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Rodewin sass nachdenklich am Ufer des kleinen Flusses, der sich langsam und ruhig durch die alte und neue Hauptstadt der Fenni, Twer genannt, schlängelte. In der Hand hielt er ein Stück Pergament.
Zwei Jahre waren vergangen, seit er aus den Wäldern weit im Westen kommend auf diese damals fast verlassene Siedlung stiess. Einige Bauern lebten noch ausserhalb der einst mächtigen Palisadenmauer rund um die alte Stadt. Innerhalb der Mauer jedoch war keine Menschenseele und alles sah aus, als ob es schon mehrere Jahre verlassen war.
Er sah auf das Stück Pergament, dass er auf seiner Flucht vor den Horden, die sein Dorf zerstört hatten, irgendwo in einer Stadt als Bekanntmachung sah. "Osten ... Twer ... neue Siedler ... Wiederauferstehung des alten Volkes der Fenni ... " Rodewin dachte damals nicht lange nach und machte sich gleich auf den Weg zu diesem verheissungsvollen Land im Osten.
Heute weiss er, dass er die richtige Entscheidung getroffen hatte. Einen Neuanfang machen, dass war und ist seine Maxime. Die Fenni hatten eine weise und starke, neue Regentin und inzwischen war das Volk wieder herangewachsen. Die Eroberung des alten Landes rund um Twer war geglückt und nach und nach konnte der Wohlstand, der hier einmal geherrscht hatte, sich zu neuem Leben entwickeln.
Nachdem die umliegenden Völker erfahren hatten, dass die Fenni wiederauferstanden waren, kamen rasch die ersten Händler nach Twer und neue Bauern siedelten sich an.
"Ob alles weiter so gut geht und wir weiterhin so vom Glück gesegnet sind" dachte Rodewin "ich bete zu den Göttern, dass es so kommen mag und wir in Frieden und Wohlstand leben können".
Er atmete tief und schaute hinüber zur Stadt. Die Dämmerung brach langsam herein und die ersten Feuer vor den Jurten und Hütten brannten schon. Rodewin stand auf und ging langsam und immer noch seinen Gedanken nachhängend in Richtung des Tores.
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