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Re:Die Jurte am See 23.05.2010 22:24:21 --- 1 Jahr, 12 Monate her
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Die Wärme die von Lyssandras Armen und ihrem Körper hinter ihr ausgestrahlt wurden war angenehm und Ravan lehnte sich ein Stück weit zurück. Sie liess ihre Augen über die Landschaft streifen die sie so sehr liebte, die Weite des Sees und die Weite der Steppe die hier und dort von ein paar Bäumen unterbrochen wurde.
Sie liess sich die Worte der rothaarigen Frau durch den Kopf gehen und blieb still, ohne ihre entspannte Körperhaltung zu ändern. Ihr Herz schlug langsam und kraftvoll in ihrer Brust und sie drehte sich endlich um und wickelte ihre eigenen Arme um Lyssandras schlanke Mitte um sie festzuhalten. "Selbst in dieser harmonischen Landschaft gibt es Lebewesen die sich aus dem Weg gehen." Ihr Gesicht war ernst, der Blick aus den grünen Augen jedoch offen und ehrlich als sie fortfuhr. "Und mein Bruder macht seine eigenen Entscheidungen. So wie ich meine."
Eine weitere Pause während der ein sanftes Lächeln um die Mundwinkel der Drachentocher spielte. "Ich schenke dir keine Vergebung, deine Entscheidungen sind etwas mit dem du leben musst. Aber ich schenke dir erneut mein Vertrauen."
Durch die dünne Tunika spürte sie Lyssandras Haut und sie liess langsam einen ihrer Finger über deren Seite wandern während sich ihr Herzschlag beschleunigte und sie die Lippen der anderen Frau behutsam mit ihren eigenen berührte und ihre Hand in ihren Haaren verflocht.
"Ist deine Liebe stark genug um bei uns zu bleiben? Stark genug für den Drachenstamm?" Die Seherin lächelte erneut und holte tief Luft. War es sie selbst die sprach? Noch am Tage vorher würde sie so etwas nicht gesagt haben. War sie noch immer im Rausch?
Ravan biss sich auf die Lippe. Egal. Die Entfremdung von der Frau die sie als Freundin angesehen hatte, hatte ihr weh getan und sie war froh endlich Frieden schliessen zu können. Es schien... richtig.
"Ich werde dir sagen wenn die Zeit gekommen ist, ich muss die Ahnen und meinen Vater um Rat fragen. Und hast du noch Platz für einen Drachen?"
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Re:Die Jurte am See 24.05.2010 18:19:56 --- 1 Jahr, 12 Monate her
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Lyssandra genoss Ravans Berührungen und ertappte sich bei dem Gedanken, dass deren Lippen hätten ruhig länger auf ihren verweilen können. Sie schlang ihre Arme um die junge Frau, drückte sie an sich und schloss für einen Moment die Augen. Lag es an Ravans Nähe, war es nur der warme Körper, oder lag es doch daran, dass die beiden Frauen endlich wieder zueinander gefunden hatten - Lyssandra vermochte es nicht zu benennen. Sie wollte auch nicht darüber nachdenken, sondern nur das Gefühl unendlichen Glücks auskosten, das durch ihren Körper strömte und sie die Nachwirkungen des Alkohols vergessen ließ.
Tief holte sie Luft, bevor sie ihre Umarmung löste und Ravans Gesicht in ihre Hände nahm. "Wirst du irgendwann stark genug sein deine Zweifel zu besiegen?" Die Rothaarige gab der Drachentochter einen leichten Nasenstüber und lächelte. "Hol mich, wann immer du es für richtig hälst. Ich werde da sein."
Abrupt trat Lyssandra zurück, lief die wenigen Schritte in die Jurte um ihre herumliegende Kleidung einzusammeln. Beim Bücken spürte sie wieder diesen pochenden Schmerz in ihren Schläfen, und ihre Zunge schien am Gaumen zu kleben, so ausgetrocknet fühlte sich ihr Mund an. Mit ihren Sachen auf dem Arm trat sie an Ravan heran, war schon fast vorbei, als sie sich noch einmal umdrehte und ihr einen Kuss auf die Wange hauchte.
Dann trat sie hinaus in die morgendliche Landschaft, genoss die allmählich erwachende Kraft der Sonnenstrahlen, und atmete tief durch. Über die Schulter hinweg rief sie Ravan zu: "Kommst du mit eine Runde schwimmen? Das kühle Wasser wird unsere Kopfschmerzen wegspülen und unseren Durst können wir auch besser löschen als aus diesen winzigen Bechern."
Lyssandra wartete nicht, ob Ravan ihr folgen würde. Flinken Fußes huschte sie hinunter zum Ufer, ließ ihre Sachen fallen und stürzte sich in die schimmernden Fluten des Sees.
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Re:Die Jurte am See 16.09.2011 22:15:32 --- 8 Monate her
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Über die Steppe strich ein sanfter Nachtwind, warm und weich wie er nur im Sommer sein konnte. Er raschelte durch das lange Gras, hauchte seinen warmen Atem unter den Rädern der Wagen hindurch.
Es war ruhig, nur die Wachen waren noch wach, bis auf eine Gestalt die vor einem der Wagen sass und vor sich hin ins Feuer starrte. Lilya hatte es nicht mehr im Wagen ausgehalten, den sie sich mit ihrer Herrin und Lehrmeisterin teilte. Schon seit einigen Tagen schien die Seherin der Sarmaten mehr im Lande der Ahnen zu leben als in der Welt in der sie eigentlich zu Hause sein sollte.
Lilya legte ihre Arme um ihre Knie und wog sich langsam hin und her, während sich die Furcht wie eine Schlange in ihrer Magengrube wand. Sollte sie Alastor davon berichten, dass Ravan's auch so schon sehr brüchige Verbindung zur Welt der Lebenden löste?
Die Drachentochter, schon immer mehr auf der Rücken ihrer Pferde zu Hause als zu Fusse, konnte auch kaum mehr von ihrem Lager aufstehen. Lilya musste ihr jeden morgen helfen, und jedes Mal wenn die ältere Frau vor Schmerzen wimmerte, da durchfuhr sie der Schrecken. Vor anderen gab sich die Seherin wie üblich, erhaben und unnahbar und ihre Schmerzen versteckte sie hinter eine kalten Maske. Mit Lilya allein liess sie diese Maske fallen und wurde zu der Kriegerin die an ihren alten Wunden litt. Die Kräutertränke mit denen sie die Schmerzen zu unterdrücken suchte wurden immer stärker.
Die junge Frau seufzte und fuhr sich mit den Händen durch ihr dickes schwarzes Haar.
Bei Ravan war sie sicher. Ihre Lehrerin war streng und auch furchteinflössend, aber niemals liess sie es zu dass ihrer Dienerin etwas zustiess.
Im inneren des Wagens erhob sich Ravans spröde Stimme zu einem Gesang der laut genug war um die Ahnen zu wecken. "Tante! Die Krieger schlafen, schhh...", flüsterte Lilya eindringlich und kroch auf Knien zurück in den Wagen um die Seherin zu beruhigen.
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