Nachdem die Horden der Friesen abgezogen waren ritt ich mit einigen Gutsherren durch die verwüsteten Dörfer und Städte.
Es war erfreulich zu sehen dass die ersten Aufbauarbeiten begonnen hatten und dass die Menschen, denen die Friesen so hart mitgespielt hatten, nicht verzagten.
Trotz der Verwüsteten Landstriche und der verseuchten Brunnen, angeblich warfen plündernde Friesen Leichen der Gemetzelten in die Tiefbrunnen, begannen die Menschen aus ihren Verstecken zurück zu kommen und gemeinsam das Land wieder zu bewirtschaften.
Der Winter war vorbei, das Land hatte genug Regen bekommen und so sprossen die ersten frischen Triebe an den dürren Büschen und Bäumen.
Ich hörte mir vielerorts das Wehklagen der Menschen an, obwohl ich niemanden den Verlust ersetzten konnte, sprach aber Trost zu und hoffte den Männern und Frauen etwas Trost zu spenden.
So erstellte ich Listen mit den Baufortschritten und den Materialien die zum weiteren Aufbau der Dörfer noch benötigt wurden.
Daheim angekommen übergab ich die Listen einigen Ratsschreiben damit dieses ins reine geschrieben und vervielfältigt wurden.
Die Listen wurden später dem großen Rat vorlegen damit dieser die nötigen Mittel bereit stellte.
Ich lehnte mich in einen breiten, aus balearischen Binsengras geflochtenen Lehnenstuhl zurück und bedachte den Krieg gegen die Friesen.
Trotz aller Verwüstungen die uns das nordische Gesindel hinterlassen hatte konnte man auch gutes daraus erkennen.
Es stand fest das man mit langbärtigen Barbaren nicht wie mit normalen Völkern verhandeln kann.
Und außer Frage stand weiters dass man mit den blassgesichtigen Kriegern keine zivilisierte Kriegshandlung durchführen konnte.
Da viel mir ein das ich noch eine wichtige Sache zu erledigen hatte.
Gleich am nächsten Tag machte ich mich auf um eine Karawane auszurüsten und diese nach Ägypten zu schicken.
Dem Karawanenführer gab ich dieses Schreiben für den Empfänger der Karawane mit.
QUOTE:
Es schreibt Antigonos, Sohn des Karchedonios, Ökonomos für den Fernhandel an Sokar Nachtmin, Herr über Ägypten.
Heil, Ehre und Gesundheit oh Sokar Nachtmin.
Dieses Schreiben übereicht dir ein Vertrauter meiner Familie. Mit ihm, meinem Dank und diesem Schreiben sind noch ein dutzend Ochsenkarren gekommen die alle mit Geschmeide, Gewürzen und Eisen beladen sind. Von letzteren, so wurde mir berichtet, herrscht Mangel in Ägypten.
Meine Grüße an deine Frau oh Sokar Nachtmin, ich habe mir erlaubt zwei geschnitzte und vergoldete Strausseneier als Geschenk für sie beizulegen.
Deine Hilfe kam zur rechten Zeit. Gemeinsam mit dem ägyptischen Heer konnten wir doch noch das nordische Geschmeiß von den Nachschubwegen abschneiden und so aus dem punischen Hinterland raushungern.
Es ist schon erstaunlich mit wie wenig sich diese nordischen Barbaren begnügt hatten.
Sicher, sie plünderten jeden Hundzwinger bis auf das einfachste Stroh darin. Aber die wirklich Kostbaren Dinge ließen sie unbeachtete.
Während in einem Dorf sämtliche Fleischspieße und Bratengabeln verschwunden waren lagen in einer Truhe, im Versammlungshaus desselben Dorfes, Säcken mit Edelsteinen. Anscheinend konnten diese wilden Kieselsteine nicht von Edelsteine unterscheiden.
Es gibt auch Berichte darüber das in einer Töpferei Säckeweise das Pulver verschüttet wurde mit dem die Töpfer die blauen Tongefäße herstellen und dessen Gewicht in Gold verlangt wird während die Lager der Gärber bis zum letzten Lederfetzten ausgeräumt wurden. Auch die noch nicht gegerbten Häute sind weg.
Aber bitte, jeder nimmt sich das was er brauchen kann.
Aber es gibt auch gutes zu Berichten, oh Sokar Nachtmin.
Es sieht so aus als hätten wir den Angriff der Friesen gebraucht um uns klar werden zu lassen das wir in der alten Struktur nicht weiter handeln können.
Und wer bricht alte Strukturen besser auf als ein Krieg? Ich spielte schon mit dem Gedanken dem friesischen Herrscher ein Dankesschreiben zukommen zu lassen.
Doch ich denke das dies eine Vergebliche mühe ist, wahrscheinlich wird deren Herrscher mit dem Schreiben das selbe machen wie dessen Horde mit den unersetzlichen Schriftrollen von Aristainetos oder Isyllos, um nur einige zu nennen.
Sie wurden allesamt für die Säuberung des Afters nach besuch der Latrine verwendet.
Du siehst also, es ist die Mühe nicht wert.
Nicht ganz selbstlos ist mein Schreiben und sind meine Geschenke nicht, großer Sokar Nachtmin.
Karthago benötigt Getreide.
Unsere Lager sind fast leer, die Felder zum großen Teil verwüstet und vierzigtausend Menschen wollen ernährt werden.
Gesundheit und Weißheit alle Zeit.
Mein Kopf zu deinen Füßen.
Antigonso