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THEMA: Re:Der Gang nach Karthago
 
Harun

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Re:Der Gang nach Karthago      23.08.2010 20:48:53 --- 1 Jahr, 5 Monate her  
Abu Dun hörte sich in Ruhe die erneute Rede des Pharao an. Hin und wieder blickte er dabei kurz zu Melek Pygmalion, welcher diesen Ausführungen ebenfalls interessiert lauschte. Leicht rümpfte dieser schließlich die Nase, als Raziel dann unaufgefordert zu Abu Dun ging und ihm die Hand anbot. Ein kurzer Blick Abu Dun`s zu Pygmalion, es folgt ein Nicken und schließlich erhob sich Abu Dun wieder.

Nun, dann soll der vergangene Krieg hier nocheinmal für beendet erklärt werden und wieder Frieden zwischen unseren Reichen herrschen. Sprach er, während er Raziels Hand schüttelte und dessen Blick erwiederte.

Was deinen Vorschlag über den Handel angeht, so müssen einige Dinge darüber noch im Rat besprochen werden. Ich bin mir aber sicher, dass die von dir genannten Vorschläge auf einen fruchtbaren Boden fallen werden. Ich werde dir heute Abend das Ergebnis dieser Diskussion mitteilen und wir können dann die Details besprechen....
Doch nun bitte ich dich erstmal, den Rat wieder zu verlassen. Es gibt noch andere Dinge zu besprechen, welche die Anwesenheit von dem Pharao Ägyptens nicht benötigen. Bitte genieß den restlichen Tag in der Stadt oder such dir einen ruhigen Platz in meinem Palast.


Damit war das Wichtigste geklärt. Karthago und Ägypten standen sich von nun an wieder friedlich gegenüber. Wie Karthagos Vorstellungen zum Handel aussehen wrde, dass wollte man diskutieren, wenn Raziel den Rat verlassen hatte. Abu Dun war sich aber sicher, dem Pharao am Abend die Vorstellungen Karthagos erläutern zu können und mit ihm den Handel beschließen zu können.


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Re:Der Gang nach Karthago      25.08.2010 21:07:08 --- 1 Jahr, 5 Monate her  
Das Lächeln Raziels zeugte nicht nur von der Freude, die dieser Ratsbeschluß der Karthager in ihm hervorrief, sondern auch von ehrlicher Erleichterung. Er war mit der Gewißheit nach Karthago gekommen, dass dies sein Tod oder zumindest der Beginn eines Lebens in Gefangenschaft hätte sein können. Dass es nun so glücklich ausgegangen war verdankte er zu großen Teilen dem Sufeten und deshalb war er es auch, dem er zuerst die Hand schütteln wollte. Dennoch war Raziel keineswegs so unhöflich, den Melek einfach zu ignorieren und so ging er zu ihm und sprach zu ihm, nachdem er sich leicht vor ihm verneigt hatte:

Werter Melek, die Weisheit eures Sufeten und seine politische Kompetenz hat unsere Reiche wieder aneinander angenähert. Ich bin froh den Weg nach Karthago aufgenommen zu haben und möchte mich auch bei euch für die Gastfreundschaft in eurem schönen Reich bedanken und euch die Hand geben, um den Frieden zu besiegeln.

Und genau dies tat der Pharao auch, woraufhin er sich mit einer erneuten, leichten Verbeugung von dem Rat verabschiedete und das imposante Gebäude verlässt, seine Schritte wesentlich befreiter, als noch vor wenigen Stunden, selbst der Schmerz in seiner Schulter schien vor diesem glücklichen Ende des Krieges zu verblassen.

Der Gang Raziels führte ihn allerdings mitnichten direkt wieder zum Anwesen des Sufeten, sondern in den Hafen: Das Prunkstück Karthagos.

Im Schein der Mittagssonne und der drückenden Hitze des nordafrikanischen Sommers ist der Geruch des Hafenbezirks - freundlich ausgedrückt - einprägend und anhaftend, doch der Anblick des gut gepflegten Hafens ist überwältigend. Steinerne Anlegestellen, die bis beinahe hundert Meter in die Bucht ragen, mehrstöckige Lagerhallen verputzt mit Marmor, kopfsteingepflasterte Wege und Straßen und Lastenkräne um das Be- und Entladen von Schiffen zu erleichtern. Natürlich hatte er selbst in Alexandria einen Handelshafen ausbauen lassen, dennoch übertraf Karthago alles, was er bisher dahingehend erblickt hatte. Das ganze Hafenviertel war wie eine Stadt für sich, die sich in puncto Aktivität und Handel noch einmal deutlich von dem Rest der Metropole abzeichnete.

Es war nicht schwer ein Schiff zu finden, welches ihn und seinen Bruder nach Griechenland mitnehmen würde, wo er hoffte seinen Freund Traitos zu finden und mit ihm sprechen zu können. Die Seeroute klang vielversprechend: Von karthago aus nach Sizilien und über einige andere, römische Inseln am Stiefel vorbei und nach Epirus, von wo aus er mit seinem Pferd nach Athen würde reiten können. Die Überfahrt kostete zwanzig Silberstücke für Azazel und ihn selbst, sowie zusätzlich dreißig Silberstücke für die Pferde. Der Kapitän, ein ehrenhaft scheinender, trojanischer Mann, ignorierte gekonnt die Goldstücke in Raziels Geldbeutel, als dieser den vereinbarten Preis bezahlte und machte sich daran dem Pharao Ägyptens ein angemessenes Lager auf dem Schiff herrichten zu lassen, während Raziel bereits wieder auf dem Weg zum Palast des Sufeten war, durch die Straßen einer Stadt die, obwohl so fremd, etwas heimisches auf den jungen Pharao ausstrahlte...
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Re:Der Gang nach Karthago      25.08.2010 21:59:04 --- 1 Jahr, 5 Monate her  
Nach dem Raziel wieder Abu Duns Stadtpalast erreicht hatte, wurde er dort mit alles Annehmlichkeiten ausgestattet, die man sich nur wünschen konnte. Die hübsche junge Sklavin, welche am letzten Abend noch für ihn getanzt hatte, schien sich dabei ganz Raziels Wohl verschrieben zu haben und laß ihm jeden Wunsch von den Augen ab.

Es dämmerte bereits, als Abu Dun schließlich in seinen Palast zurück kehrte. Man sah ihm deutlich an an, dass es wohl ein langer, Debattenreicher Tag im Rat gewesen war. Nur kurz ging er sich ein wenig frisch machen und sich eine neue Robe anziehen, dann machte er sich auch schon auf in den großen Saal seines Palastes. Dort würde Raziel sicher schon auf ihn warten und so war es auch.

Ah, ich sehe, du lässt es dir gut gehen. Ich hoffe, es war alles zu deiner Zufriedenheit.
Meinte er, während er selber nun Platz nahm und das Essen serviert wurde. Abu Dun wollte sich allerdings nun dem Smalltalk für später aufheben, so dass er schon nach der ersten gegessenen Weintraube das wichtigste Thema des Abends ansprach.

Es war ein langer Tag im Rat, vor allem ein diskussionsfreudiger. Am Ende konnten wir aber die meisten davon überzeugen, dass ein Ausbau des Handels mit Ägypten sinnvoll wäre. Dabei sehen wir die Sache ähnlich wie schon von dir vorgetragen. Karthago erhält freie Liebeplätz für unsere Handelsschiffe im Hafen von Alexandria, sowie ein paar geeignete Lagerhäuser. Unser Handel wird nicht besteuert und wir dürfen auch unsere Ware zu unseren Preisen anbieten. Das Gleiche sicheren wir deinen Händlern dafür im Hafen von Karthago zu. Also, was hälst du davon?

Abu Dun hoffte, dass Raziel damit einverstanden wäre, denn dann wäre das geschäftliche geklärt und man könnte noch einen schönen Abend verbringen. Vielleicht würde die junge Sklavin da auch noch einmal für die beinen Männer tanzen. Wobei, eigentlich müsste Abu Dun ihr das ja nur befehlen.


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Re:Der Gang nach Karthago      31.08.2010 17:06:05 --- 1 Jahr, 5 Monate her  
Die Sklavin lag halb auf Raziel und ließ sich von ihm mit Trauben füttern, während er dem Sufeten zuhörte und bedächtig nickte, als er von dem Tag im Rat und den Diskussionen erzählte. Sein interessierter Gesichtsausdruck verwandelte sich schließlich in ein Lächeln und er nickte nachdrücklich.

Ich bin dir zu großem Dank verpflichtet, Abu Dun, nicht nur, wegen der Sklavin, die mir jeden Wunsch erfüllt, oder wegen deiner Gastfreundschaft, sondern ich bin dir zu Dank verpflichtet, dass du dich so dafür einsetzt, dass der Handel wieder florieren und unsere Reiche in Frieden leben können. Ich bin mit allen Punkten einverstanden und hoffe, dass uns dies allen zum Vorteil gereicht.

Glücklich, dieses dunkle Kapitel in der Geschichte seiner Nation nun mit einem solch guten Ausgang beschließen zu können hob der junge Pharao den Weinkelch und trank mit dem Sufeten Karthagos auf den Frieden und die Vereinbarungen, die sie getroffen hatten. Der restliche Abend stand ganz im Zeichen des Feierns und des Entspannens, so schauten sich Abu und Raziel eine weitere Tanzeinlage der schönen Sklavin an und gingen erneut durch den prächtigen Garten des Sufeten um sich die Beine zu vertreten, bevor sie sich zu Bett begaben.

Am nächsten Morgen erwartete Abu Dun Raziel beim Frühstück und ohne große Zeremonie reichten sie sich nach dem gemeinsamen Essen die Hände und verabschiedeten sich, denn das Schiff, das Raziel über das Mittelmeer wieder nach Osten bringen sollte, wartete bereits auf den gut zahlenden Passagier. Gemeinsam ritten die beiden einstig erbitterten Feinde zum Hafen, wo Abu Dun die Abreise des Pharaos abwartete, bevor er sich wieder den Geschäften seiner Heimat widmete.

An Bord des Schiffes setzte sich hingegen Raziel zu seinem Bruder und lächelte...

Nächster Halt: Das römische Heerlager auf Malta...
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