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THEMA: Re:Blutiger Strand
 
Isisnofret

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Re:Blutiger Sand      28.08.2010 23:47:41 --- 1 Jahr, 8 Monate her  
Der Fremde Wind wehte Isisnofret durch die Haare und wehmut machte sich in ihr breit. Sie wollte zwar diesmal mit in die Schlacht nur hätte sie nie gedacht das sie es ein wenig bereuen würde mitgegengen zu sein, zum einem da sie ihr zweites Kind erwartet hatte, das im Heerlager zu Welt kam, sie war davon ausgegengen das sie bis zur Geburt wieder zu Hause waren, deshalb musste sie mit der Situation klar kommen. Zum anderen machte es ihr doch mehr zu schaffen ihre ältere Tochter bei der Amme gelassen zu haben als sie zu Anfang gedacht hatte. Doch zum Glück war Ramses im gleichen Heer und stand trotz der tatsache das es wieder kein Stammhalter war hinter ihr. Sie hoffte das sie bald ihre Mission beendet hatten und heimkehren konnten.
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Nefertari

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Re:Blutiger Sand      29.08.2010 12:49:14 --- 1 Jahr, 8 Monate her  
Ruhig atmend lag Nefertari auf den Rücken und genoss die stille und den Anblick des Himmels. Unzählig Sterne so weit das Auge reichte. Die ruhige See spiegelte den Himmel wieder und verstärkte somit noch das Gefühl das die Sterne wirklich überall waren.
Der Blick der jungen Frau wanderte von einem hell leuchtenden Stern zu den nächsten und fast war es ihr, als könnte sie Formen in den unzähligen Sternen sehen.

Leise seufzte sie und setzte sich auf. Den Kopf in alle Richtungen drehend suchte sie nach ein klein wenig Heimat, aber nicht einmal das Feuer des Leuchtrums in Alexandria war hier draußen noch zu sehen. Morgen würden sie sicher ankommen und wieder einmal würden sie alle um ihr Recht zu leben kämpfen müssen. Und wenn alles so lief, wie man das im Rat geplant hatte, dann würden sie auch gewinnen.
Doch was würde dann folgen? Wann kamen die nächsten? Wann stand die nächste Übermacht an den Grenzen Ägyptens und forderte sie heraus? Ein ewiger Kampf der scheinbar nie ein Ende finden würde …

Wieder legte sie sich zurück. Sie sollte schon längst schlafen um fit zu sein für die morgige Schlacht. Die Augen schließend gingen ihre Gedanken jedoch sofort wieder auf Wanderschaft.
Das Sethos nun brav in seinen Bett lag und schlief wusste Nefertari. Aber es beschäftigte sie vielmehr das, was sie nicht wusste.
Wie es Raziel wohl gerade ging … Schreckliche Bilder formten sich in ihrem Kopf und schnell öffnete sie wieder die Augen.
Leise und langsam erhob sie sich, Die wenigen Menschen die noch wach waren um das Schiff auf Kurs zu halten nahmen von der jungen Kriegerin keine Notiz. Selbst als sie sich zum Bug des Schiffes schlich, bemerkte man sie nicht.

Wenn sie schon nicht schlafen konnte, so wollte sie wenigstens die Aussicht genießen. Und so saß Nefertari auch noch an Bug des Schiffes als die Sonne im Osten langsam aufging und den Anblick auf die Insel freigab die ihrer aller Ziel war.
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Letzte Änderung: 2010/08/29 12:49 von .
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Thanatos

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Re:Blutiger Strand      30.08.2010 21:25:39 --- 1 Jahr, 8 Monate her  
Thanatos schaute gedankenversunken auf das große Heerlager.
Die Stimmung war gut, was man von seiner eigenen Gemütslage nicht sagen konnte.
Er las sich erneut die letzten Berichte der Späher durch und schaute auf das verfügbare Kartenmaterial und seine Miene verfinsterte sich weiter...zerklüftetes, weitgehend unbekanntes Gelände und dann waren die Kundschafternachrichten noch falsch.
Nebel des Krieges, verdammt.
Eigentlich hätten sie mittlerweile eine starke kappadokische Garnison und ein entsprechend Heer vorfinden sollen, nur war davon nichts zu sehen. Die Eisenminen wurden scheinbar in aller Eile aufgegeben und die Truppen geflohen.



Verwundert studierte Thanatos erneut die Karten. Offenbar hatten die Kappadokier entschieden sich in ihre Festung zurückzuziehen und die Berichte über phrygische Truppen hatten sich erhärtet. Was das wilde Amazonenvolk in der Gegend wollte, konnte er nur erahnen.
Scheinbar war an den Geschichten das die kappadokischen Männer den kriegerischen Weiberstämmen, nunja, zu Diensten waren, etwas dran.
Sei es drum, die Befehle des ägyptischen Heeres waren eindeutig und das es einfach werden würde, hatte Thanatos nicht wirklich geglaubt.

Die Expedition war vor einigen Wochen gut angelaufen. Polis wurde schnell von den kilikischen Räubern befreit und die Anlandung und anschließende Befriedung der Provinzen verlief ebenfalls fast schon zu einfach. Offenbar lag den Piraten nichts daran ihr Land zu verteidigen, sehr zu seinem Unverständnis und Ärger.
"Erst angreifen und dann nicht einmal versuchen ihre Heimat zu schützen..." Grummelte er vor sich hin.
Der Anführer der Späher sah ihn etwas verwundert an, wagte es aber nicht Thanatos in seinen Gedankengängen zu stören.

Anders als die Kilikier schienen die Kappadokier aus härterem Holz geschnitzt zu sein und eher bereit ihr Land und dessen wertvolle Rohstoffe tapfer zu verteidigen. Das erste Aufeinandertreffen verlief, Dank der Übermacht seines Heere, erfolgreich, nur hatte er und seine Leibgarde sich vom Kampfesmut des Gegners überzeugen können. Mit einiger Sorge blickte er auf die anstehenden Waffengänge, gegen starke Garnisonen und motivierte Kappadokier war das Schlachtenglück nicht mehr so sicher und die Konfrontation ein weit größeres Wagnis als bisher.
Deswegen überraschte es ihn so sehr, dass sich der Gegner kampflos zurückzog und nichts ausser verbrannter Erde zurückgelassen hatte.
Thanatos hätte an ihrer Stelle wohl den mutigen Kampf gewählt und auf das nötige Schlachtenglück und vielleicht die Hilfe der Götter vertraut.

Aber die Lage war nun mal wie sie war und so konnte er dem Heere einige Tage extra Ruhe und Rast gönnen.
Was die Zukunft bringen mochte, lag bei den Göttern.
Das ägyptische Heer würde sich wohl, nachdem es genommen hatte was es begehrte, wieder gen Süden zur Küste wenden und die Kappadokier für ihren Kampfesmut, aber auch für die Taktik der verbrannten Erde, in Erinnerung behalten.

Noch immer saß Thanatos grübelnd da, als sich der Abend sacht über das Firmament legte.
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Raziel

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Re:Blutiger Strand      31.08.2010 17:25:12 --- 1 Jahr, 8 Monate her  
Ein weiter Weg lag hinter dem Pharao Ägyptens und nur durch sehr fleissige und gewissenhafte Boten, sowie starke, schnelle und unerschöpflich scheinende Pferde war es ihm gelungen über die ganze Zeit, seit er sein Heer in der Wüste zurückgelassen hatte, informiert zu werden, was in Ägypten vor sich ging und - was noch wichtiger war - wo sein Heer stationiert war.

Seine Reise begann in der Wüste und zog sich an der fruchtbaren Küste des karthagischen Reiches entlang, bis sie ihn ins Herz der Stadt zum Rate Karthagos führte. Hiernach fuhr er mit einem Handelsschiff über das Mittelmeer, an etlichen, kleinen Inseln vorbei. bis er schließlich Epirus an der griechischen Ostküste erreicht hatte. Durch ein verbranntes und heruntergekommenes, verlassenes Land ritt er, an seiner Seite Azazel und Atos, ein keltischer Krieger, den er in Karthago kennengelernt hatte und der nun den Platz seiner in der Schlacht gegen Karthago gefallenen Leibgardisten ersetzen sollte.

In Sterea erhielt die Gruppe aus Kriegern, die schon des Reisens überdrüssig waren Neuigkeiten eines aufgeregten Boten, der nach dem Pharao gesucht hatte. Er berichtete Raziel und seinen Gefährten, dass die Heere Ägyptens bald Kilikien erreichen würden, nachdem sie Zypern befreit hatten und einen großen Sieg über die Piraten aus dem Norden errungen hatten. Die Entscheidung Azazel nach Hause zu schicken fiel dem Pharao nicht leicht, doch es hieß, dass seine Frau im Krieg war und so bat der Herrscher der Ägypter seinen Bruder die Pflicht zu übernehmen dem kleinen Sethos ein Vater zu sein, sollte den Eltern des Prinzen Ägyptens etwas zustoßen.

Zähneknirschend und mehr als übel gelaunt machte sich der Bruder Raziels schließlich auf den Weg nach Thessalien und von dort aus stach er in See in Richtung Heimat, während Raziel und Atos den Weg nach Thrakien fortsetzten.

Sie wurden herzlich in Thrakien empfangen, doch kein Vertreter der Nationsführung war zugegen, sodass aus dem erneuten Treffen mit den schönen, thrakischen Ratsdamen nichts wurde. Doch für sich und Atos ließ er glänzende, thrakische Rüstungen herstellen - Schuppenpanzer - die als die besten der bekannten Welt galten. Von Thrakien aus reiste Raziel über das schwarze Meer an die Nordküste des kappadokischen Reiches und erreichte schließlich nach einem langen Ritt die Hauptstadt Kappadokiens, an der er - in schwarze Tücher und einen schwarzen Umhang gehüllt - unerkannt vorbeiritt.
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Raziel

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Re:Blutiger Strand      31.08.2010 17:41:23 --- 1 Jahr, 8 Monate her  
Die Sterne funkelten am Himmelszelt und der Mond hüllte das Heerlager, dass sich geschützt in einem offenen Tal befand, in ein aschfahles Licht. Die Fackeln, die die Grenzen der Zeltstadt aufzeigten waren trügerisch, Raziel wusste das, hatte er es nicht selbst den Kriegern beigebracht? Steckt klar die Zeltstadt ab, die Wachen patroullieren im Schatten um das Lager. So hatten seine Worte gelautet. Ein eisiger Wind zerrte an den Umhängen des Pharaos und seines Leibgardisten Atos, während sie in das Tal hinabritten.

Die Stellung für das Heerlager war perfekt: Hätten sie sich nicht in schwarz gehüllt und sich in den Schatten gehalten, wären sie schon Stunden, bevor sie das Heerlager erreichten entdeckt worden, doch da Raziel wusste, worauf er zu achten hatte, schafften sie es unbemerkt bis an den ersten Ring der Wachen heranzureiten ohne entdeckt zu werden. Doch falls Raziel gedacht hatte, dass er einfach unbemerkt in das Heerlager einreiten würde können, so wurde er bitter enttäuscht, was kurz darauf dazu führte, dass er großen Stolz auf seine Krieger empfand:

Wie aus dem Nichts bohrte sich eine abgestumpfte Speerspitze in seine Seite und stieß ihn vom Pferd, nicht anders erging es Atos, den er erschrocken aufbrüllen hörte. Raziel wollte sich gerade aufrappeln, als er die nun wesentlich schärfere und spitzere Schneide eines Khepeshs an seinem Hals spürte.

"Wer seid ihr, was habt ihr hier versuchen, Schattenläufer? Sprecht, oder sterbt auf der Stelle!

Die Worte waren nicht aufgeregt oder angespannt, sondern gewohnt ruhig und sachlich. Wie er es von seinen Kriegern erwartete: Sie versprachen Tod und dies mit einer natürlichen Gewissheit, die ihn erschaudern ließ.

"Treuer Krieger, gestattet mir euch mein Gesicht zu zeigen," hauchte Raziel und schlug das Tuch, das sein Gesicht bedeckte zurück. Erkenntnis manifestierte sich in den Augen des Kriegers und sofort wurden die Waffen weggepackt und den Reisenden wurde auf die Beine geholfen, bevor die Wachen sich tief verneigten und sie mit entschuldigenden Worten passieren ließen.

Die Kunde, dass der Pharao ins Heerlager gekommen war verbreitete sich schneller als selbst Raziel erwartet hatte und so kam es, dass er zum Heerführer Thanatos gebracht wurde, der ihn herzlich und freundlich begrüßte. Raziels Wünsche waren knapp und eindeutig: Thanatos sollte weiterhin das Kommando haben und man sollte Atos gut versorgen und zu den anderen Leibgardisten der Hatias bringen, damit sie ihn kennenlernen konnten, während Raziel selbst nur eins begehrte:

Schlaf.

So geschah es, dass Raziel, Pharao Ägyptens, nach beinahe einem Jahr seit er vom Heerlager in Karthago aufgebrochen war nun am anderen Ende der bekannten Welt erschöpft auf eine Lagerstätte im Zelt seiner Liebsten fiel - erneut in einem Heerlager. Die Welt schien voller Krieg zu sein und Dunkelheit umfing ihn, als er sich in das Reich der Träume zurückzog, wie er es sich redlich verdient hatte.
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Nefertari

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Re:Blutiger Strand      01.09.2010 14:05:46 --- 1 Jahr, 8 Monate her  
Man konnte ihre Laune als abgrundtief bezeichnen. Frierend und alles um sich mit ihren Blick tötend schlich Nefertari wieder ins Lager zurück. Mit den Wachen hatte sie wie immer keine Probleme. Und langsam fragte sie sich ob sie sie einfach nicht bemerken wollten oder sie wirklich nicht sahen … egal!
Sie wollte nur noch in ihr Zelt und schlafen!!!

Eigentlich hatte sie sich bei Einbruch der Nacht davon geschlichen um ein wenig Ruhe zu finden. Die letzten Tage waren nicht gerade so gelaufen wie sie es sich Vorgestellt hatte. Ihr Gegner hatte sich feige zurück gezogen und nur die Ärmsten der Armen zurückgelassen. Es war für Nefertari unverständlich wie man als König nur so handeln konnte.
Zu dem ganzen kam noch eine seltsame Begegnung und der Frust das es sicher noch Monate dauern würde, ehe sie wieder auf dem Heimweg machen konnten. Auch die Sehnsucht nach Sethos machte ihre Situation nicht besser. Und ein paar mal war sie kurz davon einfach abzuhauen und sich alleine bis nach Alexandria durch zuschlagen. Aber sie wusste auch das sie das Thanatos nicht antun konnte. Er zählte auf sie.

Genauso wie auf Ramses. Bei dem Gedanken an Ramses ...viel mehr an das Bild der Hochschwangeren Isis schüttelte die junge Ägypterin den Kopf. Manches musste sie einfach nicht verstehen …
Gähnend reibt sie sich mit der Hand durch das Gesicht als sie merkte das sie so in Gedanken versunken ihr Zelt nicht auf Anhieb fand.
Die Nacht hatte sie mit einer Käfer Großfamilie verbracht. Scheinbar hatten die Insekten gedacht das es unter ihrer Decke wärmer war als im Sand. Und ein paar ganz freche, waren ihr sogar unter die Kleidung gekrabbelt, an Schlaf war jedenfalls nicht zu denken gewesen.

Kurz orientierte sie sich und fand dann endlich ihr Zelt. Müde und mit der Decke unter dem Arm betrat sie es und wollte schon fauchend los donnern, als sie erkannte WER da auf ihrem Lager schlief …

„Raziel …“
Flüsterte sie kaum hörbar und ließ die Decke einfach zu Boden fallen. Ein Jahr lang hatten sie sich nun nicht mehr gesehen und jetzt lag er einfach da und schlief!
Mit einem zärtlichen lächeln sah sie ihn einfach nur an. Ein wenig abgenommen hatte er und sein Gesicht wirkte durch den Stoppelbart noch kantiger ...männlicher …
Leise seufzte sie und krabbelte lautlos zu ihrem Mann unter die Decke. Mit geschlossenen Augen zogt sie seinen Geruch durch die Nase und alle ihre schlechte Laune war verflogen. Er war wieder da … Raziel war wieder bei ihr.
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Thanatos

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Re:Blutiger Strand      05.09.2010 11:22:04 --- 1 Jahr, 8 Monate her  
Thanatos kaute auf einem Stück trocken Brot und grübelte über die vergangenen Tage. Die Expedition neigte sich langsam dem Ende zu und es war nur gut und recht sich ein paar Gedanken zur aktuellen Lage zu machen.
Die Strafoperation gegen die Kilikier hatte nach einem anfänglichem Kräftemessen schnell jeglichen Reiz verloren, so dass man sich den Kappadokiern zugewandt hatte. Doch auch diese hatten nach dem Anfangsgefecht die Schlacht gemieden und lieber eine große befestigte Garnison nebst Heer aufgelöst und die Phrygier zur Hilfe gerufen.

"Notier mal was." sagte er laut und bestimmt zu seinem verantwortlichen Kriegstagebuchschreiber.
"Notiz: zukünftige Prüfung ob die Dienste der Amazonen auch für Nicht-Kappadokier und Nicht-Kilikier verfügbar sind und was diese kosten.
Anmerkung: diverse Leibesdienste sind, grundsätzlich, als Bezahlung nicht angemessen, aber, im eventuellen Einzelfall und nach vorheriger Absprache, vielleicht, bei gegenseitigem Einverständnis, unter Umständen in Betracht zu ziehen."
"Hast du das?"
Der Schreiber schaute etwas verwirrt, nickte aber eifrig.
"Gut, das war's erstmal."

Mit einem kargen Schluck Wasser spülte er die Reste des Brotes hinunter und dachte an die Ereignisse unmittelbar vor der zurückliegenden Schlacht.
Von den unverteidigten und aufgegebenen Eisenminen kommend, hatte man ein großes phrygisches Heer ausgemacht, welches sich scheinbar auf kilikischem Boden bewegte.
Dies hatte für einige Diskussionen gesorgt, da von einer Kooperation der wilden Amazonenstämme mit den Seeräubern nichts bekannt war. Thanatos vermutete zuerst einen Fehler in den Berichten, es wäre beim Nebel des Krieges nicht ungewöhnlich.
Er konnte sich kaum vorstellen das die kriegerischen Weiber sich als Söldner verdingten und da sie wohl in der Vergangenheit den Kilikiern feindlich gegenüberstanden, war ein Freundschafts- oder Vasallendienst wie für die Kappadokier unwahrscheinlich.
Letztlich wurden die Späherberichte bestätigt und man beratschlagte wie es weitergehen sollte.

Zwar hatte das ägyptische Heer seine Ziele fast erreicht, doch waren dabei größere Konfrontationen selten gewesen. Und nun bot sich die Gelegenheit einem kampfstarken Heere gegenüberzutreten und trotz widriger und ungünstiger Umstände die eigenen Fertigkeiten in der Hitze des Kampfes zu schärfen.
Thanatos hatte sich einige Gedanken um die Versorgung der Truppen gemacht. In den letzten Tagen war es zunehmend schwieriger gewesen sich ausreichend aus dem Lande zu ernähren, was zum Teil an der kappadokischen Taktik der verbrannten Erde gelegen hatte, zum Anderen auch daran das diese Gegend selbst kaum Möglichkeiten bot ein großes Heer entsprechen zu unterhalten.
Doch die Alternative zum Kampf im Süden, wäre ein wenig ehrbarer kampfloser Rückzug oder ein langer und ebenso harter Umweg gewesen und besser eine ordentliche Schlacht ausfechten, als dem Kräftemessen ewig auszuweichen.
Der ägyptische Rat hatte sich deswegen entschlossen die kilikische Provinz anzugehen und damit eine größere Konfrontation zu riskieren.

Und so standen sich die Ägypter und Phrygier erneut auf dem Schlachtfeld gegenüber.
Trotz anfänglicher Übermacht, begannen sich die schlechte Versorgung und der Schwund an der Kampfmoral zu zeigen. So gelang es den Amazonen in zähem Ringen den Kampf an sich zu reißen und die ägyptischen Verbände zum Rückzug zu zwingen. Dadurch verteidigten sie das Land ihrer neusten Vasallen oder Herren, Thanatos war sich diesbezüglich noch immer nicht so sicher.
Er selbst hatte im Laufe der Schlacht einige schmerzhafte Wunden austeilen können, aber auch einstecken müssen, genoss jedoch den fordernden Schlagabtausch.

Nachdem sich die ägyptischen Truppen gesammelt hatten, versorgte man die Verwundeten, betete und opferte für die Gefallenen beider Seiten.
Danach kam der Rat zusammen, um über das weitere Vorgehen zu sprechen und um die neusten Nachrichten aus der Heimat zu bewerten.
Scheinbar waren die Seeräuber, nachdem sie die Verteidigung ihrer Länder aufgegeben und Anderen überlassen hatten, im Begriff über die unbeteiligten und schutzlosen Libyer herzufallen.

Mit finsterer Miene fragte sich Thanatos ob es immer so wäre, dass die Stärkeren die Schwächeren dominierten, nur damit diese sich noch Schwächere suchten um diese selbst zu beherrschen. Scheinbar war dies der Lauf der Dinge.

Über diesen Gedanken sinnend, schlummerte Thanatos ein.
Morgen würde er das Heer erneut auf den Marsch schicken.



Er hatte sich etwas vom Gros abgesondert und schaute zufrieden auf die marschierenden Kolonnen.
Deutlich besser, dachte er.
Die gesamte Expedition verlief an sich zufriedenstellend, die Kilikier mussten für ihren Überfall auf Polis bezahlen und es gelang karrenweise Kupfer und Eisen zu erbeuten, auch wenn dies sicher für einigen Unmut sorgte und man in Zukunft vielleicht über eine reibungslosere Tribut- oder Handelsabwicklung nachdenke musste.

Ein breiten Grinsen stahl sich auf sein Gesicht und Thanatos musste sich beherrschen nicht laut loszulachen...der Gedanke daran dass der Heerzug bis zum Eintreffen des Pharaos hervorragend verlief, belustigte doch ungemein... Etwas unsicher schaute Thanatos sich um, seine Heiterkeit könnte leicht falsch aufgefasst werden, doch bis auf seine Leibgarde schien es niemand mitbekommen zu haben. Und die handverlesenen Wachen taten ihr Bestes professionell die Gegend im Auge zu behalten, wobei ein kurzer Blickkontakt hier und da ihm sagte, das seine gute Stimmung durchaus geteilt wurde, auch wenn vielleicht nicht auf Grund des gleichen Gedankens.

Der kurze Moment des Frohsinns verflog aber sogleich, als Thanatos unwillkürlich an den letzten Heerzug denken musste.
Karthago.
Die schmerzliche militärische Niederlage hatte sich zwar als politischer Erfolg herausgestellt, doch nagte die Erinnerung an den langsamen, verstreuten, schleppend schleichenden Rückzug durch die gnadenlose Wüste noch immer an ihm.
Aber Vater sagte ja immer: Eine Niederlage im fairen Kampfe stärkt den Charakter...stärkt Körper und Geist, manchmal mehr wie jeder Sieg. Im Laufe der Zeit und mit wachsender Erfahrung entfaltete sich die volle Weisheit oder eher Wucht dieser simplen Worte, besonders seit der Rückkehr nach Alexandria.
Danach hatte man die Truppen neu aufgestellt und ausgebildet.
Hatte härter trainiert, um Alle an Entbehrungen und Schmerz des Kriegerseins zu gewöhnen.

Ja heute waren sie auf einer Strafexpedition...und vielleicht würde einigen der vorbeiziehenden Krieger irgendwann bewusst werden, gegen wen diese Strafe alles gerichtet war.
Es lag noch ein langer Weg vor ihnen.
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Isisnofret

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Re:Blutiger Strand      06.09.2010 11:23:54 --- 1 Jahr, 8 Monate her  
"Endlich auf dem Weg nach Hause". Erleichtert atmete Isisnofret die Luft ein die nichtmehr von Sand und Staub der Kämpfe erfüllt war. Ihre kleine Tochter Hatschepsut in ein Tragetuch auf dem Rücken tragend maschierte sie neben Ramses und fragte sich welche Spuren diese Reise bei ihnen hinterlassen hatte.
Bald sollte das Heer das Meer erreichen jedoch wurde der Marsch dorthin von der immer mehr drückenden Luft in der man schon das Knistern spüren konnte erschwert, es sollte ein Sturm aufkommen der die weitere Heimreise schwer beeinflussen würde.
Als der Regen anfing in Strömen herunter zu prasseln und der Wind anfing zu peitschen gingen ihr nur zwei Gedanken durch den Kopf: Ramses nicht aus den Augen zu verlieren und ihr Kind mit dem Schild vor dem Unwetter schützten. Einige fiehlen zurück und einige kamen schneller voran, man konnte nur zu den Göttern beten das, dass Unwetter bald nachlassen würde.
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Thanatos

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Re:Blutiger Strand      07.09.2010 18:51:55 --- 1 Jahr, 8 Monate her  
Thanatos klammerte sich mehr an das Ruder, als das er half das Schiff zu steuern.
Der Sturm peitschte gnadenlos auf sie hernieder, die Wellen bäumten sich auf wie Mauern aus schwarzem Obsidian mit marmornen Zinnen.
Warum nur zürnte Poseidon ihnen dermaßen?
Thanatos hatte vor der Ausschiffung des Heeres den entsprechenden Opferzeremonien beigewohnt und selbst ein stattliches Pferd im Meere versenkt, um den Herren der Tiefe milde zu stimmen.
Offenbar reichte dies nicht und die See forderte ihren Tribut, zog Schiffe und Menschen, Ladung und Getier in die kalte Umarmung des Vergessens.



Thanatos Schiff wurde von der Flotte getrennt oder vielmehr wurde die Flotte durch den Sturm in alle Winde zerstreut. Einen der schwerfälligen Transportkähne hatte er noch sinken sehen, gnädiger weise wurden die Schreie der Sterbenden durch das Tosen des Orkans überstimmt, doch war dies nur ein schwacher Trost für den Verlust an Mensch und Material. Die anderen Schiffe entschwanden im dichten Regen und hinter den Brechern schnell dem Blick, ihr Schicksal im Ungewissen.

Irgendwie gelang es dem Kapitän und Besatzung seiner Trireme den Sturm in einem Stück zu überstehen. Das Schiff hatte zwar einige Schäden erlitten, konnte am nächsten Morgen aber schnell wieder soweit flott gemacht werden.
Danach suchte man nach anderen Überlebenden und verbleibenden Schiffen der einst stolzen Flotte.

Nach und nach wurde das volle Ausmaß des Unwetters offenbar, nur wenige Schiffe hatten den tosenden Sturm überstanden. Die meisten der schwer beladenen Transporter wurden durch das Meer samt Ladung in die Tiefe gesogen. Jedoch schienen viele der Krieger überlebt zu haben und Thanatos hoffte dass in den nächsten Tagen und Wochen alle irgendwie Alexandria erreichen würden.

Er konnte über die Ironie nur lachen, hatte man sich doch einen fordernden Schlagabtausch gewünscht und diesen zumindest im Kampfe mit den Amazonen gefunden. Scheinbar reichte dies den Götter noch nicht und sie entsendeten als ultimative Herausforderung einen tosenden Sturm. Gegen eine solche Macht brachten alle Rüstung und Training nur wenig, da niemand bei Verstand in solchem Wetter üben konnte.
Letzten Endes musste sich ein jeder den Naturgewalten beugen, dies war ein Gegner den man niemals besiegen, sondern nur irgendwie glücklich überleben konnte.

Er würde in Zukunft wohl öfter dem Herren des kristallenen Palastes opfern und demütig auch zu allen anderen Göttern um deren Beistand beten.
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Nefertari

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Re:Blutiger Strand      14.09.2010 09:17:55 --- 1 Jahr, 8 Monate her  
„ … ich werde keinen Fuß auf diese Nussschale setzten!!!“
Nefertari funkelte Thanatos wütend an, doch dieser blieb unbeeindruckt und leider völlig ruhig.
Wütend fauchte sie den Mann vor sich an und wetterte weiter.
„Ich weiß das du für das Unwetter nichts konntest und trotzdem ist es nur Sachmet zu verdanken das ich noch leben! Und dabei ist es mir völlig egal wer das Schiff befehligt. Ich werde nicht mitfahren!!“
Tief in ihr drin, wusste sie das sie mit MUSSTE, und eigentlich war sie auch gar nicht wütend auf Thanatos, aber er war nun mal hier und bekam somit ihren vollen Unmut ab.
„Und fang mir nun nur nicht wieder damit an, dass du deinem Gott geopfert hast. Vielleicht hast du deinen gehoernten Gott einfach zu wenig geopfert!!“

Thanatos ruhige Erklärung das Poseidon keine Hörner hatte, ließ sie nur noch mehr auf brausen und als er ihr auch noch ein lächeln schenkte war es vorbei mit ihrer Beherrschung.
Gefährlich leise fauchte sie ihn an, umfasste den Speer in ihrer Hand fester und trat einen Schritt auf ihn zu dabei flüsterte sie leise …
„Ich gehe nicht soweit, dass ich dir wünschte das Neith dir keine Söhne schenken soll. Aber einen juckenden Hautausschlag damit du eine Woche nicht mehr weißt wie du sitzen sollst, den wünsche ich dir!“

Ohne ihn eines weiteren Blickes zu würdigen, ließ sie ihn stehen und ging mit hoch erhoben Haupt auf das verdammte Schiff.
Sie hatte Angst, panische Angst und am liebsten hätte sie sich an einen Mast gebunden. Aber das wollte und konnte sie nicht zeigen. Sie war es gewohnt zu kämpfen und das tat sie auch jetzt wieder.
Ihre unterdrückte Angst ließ sie an jedem Wesen aus das auch nur in ihre Nähe kam und so war es nicht verwunderlich das schnell das Gerüchte die Runde machte das die Königin Ägyptens ein Kind unter dem Herzen trug und deswegen so schlechte Laune hatte.
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