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Kinder des Drachen 08.10.2009 23:37:18 --- 2 Jahre, 7 Monate her
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Blitze erhellten die Nacht, als zwei Gestalten den Rand des Dorfes erreichten. Ein Mann und eine Frau ritten langsam durch den Regen. Vor der Tür des ersten Hauses stoppten sie und der Mann rief den Besitzer heraus.
„Hey. Kommt heraus! Wir suchen den Vorsteher dieses Dorfes! Wir haben mit ihm zu reden!“
Der verängstigte Dorfbewohner kam nur zaghaft näher. „Ihr müsst die Straße entlang. Das letzte Haus gehört ihm.“
Ohne zu grüßen oder sich zu bedanken ritten die Beiden weiter. Der Dorfbewohner folgte ihnen neugierig. Weitere Einwohner gesellten sich zu ihm. Es schien fast so, als ob sich das halbe Dorf hinter den beiden Fremden scharrte.
Vor dem besagten Haus ließen sie sich aus den Sätteln gleiten und der Mann klopfte kräftig an die Tür. Der Dorfvorsteher öffnete und schaute den Mann, dem der Regen von den dunklen Haaren tropfte an. „Was wollt ihr zu solch später Stunde hier?“ fragte er.
„Bist du derjenige, der dieser Siedlung vorsteht?“ „Ja, das bin ich.“ Der Fremde schaute kurz zu seiner Begleiterin und als sie nickte zog er ohne zu zögern das Schwert, welches er am Gürtel trug.
„Nicht mehr lange alter Mann.“ Danach stach er dem Dorfvorsteher die Klinge in den Leib. Der alte Mann schaute den Fremden fassungslos an und sank auf die Knie. „Warum..eeerg..“ Seine letzte Worte verkamen zu einem gurgeln, während ihm sein Mörder die Waffe aus dem Körper zog.
Dann drehte er sich zu den Dorfbewohnern um.
„Ab heute haben wir hier das Sagen. Und wer etwas dagegen hat, soll vortreten.“ Angstvolle Blicke wurden auf die beiden Neuankömmlinge gerichtet, aber niemand traute sich vor zu treten.
„Mein Name ist Alastor!“ polterte der Fremde. „Und ab heute herrschen meine Halbschwester Ravan und ich über euch!“
Um seine Worte zu unterstreichen stieß er sein Schwert in den Boden. Dabei traf er einen Stein und die Klinge zerbrach.
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Re:Kinder des Drachen 09.10.2009 00:21:10 --- 2 Jahre, 7 Monate her
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Ein neue Serie von Blitzen erhellte die Nacht und liess den Splitter der sich von dem Schwert trennte aufglitzern. Das Stueck Stahl vergrub sich in der festgestampften Erde zu Ravans Fuessen und sie bueckte sich um es aufzuheben. Die scharfe Kante schnitt ihr in die Finger und sie zog scharf den Atem ein waehrend sie sich zu ihrem Bruder umwandte. "Dies ist der Ort. So hat sie es vorher gesagt!" Ihre Stimme war kaum mehr als ein leises Zischen, dass im Donnergrollen unterging. Sie begann zu lachen und schloss die Faust um das kleine Stueck Stahl bis sie spuerte wie warmes Blut zwischen ihren Fingern wallte.
Im halbdunkel des Zelts hielt sich eine schwarzhaarige Frau die Haende vors Gesicht. Sie atmete schwer und die Luft war von Rauch durchtraenkt. "Das Schwert wird brechen. Und dort findet er was er sucht." Ihre gruenen Augen oeffneten sich und starrten auf das ernsthafte Gesicht ihrer Tochter. "Vergiss das nie. Dort wo das Schwert zerbricht, Tochter des Drachen."
Mit wenigen langen Schritten war sie bei den Dorfleuten und hielt dem naechstbesten das Fragment vor das entsetzte Gesicht. "Mit uns wird es euch gutgehen, der Wachtraum der Priesterin hat uns hierher geleitet." Sie lachte laut auf und der Mann vor ihr schrank zurueck. Ein anderer trat vor, den Dolch gezueckt, er holte Luft um etwas zu sagen doch traf ihn Ravans Faust hart im Magen und noch waehrend er sich ueberbeugte hatte sie ihm den Dolch abgenommen und hielt ihn an seine Kehle. "Doch wer sich gegen die Kinder des Drachen entscheidet, dessen Leben wird kurz sein." Mit einem kalten Laecheln steckte sie den Dolch an ihren Guertel und stiess den Mann von sich. Er stolperte rueckwaerts und wurde von ein paar anderen Dorfleuten aufgefangen. "Geht schlafen. Heute nacht geschieht euch nichts mehr. Und bei Sonnenaufgang sehen wir uns wieder." Diesmal klang ihre Stimme laut und klar ueber das ferne Grollen und sie stellte sich wieder neben ihren Bruder und ueberreichte ihm die blutgetraenkte Scherbe des Schwertes die sie noch immer in der Hand hielt. "Sohn des Drachen, das Schwert ist zerbrochen. Nun ist es an dir unsere Zukunft neu zu schmieden."
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Re:Kinder des Drachen 10.10.2009 00:34:01 --- 2 Jahre, 7 Monate her
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Sie war auf Wanderschaft ohne wirkliches Ziel. Nun doch eines hatte sie schon. Auriane wollte eine Heimat finden. Sie hatte von ihren Eltern alles gelernt was diese wussten und war nun auf sich alleine gestellt. Doch war es schwer einen Ort zu finden, an dem eine Hexe geduldet wurde. Sie hatte zwar nie die Meisterschaft erlangt wie ihre Mutter, doch war Auriane sehr erfolgreich beim herstellen von Giften und Tränken jeglicher Art. Vorsichtig tastete sie nach dem Lederbeutel an ihrer Seite. Dort drinnen waren viele wertvolle Zutaten.
Dennoch bevorzugte Auriane den offenen Kampf.
Für die Reise hatte Auriane ihr Schwert auf den Rücken gebunden, denn der Weg war beschwerlich. Doch da hier nur Bauern anzutreffen waren benötigte Auriane ihre Waffen nicht und zur Not hatte sie immer noch ihren Dolch griffbereit.
Und so kam Auriane recht müde in dem Dorf an. Sie suchte nach einer Unterkunft, doch die Bewohner waren seltsam. Keiner öffnete ihr und so suchte Auriane sich weiter durch zum Dorfkern.
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Letzte Änderung: 2009/10/10 00:35 von .
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Re:Kinder des Drachen 10.10.2009 01:19:43 --- 2 Jahre, 7 Monate her
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Anstelle zu schlafen hatte sich Ravan auf den Rand des Brunnens gesetzt und starrte in die Dunkelheit, eine etwas groesseres Bruchstueck des Schwerts in beiden Haenden. Das Gewitter war laengst abgezogen und hatte eine kuehle, klare Nacht zurueck gelassen.
Der Gedanke an das Entsetzen der Dorfbewohner lies Ravan leise lachen, vor allem die Vorstellungen was nun in ihren Koepfen vorgehen musste. Bestimmt wuerden einige der jungen Maenner des Dorfes versuchen sich gegen sie und ihren Bruder aufzulehnen. Sie strich mit einem Finger ueber das feine Muster das in den Stahl geaetzt worden war als Schritte sie aufhorchen liessen.
Hinter ihr schnaubte Tanaii leise, wie zur Warnung. Es waren kuerzere, leichtere Schritte als die ihres Bruders und in einer fluessigen, lautlosen Bewegung liess sich Ravan von der Brunnenwand gleiten und trat vor. "Wer bist du", sagte sie leise aus dem Schatten des Brunnen, direkt neben der Person.
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Re:Kinder des Drachen 10.10.2009 01:37:09 --- 2 Jahre, 7 Monate her
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Als sie angesprochen wurde, erschrak Auriane kurz. Sie war zu müde gewesen um die Person im Schatten rechtzeitig zu hören. Doch als sie das Pferd sah, hätte sie sich selbst in den Hintern beisen können.
Bauern konnten sich ein Pferd nicht leisten... Auriane nahm ihre Hand an den Dolch, wenn Krieger hier eingefallen wären, konnte sie sich denken wieso die Dorfbewohner sich so seltsam verhielten. Auriane glaubte zu erkennen das die Stimme weiblich war, doch war sie zu leise gewesen um es genau sagen zu können. Aber da eine Frau oder ein Junge keine großen Gefahren wären, ließ den Dolch noch stecken. Zuerst wollte sie feststellen, wer ihr Gegenüber war.
"Auriane mein Name, ich bin eine einfache Reisende, die einen Platz zum schlafen sucht. Kommt aus dem Schatten, ich sehe meinen Gegenüber lieber, als das ich hin nur höre."
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Re:Kinder des Drachen 10.10.2009 02:02:50 --- 2 Jahre, 7 Monate her
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"Viel zu sehen gibt es in diesem Licht nicht." Ravan trat aus dem Schatten und lies den Mond ihr Profil erhellen. "Aber schlafen kannst du gerne hier. Es gibt genug Platz." Mit einer Handbewegung wies sie auf das nun leere Haus des Dorfvorstehers. "Aber ich glaube nicht, dass du bis morgen bleiben willst." Der letzte Satz endete in einem leisen, kalten Lachen. "Sonst wirst du noch fuer eine von uns gehalten."
Ravan steckte das Stueck des Schwerts in ihren Guertel, neben den Dolch den sie dem jungen Mann abgenommen hatte. "Vielleicht hat mein Bruder auch etwas zu Essen aufgetrieben. Komm, Reisende." Sie nahm die andere Frau beim Arm und zog sie mit sich dem ehemaligen Hause des Vorstehers entgegen.
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Re:Kinder des Drachen 10.10.2009 08:09:24 --- 2 Jahre, 7 Monate her
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Die Frau hatte recht, in der Dunkelheit war wirklich kaum etwas zu sehen. Auriane ließ sich erst mitziehen und löste sich dann aus dem Griff um Alleine weiterzulaufen. Es schien vorerst keine Gefahr für sie zu bestehen, so nahm Auriane vorerst wieder die Hand vom Dolch.
"Wer seit ihr, das es mir unangenehm sein sollte als eine von euch gehalten zu werden?" fragte sie die junge Frau neben sich.
Auriane hatte sich in ihrem Umhang vermumt, doch nun da sie ins Haus gingen zog sie die Kapuze aus dem Gesicht. Und selbst in der Dunkelheit konnte man erkennen das ihre AUgen ungewöhnlich hell waren. Das kam dadurch das Auriane graue Augen hatte und im schlechten Licht war das nicht mehr zu erkennen. Doch sie genoss den Effekt der dadruch entstand, den einfache Bauern zuckten oft ängstlich zusammen. Allerdings hier würde wohl keiner deswegen erschrecken.
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Letzte Änderung: 2009/10/10 08:09 von .
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Re:Kinder des Drachen 10.10.2009 12:36:35 --- 2 Jahre, 7 Monate her
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Ravan zuckte mit den Schultern und stieg ohne mit der Wimper zu zucken ueber die Blutlache auf der Schwelle des Hauses das eigentlich nicht viel besser als eine Huette war. "Ich denke, mein Bruder und ich werden den hiesigen Leuten noch zeigen muessen was sie an uns haben."
Im Inneren brannte ein Feuer und alles war wie es der Vorbesitzer verlassen hatte. Alastor drehte sich um als die beiden Frauen eintraten. "Reisende, dies ist mein Bruder Alastor." Sie grinste und ihre Zaehne leuchteten im roetlichen Halbdunkel auf. "Halbbruder. Wie man sieht war meine Mutter schoener."
Die junge Frau nahm sich ihren Umhang ab und setzte sich auf eine der Matten die vor dem Feuer lagen. Ihre langen, schwarzen Haare waren noch immer feucht und sie fuhr sich mit den Fingern durch die nassen Straehnen. "Alastor, die Reisende sucht Unterkunft fuer die Nacht. Habe sie vorgewarnt dass es bei Tageslicht interessant werden koennte." Sie gaehnte und begann ihre Waffen zu saeubern. "Wenn ihr schlafen wollt, werde ich Wache halten. Heute Nacht werde ich nicht schlafen." Es ist noch zu frueh fuer einen Traum.
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Letzte Änderung: 2009/10/10 12:38 von Lilya.
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Re:Kinder des Drachen 10.10.2009 13:02:41 --- 2 Jahre, 7 Monate her
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Alastor sah Ravan an. „Deine Mutter hat unseren Vater verhext. Nur deswegen hat er sie in sein Bett geholt.“ Seine grün-gelben Augen schienen zu leuchten, als er dies sagte. Nach einigen Sekunden des Schweigens wand er sich jedoch der Fremden zu und lächelte leicht. „Willkommen. Kaum sind wir ein paar Stunden hier, bekommen wir schon Besuch. Wenn ihr einen Platz für die Nacht sucht, dann werdet ihr dort hinten einen Raum mit so etwas wie einem Bett finden.“ Er deutete auf den zweiten Raum. „Ich werde meine Decke hier in der Nähe des Feuers ausbreiten. Wer weiß, ob die Dorfbewohner nicht doch noch ihren Mut wiederfinden.“ Er wollte sich schon wieder dem Feuer zuwenden, als ihm etwas einzufallen schien. „Entschuldigt, aber ich glaube meine Halbschwester“, das letzte Wort betonte er besonders,“hat mir euren Namen noch nicht gesagt. Und ich bevorzuge es, Menschen, mit denen ich mein heim teile direkt ansprechen zu können.“
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Re:Kinder des Drachen 10.10.2009 13:29:28 --- 2 Jahre, 7 Monate her
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Auch Auriane war die Blutpfütze aufgefallen und sie schaute das sie nicht reintrat. Die Ankunft der Geschwister war wohl nicht die übliche. Doch wenn Auriane eins und eins richtig zusammenzählte, war sie ganz nach ihrem Geschmack gewesen.
Auriane hatte das Gespräch der Geschwister schweigend verfolgt und grinste dann. Die beiden schienen von einem ähnlichen Schlag wie sie zu sein.
"Mein Name ist Auriane. Ich danke euch für die Unterkunft, ich bin schon lange unterwegs."
Sie wendete sich richtung Hinterzimmer, aber bevor sie reinging ergänzte sie noch:
"Ich freue mich schon auf Morgen, ich glaube euer Schauspiel wird ganz nach meinem Geschmack sein."
Damit verschwand sie in dem Zimmer. Ein einfaches Nachtlager war hier aufgebaut, doch es sah recht frisch aus. Auriane legte sich dennoch lieber in voller Montur auf das Bett und behielt zur Sicherheit ihren Dolch in der Hand. Sie traute Grundsätzlich keinem weiter wie sie ihn sehen konnte, auch wenn ihr die Geschwister Sympatisch waren.
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