Antique Empire Forum
Willkommen, Gast
Bitte anmelden oder registrieren.    Passwort vergessen?
Re:Edda - Geschichte eines Nordgermanischem Volkes (1 Leser) (1) Gast
Zum Ende gehen Neues Thema Beliebt: 0
THEMA: Re:Edda - Geschichte eines Nordgermanischem Volkes
 
Pimp von Pimperning

Nenzen
Beiträge: 909
graphgraph
Benutzer offline Klicke hier, um diesem Benutzer eine private Nachricht zu schicken Klicke hier, um das Profil des Spielers zu sehen

Den Moderatoren den

Re:Edda - Geschichte eines Nordgermanischem Volkes      17.04.2010 21:39:12 --- 2 Jahre, 1 Monat her  
Die Heere der Sitonen und der Nenzen bezogen Aufstellung! Endlich standen sie dem Feind gegenüber! Dem Feind, der ohne Vorankündigung in ihr Land fiel und ihre Frauen, Brüder, Schwestern, Mütter, Väter, ja sogar ihre Kinder tötete! Doch was sie sahen, ließ sie erschrecken! Ein gigantisches Heer! Alles gut gerüstete Krieger! Wie sollten sie solch einer Übermacht standhalten können? Kein Wunder also, dass ihre Länder überrannt wurden!

" Was sollen wir tun?" fragte Memnon angesichts dieser Überzahl.

" Wir werden kämpfen! Wollen wir sehen, wie sie sich gegen Krieger schlagen!" sprach Pimp von Pimperning.

So nahmen die Heere ihre Positionen ein. Die Heere standen einander schon gegenüber, als plötzlich einige Bauern zu den Heeren der Sitonen und Nenzen stießen.

Erlendur ritt ihnen entgegen und sprach kurz mit ihnen. Er kam mit ihrem Anführer zu den Heerführern und sagte:

"Sie wollen mit uns für ihre Freiheit kämpfen! Sie wollen ihre Frauen und Kinder verteidigen. Ihnen soll nicht das gleiche Schicksal ereilen, wie den anderen."

"Ihr seit nicht gerüstet für den Kampf. Ihr könnt euch nicht wehren! Schaut euch die schiere Zahl und die Ausrüstung des Feindes an!" sprach Sitonius.

"Mein Herr, wenn wir jetzt nicht kämpfen, dann werden wir womöglich in Knechtschafft enden! Wir sind keine Krieger, nein, das sicher nicht! Aber wir sind freie Nenzen! Gewährt uns die Bitte, laßt uns lieber stehend sterben, als kniend leben!" antwortete der Bauer.

"Sitonius, Bruder! Es ist auch ihre Heimat! Laßt sie für ihre Heimat, ihre Familien kämpfen! Dieses Recht sollte jedem freien Menschen zugestanden werden! Es ist Gesetz der Götter! Wir können es ihnen nicht verwehren! Und sieh, sie mögen keine Krieger sein, doch tragen sie das Herz ein solchen in sich!" meinte Pimp von Pimperning.

Sitonius betrachtete die Bauern und nickte! Das Heer war vollzählig! Die Schlacht begann!

Die Sarmaten rückten vor! Wild schreiend strömten sie auf die Sitonen und Nenzen ein. Diese bereiteten ihnen einen "herzlichen Empfang"! Salve um Salve wurden die Sarmaten mit einem Pfeilhagel begrüßt! Reihe um Reihe der Sarmaten fiel dem Pfeilhagel zum Opfer. Doch hielt dieser sie nicht auf! Durch ihre schiere Masse drückten sie weiter nach vorne, bis sie die Verteidiger erreicht hatten!

Hörner erklangen und der Befehl für den Nahkampf wurde gegeben! Die Verteidiger stürmten den Angreifern entgegen! Beide Heere prallten mit archaischer Wucht aufeinander. Lanzen brachen...Schilde zerstoben...Röcheln...Wimmern...Jammern...Elend...Tod...Trauer...

"Bei den Göttern, was für eine Schlacht!" dachte der Pimp, "Unsere Götter werden mit Stolz auf uns herabblicken! Wir bieten einer Übermacht die Stirn!"
Dann konzentrierte er sich wieder voll auf den Kampf! Er stellte sich einem gut gerüsteten Gegner! Der Gegner hieb immer wieder auf ihn ein, er stolperte, ging zu Boden, war etwas unkoordiniert, etwas traf ihm am Kopf, Dunkelheit...

Als er später wieder erwachte, lag er auf einem Lager! Sein Kopf in einen Verband gehüllt. Er blickte sich um. Sein Kopf schmerzte. Eindeutig ein Zelt der Nenzen! Eine ruhige Stimme erklang.

"Beweg Dich nicht! Du wurdest schwer getroffen, aber Du lebst!" sprach die unbekannte Stimme!

"Was ist geschehen? Haben wir gewonnen? Was ist mit Sitonius und den anderen?" fragte der Pimp

"Nein", sprach die Stimme sanft, "Wir zogen uns zurück. Wir setzten dem Gegner stark zu! Er uns jedoch auch! Als sie gegen Krieger kämpfen mußten, erwiesen sich diese "tapferen" Streiter jedoch als nicht mehr so schlagkräftig! Wir mußten uns jedoch kurzfristig zurückziehen, um uns neu formieren zu können. Plötzlich kam ein Unwetter auf! Blitze zuckten am Himmel. Einer Schlug in die kleine Baumgruppe, die die Heere voneinander trennte! Unsere Seherinnen sahen dies als untrügliches Zeichen dafür, dass die Götter die Schlacht für beendet erklärten! Die Heerführer gaben den Befehl zum Rückzug! Wir werden die Entscheidung an einem anderen Tag suchen müssen. Sitonius, er und die anderen kamen mit einigen Schrammen davon, ist mit den anderen Heerführer bei den Seherinnen. Sie wollen wissen, wann der richitige Zeitpunkt für die Entscheidungsschlacht sei..."
Gespeichert Gespeichert  
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
 
Aleyah

Sarmaten
RS-MOD
Moderator
Beiträge: 1140
graphgraph
Benutzer jetzt online Klicke hier, um diesem Benutzer eine private Nachricht zu schicken Klicke hier, um das Profil des Spielers zu sehen

Den Moderatoren den

Re:Edda - Geschichte eines Nordgermanischem Volkes      21.04.2010 19:55:07 --- 2 Jahre, 1 Monat her  
Einige Zeit nach der Schlacht ....


Lyssandra hatte sich früher als gewöhnlich erhoben. Es begann gerade erst zu dämmern, nur wenige Sarmaten waren schon auf den Beinen. In ihrer Rüstung, darüber ihren dicken Leibrock als Schutz gegen die Kälte, ging sie hinüber zu ihren Pferden. Ausgiebig schmuste sie mit beiden, dann schob sie Akabir zur Seite. "Du bleibst heute hier, ich will mit deiner kleinen Freundin ausreiten."
Die Stute schnaubte fröhlich, als Lyssandra ihr den Sattel auflegte und ihren Speer seitlich darunter schob. Es waren keine friedlichen Zeiten und auch wenn sie bei Tagesanbruch zurück sein würde, so wollte sie nicht gänzlich unbewaffnet über die noch immer verschneiten Wiesen reiten. Der Winter ließ sich dieses Jahr viel Zeit, wollte dem warmen Frühling einfach keinen Platz machen.

Nachdem sie den Wachen Bescheid gegeben hatte, ritt die Rothaarige hinaus. Unter den Hufen ihrer Stute knirschte der Schnee, während deren Reiterin ihren Gedanken nachhing. Die Sarmaten waren im Herbst ausgeritten um zu jagen, Fleisch und warme Felle für die Winterzeit nach Hause zu bringen. Nun hatten sie den ganzen Winter hier oben im Norden verbracht, ganz entgegen aller Traditionen. Ob es den Zurückgebliebenen im Dorf gut ging? Hoffentlich hatten die Vorräte gereicht um gut über den Winter zu kommen. Denn aus der Jagd auf wilde Tiere, die die Sarmaten nur für kurze Zeit von ihrer Heimat fortgeführt hatte, war eine Menschenjagd geworden.
Es störte Lyssandra keineswegs sich ins Schlachtgetümmel zu stürzen und zu töten, und doch war es hier anders als damals in Armenien. Jene Krieger hatten ihre Heimat gegen die einfallenden Reiterhorden verteidigt, mit ihrem Kampfgeist sich den Respekt der Sarmaten verdient. Gedankenversunken lächelte Lyssandra, als sie an das Weinlager dachte, das sie dort entdeckt hatte. Sie hatte damals verhindert, dass es in Brand gesteckt wurde; fand es wichtig, die Lebensgrundlage der Menschen dort nicht zu zerstören. Zu schade, dass die Weinvorräte in ihrer alten Jurte, die nunmehr als Lager fungierte, mit jedem Vollmond weniger wurden.
Der Gegner, auf den man hier in den alten Jagdgründen der Uralier gestoßen war, war ein ganz anderer Menschenschlag. Man sah es ihnen an, dass sie nicht aus der Gegend stammten. Lyssandra wusste nicht, warum sie hierher gewandert waren; sie wusste auch nicht, was diese Menschen hier wollten. Aber sie hatte gesehen, mit wie wenig Respekt sie diejenigen behandelten, die hier schon seit Anbeginn aller Zeiten lebten. Die Sarmaten hatten sie hinweggefegt wie ein Wintersturm einen dürren Ast vor sich hertreibt, und die Fremden waren geflohen. Seit der verlorenen Schlacht hatte man sie nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Lyssandra achtete, ihren Gedanken nachhängend, nicht weiter auf ihre Umgebung, so dass das Auftauchen eines fremden Reiters sie völlig überraschte. Erschrocken zügelte sie ihre Stute, sah hinüber und musterte die Ausrüstung, die der Fremde trug. Ihr Blick verfinsterte sich, als sie die Rüstung jener erkannte, die ihr den wertvolle Armreif zerstört hatten. Endlich konnte sie jemanden für den Frevel büßen lassen.
Der Fremde machte keinerlei Anstalten ihr aus den Weg gehen zu wollen. Ein böses Knurren begleitete Lyssandras Griff zu ihrem Speer, und im blassen Glanz der aufgehenden Sonne prallten die zwei Kämpfer aufeinander.
Zunächst schien der Kampf recht ausgeglichen. Lyssandra hatte ihre Probleme mit der unbekannten Waffe ihres Gegners, die zwar ihrem Speer glich, deren Spitze so gänzlich anders geformt war und die Sarmatin mehrfach hart traf. War es der Wunsch nach Rache für den zerschrammten Armreif? Die langjährige Routine im Kampf? Die Unerbittlichkeit Lyssandras, mit der sie den Fremden bedrängte? Vielleicht war es eine Mischung aus allem, die den Gegner schließlich zu Boden zwang. Lyssandras Speerspitze bohrte sich in die Rüstung des Geschlagenen, direkt über dem Herzen. Schwer atmend schaute sie auf ihn herunter. Eine Ewigkeit schien dieser doch nur kurze Augenblick zu dauern, bis Lyssandra sich bewegte, und die Speerspitze anhob.

Nachdenklich ruhte ihr Blick auf dem Fremden. "Ihr gehört nicht in diese Gegend. Ich weiß nicht, wer ihr seid und warum ihr hierhergekommen seid. Ihr zollt dem Land und den Menschen, die hier seit Ewigkeiten wohnen, keinen Respekt. Ihr schändet die Natur, zerstört die Jagdgründe, und lauft anschließend wie feige Hunde davon. Kein Wunder, dass Euch die Götter unserer Welt nicht gewogen sind, wenn nicht einmal wir euch mögen. Ihr müsst noch viel lernen, wenn ihr hier überleben wollt."
Ruhig klang Lyssandras Stimme, fast traurig. Vermutlich verstand der Fremde kein Wort, aber das war ihr egal. "Ich wollte dich töten, aber du hast gut gekämpft. Vielleicht ist es falsch dich am Leben zu lassen, aber ... ach, was soll's ..."
Noch während sie sprach, reichte sie dem am Boden Liegenden die Hand um ihm aufzuhelfen. Das Schnauben in ihrem Rücken erinnerte sie daran, dass es Zeit war heimzukehren.
Gespeichert Gespeichert  
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
 
Pimp von Pimperning

Nenzen
Moderator
Beiträge: 909
graphgraph
Benutzer offline Klicke hier, um diesem Benutzer eine private Nachricht zu schicken Klicke hier, um das Profil des Spielers zu sehen

Den Moderatoren den

Re:Edda - Geschichte eines Nordgermanischem Volkes      21.04.2010 21:31:14 --- 2 Jahre, 1 Monat her  
Einer der Kundschafter erreichte das Feldlager der Sitonen und Nenzen! Er sah ziemlich zerschunden aus! Er wollte durhgelassen werden zum Pimp von Pimperning, da er wichtig Neuigkeiten für ihn hatte! So wurde er vorgelassen!

"Du siehst schlimm aus! Was ist geschehen? Wir haben Dich schon erwartet! Lange warst Du fort! Was hast Du zu berichten?" sprach Pimp von Pimperning

Der Kundschafter machte keine großen Umschweife und begann zu berichten:
"Nun, ich war lange Wochen unterwegs! Doch war meine Mission erfolgreich! Mir ist es gelungen, die Heimat derer zu entdecken, die uns das angetan haben! Sie wohnen im Südosten! Einige Tage entfernt! Ihre Heimat sollte in unserer Reichweite liegen! Wie schon vermutet wurde, handelt es sich um Sarmaten! Es ist ein Reitervolk! Sie haben nicht wirklich eine Heimat und ziehen immer umher! Mal sind sie hier und mal dort! Doch niemals dauerhaft, da sie wohl das Land ausbluten liessen, auf dem sie jeweils waren! Sie haben den Ruf erfahrene und exzellente Reiter zu sein! Auch im Kampf sind sie nicht unerfahren!
Was vielleicht auch noch von Interesse ist, sie leben in direkter Nachbarschaft zu einem weiteren Volk, dass sich Agrippäer nennt! Jedoch ist es mir nicht geglückt, die Beziehungen dieser Völker zueinander genauer ausmachen zu können!"

"Hm, ein Volk, dass keine Heimat kennt! Das immer umherzieht. Traurig! Wir wissen wie es ist, ohne Heimat zu sein, ohne Land, ohne ein dauerhaftes Herdfeuer! Unsere Wanderschaft verlangte uns auch einiges ab! Vielleicht ist dies der Grund, warum sie uns überfallen haben? Vielleicht sind sie verbittert, dass sie noch nicht den rechten Flecken Erde für sich gefunden haben! Oder das die Erde sie jedesmal wieder vertrieben hat!? Vielleicht gönnen oder neiden sie uns deshalb unsere neugefundene Heimat? Vielleicht können sie nicht ertragen, dass andere Menschen glücklich auf dem Land sind, auf dem sie leben, dass das Land unter unseren Füßen nicht ausblutet, dass die Götter uns gnädig gestimmt sind! Falls ja, dann sind sie zu bedauern! Doch vertreiben lassen wir uns nicht! Wir haben eine neue Heimat gefunden und sind froh darüber! Wir werden unsere neue Heimat verteidigen! Das sollte ihnen gewiss sein!"sprach Pimp. Er blickte erneut zu dem Kundschafter und fragte: "Nun erzähl, was hat Dich so zugerichtet?"

"Nun, auf dem Rückweg bin ich einer einsamen Reiterin begegnet. Sie hatte rote Haare und trug die Tracht einer Sarmatin. Sie griff mich an! Wir haben lange gekämpft! Blanker Haß stand in ihren Augen! Sie kämpfte wild und hat mich bezwungen! Ich lag am Boden, sie wollte mich töten! Doch auf einmal hielt sie inne und sprach einige Worte in ihrer Sprache! Dann gab sie mir ihre Hand und zog mich hoch! Sie ließ mich gehen!" sprach der Kundschafter.

Der Pimp brabbelte in seinen Bart "Sie ließ Dich am leben! Bis jetzt sind sie nur durch feigen Mord in Erscheinung getreten! Nun lassen sie einen der unseren am Leben!? Wie soll man dies deuten? Tragen sie doch etwas menschliches in sich..."
Gespeichert Gespeichert  
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
 
Freybrandr

Sitonen
Moderator
Beiträge: 1271
graphgraph
Benutzer offline Klicke hier, um diesem Benutzer eine private Nachricht zu schicken Klicke hier, um das Profil des Spielers zu sehen

Den Moderatoren den

Re:Edda - Geschichte eines Nordgermanischem Volkes      08.05.2010 08:54:20 --- 2 Jahre her  
Valdrhild, Beherrscherin des Kampfes
(22):
Sitonius war lange von seiner schönen Frau getrennt in den Landen der Fenni gebunden. Die Fenni, ein kleiner Stamm im Westen der Brüder, bat um Handel und Freundschaft. Nichts ist der Seele, dem Grundverständnis der Sitonen so nah, wie Freundschaft und Freiheit. So zogen nun zwei Heere zu den Fenni um mit diesen an ihren Feuern zu beraten und mit ihnen den Handel zu begründen. Auf einer gemeinsamen Jagt mit den Fenni erreichte Sitonius die Nachricht, daß er nun der stolze Vater einer süssen Prinzessin sei. Nichts konnte ihn nun mehr halten. Sitonius verabschiedete sich gebührend und eilte zu seinem treuen Eheweib auf die Burg der Nenzen.

Sein Pferd Bróðir trug ihn, einem Adler gleich, geschwind zu Lahela über Land und Berg, durch Fluss und Wald ging die kurz Reise. Zwar sah er hier und dort noch die Brandspuren der Banditen aus dem Süden, doch waren alle eifrigst damit beschäftigt die Spuren der Teufel auszulöschen. An einigen Bäumen sah man noch einige Skelette der Feinde, wie sie dort von den wütenden Bauern zur Abschreckung dieser angenagelt waren. Aber alles in allem waren die Felder wieder bestellt, die Dörfer großteils zu richtigen Festungen ausgebaut und das Volk wohl gewappnet. So erreichte Sitonius endlich die Burg der Nenzen. Vor dem Langhaus der Fyrsten hielt er inne, sprang von seinem Pferd und trat ein. Kurz die anwesenden Fyrsten und Krieger begrüßend ging er raschen Schrittes auf das Lager seiner Frau zu. Dort, in der Nähe des Feuers, lag sie. Eingewickelt in die Pelze mit ihrem gemeinsamen Sohn und der kleinen Prinzessin. Sachte streichelt Sitonius die Stirn der Fyrstgemalin, bis diese die Augen aufschlug. „Da bin ich Frau.“ Er sah sie liebevoll an. „Und hier ist Deine Tochter mein Gemahl.“ Lahela reichte ihm das kleine Knäuel. Sitonius streichelte seinen kleinen Sohn über den Kopf, nahm die Tochter und schaute ihr in die Augen. „Nun, Prinzessin, ich habe den wohl passenden Namen, für eine Kriegerin, die es sich nicht nehmen lässt, uns in dem Kampfe beizustehen.“ Er grinste Lahela an, stand auf und ging vor die Türe des Langhauses. Lahela folgte mit dem Sohne nach. Vor der Tür hob Sitonius das Mädchen hoch und sprach die Worte. „Seht alle Mann, alle Weib. Dies ist meine Tochter. Sie soll Euch ein Vorbild an Tugend und Kraft sein. Sie soll steht’s allen Kampfe beherrschen. So benenne ich Dich junge Sitonin….“ Sitonius senkte seine Tochter, so daß er ihr in die Augen schauen konnte „….. mit dem Namen Valdrhild.“

Sitonius drehte sich zu seiner kleinen Familie um, um die Reaktion seiner süssen Fyrstgemalin und seines Sohnes zu beobachten.
Gespeichert Gespeichert  
Letzte Änderung: 2010/05/08 08:56 von Freybrandr.
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
 
Moira

Sitonen
Moderator
Beiträge: 329
graphgraph
Benutzer offline Klicke hier, um diesem Benutzer eine private Nachricht zu schicken Klicke hier, um das Profil des Spielers zu sehen

Den Moderatoren den

Re:Edda - Geschichte eines Nordgermanischem Volkes      01.02.2012 20:48:57 --- 3 Monate, 2 Wochen her  
Schon über ein Jahr war es her, dass die Sitonen dem Hilferuf der Teutonen gefolgt waren, die von den Friesen überfallen worden waren.

Seitdem waren die Sitonen zwar nicht pausenlos, aber doch immer wieder in die Kämpfe verwickelt worden. Einige Siege konnten die Sitonen an ihre Fahnen heften, jedoch einige Male hatten sie sich auch zurückziehen müssen, um ihre Positionen zu konsolidieren.

Es hatte auch einmal eine unangenehme Verwicklung in Friesland gegeben, durch falsch übermittelte Befehle.

Nun waren die Friesen auch in Skandinavien eingefallen und hatten das sitonische Fjordland erobert.

Moira, die Gerüchte darüber vernommen hatte, wie die Friesen unter den Teutonen gehaust hatten und wie sie mit ihren weiblichen Gefangengen umgegangen waren, grauste beim Gedanken daran, was die Sitonen in Fjordland wohl vorfinden mochten, wenn sie das Gaufyrstentum wieder würden befreien können.

Das kam davon, wenn man Männer ohne genügend Frauen, die ein Auge auf sie hielten, in die Schlacht schickte. Das kam davon, wenn Frauen in einem Volk nicht an der Macht Teil hatten. Moira bemitleidete die armen friesischen Frauen; von Männern, die sich in der Fremde derart aufführten, war sicher nicht zu erwarten, dass sie sich am heimatlichen Herd in Kuscheltierchen verwandelten und ihre Frauen dort rücksichtsvoll behandelten.

Die Sitonischen Männer hatten glücklicherweise bessere Manieren, die Zukunft sah rosig aus für Moira, die sich in einigen Jahren einen Gatten würde erwählen müssen. Und auch die Männer der benachbarten Teutonen waren gewiss von ihrer Allfyrstin und Seherin Respekt vor Frauen gelehrt worden. Nur die armen Friesinnen mussten nicht auszumalende Übel von ihrem Mannsvolk erdulden; Moira war froh, dass sie nie genötigt sein würde, einen Friesen zu ehelichen.


Gespeichert Gespeichert  
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
 
Moira

Sitonen
Moderator
Beiträge: 329
graphgraph
Benutzer offline Klicke hier, um diesem Benutzer eine private Nachricht zu schicken Klicke hier, um das Profil des Spielers zu sehen

Den Moderatoren den

Re:Edda - Geschichte eines Nordgermanischem Volkes      04.02.2012 20:38:34 --- 3 Monate, 2 Wochen her  
So schnell sie konnten zog das Heer der sitonischen Krieger nach Fjordland, um die Friesen zu vertreiben.

Als sie dort ankamen, war von den Friesen keine Spur mehr zu sehen. Statt dessen empfing sie ein Hagel von Geschossen der Bauernschaft. Eilig konnte Moira gerade noch rechtzeitig den Schild hochreißen, um zu verhindern einen dicken Stein an den Kopf geschleudert zu bekommen.

"Wir sind es doch - was soll das denn?" rief sie den Bauern empört zu. Langsam versiegte das Feuer aus Steinen und anderen Geschossen.

"Ach, ihr seid das? Wir dachten die Friesen wären wieder zurück gekommen," rief der Anführer der Bauern zurück. "Wie konntet ihr uns nur so im Stich lassen und uns einfach diesen Unholden überlassen? Gerade noch gelang es den meisten von uns in die Wälder zu fliehen, als die Friesen anrückten. Den meisten - aber nicht allen."

"Ja - unser Land ist groß - wir können doch nicht überall sein," sagte Moira, hatte aber ein schlechtes Gefühl als sie die Gruppe Bauersfrauen, die an einer Seite beisammen standen ansah.

Nach weiterem Nachdenken meinte Moira: "Da hilft nur eins: ihr müsst lernen euch selbst zu verteidigen, wenn Angreifer ins Land einfallen."

"Uns verteidigen? Aber wie denn?" Sagte eine Bauersfrau. "Wir sind doch nur einfache Frauen und keine Kriegerinnen."

"Das macht nichts", sagte Moira, während sie die Gruppe beiseite zog. "Am besten ist es natürlich immer, wenn ihr wachsam seid und Fremde die sich nähern rechtzeitig bemerkt um fliehen zu können. Wenn ihr euch in unseren Wäldern, Tälern, Schluchten und an den Fjorden versteckt, wird sich kein Fremder, der sich hier nicht auskennt aufstöbern können."

"Falls ihr aber überrascht werdet: Jede Frau kann lernen, ein Messer zu gebrauchen." Sie zog ihre Lederrüstung beiseite und zeigte das Messer, dass sie an einer Schneide am Oberschenkel festgebunden trug. "Ihr müsst nur einen Schlitz in eure Röcke schneiden, durch die ihr das Messer erreichen könnt. Auch einen Speer zu führen, bedarf es keiner allzu großen Kunst oder Kraft, ein jeder abgelegener Hof kann so eine Waffe für den Notfall an einer leicht zugänglichen Stelle griffbereit halten."

"Werdet ihr von einem Heer Feinden, mit vielen Frauen im Heer überfallen, könnt ihr versuchen euch den Kriegerinnen zu ergeben und auf das beste zu hoffen."

"Wenn aber, wie gerade bei den Friesen geschah, das Heer nur aus rohen Männern besteht - nun wenn ihr kein Messer habt, euch ein feindlicher Krieger alleine überrascht und so ehrlos ist, sich an einer wehrlosen Frau vergehen zu wollen - versucht nicht eure Schwäche gegen seine Stärke zu setzen. Findet statt dessen seine Schwächen. Täuscht Willigkeit vor, damit ihr nahe genug herankommt, streichelt sein Gesicht - und dann zielt mit den Daumen auf die Augen und blendet ihn. Das wird euch genug Zeit geben um zu fliehen. Falls der Feind euch nicht an sein Gesicht heranlässt, geht statt dessen nach unten. Wenige Männer werden das vermeintliche Angebot ablehnen. Und wenn ihr ihn dann habt - beißt zu, so fest ihr könnt. Danach habt ihr garantiert genügend Zeit zur Flucht."

"Solltet ihr aber einmal alleine einem ganzen Heer feindlicher Männer ohne Ehre und Anstand gegenüber stehen, alleine und ohne Chance zu fliehen, dann zwingt sie lieber euch schnell zu töten. Das ist besser als die Alternative - sie würden euch sowieso hinterher umbringen, da ist es besser schnell zu sterben."

Moira nahm sich vor, wann immer sie Zeit hatte, den Frauen selbst zu helfen die einfachsten Selbstverteidigungstricks zu üben. Sollten noch einmal Feinde ins Land der Sitonen einfallen und meinen an solchen Frauen, denen es nicht rechtzeitig gelungen war zu fliehen, leichte Beute zu haben, würden sie ihr blaues Wunder erleben.


Gespeichert Gespeichert  
Letzte Änderung: 2012/02/04 20:39 von Moira.
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
 
Moira

Sitonen
Moderator
Beiträge: 329
graphgraph
Benutzer offline Klicke hier, um diesem Benutzer eine private Nachricht zu schicken Klicke hier, um das Profil des Spielers zu sehen

Den Moderatoren den

Re:Edda - Geschichte eines Nordgermanischem Volkes      06.02.2012 14:45:56 --- 3 Monate, 2 Wochen her  
Die Sitonen hatten einen neuen Fyrsten: Sitonius hatte endlich etwas mehr Zeit für sich selbst haben wollen und das Amt abgegeben. Ulrik von Smola war vom sitonischen Thing und Rat der Krieger zum neuen Fyrsten der Sitonen gewählt worden, sein Sohn Scandic würde ihm bei seinem Tode in diesem Amt folgen. Sitonius würde dem Volk der Sitonen weiterhin mit seinem Rat zur Seite stehen.

Auch Moira war vor einiger Zeit zur Rådgiverin berufen worden. Eigentlich war sie mehr für die Verwaltung, die Bewahrung des Volksschatzes und ähnliche Dinge zuständig.

Doch diese kriegsreichen Zeiten schienen zu gebieten, dass sie sich nun auch näher mit den Hintergründen der derzeitigen Kriege befasste, in die die Sitonen verwickelt werden könnten.

"Also, es fing alles damit an, dass die Friesen die Teutonen überfielen," fing Moira an, als sie abends mit den anderen Sitonen um das Lagerfeuer saß.

"Nein," rief Ulrik von Smola, "es waren die Lande der Sueben, in die die Friesen einfielen, während die Sueben bei den Teutonischen Spielen waren."

"Die Sueben wurden von den Friesen zuerst überfallen? Nicht die Teutonen? Und was ist nun mit den Svear? Und den Belgern? Und den Sarmaten?"
fragte Moira.

"Und, wie heißen sie noch gleich, ziehen gerade auch noch von Südwesten an" rief jemand von der anderen Seite des Feuers.

Huh? Was wer? Moira schwirrte der Kopf.

Wer kämpfte hier mit wem gegen wen?


Gespeichert Gespeichert  
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
 
Moira

Sitonen
Moderator
Beiträge: 329
graphgraph
Benutzer offline Klicke hier, um diesem Benutzer eine private Nachricht zu schicken Klicke hier, um das Profil des Spielers zu sehen

Den Moderatoren den

Re:Edda - Geschichte eines Nordgermanischem Volkes      20.02.2012 15:22:51 --- 3 Monate her  
Die Kriege waren für die Sitonen vorüber und die Sitonen schickten sich bereits an zur Feier des Friedens und zu Ehren des neuen Fyrsten Wettkämpfe zu organisieren.

Nur Moira war bei den Teutonen zurück geblieben und plante den anderen Sitonen nachzureisen, sobald sie noch eine letzte Sache erledigt hatte - sie wollte sich noch einmal mit den Teutonen im Duell messen.

"Ein jeder, der mit mir kämpfen möchte, wird mich im Kampfring finden", sprach Moira und begab sich auf jenen Platz.

Dort stand sie nun und wartete... und wartete... doch es war noch kein Teutone aufgetaucht.


Gespeichert Gespeichert  
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
 
Moira

Sitonen
Moderator
Beiträge: 329
graphgraph
Benutzer offline Klicke hier, um diesem Benutzer eine private Nachricht zu schicken Klicke hier, um das Profil des Spielers zu sehen

Den Moderatoren den

Re:Edda - Geschichte eines Nordgermanischem Volkes      20.02.2012 22:06:42 --- 3 Monate her  
Endlich kam ein Teutonischer Krieger. Einer der älteren und erfahreneren der Teutonen, seinem Aussehen nach.

Resigniert blicke Moira ihm entgegen. Anscheinend war es ihr Schicksal bei Schaukämpfen im Teutonenland von alten Kämpfern durch den Kampfring gescheucht zu werden.


Gespeichert Gespeichert  
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
 
Moira

Sitonen
Moderator
Beiträge: 329
graphgraph
Benutzer offline Klicke hier, um diesem Benutzer eine private Nachricht zu schicken Klicke hier, um das Profil des Spielers zu sehen

Den Moderatoren den

Re:Edda - Geschichte eines Nordgermanischem Volkes      15.03.2012 19:24:26 --- 2 Monate, 1 Woche her  
Als der sitonische Fyrst Ulrik von Smola starb, herrschte große Trauer unter den Sitonen. Sein Tod war zwar nicht unerwartet, denn Ulrik hatte ein langes Leben hinter sich. Viele Sommer und Winter hatte der sitonischer Krieger gelebt, war an der Seite der anderen Sitonen in zahlreiche Schlachten gezogen, hatte sich in Wettkämpfen unter den Sitonen und Nachbarvölkern ausgezeichnet, hatte Kinder gezeugt, seinem Vorgänger im Fyrsten Amt lange Jahre als Rådgiver mit weisem Rat zur Seite gestanden und schließlich selbst das Amt des sitonischen Fyrsten übernommen.

Sein ältester Sohn und Nachfolger Scandic hatte bald danach darauf bestanden mit einer kleinen Gruppe auf Walfang zu gehen. Vielfach hatte er schon sein Geschick mit der Knochenharpune unter Beweis gestellt und darüber, dass er auch ein geschickter Schnitzer lieferten viele filigrane Figuren aus Walknochen den Beweis. fröhlich war die Walfängergruppe mit einem schlanken, leichten Langboot hinausgefahren um Finnwale zu jagen. Nach 3 Tagen wollten sie wieder zurück sein. Am Abend des Aufbruchtages baute sich mit unglaublicher Geschwindigkeit eine massive Schlechtwetterfront auf und in der Nacht brach dann einer der gefürchteten Nordstürme herein. Mehrere Tage war das Meer aufgewühlt und sturmgepeitscht. Von den Walfängern fehlte jede Spur... Nach Abzug der Wetterfront wurden sofort Boote entlang der Küste und zu den vorgelagerten Inseln ausgesandt... vielleicht waren die Verschollenen irgendwo gestrandet und harrten auf Hilfe...

Nach zwei Wochen intensiver Suche war jedem klar geworden, dass die Jagdgtuppe wohl nicht mehr zurückkehren würde. Die letzte Gewissheit gewann man, als nach einer weiteren Woche die Reste des an einer Felsküste zerschellten Jagdbootes fand. Nahe beim Wrack wurde die kunstvoll verzierte Knochenharpune von Scandic gefunden. Ulrik tröstete sich mit dem Gedanken, dass Scandic auf eine der beiden ehrenvollen Arten gestorben war, die eines Sitonen würdig sind: Neben dem Tod auf dem Schlachtfeld war das der Tod im Kampf mit den Elementen - mit Sturm und Meer.

Ulrik wurde zusehends stiller und nachdenklicher. Einen Monat später schlug er dem Sitonenrat seinen Zweitgeborenen Jonas aus Smola als Nachfolger im Todesfall vor. Der Tod Ulriks kam dann überraschend schnell. Nach dem die Spiele in Sitonenland geendet hatten gab es nach Abreise aller Gäste ein abschließendes große Gelage. Ulrik ließ es noch mal richtig krachen und hielt beim Trinken bis zum Schluss mit. Im frühen Morgengrauen ließ er sich von zwei anderen alten Kriegern in seine Hütte begleiten, wo er selig einschlief... und dann nicht mehr erwachte. Er war einfach friedlich eingeschlafen und hinüber gegangen in die jenseitige Welt.

Sein Tod riss eine Lücke in das Leben aller Sitonen, die ihn gekannt hatten.

So machte sich denn der ganze sitonische Stamm daran, Ulrik von Smola für seine letzte Reise herzurichten.

Sein Schiff wurde prächtig herausgeputzt und geschmückt. Der Leichnam Ulriks wurde in seine schönsten Gewänder und seine beste Rüstung gekleidet und in feierlichem Zug von den Sitonen auf das Schiff getragen. Damit ihm im Jenseits an nichts fehlen würde, wurden natürlich auch Waffen beigelegt, Speisen und Getränke und die anderen Dinge, die ein Krieger in der Nachwelt brauchen würde.

Dann wurde das Schiff bei Sonnenuntergang aufs Meer hinaus getäut, mit Öl und Fackeln in Brand gesetzt und die Taue gekappt. Während die Schleppboote zurück an Land kehrten, wurde Ulriks Schiff alsbald von der Strömung vor der Küste erfasst und wurde in Flammen stehend immer weiter aufs Meer hinaus gezogen. Noch lange konnte man von der Küste aus im Abendlicht den leuchtenden Feuerschein des Schiffs sehen, das Ulrik auf seiner letzten Reise trug.

Schließlich gaben die Sitonen ihre Wachtposten an der Küste auf und versammelten sich mit Met, Bier und Wein ums Lagerfeuer, um ihres alten Fyrsten und seiner Heldentaten zu gedenken.

Immerhin war die Zukunft der Sitonen gesichert, denn es war bereits beschlossen worden, dass Ulriks Sohn, Jonas aus Smola, ihm in sein Amt als Fyrst der Sitonen folgen würde.


Gespeichert Gespeichert  
Letzte Änderung: 2012/03/15 19:25 von Moira. Grund: Gemeinschaftswerk Moira und Ulrik / Jonas von Smola
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
Zum Anfang gehen Neues Thema
Powered by FireBoarddie neusten Beiträge direkt auf Deinem Desktop erhalten
(+) Notizen:

Nur fuer Premium-Spieler.


Forum
Hilfe
Impressum
AGB
Partner
Anmeldung: 5731
Aktive:         616
Online:         65
Taverne