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THEMA: Re:Glück in der Liebe?
 
Tarja Sextus

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Re:Glück in der Liebe?      07.11.2010 14:06:42 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
Tarjas Herz schlug ihr bis zum Hals. Sie würde eine Darbietung erleben dürfen die sie besingt. Und mit einem Augenzwinkern waren alle Zweifel hinfortgewaschen.

"Ich stimme Euch zu, nur die eher ungünstigen Dinge des Tages wegfallen zu lassen."

Tarjas Gefühlswelt stand an diesem Tage Kopf und drehte sich ständig. Die Erlebnisse des Tages waren so unterschiedlich, dass es schon beinahe komisch hätte sein könne. Sie entschloss sich in diesem Moment einen Brief nach hause zu schreiben. Aber an wen? Viridis Leo war besimmt eine gute Wahl.

"Ich hatte bislang noch nicht dir Möglichkeit einen Boten nach hause zu senden. Bitte gestattet mir einen Brief nach Rom zu senden. Ich werde den Boten auch aus meinem Privatvermögen entlöhnen."
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Tuitino Smaragdis

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Re:Glück in der Liebe?      08.11.2010 14:51:17 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
„Nur weil ihr ein besonderer Gast seid, werde ich euch nicht mein Königreich schenken, Tarja Sextus, denn dies wäre haltlos. Doch die Kosten für einen Kurier auf mich zu nehmen, dies wäre freundlich. Und da ich ein König der Griechen bin und unter den wenig verbliebenen wohl auch der mit dem größten Namen und dem aufstrebendsten Reich, bin ich sogar dazu in der Lage eine Gesandtschaft zu entbehren, die eure Nachricht sicher über die Meere nach Rom geleitet. Und nun, große Tribuna, wartet einfach hier, denn ich werde eine Dienerin schicken die sich um euer Wohl bemüht. Mich werdet ihr leider erst morgen Früh wieder antreffen können. Staatsangelegenheiten haben leider die Meisterschaft der Ungeduld errungen und man erwartet mich.“

So verließ Traitos die Tarja und übergab sie in Obhut des großen Helios. Noch bevor er die Türe öffnen ließ und sich in seine Gemächer zurückgezogen hatte, wusste Traitos um den Fehler der Tarja. Sie war hübsch, sie war jung, doch kannte sie den Hof nicht wirklich. Hier, wo Tücke und Opportunismus einander stets das Händchen hielt, würde sie zum Ende ihres Lebens hin nur eine unkontrollierbare Marionette bleiben. Kein Faden kann sie halten, doch kann sie ohne Fäden nicht stehen. Er lächelte. Ein wenig, nicht viel, denn hierzu gab es keinen Anlass. Rom mit Phönizien zu verbinden würde ein entschlosseneres Bindeglied benötigen.

Es vergingen weitere Tage, die sich zu Wochen formten die wiederrum zu Monaten werden sollten. Tarja hörte die Lieder über ihre gar göttliche Gestalt, durfte sich von den Leibärzten des Königs untersuchen lassen und ging mit Traitos und seinen Adjutanten auf die Jagd. Von Kappadokien aus sollten sie über das sandige Syrien den Weg nach Tyros finden.

Tyros.. eine Stadt umringt vom Meer. Einst zerstört durch die Hände von Griechen unter dem großen Heerführer Alexander, wurde sie Heute, im zweiten Herrschaftsjahr des Traitos Smaragdis erneut aufgebaut. Überall sah man Handwerker tüfteln, Schmiede die Hämmer auf die heißen Eisen schlagen, Steinmetze an den Straßenrändern Marmor für die Tempel und Gärten vorbereiten. Im hinteren Teil der Stadt, von der Seeseite geschützt und durch unzählige Wachmannschaften vom einfachen Volk versteckt gehalten, fand man die Quartiere der Leibgardisten, die Stallungen der Reiter des großen Apollon und einen Palast, deren weißen Säulen rund 5 Männer groß in die Höhe ragten. Deutlich war zu erkennen, dass die Bauarbeiten an diesem Konstrukt noch nicht beendet sind und wohl noch lange nicht waren, was einem Griechen bei all dem Prunk jedoch nicht peinlich gewesen wäre. So auch Traitos nicht, der seinen bezaubernden Gast in den bereits vollständigen Garten inmitten des Palastes führte und ihr einige Zeit zum Erkunden des ihm selbst fremden Gebäudes gab.


Traitos Smaragdis,
ehem. Heerführer Griechenlands,
ehem. Hauptmann der Agema Taurus,
ehem. Archon Athens sowie Beschützer Hellas,
ehem. Basileas des phönizischen Großreiches,
ein König Asiens,
Sieger über Phryger, Kappadokier, Römer, Svear, Keltiberer und Mauren
Gründer der zweiten Expedition auf der Suche nach dem goldenen Vlies
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Tarja Sextus

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Re:Glück in der Liebe?      09.11.2010 13:21:36 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
An diesem ersten Tag in Phoenizien begleitete eine Dienerin Tarja. Ein Leibarzt des großen Basileas sollte ihre Narbe untersuchen, die sich erneut entzündet hatte, da durch ihr Reiben etwas Schmutz in einige kleinere Schrammen gerieben hatte. Der Medicus reinigte die Wunde erneut und verband sie. Er war der efahrenste der Leibärzte des Basileas und hatte etwas von einem liebevollen Großvater.

"Kind, lass Deine Finger von der Narbe, sonst heilt sehr schlecht. Ihr habe jetzt schon eine bleibende. Macht nicht noch mehr daraus. Es wäre schade."

Tarja bedankte sich und versprach an seine Worte zu denken. Die Dienerin führte sie in ein Gästegemach und ließ den eingetroffenen Barden am Abend bitten. Berauscht von dem Gesang des Barden vergaß Tarja völlig ihren Brief und probierte einen Becher des phoenizischen Weines. Auch dieser Wein schien zu Wissen dass Tarja nichts vertrug und ließ ihre Glieder rasch schwer werden.

Traitos schien es ernst gemeint zu haben, dass es keine arrangierte Hochzeit geben wird, denn er verlor kein Wort mehr darüber. Es war merkwürdig. Ein wenig ärgerte sie sich schon darüber. Sie war jetzt 26 und hatte bis auf eine flüchtige Nacht mit einem Mundschenk noch keinerlei Erfahrung auf dem Gebiet der Liebe. Trotz ihrer Ausstrahlung und ihrer Anschmiegsamkeit hatte sie nur wenige Männer kennen gelernt, bei denen es sich gelohnt hätte alles aufzugeben. Sie hatte das Gefühl, dass einige sogar Angst vor ihr hatten. Gut ihre Art war eine ganz eigene. Ihre Karriere ging stets vor. Über die Wochen hinweg wurde ihr klar, dass dies vielleicht der falsche Weg gewesen war.

Ihre Wunde verheilte endgültig, die Narbe aber blieb. Die ihr bei Seite gestellte Dienerin begleitete sie fast ständig und versuchte Tarja in das ihr fremde Leben bei Hofe einzuführen. Hier vermutete sie Traitos dahinter. Aus welchem Grund auch immer. Ein lächeln ab und zu über ihre Unbeholfenheit bei Speis und Trank blieb ihr nicht verborgen. Aber es war kein schlechtes Belächeln. Nichts herabwürdigendes.

Die Barden, die zu ihrer Ehren immer neue Lobgesänge präsentierten berauschten Tarja immer wieder neu und kompensierten ein wenig die Leere in ihr. Doch die Leere füllte Tarja weiter und weiter aus. Sie trank mittlerweile jeden Abend mindestens einen Becher Wein und eines Abends nach einer glücklichen Jagd und einem Festschmaus, der aus dem Tier gemacht wurde leerte Tarja schließlich viele Becher des Pan'schen Lieblingsgetränkes.

Sie fand sich in ihrem Bett wieder und ihr Schädel passte nicht mehr so recht in die Behausung. Mühsam schleppte sie sich an ein Wasserbecken um ihr Gesicht zu waschen und um munter zu werden. Sie erschrak als Sie das lachende Gesicht von Vukasin im Wasser sah. Sie patschte in das Wasser und sah dann, als sich das Wasser wieder beruhigt hatte, sich selbst.

Ich bin nunmal ein unruhiger Geist, dachte Tarja und machte einen Spaziergang im Garten des Palastes von Tyros. Der Morgen wollte gerade beginnen und tauchte das Firmament in ein goldenes Licht. Ein Vogel begann sein Lied und Tarja fühlte sich dennoch völlig leer. Sie legte sich auf einen kleinen runden Rasen und schaute gen Himmel. Ihr Götter steht mir bei.

Sie wollte einmal so leben wie die Nomaden, die auf unruhigen Pfaden ein unruhiges Leben führten. Sie schickte "ihre" Dienerin zu Traitos um eine Unterredung zu bitten.

In der Zwischenzeit schrieb sie ihren lange hinausgeschobenen Brief:
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Tarja Sextus

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Re:Glück in der Liebe?      09.11.2010 13:23:24 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
QUOTE:

Viridis Leo, Centurio
Rom, behelfsweise Büro des Volkstribun

Ehrenwerter Viridis Leo. Ich bin bester Hoffnung, dass ihr als ein römischer Held nach Rom zurückgekehrt seid und euch vom Centurio weiter nach oben gearbeitet habt. Es tut mir Leid, dass ich wie verschollen oder tod wirken musste. Es ist auch für mich sehr schwer mein handeln nach der Schlacht in Griechenland zu verstehen, aber eins weiß ich jetzt genau. Es ist nicht das Leben als Volkstribuna oder Senatorin nach dem ich mich gesehnt habe. Es ist das einfache Leben, was mich bisher stark gemacht hatte. Das möchte ich zurück.

Ihr werdet mir in bester Erinnerung bleiben.

Tarja Sextus
Tyros, Phoenizien

PS: Richtet dem Schmied Smeda aus, dass ich mich selbst gefunde habe und grüßt ihn. Er wird für Euch sicherlich die eine oder andere wertvolle Waffe schaffen können.



Einige Tränentropfen zieren den Inhalt des Briefes.
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Letzte Änderung: 2010/11/09 13:33 von .
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Re:Glück in der Liebe?      09.11.2010 16:48:48 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
„Herr?“, klang es im Ohr des Basileas mit einem gar einzigartigen hellen Ton. Traitos schmunzelte, da dieser es für ungewöhnlich empfunden hatte von einer einfachen Frau in einem Gespräch mit den Ratsmitgliedern Dimos und Ptolemaios gestört zu werden. Wären es nicht ihre weibischen Rundungen und der seidene Teint ihrer Wangen, würde man ob dieses Verhaltens die Anstellung der Dirne neu besetzen und sie als Küchengehilfin einteilen. Von den 11 Augen der zugehörigen 6 Männer waren alle auf ihr pechschwarzes Haar und das Gesicht gerichtet, das dieses zu umrahmen wagte.

„Welchen sprichst du an, Muse Syriens?“

Sie räusperte sich und wünschte sich die aufkommende Röte ihrer Wangen hinfort.

„Euch, mein Basileas. Selbstverständlich euch.“

„Nun gut..“ entgegnete Traitos ehe er sein markantes Gesicht zurück in die Runde blicken ließ. „Meine Herren. Ich nehme an, dass wir die Planungen für die Befriedung phrygischer Provinzen auch nach dem Untergang der Sonne fortführen können. Ohnehin wünsche ich eine Pause.“

Wenige Minuten später war das Gespräch der Herren beendet und die lockere Runde in alle erdenklichen Richtungen zersprengt. Erst jetzt sollte die Dienerin, deren Züge eigentlich einem Kaufmann hätten auffallen müssen ehe Traitos ihr Leben für seinen Hof beanspruchte, zu Worte kommen. Auf die Frage hin, ob es der Römerin denn an etwas fehlte, nickte die Zofe. Was jedoch als Mangel anzusehen war, das konnte sie nicht mitteilen. Mit einem Wink in die Leere, seine eigene Frage als unnötig markierend, verließ Traitos die Räumlichkeiten des Rates in einem bereits fertiggestellten Flügel des Palastes und ließ sich in seinem eigenem Flügel, der wiederrum nur zum Teil fertiggestellt gewesen war, eine passendere Garderobe anlegen. In Soldatentracht würde er zwar dem Volk besser gefallen, doch in einer einfachen Tunika mit goldenem Überhang gefiel er sich selbst bei weitem besser. Etwas seltsam, für einen König der ein Schwert seine Leidenschaft nennt. Als alles erledigt und auch auf die kurzen Gesprächen auf den Gängen aus dem Weg gegangen wurde, hatte der griechische König endlich die Möglichkeit gefunden an der Türe der Tarja klopfen zu lassen und selbst, ohne Wachen, herein zu treten.

„Ihr habt den Wunsch geäußert meine Aufmerksamkeit zu genießen um ein paar nette, freundliche Worte zu wechseln?“

Ein Lächeln begleitete seine Schritte in die Gemächer des einzigartigen Gastes, ehe die schwere Türe in seinem Rücken zurück in das Schloss gezogen wurde und man davon ausgehen durfte, nun, ein gewisses Maß an Privatsphäre genießen zu können. Traitos setzte sich, ohne zu bitten, auf den Sekretär vor Tarja. Schreibutensilien, Wachs, Papier.. alles hatte er mit einem Wisch von ihm fort gekehrt. Die Zeilen die geschrieben standen, sie interessierten ihn nicht. Wie ein Vater war es einem König recht, nicht über alle Dinge die in seinem Reich geschehen würden unterrichtet zu sein.

„Ihr möchtet aufbrechen, in die Heimat und euch für meine Gastfreundschaft bedanken? Verdenken könnte ich es euch nicht, spricht der Palast lediglich vom Auszug der Legionen in die ionischen Kolonien, von blutigen Kämpfen und anderen mehr oder minder schlimmen Dingen.“


Traitos Smaragdis,
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Tarja Sextus

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Re:Glück in der Liebe?      10.11.2010 14:56:05 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
"Eure Einschätzung stimmt in dem Punkt dass ich mich Reisebereit machen möchte. Es ist nicht der Krieg um Phoenizien herum und auch nicht ein Mangel an Gastfreundlichkeit oder Schönheit Eures Palastes. Nein, Ihr habt mich gastfreundlicher aufgenommen, als ich es je hätte gewagt zu träumen. Ihr seid ein Beobachter, jemand der seine Schritte selbst lenkt und bedächtig vorgeht. Wie schätzt ihr mich ein was mich bewegt abzureisen?"

Tarja hob die Schreibutensilien und den Brief auf und legte alles bei Seite. Der Basileas schien gerade antworten zu wollen, aber Tarja sprach schon weiter.

"Euch ist nicht entgangen, dass ich am Hofe etwas deplatziert wirke. Euer auftreten veriet es mir, dass ihr meine Schwächen sehr schnell erkannt habt. Ihr habt auch sicherlich erkannt, dass ich so niemals wirklich glücklich werden kann. Eure geladenen Barden waren und sind in ihren Künsten unübertroffen und haben vermocht mich jeden Tag ein wenig glücklich zu machen. Aber es fiel mir jeden Tag schwerer glücklich zu sein."

Sie strich noch einmal über den Brief.

"Verzeiht mir meine Offenheit. Es sollte keine Respektlosigkeit Euch gegenüber sein. Ich möchte nur sicher gehen, verstanden zu werden. Aber ihr habt sicherlich geahnt dass dieser Tag kommen würde."

Tarja atmete sichtbar tief ein und aus. Ihre Brust hob und senkte sich wieder. Ihre taillierte Toga umschmeichelte ihre Bewegung.

"Ihr seid ein fabelhafter Mensch und als Herrscher sehr objektiv. Andere würden sagen nachsichtig. Aber es ist gerade diese Objektivität die Euch auszeichnet. Und verzeiht deshalb, dass meine Art auf Eure Zofe, die ihr mir zur Verfügung gestellt habt, etwas abgefärbt hat."

Lächelnd schaute sie zu Traitos auf.
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Re:Glück in der Liebe?      11.11.2010 14:36:38 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
„Die Macht die der Hof einem übertragen kann, sie ist reizvoll. Wenn man ein starker Charakter ist, jemand dem es gleich sein kann, ob man geliebt oder gehasst wird, immer nur für den einen Moment, der wird es hier in solchen Hallen und Gemächern zu einem König bringen wie ich es bin. Es kostet Überwindung und gleichermaßen fordert es Kraft.“

Ein leises Lachen entfloh der Kehle des Griechen. Es war nicht böse gemeint, sein Auge verriet dies.

„Ich denke sogar, dass ihr eine gute Königin abgeben könnt. Eine gute Archonta, eine scharfsinnige Politikerin.. Wenngleich eure Art zum momentanen Status mehr einem groben Marmorstein gleicht, wäre es möglich euch zu formen und in eine Säule vieler anderer hohen Amts und Würdenträger einzusetzen, womöglich auch ein sogenanntes goldenes Zeitalter mit euch einzuläuten. Es würde euch jedoch verändern und die Götter sollen Zeuge dieser Worte sein, ich bin es nicht, der der Welt aus eigennützigen Gründen eine wunderschöne, unschuldige Helena nehmen möchte.“

Mit einem Streich hatte er seine Hand an ihrer Schulter angelegt, nicht wie der Liebhaber die Gespielin, nicht wie der Herr über den Sklaven sondern gleich einem Vater seiner Tochter.

„Ihr hört also.. ich bin kein Beobachter, bin kein Mann der sich der objektiven Betrachtung der Dinge verschrieben hat.. Ein Politiker bin ich, der opportunistischste Politiker Griechenlands nach dem Sohn des Zeus, Megas Alexandros, Alexander der Große selbst. Ich habe nur eine Leidenschaft für das Schöne dieser Welt, die mir oftmals als Manko angerechnet wird. Doch ich lebe gerne mit diesem Manko und empfinde es nicht als störend. Es ist ein Tor in eine verborgene Halle meines Seins, in der ich mich vom Alltag regenerieren kann und meine innere Ruhe finde. Es ist also an mir mich zu bedanken, für eure Präsenz an meiner Seite und die Geduld die ihr aufgebracht habt, um weiterhin an diesem Ort zu verweilen obwohl es euch in eurem Innern bereits seit Syrien in die Ferne zieht.“

Ohne aufgefordert zu werden, Traitos wusste um das Unbehagen der Tarja bezüglich der körperlichen Nähe zu einem Mann, entzog er ihr seine Rechte, legte sie zurück auf ihren Platz neben einem Oberschenkel an das Hartholz des Sekretärs und wog den Kopf zur Seite.

„Ich denke ihr benötigt etwas Zeit um zu begreifen welche Worte ich für euch gefunden habe. Diese möchte ich euch schenken. Mit dem morgigen Tag werde ich nach Byblos aufbrechen um mich dort mit dem Heer zu vereinen. Bis dahin könnt ihr das Recht in Anspruch nehmen mich jederzeit in meinen Gemächern aufzusuchen um den Abschied zu nehmen, den ihr als Richtig erachtet. Und solltet ihr es vorziehen ohne weitere Worte mein Land zu verlassen, werde ich hierfür das nötige Verständnis aufbringen.“

Traitos erhob sich und richtete seine Tunika zurecht, ehe ein letztes, bewunderndes Heben der Mundwinkel andeutete das nun zu gehen beliebte.


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Re:Glück in der Liebe?      12.11.2010 10:11:03 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
Sie lächelte den Basileas im gehen befreit an und Tarja blieb zurück. Sie setzte sich wieder um an Traitos einen Brief zu verfassen, den ihre Dienerin als letzte Amtshandlung ihrerseits ihm nach ihrer Abreise zustellen sollte:

QUOTE:
Ehrenwerter Traitos Smaragdis,

warum dieser Brief und kein persönlicher Abschied werdet ihr fragen. Nun ihr sollt euch an mich erinnern wie wir uns das erste Mal begegnet sind und nicht wie ich von Euch gehe. Vielleicht Reise ich einmal wieder durch Phoenizien oder unsere Wege kreuzen sich in der Zukunft noch einmal wo auch immer es mich hinverschlagen mag und ich kann euch eine Gastgeberin sein.

Es sei euch verraten, dass ich meinem unruhigen Geist nachgeben möchte und nun nach Norden reise.

Herzlichst für die mir entgegengebrachte Gastfreundschaft
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Re:Glück in der Liebe?      12.11.2010 10:12:14 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
Sie versiegelte den Brief und gab ihn ihrer Zofe, der sie in ihrer Gegenwart verboten hatte jegliche Unterwürfigkeitsgesten zu vollziehen. Sie hätte sie gern als beste Freundin gehabt, aber das war hier nicht möglich. Seit Monaten konnte Tarja mit niemandem wirklich über ihre Gefühle reden. Der Schmerz brannte in ihrer Brust.

Cassiopeia, ihre Stute, war auf der Jagd stets eine gute Begleiterin gewesen. Die Stallburschen hatten sie stets gut gepflegt. Dennoch hatte Tarja es sich nicht nehmen lassen sie täglich selbst noch einmal zu striegeln. Tarja hatte iche Satteltaschen bereits über Cassiopeia gelegt und ihre Rüstung ausgepackt. Sie hatte sie schließlich doch nicht reparieren lassen. Sie entfernte die römischen Insignia und wickelte diese in ein Tuch. Dies verstaute sie mit in den Satteltaschen.

Mit der weiblich geformten Rüstung konnten aber auch die Stallburschen, selbst für ihre Scheingefechte in der spärlichen Freizeit, nichts anfangen und tauschte sie beim Hofschmied gegen eine Lederhose und ein ledernes Oberteil seiner Tochter. Eine Hose war wichtig, das sie auf ihrem Weg nicht gleich als Frau erkannt werden wollte und sie kannte keine Frau die jemals eine Hose getragen hätte oder auch nur auf die Idee gekommen wär. Allerdings stammte diese Hose wohl von einem sehr schächtigen Krieger, denn auch sie lag eng an. Aber Tarja dachte nur, dass sie ihre Beine gut betonte.

Das Oberteil war ein wenig klein für ihre Rundungen, passte aber sonst gut, da es an der Seite geschnürt werden konnte. Auch tauschte Sie ihre Armschütze gegen lederne aus, damit alles zusammenpasste.

Bei den Stallburschen konnte sie aber ihren römischen Umhang gegen einen einfachen tauschen. Sie gaben ihr auch eine neue alte Scheide für ihr Schwert. Sie war so gearbeitet, dass sie von einem Barbaren hätte stammen können. Die Blicke der pubertären Burschen durchbohrten sie förmlich, da das Oberteil sie besonders schön formte und der Ausschnitt sein übriges tat. Sie fühlte sich frivol und großartig zugleich.

Als sie alles verstaut hatte und Proviant geladen führte sie Cassiopeia bei Abdenddämmerung aus dem Tor und ritt los. Sie genoss die Abendluft und den Wind in ihrem Haar. Zum ersten Mal seit langen ritt sie wieder allein und die Vibrationen des Rittes machten ihr gewiß, dass sie jetzt wirklich abgeschlossen hatte und auf dem Weg wohin auch immer war.

Nach einem kurzen Gastspiel in Armenien, wo sie ihren Proviant ergänzte und freundlich aufgenommen wurde, machte sie sie weiter nach Norden in gänzlich unbekanntes Gebiet wo nur noch Nomaden und Wilde leben sollten. Das Reich der Kimmerer war nicht direkt in der Nähe, aber greifbar, sollte sie ihren Proviant und Wasser nicht wie gewünscht auffüllen können.
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Re:Glück in der Liebe?      14.11.2010 00:16:39 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
Der Ritt durch das teils waldige, teils steppige Gebiet verlief ruhig. Sie fühlte sich so wohl wie seit langen nicht mehr. An kristallklaren Bächen konnte sie ihren Wasservorrat ergänzen und ab und zu erlegte sie einen Hasen. Die Jagd beherrschte sie noch nicht so recht, da sie dies erst in Phoenizien gelernt hatte.

Tarja trieb Cassiopeia bei einem besonders schönen Sonnenuntergang an so schnell zu laufen wie es irgend ging. Sie spürte den Wind in ihrem Haar und die Steppe unter ihr und das rytmische Trappeln ihrer Stute. Eine Senke übersah sie jedoch leider und Cassiopeia stürzte.

Tarja flog vom Pferd und schlug mit der Schulter auf dem Boden auf. Sie überschlug sich mehrfach und rollte dann in die Senke zurück. Dort blieb sie regungslos liegen.
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Letzte Änderung: 2010/11/14 00:17 von .
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