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Begegnungen in Alexandria 17.01.2010 14:52:20 --- 2 Jahre her
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Aus den Tagebüchern des Raziel
Die Geschichte hat uns gelehrt, dass es nicht immer die großen Kriegsherren sind, die ein Land formen und bewahren und es nicht zwingend die Politiker und Könige sind, die einem Reich ein Gesicht verpassen. Oftmals sind es einfache Bürger, die selbst einen Pharao oder Wesir zum Staunen bringen können. In einer gigantischen Stadt wie Alexandria herrscht sicher kein Mangel an interessanten Menschen, doch manche vermeintlich "kleinen Leute" haben von den Göttern eine Aura der Erhabenheit verliehen bekommen, die - auch wenn sie manchmal unter der Frechheit und Eigensinnigkeit verborgen ist - sie zu Menschen machen, von denen man noch in einigen Jahrhunderten sprechen wird. So eine Person ist Nefertari.
Die Robe des Kriegers war schon lange völlig durchnässt, seine Stiefel vom lehmigen Schlamm der Straßen bedeckt, die vom Regen rutschig und matschig geworden waren. Raziel kümmerte es nicht, seine Gedanken kreisten immer noch um die Tatsache, dass das ägyptische Großreich von jemandem verraten worden war, jemandem der einen vertrauenswürdigen Eindruck gemacht hatte. Es würde ihnen eine Lehre sein sich nicht mehr auf die aalglatten Worte und heftigen Ambitionen von Fremden einzulassen. As Sa Id war verloren für das Großreich und wilde Barbarenstämme besetzten den Grenzstreifen zwischen Phönizien und dem Großreich Ägyptens. Diese Niederlage machte dem Wesir schwer zu schaffen, denn sie konnte mit keiner Armee ungeschehen gemacht werden und mit keinem Kniff der Außen- oder Innenpolitik. As Sa Id brauchte eine Armee, die den Landstrich beschützen und halten konnte und gerade dafür waren nicht genug Krieger zur Verfügung.
Völlig in Gedanken versunken, nach einer Lösung für das Problem suchend, stapfte er durch die Straßen des Hafenviertels und nicht einmal für den gewaltigen, strahlenden Leuchtturm hatte er einen Blick übrig. Wie er es auch drehte oder wendete, es schien keine einfache Lösung zu geben und wenn es überhaupt eine gab, so konnte er sich beim besten Willen nicht ausmalen, wie diese Lösung aussehen konnte. Selbst wenn sie immer und immer wieder die Barbarenstämme niedermetzeln würden, hätten sie dadurch nichts erreicht, denn Barbarenvölker gab es viele im Niltal und viele würden sich dort niederlassen, wo die Herrschaft des Pharaos und der Zivilisation nur formell ausgeführt wurde.
"Sollen sie das Land haben", knurrte der Krieger und beschleunigte seinen Schritt. Er dachte an die jüngste Vergangenheit des Großreichs und mußte Lächeln. Er hatte Ägyptens Armeen weit nach Osten getrieben und eine Region nach der anderen erobert, westlich, südlich und östlich Alexandrias waren die Krieger des Pharaos unter seinem Kommando erfolgreich gewesen und immer mehr Landschaften wurden dem Reich zugesteuert. Dennoch nagte der Verrat an ihm, war es doch nicht der erste in den vergangen Jahren. Eine andere Hatia war bereits zur Verräterin geworden und hatte das Land viele Silbermünzen gekostet. Es war zwar nicht sonderlich selten, dass eine gewisse Fluktuation an Kriegern bestand in einem Großreich, doch schmerzte es um so mehr, wenn ganze Landstriche verwahrlosten, weil deren Herren oder Herrinnen sich des Hochverrats strafbar machten und die Ländereien Ägyptens verließen.
Raziel bemerkte, wie er da lief, weder das er direkt auf eine junge Frau zuging, noch, dass die junge Frau mindestens ebenso in ihren Gedanken versunken war, wie er selbst. Erst der Zusammenprall riß ihn jäh aus seinem halbwachen Zustand und er sah gerade noch, wie die Frau mit den grauen Augen nach hinten fiel.
Seine Reflexe waren geschult und er war darin jahrelang unterrichtet worden Situationen im Bruchteil einer Sekunde zu überblicken und geeignete Maßnahmen zu treffen, so war es nicht verwunderlich, dass er die Hand der Frau fest in seiner hielt, bevor deren Gewand den Boden auch nur gestriffen hatte. Ein freundliches Lächeln umspielte die Lippen des Wesirs und in seinen Augen lag bereits die Entschuldigung, die er aussprechen wollte, als er einen leichten Zug an seiner Robe feststellte. Der Blick seiner ungewöhnlich grünen Augen glitt von ihren Augen ab auf die Schulter ihres freien Armes, diesen Entlang bis zu ihrer Hand, die sich mit den gleichen, blitzschnellen Reflexen an ihm festgekrallt hatte, mit der auch er sie gefasst hatte. Für einen Moment konnte er sie nur anschauen, bevor er ihr höflich aufhalf und sich ihre Stirn ansah.
"Ich nehme an es wird eine kleine Beule geben, Kriegerin, beeindruckende Reflexe."
Seine Worte waren respektvoll, ebenso wie seine leichte Verbeugung, die ihr zeigte, dass er sie als eine gleichberechtigte Kriegerin ansah, auch wenn er selbstverständlich einen höheren Rang bekleidete und den mächtigeren Titel trug. Sein Blick fing wieder den ihrer Augen ein und wieder stahl sich ein Lächeln auf seine Lippen.
"Dürfte ich euch als Wiedergutmachung für meine Gedankenverlorenheit und Unachtsamkeit in mein Haus einladen und euch als Entschuldigung einen süßen Wein anbieten?"
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Letzte Änderung: 2010/01/17 14:59 von o o o.
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Re:Begegnungen in Alexandria 17.01.2010 17:00:13 --- 2 Jahre her
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Die Ausbeute des Tages war alles andere als das es für eine Mahlzeit in ihrem knurrenden Magen gereicht hätte. Als es dann aber auch noch zum Regnen begonnen hatte, war es ganz um ihre Laune geschehen. Lautlos bittet sie Sachmet sie möge ihr doch helfen …
Jeder versuchte so schnell es nur ging wieder ins Trockene zu kommen und die im Regen durch die Straßen und Gassen liefen, waren zu konzentriert als das sie einen Versucht hätte wagen können. Wieder einmal fragt sie sich warum sie ausgerechnet nach Alexandria gegangen war. Wie hatte sie nur so dumm sein können und geglaubt hier ihr Glück zu finden?!
In den Provinzen rings um die Stadt, hatte sie gut gelebt. Die Menschen dort waren nicht so misstrauisch und hatten die jungen Frau bei sich arbeiten lassen. Sie hatten ihr ein Dach über den Kopf und genug zu Essen gegeben. Und man hatte sie nicht bei dem ersten Blick schimpfend davon gejagt. Sogar eine Ziege hatte man ihr zum Abschied geschenkt. Gut die Ziege war alt und gab nicht mehr viel Milch, aber sie hatte sich dennoch gefreut über diese Geste.
Inzwischen war die Ziege gegen den alten Umhang getauscht worden der ihr nun kaum noch Schutz vor dem Regen bot. Missmutig stapft sie weiter und versucht das knurren ihres Magens zu ignorieren. Irgend ein reicher Mann würde ihr schon noch vor die Füße laufen … oder zumindest das es endlich zum regnen aufhörte!
Doch Sachmet scheint sie nicht erhört zu haben den es sah nicht so aus als würde der Regen vor dem Abend noch einmal aufhören. Im Gegenteil vom Meer her drückten dicke Wolken ins Landesinnere.
Sicher würden sich dort einige Menschen freuen über das viele Wasser … aber Nefertari hier und heute nicht!
Noch tiefer versucht sie die Kapuze des alten Umhangs zu ziehen um wenigstens ihre Haare trocken zu halten. Mit hochgezogenen Schultern und mehr auf ihren Weg achtend setzt sie ihren Weg fort. Es gab im Hafen immer ein paar Fischer die gerne einen Fisch teilten wenn man sich im Gegenzug ihre Geschichten anhörte und ihnen das eine …
Jäh wurde sie aus ihren Gedanken gerissen als sie gegen eine Person stieß, die scheinbar wie alle andern auch auf der Flucht vor dem Regen war. Jedenfalls nahm sie das aufgrund des starken Aufpralls an, der sie fast umgeworfen hatte.
Nur in letzter Sekunde fing sie sich ab, indem nach dem Ärmel der Robe griff. Sich jetzt auch noch in den Matsch setzten wäre nur der Höhepunkt des Tages geworden, und DAS wollte sie unter allen Umständen vermeiden.
Der Fremde war jedoch schneller und verwundert stellte sie fest, dass er ihre Hand hielt, weswegen sie ihre andere Hand an seiner Robe vergaß und sich dessen erst wieder Bewusst wurde als der Fremde sie auch bemerkte.
Zu ihrer Verwunderung beschimpfte dieser sie jedoch nicht gleich als Dieb sonder half ihr wieder zu einem sichern Stand.
Mit offenen Mund mustert sie den Mann und wenn ihre Finger sie nicht sehr getäuscht hatten, war dieser sicher wohlhabend, anders könnte man sich so einen Stoff nicht leisten. Langsam dringen auch seine Worte zu ihrm Ohr und unbewusst fährt sie sich über die Stirn. Wieso sollte sie eine Beule …? „… in mein Haus einladen und euch als Entschuldigung einen süßen Wein anbieten?"
Wieder meldet sich ihr Magen zu Wort, wenn auch diesmal nicht ganz so lautstark und ohne das sie viel dagegen tun konnte formte sich ein Plan in ihren Kopf.
Zaghaft nickt sie und schwankt ein wenig so als sei sie einer Ohnmacht nahe.
„Ich nehme Eure Einladung an und hoffte das Euer Haus nicht zu weit entfernt ist. Unser kleiner Zusammenstoß war vielleicht doch härter als es den Anschein hatte.“
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Re:Begegnungen in Alexandria 19.01.2010 19:31:50 --- 2 Jahre her
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Aus den Tagebüchern des Raziel
Wenn ich die Frage beantworten müsste, was meine Entscheidung am meisten beeinflusst hat, Nefertari auszuwählen meine Schülerin zu werden, wäre die Antwort "ihre Augen". Als ich ihr in die grauen Augen blickte, die vom weiten viel dunkler erschienen als aus der Nähe, wußte ich, dass ich ihr vertrauen kann. Ich wußte, das ein harter Weg vor uns beiden liegt, doch trotz ihrer anfänglich abweisenden Art sah ich schon im ersten Augenblick, dass sie bereit sein würde diese Bürde der Verantwortung und des Drucks zu tragen. Wie man so schön sagt:
"Die Augen sind das Fenster zur Seele"
Die junge Frau, deren Namen er noch nicht kannte, war sichtlich beeindruckt von seinem Haus und lächelnd überlegte Raziel, was sie wohl sagen würde, sollte sie je seinen Palast an der Oase Siwa zu Gesicht bekommen. Nachdem er ihr die Tür geöffnet hatte, betraten sie gemeinsam den Raum. Der Raum war groß, aber gemütlich, der Boden mit Teppichen ausgelegt und viele, weiche Kissen bedeckten den Boden um sich darauf niederzulassen.
Er hatte sich bereits im Voraus bei ihr dafür entschuldigt, dass das Haus nicht so schön und groß sei wie sein Palast an anderer Stelle, doch als er nun sah, wie sie das Zimmer betrachtete, fühlte er sich sichtlich beschämt.
"Es...es tut mir leid, ich muss furchtbar arrogant auf euch wirken, schöne Frau. Es war nicht meine Absicht, euch in Verlegenheit zu bringen. Mein Name ist übrigens Raziel und nun seid herzlich willkommen in meinem Hause." Er sprach die Worte leise und bedächtig, doch die Wirkung, die er erzielte war nicht ganz die, die er erwartet hatte. Sie blickte ihn aus ihren grauen Augen an, dann rollten sie nach oben und jegliche Farbe wich ihr aus dem Gesicht, als sie in Ohnmacht fiel.
Noch als er sie im Fallen fing und in sein Schlafzimmer trug, fragte er sich - zugegeben ein wenig amüsiert - ob sie das Angebot eines Bades überhaupt gehört hatte, doch er vermutete, dass einige Faktoren zu ihrem vorübergehenden Kontrollverlust geführt hatten. Nicht zuletzt wohl die Erwähnung seines Namens.
Eine seiner Sklavinnen trocknete sie ab und kleidete sie um, während Raziel seine Köchin bat ein paar Früchte und Brot, sowie etwas Fleisch für die junge Frau vorzubereiten. Wieder in seinem Schlafgemach angekommen, war Nefertari umgekleidet und trocken, sodass er sie in sein Bett legen konnte, ohne zu riskieren, dass seine seidenen Laken durch das Wasser nachhaltig beschädigt wurden. Er genoß den Luxus, aber er war kein Verschwender. Mit einem Buch setzte er sich auf ein Kissen nahe des Bettes und erwartete ihr Erwachen.
Als es schließlich soweit war, hatte er gehofft, dass sie ihm zuhören würde, doch alle seine Worte schienen mehr oder weniger auf taube Ohren zu stoßen. Alle Versuche ihr klar zu machen, dass er sie gerne unter seine Fittiche nehmen, sie ausbilden und für ihre Dienste zum Wohle Ägypens bezahlen wollte, wurden entweder mißverstanden oder abgeschmettert, bis sie sich darauf einigten, dass sie einige Tage Bedenkzeit benötigen würde. Eine Wendung, die zumindest die Hoffnung darauf, dass sie sein Angebot annehmen würde, nicht vernichtete. Gegen ihren Willen, aber mit Bestimmtheit hatte er zu ihren Sachen einige Silberstücke und etwas zu Essen legen lassen und still seufzte er, als er ihr nachblickte, wie sie aus dem Haus verschwand.
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Re:Begegnungen in Alexandria 19.01.2010 19:38:03 --- 2 Jahre her
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Die ersten paar Tage schafft sie es erfolgreich den seltsamen Zusammenstoß gänzlich zu verdrängen. Immer wenn ihre Gedanken in Richtung des durchaus verlockenden Angebots gingen, zwang sie sich daran zu denken wie Frei und glücklich sie doch war.
Sachmet war ihr auch gnädig und Nefertari machte ein paar gute Griffe so das sie sich auch ohne die Hilfe des Wesirs mal wieder ordentlich satt essen konnte. Selbst das Wetter wurde wieder freundlich und so konnte sie den kleinen Zwischenfall endgültig in die hinterste Ecke ihrer Erinnerungen verbannen.
Doch Tage später sollte sich das Blatt wieder wenden. Nefertari war auf einem belebten Markt unterwegs. Sie sah sich ein paar Stoffe an, verhandelte hier und da mit den Händlern und suchte dabei nach einem geeigneten Opfer. Schnell fand sie auch eine Frau die offensichtlich sehr Wohlhabend war.
Eine weile folgte Nefertari der Frau um auf eine gute Gelegenheit zu warten.
Und tatsächlich wurde ihre Geduld belohnt und Nefertari kam nahe genug an die Frau heran um sie um ein paar Silbermünzen zu erleichtern …
Doch mitten in der Bewegung erstarrt Nefertari und blickt auf das Schmuckstück das die Ägypterin um den Hals trug.
Über das Schmuckstück schiebt sich ein Gesicht und es passte mit der Augenfarbe perfekt überein. In dem Moment wo sich ihr schlechtes Gewissen rührte, grellt ein hysterischer Schrei über den Markt und Nefertari wird sich bewusst das sie ihre Hand noch immer auf halber Höhe zum Diebstahl hielt.
Aus den Augenwinkeln sah sie Soldaten die sich einen Weg durch die Menge bahnten. Die junge Frau wusste nur zu gut was ihr blühte wenn sie gefangen genommen werden würde und so riss sie sich von einem Marktbesucher los der sie festhalten wollte und rannte los.
Sie versuchte in der Menge unterzutauchen doch die Soldaten waren schon zu nah und machten sie schnell wieder aus. Hektisch und leicht in Panik versuchte sie zwischen den Marktständen zu kommen um sich so zu verstecken, doch Sachmet hatte sich wieder gegen sie gewandt und was sie auch versuchte die Soldaten blieben ihr auf den Fersen.
Erst als sie in einer kleinen Seitengasse auf das Dach eines Einstöckigen Hauses kletterte verloren die Männer ihre Spur und Nefertari konnte aufatmen.
Schwer atmend lag sie sich auf dem flachen Dach und starrt in den Himmel. Ihr Herz schlug heftig an ihre Brust und sie zitterte am ganzen Leib. Noch nie war es so eng gewesen.Sie war doch sonst immer so vorsichtig … was war nur passiert?
Wieder kommt ihr das Schmuckstück der Frau in den Sinn und dann fiel es ihr wieder ein warum sie fast geschnappt wurde.
Raziel … Wesir Raziel wartete noch immer auf die versprochene Antwort. Sie war zu feige den Mann noch einmal unter die Augen zu treten. Teils aus Angst das er sie davon jagte, doch auch weil sie wusste das sie ihm nicht sagen konnte das sie sein Angebot nicht annehmen wollte.
Seine Augen irritierten sie zu sehr … es war nicht einmal die ungewöhnliche Farbe, nein. Es war dieser Blick. So als könne er in sie hineinsehen und alles sehen was sie sich selber nicht einmal ein gestand!
Aber ihr war auch Bewusst das es immer wieder zu so einem Zwischenfall wie eben kommen konnte. Sie war einfach zu Ehrlich als das sie den Mann einfach so vergessen konnte und schließlich hatte sie es ihm ja versprochen sich zu melden.
Bis in den Abendstunden bleibt Nefertari auf dem Dach liegen und versucht einen Weg zu finden wie sie ihren Stolz behalten aber den Wesir nicht wieder sehen musste.
Als die ersten Sterne am Abendhimmel zu sehen sind, beschließt sie zum Haus des Mannes zu gehen und ihm zu sagen das sie sein Angebot nicht annehmen würde!
Mit diesen Vorsatz klettert sie wieder vom Dach und schleicht sich durch dunkle Gassen bis zum Haus des Wesirs.
Mit klopfenden Herzen steht sie davor und wagt es nicht anzuklopfen. Nervös kaut sie auf ihre Unterlippe und versteckt sich dann in einer kleinen Seitengasse. Das Haus hält sie im Blick. Irgendwann würde der Wesir sicher auftauchen und dann würde sie zu ihm gehen und ihm kurz sagen das er nicht mehr auf sie zu warten brauchte und dann würde sie wieder ihre Wege gehen … Ja so hatte sie es vor zu tun!
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Re:Begegnungen in Alexandria 27.01.2010 21:21:31 --- 2 Jahre her
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Aus den Tagebüchern des Raziel
Noch heute kann ich meine kleine Schattenkriegerin vor mir sehen. Ihre grauen, beunruhigenden Augen fest in meine blickend und ein entschlossener Gesichtsausdruck auf ihrem jugendlichen Gesicht. Ich höre ihre Stimme, in der der Brustton der Überzeugung mitschwingt, als sie mir sagt "Wesir Raziel, ich danke euch für euer Angebot, aber ich muss es leider ablehnen". Auch die Erinnerung an mein Herz, dem ein empfindlicher Stich versetzt wurde mit diesen Worten, ist noch frisch. Dennoch waren es ihre Augen, die mir verrieten, dass sie mich belogen hatte...
Der Abend brach in Alexandria immer langsam herein und kündigte sich stets dadurch an, dass ein dünner, unendlich lang scheinender Schatten sich über die Stadt legte. Wie eine gigantische Sonnenuhr wirkte der Leuchtturm von Alexandria und verdeckte das Heiligtum der Ägypter. Raziels Palast in der riesigen Stadt lag im Schatten, ebenso wie die kleine Gasse zur Seite seines Anwesens, als er von einem langen Tag der Besprechungen beim Pharao heimkehrte. Der junge Wesir war so müde wie schon lange nicht mehr und sehnte sich nur nach den weichen Kissen seines Bettes und nach einem Schluck des Weines, doch seine Kriegerinstinkte waren nach wie vor vollends intakt, sodass er die düster gekleidete Gestalt, die in der Seitengasse auf ihn lauerte, selbstverständlich bemerkte.
Es war Nefertaris Glück gewesen, dass er nicht nur eine Gestalt bemerkt, sondern sie auch erkannt hatte, denn als sie nun, da er in Begriff war seinen Palast zu betreten, ihre Hand auf seine Schulter legte, wäre es für den Kriegsfürsten des ägyptischen Großreiches ein Leichtes gewesen, sie mit seinen Dolchen zu ermorden, bevor sie dazu kam auch nur ein Wort an ihn zu richten.
Dennoch musste Strafe sein, dachte Raziel grinsend und drehte sich blitzschnell zu ihr herum, in dem Augenblick, da ihre Hand seine Schulter berührte, packte ihr Handgelenk und drehte es auf den Rücken, während er seinen anderen Arm um ihren Hals schlang. In sanfter und melodischer Stimme spricht er zu ihr.
"Ganz so gut bist du noch nicht, Kleines." Lächelnd ließ er sie los und nickte ihr zu. "Trotzdem bin ich beeindruckt, wie gut du dich verstecken kannst, ich hätte nicht gedacht, dass du schon jetzt so gut bist." Nachdem er sie losgelassen hatte, bemerkte er erst richtig ihre Nervosität, ihre Unentschlossenheit und blickte sie nun, ruhig und freundlich an. "Ich sehe dir an, dass du mir etwas zu meinem Angebot zu sagen hast und deine Augen sagen mir deutlich, dass es etwas Negatives sein wird, habe ich recht? Ihr Nicken bestätigte seine Vermutung, ihre Worte zogen einen Schlußstrich unter die Aussage. "Verzeiht mir Wesir, aber ich kann euer Angebot eure Schülerin zu werden nicht annehmen."
Er schlug seine Kapuze zurück und sie konnte seine Müdigkeit deutlich sehen. Seine Haare, die sonst zwar lockig, aber gepflegt zurückgekämmt und fast bis auf seine Schultern reichten, hingen strähnig locker an seinem Kopf und ein leichter Drei-Tage-Bart zierte seine Wangen.
"Nun, es ist nicht so, als hätte ich nicht damit gerechnet, dennoch würde ich euch bitten mich hineinzubegleiten und mir eure Entscheidung zu erklären." Auch diese Worte wollte sie verneinen, doch nach ein paar weiteren Sätzen stimmte sie letztlich zu hineinzutreten, den angebotenen Wein anzunehmen und sich mit ihm zu unterhalten. Das Gespräch zog sich bis in die späten Abendstunden und schlussendlich schaffte es der Wesir des Pharaos die junge Kriegerin zu überzeugen.
Das ägyptische Großreich hatte in den letzten Wochen und Monaten viele Rückschläge durch Verrat in hohen Ebenen erlitten. Raziel war beinahe verzweifelt, da er keine adäquate Kriegerin oder einen adäquaten Krieger finden konnte, die oder den er ausbilden konnte. Der oder dem er vertrauen konnte. Reiche Handelssöhne oder schöne Adelstöchter waren ungeeignet, da sie korrupt waren oder eben die Interessen ihrer Häuser vertraten, er war auf der Suche nach jemandem, der loyal dem Volke gegenüber war, keinerlei Grund hatte das Volk zu verraten, keinerlei Grund hatte IHN zu verraten oder Illoyalität gegen die Ideale eines Postens in der ägyptischen Führung zu beweisen. Kurz, er suchte jemanden wie Nefertari, der er vertrauen konnte, die keinerlei Eigennutzen für sich oder ihre Familie oder ihre Gilde oder ihre Kirche oder sonstwen suchte. Es dauerte lange ehe er sie soweit hatte, dass sie ihm zustimmte seine Schülerin zu werden und mit ihm zu seinem Palast an der Oase Siwa zu reisen, um dort von ihm die Kunst des Kampfes zu erlernen, gefolgt mit einigen Lektionen in der Kunst der Diplomatie und der Politik, sowie der Kriegsführung. Ob es nun sein Blick, der Wein oder seine Argumente waren konnte man nicht sagen, vermutlich eine Mischung aus den drei Faktoren, Raziel jedenfalls sah der jungen Frau nach einem Krug Wein ihren Zustand an und mit einem sanften Lächeln sprach er die Worte, die ihr Leben endgültig verändern sollten.
"Wir sollten nun schlafen gehen, Schattenkriegerin Ägyptens, denn morgen werden wir des Abends unseren Weg in Richtung der Wüste beginnen, die Wüste werden wir durchqueren um uns an einem stillen Ort wiederzufinden, idyllisch inmitten der Wüste gelegen und ideal für unser Vorhaben..."
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Letzte Änderung: 2010/01/27 21:22 von o o o.
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Re:Begegnungen in Alexandria 28.01.2010 12:03:18 --- 2 Jahre her
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Nefertari schlägt die Augen auf und blickt nach oben. Wie spät es wohl schon war?
Die Sonne stand hoch und sicher war es schon Nachmittag. Bald würde er erwachen und sie würden weiterreisen.
Schnell schließt sie wieder die Augen und lauscht in die Einsamkeit der kleinen Oase in der sie für den Tag Schutz vor der Wüste gesucht hatten.
Er … Da war es wieder. Sie war nicht allein.Nicht weit von ihr, ebenfalls im Schatten der Palmen, lag Wesir Raziel und schlief. Jedenfalls, ließen seine regelmäßigen Atemzüge das vermuten ob es auch so war konnte sie bei diesem Mann nie wissen.
Ohne sich zu bewegen, aus Angst er könnte erwachen... oder war es eher weil sie sich nicht bewegen wollte da jede Faser ihre Körpers schmerzte ...lag sie da und schickte ihre Gedanken zu den vergangenen beiden Tagen und Nächten.
Noch immer war sie sich unsicher darüber, ob Sachmet sie nun verflucht oder gesegnet hatte. Alles hatte sich verändert. Ihr gesamtes Leben war ihr fremd und unbekannt geworden. Plötzlich war alles möglich, fast könnte man meinen das Schai bei ihrer Geburt abgelenkt wurde und ihr Schicksal nun offen da lag …
Lautlos murmelt sie zu Sachmet, sie möge ihr weiterhin helfen alle Aufgaben zu bestehen. Bis jetzt schien der Wesir mit ihr zufrieden zu sein.
Schon am nächsten Morgen hatte er mit ihrer Ausbildung begonnen. Er hatte sie getestet was sie schon konnte und woran sie noch arbeiten musste.
Schmerzhaft erinnert sie sich an so manche Lektion zurück und besonders das reiten war eine Tortur gewesen.
Wesir Raziel hatte sie immer wieder als Schattenkriegerin bezeichnet. Sie wusste nicht wie er das meinte, war sich jedoch sicher das er große Hoffnungen in sie legte. Und eben diese Hoffnung wollte sie ihm nicht nehmen.
Noch immer hat sie seinen Blick vor Augen als er ihr begann zu erzählen warum er sie so dringend benötigte. Für diesen Augenblick war er einfach nur ein Mann der Hilfe suchte. Sein Blick war weicher und nicht mehr so alles durchschauend wie zu vor. Ein klein wenig hatte sie sogar Mitleid gehabt mit einem Mann der doch alles zu haben schien.
Und vielleicht war dies auch der Grund warum sie sich ihm anvertraut hatte und nun mit ihm durch die Wüste zu seinem Palast ritt.
Was sie dort erwartete wusste sie nicht, nur das es sicher nicht einfach werden würde. Doch sie wollte es! Sie wollte kämpfen, ihr Leben ändern und endlich nicht mehr als Dreck beschimpft werden!
Stolz richtet sich die junge Kriegerin auf, dass grau ihrer Augen funkelt in der langsam untergehenden Sonne. Ihre langen dunklen Haare fallen ihr über die Schultern als sie sich erhebt und aus dem Schatten ins Licht tritt ..
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Re:Begegnungen in Alexandria 11.02.2010 21:19:35 --- 1 Jahr, 12 Monate her
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Aus den Tagebüchern des Raziel
Vertrauen ist immer etwas, das man sich verdienen oder erarbeiten muss. Diese Lektion musste auch Nefertari in ihrer Zeit zwischen unserem Kennenlernen und der offiziellen Amtsübernahme einer Hatia immer wieder erfahren. Aber sie hat es gemeistert; und auch wenn ich nie daran gezweifelt habe, dass sie es schaffen würde, hatte ich doch oft Mitleid mit dem gequälten und geschundenen Mädchen. Oft habe ich mich zur Milde verführt gesehen, dann aber zu ihrem Besten entschieden, keine Milde zu kennen. Sie hat es mir heute verziehen, auch wenn sie mich damals vielleicht gehasst hat, jedenfalls werde ich ihre Blicke und die immer öfter zu ihren Waffen wandernden Hände nie vergessen, wenn ich sie vor eine neuerliche Aufgabe gestellt hatte. Aber auch nicht das sanfte Lächeln, das ihre Lippen umspielte, wenn ich sie und mich gleichermaßen mit einem sanften Kuss belohnte...
Nach der Ankunft Raziels und Nefertaris in seinem Dorf, das rund um die Oase Siwa errichtet worden war, jener großen Oase in der Wüste westlich des Nils, die gleichzeitig die Westgrenze des ägyptischen Reiches darstellte, hatte der Kriegsfürst sich noch von der sprichwörtlichen "väterlichen Sanftheit" gegenüber seiner Schülerin hingegeben. Er ließ ihr ganze drei Tage Zeit, um sich an das neue, küstenferne Klima gewöhnen und sich zu entspannen. Der erste, längere Ritt hatte Tage in Anspruch genommen und das wo sie noch gar nicht richtig reiten konnte. Er hatte sich einen Spaß daraus gemacht sie vor sich auf dem Pferd reiten zu lassen und hatte für diese Annehmlichkeit eine kleine Lüge hervorgebracht, die das zweite Pferd betraf, mit dem sie ritten. Schlußendlich hatte Raziel seinen Willen bekommen und genoß ihre Nähe mehr, als er sich eigentlich erlauben durfte, immerhin sollte sie in erster Linie seine Schülerin werden und eine zu nahe, emotionale Bindung hätte es ihm schwer gemacht, die Härte zu zeigen, die sie als seine Schülerin erwarten musste.
Drei Tage nachdem sie sich getrennt haben, war sie - wie verabredet - in seinem Palast vorstellig geworden und nach einem kurzen Frühstück hatte er sie auf das Dach geführt. Hoch über den Dächern des Dorfes hatte er sie einen Augenblick die Aussicht genießen lassen, bevor er sie zu einem Balken geführt hatte, der am Rand des Daches angebracht war. Er stand auf zwei weiteren Balken, sodass sie gemeinsam wie ein übergroßer Türrahmen ohne Tür aussahen. Wie eine Katze kletterte sie auf seine Aufforderung hin empor und balancierte auf dem Balken, als plötzlich ein Stück Obst an ihr vorbeigeflogen kam und sie leicht aus der Balance brachte und nur langsam fing sie sich. Den weiteren Stücken Obst konnte sie besser ausweichen und ein kurzer Blick über ihre Schulter verriet ihr, dass dieses Bombardement nicht nur dem Zwecke diente, ihre Reflexe zu testen, sondern auch dazu, das Vieh im Palastgarten zu füttern, das unten bereits auf das neue Obst wartete. Nach einer Weile hörte der Hagel aus Obst auf und Raziel trat zu ihr.
"Gratulation, Schattenkriegerin, du lebst. Und das in mehr als einer Hinsicht. Instinktiv hast du das Obst wie erwartet für Pfeile gehalten. Siehst du? Nur Treffer an Stellen, die schnell verheilen, wie hier am Bein oder dort an der Schulter. Nichts lebensbedrohliches."
Und so ging es weiter. Er lehrte ihr Vertrauen, indem er sie sich blindlings vom Dach stürzen ließ, nur um dabei zuzusehen, wie sie in einem von ihm zuvor gespannten Netz landete und von dem Netz auf weiche Kissen rollte. Er lehrte sie Ausdauer, indem er sie stundenlang durch die Mittagshitze der Wüste marschieren ließ, vollgepackt mit Ausrüstung und Waffen und lederner Rüstung, bis sie kurz vor der Dehydration stand. Er lehrte sie Stärke indem er sie mit Wassereimern einen Badezuber auf dem Dach des Palastes füllen ließ, in dem er saß und die Abendsonne auf sich scheinen ließ. Und immer wieder belohnte er sie mit Lob, mit Zuneigung und kleinen Geschenken, etwa einem schönen Dolch, einem verzierten Messer, ein paar kleinen Schmuckstücken und nicht zuletzt mit der Gewissheit, dass sein Vertrauen in sie Grenzenlos war und sie nie wieder die Härte der Armut ertragen würde müssen.
Schließlich war nach einigen Wochen die Ausbildung und die Prüfung ihrer körperlichen Fähigkeiten vorbei und es stand eine viel schwerere bevor, so sprach er eines Abends, als sie gemeinsam den Sonnenuntergang beobachteten auf dem Dach des Palastes zu ihr.
"Heute Abend wird der letzte Abend sein den wir für eine gewisse Zeit miteinander verbringen werden, Schattenkriegerin...morgen wirst du aufbrechen ins Niltal und von dort aus in eine fruchtbare Gegend bei Sinai, wo du mit einigen Bauern und Arbeitern ein Dorf errichten wirst. Siehe dies als deine letzte Prüfung im Fach "Verantwortungsbewußtsein". Ich werde dich dort in einigen Wochen besuchen kommen und deinen Fortschritt betrachten und beurteilen, anschließend werde ich mich deiner Ausbildung in Kampf widmen."
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Re:Begegnungen in Alexandria 12.02.2010 12:37:13 --- 1 Jahr, 12 Monate her
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Immer wieder blickte Nefertari sich um und winkt Natalia und ihre Familie zu. Täuschte sie sich oder war da ein Umriss auf dem hohen Dach?
Schnell blickte sie nach vorne und tätschelt beruhigend den Höcker ihres Kamels.
Wesir Raziel hatte ihr eine Karawane besorgt der sie sich anschließen durfte. Man würde sie so sicher an ihr Ziel bringen … zu ihrem eigenen Dorf.
Wieder dreht sie sich um und winkt noch einmal der kleinen Gruppe am Tor zu. Sie hatte sich richtig wohlgefühlt in der Oase. Natalia und ihrer Familie hatten einen Großteil dazu beigetragen das sie sich so heimisch gefühlt hatte. Und nun waren sie nur noch winzige Punkte am Tor.
Endgültig dreht sie sich im Sattel wieder nach vorne und kämpft einen kleinen Moment mit den Tränen. Vor ihr lag wieder einmal alles offen. Sie wusste nicht wohin sie kam oder zu wem. Auch wusste sie nicht ob sie die Menschen die sie kennen gelernt hatte, je wiedersehen würde. Wobei, bei einer Person war sie sich ziemlich sicher das sie ihn sehen würde. Und auch wenn es zwischendurch nicht den Anschein hatte, sie würde sich freuen ihn wieder zu sehen …
Eine kalte Nasenspitze bohrt sich in die Innenseite ihres Oberarms und das Männliche Wesen in ihrem Bett rutsch näher an sie heran. Langsam erwacht Nefertari und blinzelt verschlafen in zwei grüne Augen.
„Na Osiris hast du dich mal wieder in mein Bett geschlichen? Du weißt doch genau das ich das nicht möchte!“
Zärtlich beginnt sie den frechen Kater hinter den Ohren zu kraulen und beschließt noch ein paar Augenblicke liegen zu bleiben.
Eigentlich mochte Nefertari keine Katzen, früher hatten sie immer besser gespeist als sie. Doch dieser kleine Kater hatte es ihr einfach angetan.
Er gehörte einer der Familien in ihrem Dorf doch Nachts hatte er sie immer besucht, hatte sich streicheleinheiten und ein paar Leckerbissen geholt und es kam auch oft vor das er bei ihr im Bett schlief.
Seufzend dreht sie sich auf die Seite und neckt Osiris Pfoten. Sie hatte heute viel zu tun und sie konnte es sich nicht leisten länger liegen zu bleiben, schon gar nicht nach der Botschaft die sie gestern bekommen hatte.
Ein Bote war vorbei gekommen und hatte ihr Mitgeteilt das Wesir Raziel in ein paar Wochen vorbei kommen wollte, um zu sehen wie gut sie zurecht kam.
Er würde sicher nichts zu beanstanden haben, auch nicht wenn sie noch ein wenig im Bett blieb und dennoch war sie nervös schon allein bei dem Gedanken daran ihn wieder zu sehen.
In den vergangen Wochen hatte sie so viel zu tun gehabt das sie nicht viel über ihn nachgedacht hatte aber nun …
Osiris miauen lässt sie aufblicken und wieder einmal wird ihr Bewusst warum dieser Kater bei ihr im Bett schlafen durfte.
Es war schon etliche Wochen her, da gab es einen Vorfall der sie nicht mehr los lies. Aus irgendeinen Grund hatte sie sich mit dem Wesir gestritten. Sie hatte ihm den Rücken zu gedreht und war der Meinung das er noch immer weit entfernt von ihrem Platz stand als sie sich wieder zu ihm drehte. Doch er hatte sich angeschlichen und stand nun direkt vor ihr. Es sah sie wieder einmal mit diesem Blick an, der sie die Luft anhalten ließ. Wenn er sie so anblickte hatte sie das Gefühl er können tief in sie Blicken, bis in ihr inneres und all ihre Träume und geheimen Gedanken lesen.
Sie hatte die Luft angehalten und ihm stolz in die Augen geblickt, doch dieses mal war es irgendwie anders. Nefertari war in den Augen des Mannes versunken und es hätte nicht viel gefehlt ihr wären die Knie weich geworden.
Doch so weit hatte sie es nicht kommen lassen und energisch war sie einen Schritt nach hinten getreten. Was sie dann aber in seinen Augen gesehen hatte lies sie bis heute nicht mehr los. Fast hätte man meinen können das er es bedauerte das sie sich von ihm gelöst hatte. Es war nur ein winziger Augenblick dann hatte er sich wieder unter Kontrolle und ihre Ausbildung ging weiter.
Energisch schlägt sie die Bettdecke beiseite und trotz des Protest des Katers erhebt sie sich. Sie hatte keine Zeit über so etwas nachzudenken und Recht dazu hatte sie schon gleich gar nicht. Er war ihr Lehrer, er war Wesir. Eine Respektsperson zu dem sie aufzublicken hatte und keine Gefühle verschwenden.
Sie sollte sich lieber an die Arbeit machen. Es war noch viel zu tun das alles perfekt sein würde wenn der Wesir zu Besuch kam.
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Letzte Änderung: 2010/02/12 12:49 von .
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Re:Begegnungen in Alexandria 20.02.2010 17:37:08 --- 1 Jahr, 11 Monate her
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QUOTE:
Aus den Tagebüchern des Raziel
Als ich das erste Mal das Dorf meiner Schattenkriegerin betrat war ich verblüfft, welche Fortschritte sie gemacht hatte. Ich hatte ihr weh getan und sie in unmögliche Situationen gebracht, hatte sie mit wilden Tieren kämpfen lassen und ihre Wunden versorgt, habe ihr den Kampf Mann gegen...nunja...Frau gelehrt und ihre Ausdauer getestet. Sie war eine Kriegerin geworden, sie konnte Schleichen und sich im Dunkel der Nacht unsichtbar und lautlos bewegen. Sie hatte die Essenz der Schattenkrieger meiner Heimat in sich. Genau wie ich. Doch dies alles reichte lediglich zur Kommandantin einer Garde oder einer Kampftruppe, was ich brauchte war allerdings eine Generälin, eine Anführerin.
Welche Verzückung mich durchzuckte, als ich sah, wie sie ihr Organisationstalent auf die Gruppe umsetzen konnte! Herrliche Gärten und Brunnen waren angelegt worden und auch wenn ich geahnt und gehofft hatte, dass meine Entscheidung, sie zur Hatia As Sa Ids zu machen die Richtige war, war ich geradezu euphorisch, als ich meine Vermutung bewiesen sah.
Dennoch war Nefertari, meine Schattenkriegerin, trotz ihrer Ausbildung sie selbst geblieben: Eine dreiste Diebin.
Als wir uns wiedersahen, uns in die Augen sahen, bemerkte ich dies deutlich...doch zu diesem Zeitpunkt war es schon zu spät, ich war beraubt worden. Heute frage ich mich, ob es gerecht ist, sie eine Diebin zu nennen, denn ich muß eingestehen, dass das, was sie mir gestohlen hatte, so oder so ihr gehört hatte seit dem ersten Mal, da wir uns in die Augen geblickt hatten...
Die Wiedersehensfreude wurde leicht getrübt, denn Raziel konnte einfach nicht die richtigen Worte finden, um sie darüber aufzuklären, was der Rat in Abwesenheit des Pharaos beschlossen hatte. Sie war eine bescheidene Person und sie konnte ihr Glück, seine Schülerin zu sein und die Armut hinter sich gelassen zu haben noch gar nicht fassen. Wie konnte er ihr also mitteilen, ohne sie sprichwörtlich mit der Nachricht umzubringen, dass sie in den Stand einer offiziellen Vertreterin des ägyptischen Großreichs erhoben wurde? Sie würde ihr eigenes Land bekommen, über das sie herrschen konnte und musste, nicht nur ein einfaches Dorf, das sie zu verwalten hatte, sondern ein wichtiger Küstenabschnitt im Osten Alexandrias, unweit des Tals der Könige und des breiten Stroms, der schon seit Jahrtausenden der Urquell des Lebens in dieser Region war. Sie würde über die Truppen, die ihr zugeteilt wurden bestimmen müssen, alles in allem ein großer Schritt für sie in der kurzen Zeit.
Der erwartete Schock den er vorhergesehen hatte, blieb nicht aus, doch sie fing sich schnell wieder, als der burschikos schmunzelnde Kriegsfürst die von ihr verschüttete Milch aufwischte und die Scherben aufsammelte. Errötend nahm sie ihm diese - ihrer Meinung nach - entwürdigende Arbeit ab. Es war vielleicht nur dieser Moment, da er sie betrachtete, wie sie die Scherben aufsammelte oder ihr scheuer, doch liebevoller Blick der nach seiner Zustimmung, seiner Absolution trachtete, der ihn dazu veranlasste leise zu flüstern, dass es kein Traum sei. Tränen rollten ihre Augen hinab und verwischten die dunkle Schminke, die sie gegen das Blenden der Sonne - und selbstverständlich aus modischen Gründen - um ihre Augen aufgetragen hatte und ehe sie sich versah legten sich die Lippen Raziels auf die ihren.
Nach dem geteilten Kuss blickten sie sich einen Moment in die Augen und mit heftigem Herzklopfen fragte der Wesir und kommende Regent des ägyptischen Großreiches die Frage die ihm auf der Seele brannte:
"Willst du mit mir den Seelenbund eingehen? Würdest du von den Göttern begnadetes und von mir geliebtes Wesen mir die Ehre erweisen und meine Frau werden?"
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Re:Begegnungen in Alexandria 22.02.2010 11:13:45 --- 1 Jahr, 11 Monate her
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Erschrocken starrt sie ihn an! Hatte er gerade wirklich um ihre Hand angehalten? Um IHRE Hand? Die Hand einer Diebin? Die Hand einer Frau die in der Straße groß geworden war?
Für einen Moment steht die Zeit still und alles bricht mal wieder über sie herein.
Hatte sie doch so eben erst Erfahren das sie Land bekommen sollte und nun das …
Ihre Beine versagen und sie setzt sich einfach hin den Blick starr ins leere gerichtet. Liebte sie ihn den auch?
Bis jetzt hatte sie nicht einmal in Traum daran gedacht sich diese Frage zu beantworten, geschweige den überhaupt zu stellen!
Nein … es konnte nicht sein, er konnte doch nicht einfach …
Unsicher hebt sie den Kopf und sieht ihn wieder an und spricht das aus was sie denkt.
„Ich bin sicher nicht die richtige Wahl Raziel ....“
Er konnte doch nicht einfach eine Frau aus dem untersten Volk nehmen. Doch seine Antwort wirft sie erneut aus der Bahn.
Die Erkenntnis das er sie liebte und zur Frau nehmen wollte, trotz all den Tatsachen das sie sie war lässt sie erzittern und ihr Herz beginnt wild zu pochen. Und als Raziel sie in seine Arme zieht, verbirgt sie ihren Kopf an seiner Brust.
Sie brauchte noch ein wenig Zeit. Das alles ging zu schnell und eben dies spricht sie leise aus, auch wenn sie tief in ihrem inneren die Antwort auf seine Frage bereits kannte.
Sein Blick spiegelt deutlich die Enttäuschung ihrer Antwort wieder. Hatte er sich doch mehr erhofft.
Ein erneuter zarter Kuss lässt sie erzittern und langsam kommen all die Gefühle die sie bis jetzt verdrängt hatte zum Vorschein. Scheu sieht sie ihm wieder in die Augen, und fast so als hätte er diese Veränderung gespürt stellt er noch einmal die Frage.
Sie hatte schon auf den Lippen die Erinnerung an ihre Bedenkzeit, doch ihr Herz übernahm die Führung. Leise und in seine Augen tief versunken flüstert sie ein „Ja ...“ und wusste im selben Augenblick das sie Glücklich mit ihm werden würde.
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