrenvolle, doch auch lästige Amt nicht übernommen hätte, so hätte man es ansonsten sicher ihr angeboten. Maarten hätte lieber den Posten eines Heerführers übernommen, schließlich war er in seinem Innern immer noch ein friesischer Krieger und für einen Friesen waren die Aufgaben der Heerführung und des Kämpfens sicherlich besser geeignet als die Regentschaft über ein Volk.
Natürlich war Maarten andererseits auch froh, dass es keine Kriege für die Pikten zu bestreiten gab, so musste er zumindest nicht um das Wohl seiner Familie bangen.
Damit er und seine Gefährtin zumindest die wenige Zeit die sie abseits von ihren Ämtern ganz für einander und die Kinder nutzen konnten, bezahlte er eine Familie aus seinem Dorf dafür, dass sie sich um alle anfallenden häuslichen Arbeiten kümmerten und so gab es wenigstens noch etwas Zeit in der er ganz der liebende Familienvater sein konnte. Er war der festen Überzeugung, dass das die beste Aufgabe für ihn war, zumindest eine in der er sich wirklich wohlfühlte. Sofia schien der gleichen Überzeugung zu sein und bat ihn deshalb nach einer langen Phase der Ruhe für die Pikten seinen Posten als Regenten abzutreten und stattdessen ihr als Berater zur Seite zu stehen. So hatte er mehr Zeit für die Familie und seine Frau konnte neue Erfahrungen sammeln. Es passte ihm sogar sehr gut, denn nun waren zumindest seine Töchter alt genug, damit er ihnen das Kämpfen beibringen konnte. Also verbrachte er die freie Zeit die er nicht mit seiner ganzen Familie verbrachte mit seinen Töchtern und lehrte sie zunächst sich nach Möglichkeit von jungen Männern fernzuhalten und später dann wie sie sich vernünftig verteidigen konnten. Selbstverständlich sagte er ihnen dabei nicht, dass er sich wünschte, dass sie irgendwann einen jungen Mann finden würden, von dem sie sich nicht fernhalten können würden und mit dem sie so glücklich werden würden wie er es mit ihrer Mutter war.
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
KRIEGER-RAT
Beiträge: 707
|
|
Re:Spuren im Sand 18.03.2012 22:45:05 --- 2 Monate her
|
|
|
Jeden Tag liebte Sofia ihren Mann mehr. Für alles was er ihr gab war sie dankbar und wenn sie ihre Kinder sah waren sie der sichtbare Beweis ihrer Liebe. Die Zeit ging ins Land und viel Arbeit beschäftigte Sofia jeden Tag. Doch wann immer es ging verbrachte sie Zeit mit ihren fünf Liebsten. Und an den Abenden lag sie Haut an Haut neben Maarten, nachdem sie sich geliebt hatten. Es war immer noch wunderschön zwischen den beiden und kein Gefühl war vergleichbar mit den Empfindungen welche sie verspürte, wenn Maarten über ihre Haut streichelte oder sie mit zarten küssen bedeckte. Der Liebesakt war jedesmal wie ein Vulkanausbruch für die Frau, die einst aus Ägypten in den Norden ging.
Doch ihr Leben hatte auch weniger schöne Seiten. So wurde Sofia eines Tages von einer seltsamen Krankheit heimgesucht. Dem Bernsteinfieber. Und so zog sie aus um diese Sucht zu stillen. Als sie zurückkehrten waren die Belger mal wieder in ihr Land gekommen um es zu brandschatzen. Doch mit Maarten an ihrer Seite konnte Sofia dies nicht schocken, denn nichts war je stärker, als die Liebe.
Gum biodh ràth le do thurus - Möge deine Suche erfolgreich sein Es ist ein guter Standpunkt, die Welt als Traum zu betrachten. Hat man so etwas wie einen Albtraum, wacht man auf und sagt sich, es war nur ein Traum. Es heißt, dass sich unsere Welt davon kein bisschen unterscheidet!
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|