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THEMA: Kinder des Drachen
 
Lilya

Sarmaten
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Re:Kinder des Drachen      31.05.2010 23:05:00 --- 1 Jahr, 11 Monate her  
Im schummrigen Licht der Jurte zogen sich ihre Mundwinkel leicht nach oben zu einem Lächeln als sie ihrem Bruder mit den Augen folgte.
"Ich muss wissen dass das Zeichen wahr ist", flüsterte Ravan eindringlich. "Wir müssen einen Bock oder ein Wildschwein erlegen damit ich die Zeichen lesen kann. Und wir müssen es gemeinsam tun." Tief holte sie Luft und zog die Scharte des zerbrochenen Schwertes vom Gürtel. "Hast du den Rest noch?"


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Letzte Änderung: 2010/05/31 23:10 von Lilya.
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Re:Kinder des Drachen      31.05.2010 23:42:12 --- 1 Jahr, 11 Monate her  
Stumm nickte Alastor und deutete auf die Kiste, die ganz hinten in der Jurte stand. „Die Überreste sind dort drin. Ich habe sie zusammengesucht und dort aufbewahrt.“ Er warf einen Blick auf die schlafende Frau auf seinem Lager und sah dann wieder Ravan an. „Wir müssen es gemeinsam tun? Dann lass uns aufbrechen. Wir treffen uns bei Sonnenaufgang an deiner Jurte.“

Als seine Schwester gegangen war, zog er sich an und beugte sich zu Lyssandra herunter. „Ich muss weg.“, flüsterte er ihr zu. „Die Götter scheinen ein Opfer zu verlangen und Ravan und ich werden es ihnen geben. Wir werden bald wieder zurück sein.“ Er gab ihr einen Kuss auf die Stirn, nahm seinen Speer und seinen Bogen und verließ die Jurte. Er kraulte Karfax kurz am Kopf bevor er sich aufmachte sein Pferd zu holen.

Bei Sonnenaufgang fand er sich bei Ravan ein. Sie saß bereits auf ihrem Pferd und wartete auf ihn. „Hier bin ich. Nun lass uns jagen gehen. Und vielleicht kannst du mir ja unterwegs sagen, was du gesehen hast.“ Er lenkte seinen kleinen struppigen Hengst neben sie. „Ich denke, die aufgehende Sonne sollte unser Ziel sein. Ich habe es im Gefühl. Dort werden wir ein würdiges Tier finden.“
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Lilya

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Re:Kinder des Drachen      01.06.2010 23:57:38 --- 1 Jahr, 11 Monate her  
Ravan blinzelte in Richtung der aufgehenden Sonne und ihr Blick wurde verträumt. Mit nur leichtem Druck lenkte sie die Stute in die Richtung die ihr Bruder ihr angegeben hatte. "Vielleicht hast du Recht." Sie ritten eine Weile schweigend während die Sonne sich immer weiter über den Horizont erhob.

Innerlich war sie sich sicher dass sie das Zeichen richtig gelesen hatte, doch sie wollte Gewissheit. Die Seherin fasste ihre ungekämmten Haare im Nacken zusammen bevor sie ihrem Bruder eine Kurzfassung ihrer Vision gab.
"Ich brauche Gewissheit, aber wir müssen das Schwert neu schmieden. Und das Blut des Drachen muss weiter gegeben werden." Der grüne Blick fiel eindringlich auf Alastors Gesicht. "Was sind deine Pläne für Lyssandra und dich? Hast du Pläne?"

Der Hügel aus ihrem Traum war zu ihrer linken Seite, nicht allzuweit vom Palisadenzaun von Sumya entfernt. Es wäre recht einfach den Zaun um den Hügel zu erweitern und er würde einen perfekten Ort für die Wiedergeburt des Schwertes abgeben.


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Lamorak

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Re:Kinder des Drachen      03.06.2010 21:40:10 --- 1 Jahr, 11 Monate her  
Ravans Worte ließen ihn kurz stocken. „Welche Pläne ich mit ihr habe? Ich will sie zu meiner Gefährtin machen. Und vielleicht auch Kinder mit ihr haben. Aber darüber habe ich bisher noch nie mit ihr gesprochen. Jedoch dachte ich, dass wir nun eine Jurte teilen, ist Aussage genug.“ Sie ritten weiter. Das Dorf hinter ihnen wurde immer kleiner, bis es ganz aus ihrem Sichtfeld verschwand. „Und warum willst du das alte Schwert neu schmieden? Hat Marha dir das etwa aufgetragen?“ Nach einer Weile änderten sie die Richtung und ritten nach Norden. Dorthin wo es ein paar Wälder gab.
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Lilya

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Re:Kinder des Drachen      03.06.2010 23:13:11 --- 1 Jahr, 11 Monate her  
"Ist es Aussage genug?" Ravan liess ihre Stute neben Alastor aufholen und sah ihrem Bruder eindringlich ins Gesicht. "Nicht nur denke ich dass es für Lyssandra eine Ungewissheit ist, sondern für auch für die Sippe."

In der Ferne sah sie eine Gruppe Wildschweine in einem der kleinen Wälder verschwinden und griff nach ihrem Speer.
"Die Ahnen haben mir eine Warnung geschickt. Wir dürfen sie nicht vergessen, und das Schwert des Drachen ist das perfekte Symbol. Wir schmieden unsere eigene Zukunft und die Zukunft des Volkes. Und Kinder gehören dazu."
Ravan liess die Stute anhalten und band sich die Haare neu im Nacken zusammen. "Ich denke nicht das Kinder von meinem Blute gute Anführer unses Volkes sein würden." Sie zwinkerte ihm zu und trieb mit einem heiseren Schrei die Stute vom Stand in den Galopp. "Ich brauche es lebend!"


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Re:Kinder des Drachen      09.06.2010 21:06:28 --- 1 Jahr, 11 Monate her  
„Lebend?“ Alastor schüttelte den Kopf, bevor er seinem kleinen Hengst die Fersen in die Seite stieß. „Wildschweine lebend fangen. Sie muss zu viel Arkhi getrunken haben.“ Und schon schoss er hinter ihr her.

Am kleinen Wäldchen angelangt, in dem die Rotte verschwunden war, sprang er aus dem Sattel und griff nach seinem Bogen. Er wusste dass sein Pferd hier auf ihn warten würde. Nahezu lautlos drang er in den Forst ein und versuchte die Spur der Tiere zu finden. Dies war nicht weiter schwer. Umgeknickte Zweige an den Büschen und nieder getrampelte Pflanzen wiesen ihm den Weg. Das Jagdfieber hatte ihn gepackt und so achtete er gar nicht darauf, wo Ravan bleib. Schnell hatte er den Rand des Waldes hinter sich gelassen, das Unterholz wurde dichter und es wurde schwieriger, sich leise fort zu bewegen. Ein leises Grunzen ließ ihn inne halten. Er hatte die Rotte eingeholt. Es waren mehrere Bachen und ein paar Jungtiere vom letzten Jahr. Das würde es etwas einfacher machen. Regungslos beobachtete Alastor die Wildschweine und suchte sich sein Opfer aus. Dort, etwas abseits durchwühle eines der Jungtiere den Boden auf der Suche nach Würmern oder Maden. Langsam zog er einen Pfeil aus dem Köcher, sehr darauf bedacht, keine schnelle Bewegung zu machen, welche die Tiere aufschrecken würde.

Die Bogensehne schnellte nach vorn und der Pfeil traf das Schwein in den Hinterlauf. Blitzschnell entstand Unruhe in der Rotte und die Tiere sprangen davon. Auch das getroffene Jungtier rannte weg. Oder versuchte es jedenfalls. Der Pfeil hinderte es jedoch daran den anderen Borstentieren schnell zu folgen. Dennoch musste sich der Sarmate anstrengen, es nicht aus den Augen zu verlieren.

Endlich hatte er seine beute gestellt. Zitternd stand das Tier vor ihm. Und auch wenn das Wildschwein erschöpft war, stand Alastor das Schwierigste noch bevor. Das Tier überwältigen und lebendig zurück zu seiner Schwester bringen.

Die Sonne hatte den höchsten Punkt ihrer Bahn schon überschritten, als der Drachensohn aus dem Wald kam. Kratzer auf den Armen und sein Hemd, welches nur noch in Fetzen an ihm hing, zeugten von dem harten Kampf, den er hinter sich hatte. Wie erwartet wartete sein Hengst auf ihn und graste. Müde warf er das nur noch ab und zu zappelnde Schwein, welches nun fast wie ein Paket verschnürt war auf den Boden und ließ sich daneben nieder. Sanft legte er eine Hand auf den Kopf des Tieres. „Du wirst ein gutes Opfer werden. Du solltest dich geehrt fühlen.“
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Letzte Änderung: 2010/06/09 21:07 von Lamorak.
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Re:Kinder des Drachen      10.06.2010 23:51:50 --- 1 Jahr, 11 Monate her  
"Vielleicht sollte ich dich opfern.. du würdest dich sicherlich gut machen so lange dein Herz noch vom Kampfe schneller schlägt". Lautlos war Ravan an ihren Bruder und sein Opfer herangetreten. Ihr grüner Blick fiel abwägend auf das Wildschwein und sie nickte kurz. "Du und ich, wir müssen auch ein Opfer bringen." Ihre Stimme klang noch immer verträumt und sie starrte für einige Augenblicke blicklos in die Ferne bevor sie ihren Bruder wieder allein liess.

Kurz darauf kehrte sie mit einigen kräftigen Ästen wieder die sie mit Hilfe ihres Gürtels sowie einigen Lederstriemen aus ihrem Pack zu einem notdürftigen Travois verarbeitete. "Das sollte halten", erklärte sie endlich und zurrte das Gestell an ihrem Sattel fest. Zaheen tänzelte ein wenig, beruhigte sich aber schnell und zusammen mit Alastor gelang Ravan es das junge Wildschwein sicher an den Travois zu fesseln. Das Tier zappelte erst ein wenig, schien sich dann aber seinem Schicksal zu ergeben und gemeinsam ritten die Geschwister wieder dem Dorf entgegen. Ravan leitete ihren Bruder zu dem Hügel und wies ihn an das Schwein von seiner Trage zu befreien während sie selbst ins Dorf ritt um die Dinge für ein Feuer zu beschaffen.

Am späten Nachmittag flackerte endlich ein Feuer und die Seherin hockte vor den Flammen mit einem nachdenklichen Ausdruck im Gesicht. Ihr Puls schlug laut und schnell in ihren Adern und ihre Handflächen fühlten sich feucht an, viel zu viel hing an dieser Vision und sie hatte fast Angst vor der Gewissheit. Mit einer beruhigenden, fast liebevollen Geste strich sie dem jungen Wildschwein neben sich über die Flanke. Unter den rauen Borsten zitterte es und Ravan fuhr fort es zu streicheln bis das Zittern versiegte. Die kleinen Augen hielten sie genau im Auge. "Halte den Kopf fest, Alastor", murmelte sie leise und zog die Obsidianklinge von ihrem Gürtel.
Mit einem gehauchten Wort an die Ahnen zog sie die scharfe Schneide über die Brust und den Bauch des Opfertieres, tief genug um die Eingeweide aus der Bauchhöle quellen zu lassen.
Schnell zog sie das Messer durch die Kehle des Schweins und noch während das Blut rhythmisch über sie und ihren Bruder spritzte fing sie einiges des kostbaren roten Blutes mit einem Holzbecher auf.

Nervös fiel ihr Blick auf die Därme die sich über den Boden vor ihren Füssen ergossen hatten und griff ins innere des Wildschweins um die Leber heraus zu schneiden. Das Organ wog schwer in ihren Händen als sie es begutachtete und nach den Zeichen suchte, welche ihre Mutter ihr damals gezeigt hatte.
Ihre tiefrot gefärbten Hände drehten die Leber noch einmal um und legten sie abschliessend vorsichtig in die Flammen wo sie sofort brutzelte und der Geruch die Luft erfüllte.
Als der schwere Rauch sich über die Flammen erhob schien sich auch ihre Stimmung zu heben und ein Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. "Du solltest einen Schmied suchen. Und Lyssandra endlich fragen ob sie dir ein Kind gebären will. In euch wird das Blut des Drachen weiterleben."

Über das tote Tier hinweg griff die Seherin nach dem linken Arm ihres Bruders und ritzte flink und flach mit dem Messer hinein. Sie fing die austretenden Blutstropfen mit dem Becher ein und tat dann dasselbe mit ihrem eigenen Arm. Sie rührte mit dem Finger in dem Becher und stand auf.
"Für die Ahnen. Für Marha. Für unsere Sippe und für den Drachen", proklamierte sie über dem Feuer und goss das noch immer warme Blut langsam in die Flammen wo es zischend verbrannte.

Mit dem verkochenden Blut schien sich ein Schleiher der Müdigkeit über sie zu legen und die Drachentochter schwankte leicht. "Das Schwert muss neu geschmiedet werden." Mit diesen Worten überreichte sie ihrem Bruder die Scharte die sie seit jener Nacht behalten hatte und seit dem Morgen am Gürtel getragen hatte.


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Re:Kinder des Drachen      19.12.2011 19:59:42 --- 5 Monate her  
Von Schmerzen gepeinigt ließ sich Alastor auf sein Lager fallen. Der Sturz vom Streitwagen bei den Spielen, hatte wohl doch größeren Schaden verursacht, als er sich selber eingestehen wollte.
Zwar hatte der Balchon am Folgetag noch gegen seine Tochter im Duell bestehen können, aber dieser Kampf war härter gewesen als gedacht. Einzig seine jahrelange Erfahrung im Umgang mit dem Schwert hatte ihn davor bewahrt gegen Aleyah zu unterliegen.

Ein feiner Schweißfilm bedeckte seine Stirn, als der Anführer der Sarmaten sich noch einmal aufrichtete und seine Leibwächterin ausschickte, seinen ältesten Sohn zu rufen. Tief im Inneren spürte er, dass er seiner Frau und seiner Schwester bald folgen würde. Doch vorher gab es noch einiges zu tun. Ein leichtes Lächeln umspielte Alastors Lippen, als er an die Vergangenheit dachte. Wie er damals mit seiner Schwester nach Sumya gekommen war und die Macht an sich gerissen hatte. Kriegszüge und glorreiche Schlachten zogen an seinem geistigen Auge vorbei. Blut und Tod waren halt schon immer treue Begleiter der Drachenkinder gewesen.

Ein leises Rascheln vom Eingang her riss den Sarmaten aus seinen Gedanken. Sein Sohn hatte die Jurte betreten.
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Letzte Änderung: 2011/12/19 22:21 von Aleyah. Grund: Name korrigiert
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