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Wilde Gesellen, vom Sturmwind durchweht 25.12.2009 03:32:08 --- 2 Jahre, 4 Monate her
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Odoaker hatte die Schnauze voll - ja gestrichen voll.
Berengar hatte ihm beigebracht, wie man las und schrieb, doch führte das offenbar zu Missverständnissen unter den Nachbarvölkern, die die Botschaften nicht immer entziffern konnten. Manche Botschaft blieb gar unbeantwortet.
Die Teutonen waren ihren Nachbarn mit freundschaftlichem Respekt begegnet, doch hatten ihm eigene Boten berichtet, dass es andernorts hieß, man würde nur Forderungen stellen.
Diese ganze Bande von Wirrköpfen konnte ihm getrost eine Weile gestohlen bleiben - er suchte neue Herausforderungen und wollte sich wieder einmal den Wind um die Nase wehen lassen. Und so war er hinuntergestiefelt zum Hafen.
Ein neuer Bootstyp fiel ihm sofort auf. Anscheinend hatte Berengar mal wieder einen römischen Schiffstyp mit germanischem Bootsbau vermengt. Herausgekommen war ein recht langes Schiff, dass ein zweigeteiltes Großsegel an einem starken Mast in Fahrt bringen sollte. Eine hochgezogene Reling würde teutonische Krieger vor Wind und Wellen schützen, einige Ruderscharten dafür sorgen, dass sich das Langschiff auch manövrieren ließe. Zudem sorgte eine Art hölzernes Schwert, welches beinahe über die gesamte Höhe des Schiffes etwa mannshoch zusätzlich ins Wasser hinunterragte, für eine enorma Stabilität und Hochseetauglichkeit.
Ja, mit diesem Schiff würden sie aufbrechen.
An einem lauen Spätsommerabend waren sie gegen die untergehende Sonne losgesegelt und behielten die Richtung bei. Odo genoss das Gefühl des Seewindes in seinem Gesicht, das Schiff schnitt durchs Wasser und er hatte seine Talia im Arm und einige vertraute um sich. Man hatte beschlossen, so weit zu fahren, bis die Hälfte der Vorräte beinahe aufgebraucht wäre - dann wollte man umdrehen und gegen die Heimat zurücksegeln. Das Schiff sollte ausgiebig getestet werden und man hoffte darauf, vielleicht noch fruchtbares Land für die Teutonen zu finden.
Zuversicht strahlte aus den Gesichtern der Kriegerinnen und Krieger an Bord - Odo aber stellte sich mit Talia in den Bug und schrie herausfordernd in den Wind:
"Wir sind Teutonen - wir sind hier, weil wir keine Angst kennen. Vorwärts!"
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Re:Wilde Gesellen, vom Sturmwind durchweht 26.12.2009 02:51:18 --- 2 Jahre, 4 Monate her
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Beinahe drei Monde waren sie jetzt schon unterwegs gewesen, der teutonische Trupp unter Odoaker.
Einmal waren sie in einen heftigen Sturm geraten. Mitten am hellichten Tag war es plötzlich finster geworden, ein heftiger Wind blies und die Wellen wurden immer höher, höher noch als selbst das Dorfhaus, ja als die Palisaden der Burg. Odoaker holte mit 3 Mann das Großsegel ein und Berengar hielt mit der Rudermannschaft das Schiff im Wind, so dass es nicht anfing, seitlich zu schlagen.
Das lange Holzschwert unter dem Rumpf machte sich jetzt bezahl und hald sehr, das Schiff stabil zu halten. Beinahe 2 volle Tage hielt das Unwetter an, mal etwas schwächer, aber zumeist mit großer Wucht fegte der Wind über das Schiff hinweg.
Trotzig stand Berangar als Rudergänger im Wind und Talia, die Seherin, die im Rufe stand, eine besondere Verbindung zu den Göttern zu haben, fiel immer wieder in eine ekstatische Versenkung und rief unverständliche Worte mit einer so kehligen Stimme, das man den Eindruck hatte, es wäre nicht ihre.
Odoaker aber schrie immer wieder zornig in den Wind: Du, Donar, Herr über den Donner und Wind, wir Teutonen sind Deine Kinder und Freunde, Du wirst uns kein Leid zufügen. Und du, Njoerf, Gott des Meeres, du bist nicht der, dem wir unser Leben schulden - du wirst es uns auch nicht nehmen.
Regelmäßig versorgte Odo seine Leute an den Rudern mit Haferbrei und Starkbier und auch er selber löste immer wieder einen erschöpften Ruderer für einige Zeit ab, damit sich der etwas erholen konnte.
Schließlich legte sich der Sturm und der Himmel und die Luft waren so klar, wie die Teutonen es noch nie erlebt hatten.
An einem anderen Tag trieben einige weiße Hügel auf der See. Zuerst hielten sie das für ein gutes Zeichen, aber als sie darauf zuhielten und plötzlich, noch in weiterer Entfernung eines der Ruder brach, beschlossen sie, sich möglichst weit weg von diesen weißen Riesen aufzuhalten. Sie nannten sie Hrimthursen (Eisriesen) und passierten sie in weiter Entfernung mit langsamerer Geschwindigkeit.
Auf einem der Hrimthursen erhob sich plötzlich ein riesiger weißer Bär, der zornig in die See brüllte. Zwar hatten die Teutonen durchaus mal wieder Hunger auf frisches Fleisch, doch die Erfahrung mit dem abgebrochenen Ruder mahnte sie zur Vorsicht und die imposante Erscheinung machte auch schnell klar, dass dieses Geschöpf eine sehr wehrhafte Beute war, für deren Tötung man das eigene Leben riskierte. Und die Teutonen hatten ja andere Pläne.
Als sie allerdings zusehen konnten, wie dieser Bär ein graues Tier durch einen Prankenhieb tötete und aus dem Wasser zog, um es genüsslich zu vertilgen, schnekten sie ihre Aufmerksamkeit eine Weile dem Wasser unter ihrem Schiff und schafften es tatsächlich, mit ihren Speeren nach einer Weile ein Geschöpf zu erlegen, das offenbar kein Fisch war, auch wenn es im Wasser lebte.
Gerhart, der junge Fyrst, machte sich daran, das Tier mit einem scharfen Messer aufzuschneiden. Unter der Haut gab es eine Fettschicht, die sehr dick war. Darunter aber fand er gutes, rotes Fleisch, das die Teutonen sofort herausschnitten und in Salz einlegten, um es später zu vertilgen.
Noch einige Tage später rief Narmora, eine Fyrstin mit sehr scharfen Augen aus, dass sie einen dunklen Streifen am Horizont sehe. Es war später Vormittag und das Wetter war schon eine Weile grau und diesig, doch regnete es nicht richtig. Odoaker ließ alle Teutonen in die Ruder greifen, nur Berengar steuerte, und das Schiff schoss durch die Fluten auf den Streifen zu, der schnell größer wurde. Schließlich waren sie noch vielleicht 70 Köperlängen vom Ufer weg, als Odo das Segel reffen ließ und nur noch 2 Teutonen an den Rudern damit beschäftigt waren, das Schiff auf Position zu halten.
Schwarzer Felsen, stark zerklüftet, türmten sich aus dem Meer. An einigen Stellen zischte es und Dampffontänen schossen empor, wenn die Gischt Wasser darauf warf. Odoaker befahl, an dieser Küste entlangzurudern - er wusste, an dieser Stelle würden sie nicht landen können - die Beschaffenheit der Felsen und die offenbar glühende Erde sprach dagegen. Doch mussten sie eine Stelle finden, um an dieser unwirtlichen Küste zu landen und wenigstens ihre Wasservorräte aufzufüllen!
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Re:Wilde Gesellen, vom Sturmwind durchweht 28.12.2009 02:37:47 --- 2 Jahre, 4 Monate her
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Beinahe einen ganzen Tag lang waren sie entlang der Küste in Richtung der aufgehenden Sonne gerudert, bis sie endlich, um die Mittagsstunde, einen Platz erreichten, wo der Strand bis fast ans Meer aus Gras bestand und der schmale Meeresstrand aus kleinen, runden, schwarzen Kieseln bestand. Ein Teil dieses Gesteins schwamm sogar auf dem Wasser, war also sehr leicht, aber doch irgendwie fest.
Odoaker schickte einen Erkundungstrupp mit 2 Kriegern und 2 Jägern aus, dazu zwei Leibwächter.
Nach knapp zwei Stunden kamen diese wieder, auf einen Speer ein Wildschaf gebunden und mit zwei Eimern Süßwasser beladen. Der Truppführer berichtete, dass sie nicht allzu weit von der Landestelle weg einen herrlichen Wasserfall gefunden hatten, der aus einem Hochland herabströmte. Das Wasser schmeckte köstlich, klar, süß und sehr erfrischend. Einige hundert Schritte weiter waren sie auf eine Schafsherde gestoßen und hatten sich dieses Tier als Jagdbeute auserkoren. Wieder ein Stück weiter waren sie an einen kleinen Fluss gekommen, in dem es von Lachsen nur so wimmelte.
Als sie aber an einen Schlammpfuhl kamen, in dem sich sehr warmes Wasser fand, dachten sie, dies seien nun genug Beobachtungen von Wert für die Teutonen. Menschen waren sie nicht begegnet.
Als Odoaker das hörte, rief er den verdienten Krieger Atlan zu sich und sprach zu ihm:
Höre Atlan,
unter den stolzen Kriegern der Teutonen, die uns bis hierher begleitet haben, bist Du der einzige, der noch kein Amt innehat. Wir wollen dieses Land in Besitz nehmen für die Teutonen, von dem rauhen Felsstrand mit der glühenden Erde bis zu dem Fluss mit den Lachsen, mit allen Wundern, die sich darin befinden. Du sollst unser Fyrst werden über diese Provinz, die erste teutonische Provinz auf diesem Eiland. Wir wollen sie "Dampfendes Meer" nennen, denn das ist der erste Eindruck, den wir von ihr gewannen. Willst Du dies für Dein Volk tun und Herr über diese Welt der rauhen Wunder werden?
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Re:Wilde Gesellen, vom Sturmwind durchweht 28.12.2009 17:26:59 --- 2 Jahre, 4 Monate her
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Arminius stand einsam am Heimathafen der Teutonen und schaute sehnsuchtsvoll auf das Meer hinaus.
Vor einer Ewigkeit, so kam es ihm vor, waren sein König und andere Teutonen aufgebrochen um einen ehrgeizigen Plan zu verwirklichen.Sie wollten die neuen Schiffe testen, die man auch als Ungetüme aus Holz bezeichnen konnte. Was wollte der König mit solchen Schiffen?
Arminius war eigentlich gegen die Seefahrt, wurde ihm doch immer übel davon und trotzdem ließ der König Schiffe bauen, die noch länger auf See verweilen können als die bisherigen.
Das war auch bestimmt einer der Gründe, warum der König ihn zurückgelassen hatte, vorher war er ihm noch nie von der Seite gewichen, außer damals in der Höhle.Auch hatte er bisher sich immer loyal erwiesen und trotzdem wurde er zurückgelassen.
Er nahm sich vor bei der nächsten Gelegenheit sich wieder mehr anzustrengen, aufdass er in der Gunst des Königs wieder steigen würde.
Wahrlich, es hat sich schon vieles getan. In der Zeit seitdem Odoaker der König war, kam es zu einer Blütezeit, die Dörfer wuchsen und gediehen prächtig und die Anzahl der Krieger steigerte sich ständig, manch einer behauptete das sie sich wie Hasen vermehrten. Aber Hasen waren wir nicht, das hatte schon manch ein Feind zu spüren bekommen.
Hoffentlich kommt der König mit seinen Begleitern bald und gesund zurück.
Er freute sich schon auf das Fest und die Geschichten die sie zu erzählen haben.
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Re:Wilde Gesellen, vom Sturmwind durchweht 28.12.2009 23:42:15 --- 2 Jahre, 4 Monate her
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Die Ansprache ihres Mannes ignorierend verlies Talia die tapferen Seelen, die soweit von ihrer Heimat weg waren. Ihren Speer in der Hand maschierte sie alleine Richtung Landesinneren, nicht weit, nur gerade so noch in Rufweite.
Dieses Land wirkte rau und unbarmherzig, doch es verbarg manch ein Leben. Füchse die weiß waren wie Schnee, ebenso wie ihre Beute.
Doch die Stille überwiegte. An eine bereits vom Strand bekannte Schlammpfuhle, entschloß sich Talia ihren Göttern zu danken und etwas von ihrem Proviant zu opfern. Diese Pfuhle war allerdings größer als diese am Strand. Daheim hätte sie es am geheiligten Moor getan, doch hier gab es diesen nicht.
Viel hatte sich getan in der Anbetung der Götter. Talia musste unweigerlich an ihren Lehrer denken, der kurz vor ihrem Raub durch Odoaker starb. Sie wußte durch ihren Lehrer noch von uralten Ritualen, die niemand den sie kannte noch auszuführen wusste. Ihr Lehrer erzählte ihr einst, die Rituale werden von einem Seher zum Nächsten weiter gegeben und kein Krieger und kein Fyrst dürfte dies je sehen, denn es wurden die alten Götter verehrt, jene die man vor Odin oder Njörd anbetete.
So begann Talia mit monotoner Stimme die alten Formeln zu sprechen. Dabei bewegte sie sich rythmisch Vor und Zurück und brachte sich so in Trance. Sie dankte den Göttern für die sichere Reise ohne Verluste und legte ein Stück Brot in den Pfuhl. Sie bat die Götter um gutes Land für ihr Volk und versenkte Dörrobst in dem Pfuhl. Sie bat die Götter um ein friedliches Leben auf diesem Eiland und versenkte ein Messer in dem Pfuhl.
Noch in der Anrufung der Götter erhielt sie von ihnen ein überdeutliches Zeichen. In der Mitte dieses heißen Schlammsees fuhr plötzlich und ohne Vorwarnung eine Schlammsäule gen Himmel. Einen Augenblick später war sie in den See zurück gefahren. Talia erschrak sich zu Tode, doch war es ein Zeichen der Götter, dass ihre Opfer angekommen waren.
Voller Demut kehrte sie zu ihrem Mann Odoaker und den anderen Teutonen zurück. Sie wusste nicht einmal wie lange sie weg war.
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Re:Wilde Gesellen, vom Sturmwind durchweht 29.12.2009 01:01:39 --- 2 Jahre, 4 Monate her
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Atlan hatte sich Bedenkzeit auserbeten und Odoaker konnte ihn sogar verstehen - ja, es war gewiss nicht so einfach, sich für dieses rauhe, ferne Land zu entscheiden.
Und so hatten die Teutonen ihre Zelte aufgeschlagen, auf einem Sandplatz, den sie zuvor mit Feuer vom scharfen und stechenden Gras gereinigt hatten. Der Platz lag vielleicht 500 Schritte vom Strand weg und war durch umgebendes Gesträuch geschützt. Schnell wurde das Abendessen ausgeteilt - es gab gebratenes Lamm und einige Wildkräuter, die man hier finden konnte, dazu heiße Brotfladen aus mitgebrachtem Mehl.
Odoaker hatte bemerkt, dass seine Talia zwischendurch eine Weile verschwunden war. Er kannte das schon, ab und zu brauchte sie mal Momente für sich, und seit Nothkers Geburt, aber vor allem durch die lange Zeit der Zwangsgemeinschaft an Bord waren diese Momente sehr kostbar für sie. Auch er nahm sich solche Momente immer mal heraus. Diese Freiheit konnte kein Teutone aufgeben, gleichgültig, wie sehr er oder sie auch damit beschäftigt war, dem Volk zu dienen.
Als Talia zurückkam, war sie sehr bleich um die Nase. Odoaker würde sie nicht fragen - wenn sie sagen wollte, was ihr widerfahren war, so würde sie das von sich aus tun - aber er spürte, dass sie jetzt seine Nähe brauchen konnte, und so stellte er sich hinter ihr auf und verschränkte seine kräftigen Arme vor ihrer Taille, und Talia schmiegte sich an ihn. Eine Weile genossen sie es, schweigend da zu stehen und einfach nur ihre gegenseitige Nähe zu genießen, selbst vor den Blicken der Teutonen war dies möglich. Dann besann sich Odoaker wieder auf seine Pflichten, teilte die Wachen ein und sah sich selber und Talia für die zweite Mittelwache vor, die unangenehmste Zeit, um Wache zu stehen. Auf dem Schiff ließen sie ebenfalls eine Doppelwache zurück, die konnten sich keine Nachlässigkeit leisten.
Dann gingen sie gesättigt in ihre Zelte und wickelten sich dick ein unter die Felldecken, die sie mitgenommen hatten. Arm in Arm schliefen Talia und Odo müde ein. Als der Mond den vorbestimmten Punkt am Horizont überschritten hatte, wurden sie geweckt. Alles sei ruhig, wurde Odo zugeflüstert, eh sich die erste Mittelwache zur Ruhe begab.
Sie bezogen ihren Posten, Talia 40 Schritte rechts vom Lager in der Astgabel eines tief hängenden Baumes, mit Blickrichtung aufs Meer, Odoaker links vom Lager hinter einem Findling, halb darauf liegend, über den hinweg er Richtung Wasserfall und Hochland spähte.
Lange Zeit tat sich nichts in diesem so stillen und ruhigen Land. Doch plötzlich hörte Odo ein Klackern und Kollern. Offenbar waren einige Steine an dem Steilhang in Bewegung geraten. Als der Mond mal wieder durch ein Loch in der Wolkendecke hervorblitzte, erspähte Odoaker einige schemenhafte Gestalten, die sich offenbar zum Teil mit der schwarzen Erde des Ortes bemalt hatten und nur schemenhaft zu erkennen waren in der Heide zwischen Strand und Hochland.
Odoaker pirschte sich ins Lager zurück, weckte die Teutonen leise und gebot ihnen, ihm lautlos zu folgen. Sie schlichen zu Talia, informierten diese und legten sich dann alle gemeinsam in einer Deckung kurz vor dem verlassenen Lager auf die Lauer.
Als die bemalten Barbaren schließlich auftauchten, war es kaum eine Sache von Minuten, da die Teutonen den mit primitiven Steinbeilen bewaffneten Kämpfern den Garaus gemacht hatten.
Nun brach Jubel aus unter den Teutonen und man pflanzte die Fahne des Auerochsen auf, zum Zeichen, dass dies Land nun auch offiziell durch Kampf in Besitz genommen ward!
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Re:Wilde Gesellen, vom Sturmwind durchweht 31.12.2009 05:14:34 --- 2 Jahre, 4 Monate her
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Es war eine schaurige Szenerie, die sich am anderen Morgen im Tageslicht bot. Bestimmt 40 der Hochlandbarbaren lagen mit zerschmetterten Knochen herum, manche aufgespießt, alle schwarz und weiß bemalt und die meisten mitgetrocknetem rotem Blut.
Odoaker kannte die Sitten dieses Volkes nicht, doch würde er diese Leichen dem Land selbst zurückgeben. Ein Stück weiter die Küste entlang bewegte sich heute ganz langsam ein Strom aus glühender Erde. Dorthinein warfen die Teutonen die Körper der toten Barbaren, hoffend, dass sie so zu ihren Güttern und Ahnen gelangen würden.
Dann bestiegen sie wieder ihr Schiff und fuhren an der Küste entlang weiter nordwärts. Nachts sahen sie einen Berg, der scheinbar Feuer spie, doch ließen sie die Gegend hinter sich und das Land wurde friedlicher - es hörte auf, zu dampfen.
Schließlich gingen die Teutonen erneut an Land, als sie an der Mündung eines kristallklaren Flusses vorbeikamen. Sie füllten ihre Fässer mit Wasser und schlugen wieder ein Lager auf., diesmal gleich so, dass es direkt neben dem Lager eine Deckung gab.
Wieder war auf den Erkundungsgängen am Tage niemand zu sehen gewesen, aber es hatte reiche Jagdbeute gegeben.
Und wieder griffen die Barbaren mitten in der Nacht an, nur dass sie diesmal von Nordwesten her über den Strand kamen. Sie hatten sich nicht schwarz angemalt, sondern grau wie der lose Stein der Gegend, und selbst für die scharfen Augen der teutonischen Wächter waren sie kaum zu erkennen. Als Odoaker endlich eine Fackel entzündet hatte, wichen die Fremden zurück - nein, es war keine Lösung, die Bewohner des Landes stets zu vertreiben oder niederzumetzeln.
Odoaker ging diesmal einen anderen Weg. Mit seiner Leibwache ging er zu den Barbaren - sie stießen fremdartige, kehlige Laute aus. Odoaker gab dem Anführer zu trinken von dem teutonischen Starkbier, dass sie mit sich führten. Dieser sträubte sich zunächst, doch nachdem Odoaker und eine Wache aus dem Krug getrunken hatten, verstand er wohl, dass man ihn nicht vergiften wollte. Nachdem er getrunken hatte, stieß er einen offenkundig freudigen Schrei aus und der Krug machte schnell die Runde, bis er leer war. Odoaker ließ eine seiner Leibwachen rasch Nachschub holen und nach einer Weile hatten die Barbaren genug getrunken, dass sie so sanft wie Lämmer waren. Offenkundig waren sie recht glücklich.
Dann ließ Odo die Reste der Jagdbeute kommen und aufs Feuer legen. Gebratene Schneehasen waren lecker und das merkten auch die Eingeborenen und grinsten in die Runde. Der Anführer folgte Odo mittlerweile auf Schritt und Tritt und Odo verstand, dass er wohl wissen wollte, wie die teutonen die scheuen Tiere erlegt hatten. Da der Tag mittlerweile schon gegraut hatte, schnappte Odo sich seinen Bogen und drei Pfeile und zeigte dem Anführer der Barbaren, wie man damit Schneehasen erlegen konnte.
Der Anführer begriff sehr schnell und zeigte nach einer Weile auf die Pfeilspitze aus Metall - klar, die Metallbearbeitung war ja selbst den Teutonen noch nicht so ganz geheuer, woher sollten diese Barbaren dergleichen kennen?
Also ließ Odo einige Pfeilspitzen kommen und schenkte sie dem Anführer, der das offenbar sehr zu schätzen wusste und bereits wenige Augenblicke später die Pfeilspitzen mit ein paar gerade gewachsenen Stäben zu Pfeilen verband.
Vier Tage verweilten die Teutonen in diesem Land und festigten ihre Freundschaft mit diesem Barbarenstamm. Auch hier stellten sie ein Feldzeichen auf und setzten einen Verwalter ein, nämlich Sturmwolf.
Schließlich bestanden die Barbaren, mit denen man sich bereits über Gesten und sehr spezielle Laute verständigen konnte, darauf, dass sie gemeinsam mit den Teutonen über das Land marschieren würden. Odo war dies Recht, barg das Land doch sicher einige Gefahren und die Barbaren wussten sicher, diese zu umgehen. So zogen die Teutonen mit diesem Barbarenstamm weiter und waren dankbar für die Führung und Wegweisung.
Das Schiff, auf dem sie einige Leute zurückgelassen hatten, würde nach Anweisung wieder zurückkehren zu ihrer ersten Landestelle und von da zehn Tage an der Südküste weiter nach Westen fahren.
Odoaker war gespannt darauf, was diese scheinbar riesige Insel noch alle zu bieten hatte.
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Letzte Änderung: 2009/12/31 05:15 von .
Grund: Bildanhang
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Re:Wilde Gesellen, vom Sturmwind durchweht 02.01.2010 16:49:44 --- 2 Jahre, 4 Monate her
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Die Raserei der Teutonen weiter verbreitend, maschierte das Heer unter ihrem Führer Odoaker weiter ins Landesinneren der Insel. Tage lang sah und hörte man nichts von den Barbaren und das Heer kam gut voran. Doch am Abend eines Tages des 3.Mondumlaufes seit der Landung auf dieser Insel, griffen sie an. Das Heer baute gerade ein Lager am Askjasee auf. So hieß der See laut Ger dem Barbar.
Er ist der Häuptling vom Stamm mit denen wir Teutonen Freundschaft geschlossen hatten. Er war damals so gebannt von unseren Begegnung, mit den eisernen Speerspitzen und unseren Kriegstaktiken, dass er kurzer Hand mit uns kam. Da er damals die Speerspitzen so anstarrte nannten wir in Ger. Er lernte viel von uns und kämpfte sogar schon mit. Dabei stellte er sich gar nicht so dumm an.
Doch auch wir konnten uns an seinem Wissen bereichern. Ger erzählte uns von den verschiedenen Stämmen hier auf der Insel, über ihre Streitigkeiten oder Freundschaften. Auch wusste er um saubere Quellen und Jagdgebiete. Es gab zwar kaum Großwild, nur drei oder vier Herden von Ur, dafür aber allerlei Kleinwild, überwiegend Hasen.
Auch an diesem frühen Abend kämpfte er mit, als ein feindlicher Stamm uns überraschen wollte. Sie nutzten den Nebel aus, der gerade von den Bergen herab gezogen war, um uns anzugreifen. Doch ihre List ging nicht auf und wir waren schnell bei den Waffen und in Stellung. Es war kein rumvoller Kampf, kein Kampf der es wert gewesen wäre zu besingen, dazu waren die schlecht ausgebildeten Krieger des Feindes zu schnell gestorben.
Den Toten wurde genommen was wir brauchten und dann in einem nahen Moor geopfert.
Talia dankte den Göttern vor dem zu Bett gehen, das Zeichen bei ihrem Ritual vor Wochen hatte sie richtig gedeutet.
Die Insel wird ihnen gehören....
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Re:Wilde Gesellen, vom Sturmwind durchweht 13.01.2010 00:25:12 --- 2 Jahre, 4 Monate her
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Zurück.... endlich wieder zurück.....
Nachdem man dem Wetter getrotzt hatte und die Außenposten auf der Feuerinsel im Nordmeer eingerichtet hatte, machten sich die Teutonen auf den Rückweg. Wochen und Monate waren seither vergangen und die Teutonen waren gegen die Vormittagssonne gefahren.
An der Burg waren sie vorbeigesegelt, weil die aushängenden Zeichen auf ein großes Spiel in Akershus hinwiesen.
Doch dann hatten bei Talia die Wehen eingesetzt und man ging schleunigst an Land. Talia wurde in das Langhaus am Strand von Akershus gebracht und dort gebar sie Odoaker einen zweiten Sohn. Nothker, der große Bruder, hatte wenige Stunden später seinen kleinen Bruder Brandulf neugierig beäugt. Nothker würde im Herbst 3 Jahre alt werden. Odoaker strich seiner Talia sanft durchs Haar und küsste sie.
Am nächsten Morgen schon brach der kleine teutonische Trupp wieder auf zum Hauptdorf von Akershus.
Nachdem man dort am frühen Nachmittag eingetroffen war, sorgte Odoaker zuerst dafür, dass es den Kriegerinnen und Kriegern und auch den Bediensteten an nichts fehlte, die mit ihnen von der Feuerinsel zurückgekehrt waren.
Dann berief er eine kleine Versammlung ein mit Fyrst Ascot Falkenauge, Herzog satanos und einigen anderen Fyrsten der Teutonen. Er berichtete von der Feuerinsel und den neuen Ländereien der Teutonen dort, von Ger und seinem Barbarenstamm, die jetzt zu Freunden der Teutonen geworden waren, von brennender Erde und heißen Pfuhlen und rauchendem Land, aber auch von Lachs in Hülle und Fülle.
Dann ließ er sich auf den neuesten Stand der Dinge bringen, die in seiner Abwesenheit geschehen waren.
Es betrübte ihn, zu hören, dass Bronzebart abgedankt hatte. Jener gerade, stolze Erste der Svear war ihm beinahe ein Freund geworden, konnte man sich doch auf sein Wort verlassen, wenn es auch nicht gerade leicht war, gemeinsame Positionen zu finden.
Nun, auch mit Ragnar Hammarson würden die Teutonen klarkommen, schließlich waren die Svear ein ehrenhaftes Volk und würden sich an Absprachen gebunden fühlen, die Bronzebart und Odoaker getroffen hatten.....
Und falls nicht.... nunja, Angst hatten die Teutonen gewiss nicht. Aber, wie Odoaker von Berengar wusste, stand der Feind der germanischen Lebensweise mit zahlreichen Truppen tief im Reiche der Mittagssonne, am Ufer eines warmen Meeres. Die Svear waren Teil einer germanischen Lebensart und deshalb nicht Feind der Teutonen, sondern eher deren Freunde von Geburt her.
Doch Odoaker wusste auch, dass Neid und Furcht manchmal sehr schlechte Ratgeber sein konnten, deshalb hoffte er, dass Wotan und Donar, Freya und Tyr den Svearn helfen würden, zu erkennen, dass sie von den Teutonen nichts Böses zu erwarten hatten, solange sie die teutonischen Ländereien nicht angreifen würden. Dann allerdings hätte die Gutwilligkeit der Teutonen ein Ende - dann würde das Blut der überfallenen teutonischen Bauern und Händler über die Svear kommen und tausendfachen Tribut zollen - aber eben auch nur dann.
Wolfhart, der Bluttrinker, den er als seinen Stellvertreter benannt hatte, war zu einem Thing der Anführer fort. Nun, Wolfhart würde die Teutonen ehrenvoll vertreten!
Odoaker wusste, dass er sich auf Wolfhart verlassen konnte, und so hatte er in weiser Vorraussicht schon vor vier Wochen einen Boten geschickt, der Wolfhart über alles informiert hatte, mit der Bitte, die Eroberungen auf Island, wie man die Feuerinsel getauft hatte, zunächst geheim zu halten!
Jetzt aber hatte Odoaker die anderen Teutonen zusammengerufen und den Aufbruch in die Heimat befohlen. Die Zukunft der Teutonen lag nicht in der Erweiterung von Gebieten innerhalb dieses Nordlandes. Sie hatten hier zwei Flecken errichtet, von wo aus sie mit den Freunden, den Svearn und Sitonen würden Handel treiben können. Und den Rest des Landes würden die Svear und die Sitonen brauchen, wenn sie hier überleben wollten. Nein, die Zukunft der Teutonen würde sich nicht hier abspielen!
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Heiler für Nordjylland 26.01.2010 03:13:00 --- 2 Jahre, 3 Monate her
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Der junge Allfyrst stand nachdenklich im Bug des Schiffes - es passierten seltsame Dinge bei den Teutonen. Sklavenjäger machten die Küsten unsicher und hatten offenbar Thalia erwischt, jene junge Teutonin, die einst Amme für Nothker gewesen war und danach, hübsch wie sie nunmal ist (oder zumindest war) dem Fyrsten Alarus vermählt wurde. Sie hatte ihm einen Sohn geschenkt, doch nun war sie seit vielen Monden verschwunden und kein Teutonen hatte sie mehr gesehen.
Die Teutonen hatten in Krinoberg, dem Landstrich, dem Alarus als Fyrst vorstand, Spiele einberufen und unter den Völkern ringsum die Nachricht mit der Einladung verbreitet, dass man nach Spuren der Thalia suche. Dann hatten sich die Teutonen mit vielen Kriegsschiffen auf den Weg nach Kronoberg gemacht, um die Spiele vorzubereiten. Gerade einen Halbmond waren sie dort gewesen, da erreichten Odoaker weitere schlimme Nachrichten. In Nordjylland, dem Ursprung der Teutonen, war offenbar eine rätselhafte Krankheit ausgebrochen. Man bekam am ganzen Körper rote Pusteln und es juckte wohl fürchterlich. Einen Tag später wurde der ganze Körper heiß. Dann dauerte die Krankheit noch drei Tage - entweder war man danach gesund oder tot - und es waren wohl viele, die starben.
Odoaker kannte seine Pflicht. Auch wenn er gerne zu den Spielen in Kronoberg geblieben wäre - die Heimat brauchte jetzt dringend Unterstützung. Im Kreise der Allfreyr und Fyrsten hatte man beschlossen, auch im Hauptdorf der Teutonen Spiele auszuschreiben - der Silperpreis war exorbitant, doch gute Heiler - und die Teutonen brauchten jetzt dringend solche Leute, waren auch sehr teuer.
Und so war er mit seiner Frau und in Begleitung einiger Getreuer aufgebrochen, jetzt erneut auf See, um letztendlich die Heiler für Nordjylland zu finden, die in der Lage waren, diese Krankheit zu stoppen, damit nicht alle Teutonen darunter zu leiden hätten.
Sie passierten gerade Sjaelland - jene wunderschöne Insel, auf die Odoaker damals nach der Eroberung nie wieder einen Fuß hatte setzen können. Er dachte zurück an die Zeit, als er Allfyrst geworden war - eine schwierige Zeit für die Teutonen, damals noch mit nur dem einen, viel zu engen Land. Doch jetzt waren sie groß geworden, sogar riesig. Odo war fast nur noch unterwegs. eilte von einem Fleck des Großen Gebiets zum andern, von Pommoran nach Vatnajkul, immer in Bewegung.
Er nahm sich vor, wenn die Sache mit der Krankheit und jene andere mit den Sklavenjägern geklärt seien, würde er sich mit seiner Talia 2 Monde Zeit nehmen zur Rückbesinnung auf die Götter und für das Familienleben - das so jäh vorbei sein konnte, wie man am armen Alarus sah.
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Letzte Änderung: 2010/01/26 03:13 von .
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