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Die Exotin im Friesenland 05.04.2010 19:51:44 --- 1 Jahr, 10 Monate her
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Mai 293
Es ging laut und hektisch auf der Friesenburg zu, denn es war Markttag. Ein herrlicher Tag. Die Sonne drängte sich hartnäckig durch die Regenwolken durch und trocknete wärmend die nasse Erde. Bis auf den Schlamm, wo sich die Menschenmenge durchwälzte, um an den Ständen die Waren zu begutachten und um die Preise zu feilschen. Hier wurde alles geboten, was das Herz begehrte: Wolle, Stoffe, Garn, Kleider, Schmuck, Edelsteine, Edelmetalle, Waffen, Rüstungen, Tongeschirr, Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch, Honig, Backwaren, Kräuter, aber auch Gewürze aus fernen Ländern, Teeblätter, Seide, Tücher und Keramik aus dem Orient.
Hier und da sah es gar belustigend aus, wie manch ein bepackter Kaufmann mit den Schuhen im Schlamm versank und ohne Einen von denen wieder heraustrat. Dann brach meist ein Gewitter aus Flüchen hervor und das Suchen im Schlamm ging los. Die Waren wurden dabei achtlos abgestellt und manch ein Gauner kam nun zum Zuge. So gesellte sich nicht selten zu den Flüchen und dem Suchen die Tobsucht als dritter Verbündeter im ganzen Geschehen hinzu. Die Gauner hatten es aber nicht weniger leicht mit ihrer Flucht. Einer blieb einige Schritte entfernt selber im Schlamm stecken und eine Traube aus Menschen kreiste und schlug mit Beschimpfungen auf ihn ein und ein anderer wurde vom Kaufmann sofort gefasst und mit einem Stock verprügelt. So erging es allen, die beim Stehlen erwischt wurden und nicht schnell genug davon kamen.
In Mitten dieser treibenden Schar aus Käufern und Verkäufern, aus Bettlern und Gaunern ging eine exotische Schönheit ruhig mit erhobenem Haupt und graziösen Gang die Straße zwischen den Ständen entlang. Ihr überlanges Haar war rabenschwarz, geflochten und am Hinterkopf zusammengesteckt mit vielen, schmuckvollen Stäbchen aus einem fernen Land mit fremden Zeichen darauf. Ihre Augen waren katzenartig und dunkel, so dass sie nichts über das Innere, ihrer Seele verrieten, wenn je einer hinblickte. Ihre Statur war rank, ihr Gang geschmeidig. Kurzum, sie kam nicht aus diesem Land – sollte man meinen. Tatsächlich wurde sie aber im schönen Friesenland geboren. Ihr Name allein, den sie trug, zeigte diesen Widerspruch deutlich: Ingke. Ein zweiter Name, der im Verborgenen lag, offenbarte immerhin ihren wahren Einfluss: Jiao. Diesen Namen gab ihr einst ihr Vater, über den sie wenig wusste und kaum kannte.
Zielstrebig gelangte Ingke an einen Marktstand, der weniger besucht war. Freundlich und mit einer kleinen, anerkennenden Verbeugung begrüßte sie den Händler mit den Worten: „Herr Zhang, es ist mir eine Freude, euch nach so langer Zeit gesund wieder zu sehen!“ Der Händler war gleichfalls hocherfreut und erwiderte die Verbeugung. „Xiao Jiao, du werden immer hübscher. Dein Vater werden sein auf dich stolz.“
„Seid ihr meinem Vater begegnet?“ Erwartungsvoll wartete Ingke die Antwort des Alten ab. Sein Haar war längst ergraut und seine Haut ledern. Nachdenklich kehrte er in sich und schüttelte kurze Zeit später den Kopf. „Nein, tut leid mir, dich enttäuschen! Ich habe gesehen ihn nicht.“
Ingke war keineswegs enttäuscht, sondern erfreute sich daran, einen alten Freund von ihrem Vater getroffen zu haben und Grüße mit ihm schicken zu können, falls sie sich doch noch begegnen. Seine Ware war für sie durchaus wertvoll. Er bot getrocknete Pilze an, die Menschen in Rauschzustände versetzten, wie auch getrocknete Heilpflanzen, Räucherstäbchen und Gewürze. Für jemanden, der hier zum ersten Mal vorbeikam, roch es abstoßend und befremdlich. Ihr hingegen waren die Sachen sehr vertraut, so trat sie doch in die Fußstapfen ihrer Mutter, welche mit Kräuterkuren jeden Kranken im Dorf behandelte. Schon früh wurde Ingke dabei herangezogen, wenn Wunden versorgt werden mussten.
Sie feilschte lange mit dem Alten um die Preise und tauschten nebenbei Geschichten aus ihrem Leben aus. Nachdem sie sich einig waren und Ingke alles beisammen hatte, verneigte sie sich abermals anerkennend vor dem Alten und wünschte ihm einen vollen Geldbeutel. Der Alte zeigte sich zugleich erkenntlich und drückte ihre Hand bei der Verabschiedung mit einer mehrmals dankenden Verbeugung.
„Mutter, ich bin wieder zurück“, rief Ingke nach ihr, als sie Zuhause ankam. Sie eilte in die Küche, um dort die Besorgung auszupacken und die Heilmittel einzulagern. Unmerklich erschien ihre Mutter, eine hagere Frau mittleren Alters, in der Tür. Sie hielt einen Brief zerknitternd in der Hand. Ingke blickte fragend auf und ihre Mutter begann sogleich zu berichten: „Heute kam die Nachbarin zu Besuch und sie erzählte mir, dass ein friesisches Heer zusammengestellt wurde und bereits loszog. Ich erwarte von dir, dass du deine Sachen packst, einige Heilkräuter mitnimmst und dem Heer hinter her gehst.“ Innerlich total entsetzt, aber nach außen hin sehr gefasst fragte Ingke: „Warum soll ich das tun?“ Sie wusste, dass ihre Mutter krank war und zumeist auf die abstrusesten Ideen kam. Sie hatte sie nie als eigenes Kind angenommen und war mehr eine Bekannte als Mutter. Dieser Welt völlig entrückt lächelte ihre Mutter, den Brief wie ein Hoffnungsträger in der Hand haltend und verschwand wieder. Dies konnte für sie nichts Gutes bedeuten. Gedankenverloren überlegte Ingke nun, was sie tun konnte und entschied, vorerst den Wunsch ihrer Mutter nachzukommen. Sie würde noch erfahren, was dieser Brief auf sich hatte.
In aller Ruhe ordnete sie den Einkauf und ging anschließend in ihre Kammer. Viele Dinge besaß sie nicht und waren schnell zusammengetragen und zu einem Bündel gebunden. Nachdem dies vollbracht war, schlich sie sich aus der Kammer, auf der heimlichen Suche nach ihrer Mutter. Sie konnte sie nicht finden, den Brief ebenso wenig. Kurzerhand entschloss sich Ingke, die Nachbarin aufzusuchen. Doch als sie zur Hintertür hinaus wollte, hörte sie plötzlich Stimmen. Die ihrer Mutter und die eines Fremden. Gebannt lauschte sie: „… wie lautet die Antwort, die ich überbringen soll?“
„Sagt ihm, dass ich sehr gern den Antrag annehme.“
Das schlug Ingke den Boden unter ihren Füßen weg. Wie berauscht taumelte sie an der Wand entlang und verschwand in ihre Kammer. Dort setzte sie sich wankend auf ihr Bett und atmete kräftig durch. ‚Ein Antrag, ein einfacher Antrag … ein dummer Heiratsantrag! Das steckt dahinter!’ Sie schlug verzweifelt die Hände vors Gesicht und spannte ihre Kiefernmuskeln an. Ihr war es gleich, von wem dieser kam, aber nun war ihr alles klar. Es gab für sie hier keinen Platz mehr. Und der Antrag konnte nicht von ihrem Vater sein, denn diesen lehnte ihre Mutter vor etlichen Jahren mehr als deutlich ab. Zu fremdländisch sei er ihr gewesen, zu viel Angst habe sie davor, mit ihm in ein fernes Land zu reisen. Ingke schüttelte den Kopf und grübelte. Ach wäre doch nur sie als kleines Kind mit ihrem Vater gezogen als er sie mit sich nehmen wollte, aber weil er ihr ein Fremder war, hatte sie Angst – genau wie einst ihre Mutter. Und nun war es zu spät und sie zahlte in diesem Augenblick einen hohen Preis. Wutentbrannt ergriff sie das gepackte Bündel und eilte in die Küche. Sie wusste genau, was sie für ein Heer an Wundermittel brauchte. Gerade die Pilze waren ihr sehr wichtig. Davon nahm sie alles mit wie auch Tee und andere Heilpflanzen. Als nächstes ergriff sie Proviant, welches sie für die Wanderung brauchen würde und hielt kurz inne. Ihre Hände waren zu Fäusten geballt und sie würde am Lieben auf irgendetwas eindröschen wollen. Schwer atmend raffte sie sich auf, um den letzen Weg zu gehen.
Ihre Mutter stand immer noch draußen im Hinterhof, den Brief klammernd in der Hand und blickte dem Boten nach, der längst verschwunden war.
„Mutter? Ich bin fertig und mache mich sogleich auf den Weg.“
„Gut, mein Liebes“, sie würdigte Ingke keines Blickes. Unverwandt starrte sie in die Richtung des Boten. Ingke hingegen ging zur ihr und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. „Gehab dich wohl.“ Ohne jegliche Reaktion ihrer Mutter, drehte sie sich um und ging zum Tor hinaus.
Mai – Juli 293
Es war nicht schwer, Leute zu finden und diese nach der Marschrichtung des Heeres zu befragen. Bereitwillig zeigten alle in die Wegrichtung, wohin das Heer verschwand. Gerüchteweise vernahm Ingke, wohin das Heer wohl wandern würde. Als sie an einem Scheidepunkt angelangte, überlegte sie kurz und wählte einen Pfad der Händler, der von der Wegstrecke des Heeres abwich. Sie würde noch feststellen, ob dies eine gute oder schlechte Wahl war.
Wenn der Proviant zur Neige ging, so hatte Ingke genug Silberstück bei sich, um diesen aufzufüllen und da es ein schöner, trockener Sommer war, ersparte sie sich die Übernachtungen in Wirtshäusern und legte sich jede Nacht unter dem Himmelszelt schlafen. Manchmal hatte sie sogar richtig Glück und traf bekannte Händler, mit denen sie einen Teil des Weges wanderte und bei ihnen nächtigen konnte. Dieser Händlerpfad erwies sich im Nachhinein für sie als der Sicherste und kreuzte wenige Wochen später die Marschrichtung des Heeres. Sie hatte nichts gewonnen, aber auch nichts verloren und so folgte sie weiter den Zeigefingern der redseligen Leute.
Juli 293
Schlussendlich traf sie an einem Nachmittag auf der Burg Sueben ein und stieß zum Heer der Friesen hinzu, welches hier eine längere Rast einlegte. Ein bunter Haufen aus Männern und vereinzelten Frauen offenbarte sich ihr. Sie würdigte dem Heer zunächst keines Blickes und trat geschmeidig an Rongal heran, um sich anzukündigen, dass sie von nun an mit im Dienste stand und zeigte ihm ihre Qualitäten in der Heilkunde auf.
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Letzte Änderung: 2010/04/05 19:59 von Ingke Jiao.
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Die Exotin im Friesenland 25.04.2010 14:10:09 --- 1 Jahr, 9 Monate her
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August, September 293
Die Heere zogen weiter gegen Süden und der Sommer versprach sich von der besten Seite zu zeigen. Das Klima wurde immer heißer und unbarmherziger, je mehr sie vorankamen und die Landschaft immer karger. Doch die Friesen waren hart im Nehmen und nichts oder niemand konnte sie aufhalten. Das gefiel Ingke sehr. Ein Haufen, der bereit ist, Risiken zu tragen ohne nach dem Morgen zu fragen.
Inmitten diesem Haufen stach ihr Hüsli hervor. Ein zeitgenössischer Rabauke, der viel Energie und Kraft besaß, aber nicht verstand, diese gezielt einzusetzen. Oft tappte er daneben oder schoss über das Ziel hinaus. So kam es, dass Ingke sich Hüsli als Duellpartner erwählte. Nicht nur er könnte sicher was von ihr lernen, ebenso andersherum würde Ingke von ihm lernen können, die Unberechenbarkeit eines Menschen zu nutzen, um sich erwehren zu können.
Immer spannender wurde die Reise, umso weiter sie der Heimat den Rücken kehrten. An einem Scheidepunkt angelangt, wurden die Heere neu aufgeteilt. Eines Tages rief Rongal Ingke zu sich und verkündete ihr: „Ich ernenne dich zur Heerführerin“, und gab ihr die Befehle.
Wie das Land, so die Leute. Friesisch herb!
http://antique-empire.de/component/option,com_fireboard/Itemid,181/func,view/id,352500/catid,8/limit,10/limitstart,90/
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Re:Die Exotin im Friesenland 01.08.2010 16:14:12 --- 1 Jahr, 6 Monate her
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Juni 288
Der Brustkorb hob sich schnell und unaufhörlich; Ingke holte tiefe, mithörbare Luftzüge durch den geöffneten und mitwippenden Mund und von ihrem Speer tropfte das Blut vieler Gegner. Eine weitere Schlacht der Friesen gegen die Hellenen war geschlagen. Wie ein Fels ruhte Ingke mitten auf dem Schlachtfeld stehend und ließ ihre Augen über die Toten, Verletzten und siegreichen Kameraden wandern, abermals folgend den flüchtenden Hellenen. Während der Schlacht musste sie von Romke absteigen, um sich den Hellenen stellen zu können und nun suchte sie mit den Augen nach ihr die Gegend ab. Sie fand ihr Pferd abseits des Schlachtfeldes am Rand eines Waldes friedlich grasen. Tief durchatmend setzte sich Ingke langsam in Bewegung und ging ruhig, aber entschlossen mit festem Schritt auf Romke zu.
Immer wieder wanderten ihre Augen über die Verwundeten, um sich ein erstes Bild zu machen, welche Arbeit nun auf sie zukam. Sie selbst hatte eine größere Wunde an der Schulter und würde zunächst sich als Erste verarzten. Kaum war sie bei Romke angelangt, welche sie leise wiehernd begrüßte, ergriff sie ihren Krug und trank daraus einen großen Schluck. Nachdem sie absetzte, gab sie einen zufriedenen Seufzer von sich und klopfte belohnend der Rappstute auf dem Hals.
Mit einem Mal fuhr ihr Blick zum Wald herum und sie sah in zwei starre, verängstigte Augen. Wie gelähmt stand dort jemand, der den Schrecken der Schlacht mitverfolgt hatte und nun unfähig war, zusammen mit dem hellenischen Heer zu flüchten. ‚Ein hellenischer Knabe – so wie ich ihn mir wünschte’, schoss es mit einem Mal durchs Ingkes Kopf als sie in sekundenschnelle den Besitzer dieser hinter einem Busch hervorblickenden Augen musterte. Wie in Zeitlupe band sie den Krug wieder am Sattel fest und ließ dabei den Knaben nicht aus den Augen. Ihr Blick biss sich förmlich hypnotisierend an den armen Kerl fest.
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Re:Die Exotin im Friesenland 01.08.2010 23:51:40 --- 1 Jahr, 6 Monate her
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Nachdem sich der Kampfeslärm etwas gelegt hatte und nur noch die Schreie und das Winseln der Verletzten zu hören war, ging der Jüngling auf den Waldesrand zu. Er wusste gar nicht mehr so genau, weshalb er überhaupt hergekommen war und war froh, nicht an der Seite der anderen Hellenen auf dem Schlachtfeld den Friesen begegnet zu sein. Seine Keule hätte ihm da wohl kaum geholfen... Als er durch ein paar Büsche das Schlachtfeld erblickte, traf es ihn wie einen Schlag... Er war wie paralysiert von all dem Blut und dem Leid, das seine jungen Augen dort zu sehen bekamen. Doch Mitleid hatte er nicht mit seinen hellenischen Volksgeschwistern... Zuviel hatte er erleiden müssen nachdem seine Eltern umkamen.
Sie starben bei einem Feuer als er noch sehr jung war und seitdem war er hauptsächlich auf sich selbst angewiesen. Und fürwahr, die anderen hatten es ihm nicht gerade leicht gemacht.
Entweder er war ignoriert worden, oder verprügelt. Mit all der Zeit hatte er sogar seinen Namen vergessen...
Und nun stand er also an einem Schlachtfeld auf dem die Friesen seinem Volk eine schmerzliche Niederlage zugefügt hatten. Versteckt hinter einigen Büschen mit einer lächerlichen Holzkeule in der Hand.
Er versuchte immer noch die Schrecken des Gemetzels von eben zu verdauen, da bewegte sich eine Friesin auf ihrem Pferd in seine Richtung. Sie schien ihn nicht zu bemerken als sie etwas aus einem Krug trank der an ihrem Pferd hing.
Schnell versuchte er abzuschätzen ob er sie besiegen könnte, sollte sie ihn entdecken, doch er kam zu dem Schluss, dass er leichte Beute für eine augenscheinlich trainierte Kriegerin war.
Trotzdem blieb er noch etwas stehen und schaute auf das Feld, schließlich saß ihm der Schrecken noch tief in den Gliedern. Als sie plötzlich in seine Richtung sah beschleunigte sich sein Herzschlag, das Adrenalin pulste durch seine Adern und er wusste, dass er nun laufen musste. Laufen, so schnell wie er noch nie gelaufen war. Sie hatte ihn entdeckt.
Der Namenlose wirbelte herum und rannte so schnell er konnte in den Wald hinein. Unzählige Äste peitschten dabei seinen Körper, doch das war sicherlich besser, als das was ihm blühte, wenn diese Kriegerin ihn erwischte...
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Re:Die Exotin im Friesenland 02.08.2010 12:10:26 --- 1 Jahr, 6 Monate her
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‚Lauf nur davon, denn du entkommst mir nicht’, war ihr erster Gedanke als sie den Knaben vor Schreck fliehen sah. Aber anstatt eiligst auf Romke zu steigen und ihm hinterher zu preschen, machte sich nur ein belustigtes Lächeln auf Ingkes Gesicht breit. Sorgsam befestigte sie ihren Speer am Sattel. Anschließend sortierte sie gemächlich die Zügel, zog sie an, damit Romke stehen blieb, während sie aufstieg. Sie hievte sich etwas unbeholfen hoch, denn ihr einer Arm war geschwächt und entkräftet. Als sie oben saß, schweifte ihr Blick noch einmal über das Schlachtfeld, doch es interessierte sie gerade wenig, wer ihre Hilfe beanspruchte. Selbst der Schmerz ihrer eigenen Verletzung an der Schulter war im Rausch des Tees mit dem Selbstgebrannten verschwunden und sie dachte nicht mehr an jene. Sanft zog sie an einem Zügel und schnalzte aufmunternd Romke zu, so dass sie sich gemütlich um sich selbst drehte, in jene Richtung, wo Beide dem Flüchtling nachfolgen wollten. Mit einem kräftigen Tritt in die Flanken machte Romke dann einen Satz nach vorn und galoppierte seicht los.
Er war zwar ein schneller Läufer, aber man hörte noch fernab das Knacken von morschen Hölzern und das Aufschrecken von Vögeln. Ingke trieb Romke nun im Jagdfieber voran, immer wieder lauschend, wo der Bengel lang rannte.
Allerlei Geäste und vor allem Getier flogen ihr dabei entgegen – aber alles war ausgeblendet, einfach nicht existent. Sie war in jenem Moment wie ein hungriger Wolf, der nicht von seiner Beute lassen konnte und diese an die Grenzen der Kräfte hetzte.
Hier und da musste sie kurz verweilen, um zu lauschen. Der Flüchtende verstand es nicht, ruhig in einem Versteck auszuhaaren, sondern rannte blindlings davon. Er rannte halt um sein Leben.
Schnell holte Ingke den armen Tropf ein und zu seinem Pech war der Wald bald zu Ende und eine weite Wiese lag vor ihnen. Er versuchte noch Haken zu schlagen, um im Wald zu bleiben, aber Ingke war mit ihrem Pferd einfach schneller und blockte sämtliche Wege zurück in den Wald. Sie rief ihm gar beruhigend zu: „Blev stoo’n“, aber er reagierte nicht darauf. Und so blieb ihm nichts anderes übrig wie ein gehetztes Tier auf die baumlose Wiese zu laufen.
Ingke setzte mit Romke nach. Sie löste ihren Speer vom Sattel und jagte diesen verkehrt herum zwischen die Beine des Knaben, so dass dieser zum Fall kam. Da lag er nun völlig außer Atem. Ingke musterte ihren Gegenüber erneut. ‚Ausgeprägte Muskeln, gute Reflexe und Überlebenswille. Das sind gute Eigenschaften’, schoss es ihr durch den Kopf. Romke stand still da und schnaubte zufrieden nach dieser Jagd. Die Stute fing an zu grasen als Ingke von ihr hinunter glitt.
Eine kurze Pause trat ein, wo ein jeder sich sammeln konnte. Ingke gönnte sich abermals einen Schluck aus ihrem Krug und lehnte sich entspannt an Romke. Sie sah nun den Jungen ausdruckslos an.
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Re:Die Exotin im Friesenland 03.08.2010 23:44:44 --- 1 Jahr, 6 Monate her
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Der Junge lief... Er konnte kaum einen klaren Gedanken fassen, so sehr fürchtete er sich. Eben hatte er noch gesehen, was diese Friesen mit einem Heer ausgebildeter Soldaten angestellt hatten... Was würde diese Einzelne dann wohl mit ihm Jüngling anstellen?
Mit Schrecken stellte er fest, dass der Wald schon endete und all seine Versuche ihrer Aufmerksamkeit zu entgehen schlugen fehl. Irgendetwas rief sie ihm zu. "So eine Närrin", dachte er sich..., " Woher sollte er denn ihre Sprache kennen?"
Da sie ihn nicht zurück in den Wald ließ, musste er auf die Wiese hinaus rennen.
Plötzlich hörte er ein Sirren und da lag er auch schon am Boden... Gestoppt durch einen umgedrehten Speer... Hätte er nicht solche Furcht verspürt, er hätte sich wohl geschämt...
Der Jüngling sah wie sich die Friesin auf dem Pferd näherte und überlegte für einen Moment, ob er es nicht noch einmal mit der Flucht versuchen sollte. Das war aussichtslos, das wurde ihm auch schnell bewusst... Im Wald hatte er seine Chance gehabt, da ihr Pferd dort nicht in vollem Galopp reiten konnte. Auf dieser Wiese wäre er keine 10Meter weit gekommen.
Also beschloss er abzuwarten. Vielleicht konnte er sie ja im Zweikampf besiegen, wenn sie gerade abgesessen war. Immerhin war sie verletzt, also hielt er seine Chancen für zumindest vorhanden. Andererseits hatte diese Hetzjagd ziemlich an seinen Kräften gezehrt. Er nutzte den Moment der Ruhe in dem er am Boden lag um sich zu sammeln. Was konnte diese Friesin nur von ihm wollen? Reich sah er nicht aus, also ging es ihr sicher nicht um Beute...
Die Fremde glitt von ihrem Pferd und begutachtete ihn und dann trank sie aus einem Krug.
Diese Gelassenheit verwirrte und erschreckte ihn gleichermaßen. Nicht nur das... es verärgerte ihn auch. Wie konnte sie so gelassen wirken nach einer solchen Jagd und im Angesicht eines potentiellen Feindes der er ja schließlich trotz seiner Erschöpfung war.
So schnell er konnte sprang er auf, riss den Speer aus dem Boden der ihn eben noch zu Fall gebracht hatte und rannte damit wutentbrannt auf seine Häscherin zu.
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Re:Die Exotin im Friesenland 05.08.2010 14:04:21 --- 1 Jahr, 6 Monate her
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Alles ging sehr schnell.
Die Rappstute schreckte mit weit aufgerissen Augen innerhalb von Sekunden auf, stieg und machte einen großen Satz zur Seite und stob wenige Meter davon.
Ingke, die sich an Romke gelehnt hatte, bemerkte zwar wie der hellenische Knabe aufsprang und auf sie mit ihrem hölzernen Speer zukam, wurde aber von Romkes Flucht völlig überrumpelt. Als Erstes flog der Krug im hohen Bogen davon und als Zweites verlor sie schlicht ihr Gleichgewicht, da sie nicht mehr im vollen Besitz ihrer Reaktionsfähigkeiten war, und fiel genau in jenem Moment auf den Boden als der Junge sie erstechen wollte. So schoss der Speer in seiner Hand über ihren Kopf hinweg und er rannte stolpernd an ihr vorbei, während der fliegende Krug vor seinen Füßen aufschlug und der gute Friesentee mit seiner heilenden Wirkung im Boden versickerte.
Ein verdutztes Blinzeln, ein kurzer, prüfender Blick auf sich selbst und ein unkoordiniertes Abtasten, dass auch alles in Ordnung war - merkte Ingke schließlich trocken an: „Das war wohl zuviel des Guten.“ Natürlich konnte der junge Hellene die Bedeutung ihrer Worte nicht verstehen. Doch rappelte sich Ingke relativ schnell auf. Das würde ihr sicher kein zweites Mal passieren, nicht einem Friesen und mag er noch so berauscht sein.
Da standen sie sich also wieder gegenüber. Aug’ in Aug’ blickend und den jeweils anderen musternd. Ihre Augen waren forschend. Mit einem seelischen Lächeln stellte Ingke in Gedanken zufrieden fest: ‚Kräftig und ungestüm wie Hüsli, ein roher Berserker, der noch Kampffertigkeiten braucht.’ Sie erinnerte sich schlagartig an das erste Duell mit ihm. Sie war ihm einige Zeit durch ihre Unerfahrenheit und durch seine Rauheit unterlegen. Aber die Zeit gab ihr Recht. Selbst mit Ausdauer und Geduld erlangte man zu Siegen und sie lernte es, mit seinen waghalsigen Angriffen umzugehen. Das würde ihr hier nun enorm dienlich sein.
Ihr weiteres Handeln musste paradox auf den jungen Burschen erschienen sein, denn sie ging langsam, wenig kampfbereit und unbewaffnet im Kreis einmal um ihn herum. Erst jetzt signalisierte sie, dass sie miteinander kämpfen konnten.
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Letzte Änderung: 2010/08/05 14:05 von Ingke Jiao.
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Re:Die Exotin im Friesenland 07.08.2010 23:40:33 --- 1 Jahr, 6 Monate her
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Verwirrt betrachtete der Junge, wie die Friesin ihn nach seinem fehlgeschlagenen Angriff umkreiste. Sie schien ihm wie ein Raubtier, das zuerst seine potentielle Beute begutachtet um dann schnell und präzise zuzuschlagen. Er überlegte ob er sie sofort wieder angreifen solle, verwarf diesen Gedanken jedoch, um nicht schon wieder ins Leere zu laufen und kostbare Energie zu verschwenden. Da nickte sie ihm auch schon zu um ihm zu bedeuten, dass der Kampf nun weitergehen könne... Zumindest nahm er an, dass es das bedeuten sollte.
Immer noch hatte er ihren Holzspeer fest im Griff, er schlug mehrfach mit der stumpfen Seite nach ihr, um sie etwas aus dem Konzept und dem Gleichgewicht zu bringen. Sie wirkte ja nach ihrem Sturz etwas betrunken und er hoffte sich dies zu Nütze machen zu können. Dann als er dachte sie wäre unaufmerksam geworden stieß er mit einem Schritt nach vorn zu. Der Stoß hätte sie sicherlich schwer verletzt... Hätte er nur getroffen... Er stolperte über die Scherben ihres Kruges, der eben noch als ganzes umhergeflogen war, und ging zu Boden.
"Das war es dann wohl!", dachte er bei sich und erwartete den Tod...
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Re:Die Exotin im Friesenland 09.08.2010 22:01:20 --- 1 Jahr, 6 Monate her
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Dunkle, hellenische Augen sahen Ingke unverwandt an, doch die bewegte Mimik in seinem Gesicht verriet ihr, dass er einen Plan schmiedete. Sie hatte Zeit und wartete geduldig ab, wie viel Ruhe er nun aufbringen würde. Und Tatsache, es dauerte nicht lange bis er begann, den Speer drohend in ihre Richtung zu stechen. Ihr fiel dabei schon auf, dass er diesen verkehrt herum hielt und wunderte sich, aber machte keine Anstalten hier zurückzuweichen, denn sie hatte nicht wirklich etwas zu befürchten. So wich sie lediglich geschmeidig schwankend mit ihrem Körper aus. ‚Entweder ist er dumm oder hatte noch nie solch eine Waffe zur Hand.’ Über diesen Gedanken sinnierte sie nicht weiter, denn das würde nur ihre Konzentration schwächen und die hatte sie nun in ihrem benebelten Zustand bitter nötig. Dann aus einem Blickwinkel heraus erkannte sie, dass er nun auf sie zustürmen würde und machte sich reflexartig bereit, um zu reagieren.
Der Knabe war noch nicht wirklich ein ernstzunehmender Gegner. Ihm fehlten noch viele Erfahrungen, die Ingke bereits besaß. So wich sie abermals gekonnt allein mit ihrem Körper aus, ergriff blitzschnell den Speer und hebelte diesen ohne große Kraftanstrengung aus seinem Griff. Mit Schwung landete anschließend der Speer neben ihr mit der Spitze voran in dem Boden und sah den Jungen fallen, der sein Gleichgewicht über die Scherben des Kruges verlor. ‚Ungeduldig, sehr ungeduldig’, war ihr gedankliches Ergebnis aus dieser Aktion. Erhaben stand sie da. Sie kannte die Wirkung ihres Erscheinens und blickte nun auf den Erniedrigten herab. Die Friesen verstanden ihr Handwerk, die Kunst des Kampfes und fielen dort ein, wo es ihnen gefiel. Sie waren wie eine Heuschreckenplage, gegen die es kein Mittel gab und nur Verwüstungen hinließen. Mit einem Ruck holte sie den Speer aus dem Boden heraus und hielt die Spitze an seine Kehle. So verhaarte sie einige Minuten und sah ihn prüfend an. Man hörte entfernt die Grillen zirpen und Fliegen summten um die schweißgebadeten Körper herum. Sie rochen das getrocknete Blut, das an Ingke klebte. Selbst über ihre Wunde machten sie sich her. Doch das ließ Ingke kalt. Sie wollte nur in seinen Augen lesen, lesen, dass er kapitulierte und bereit war, mit seinem Leben abzuschließen. Da entspannte sich Ingke und ging mit dem Speer in der Hand zu Romke. Er würde ihr nicht weglaufen, denn er wusste nun, wozu sie fähig war und darauf vertraute sie. Sie griff nach einem Seil und kehrte wieder, um den jungen Hellenen zu fesseln. Nicht nur die Hände wurden zusammengebunden, sondern sie knebelte sie gleich mit den Füssen zusammen. Sie wollte sicher gehen, dass er doch nicht auf dumme Gedanken kam. Ein Blick von ihr sagte ihm auch ohne Worte: „Ich an deiner Stelle würde mich nicht rühren.“ Daraufhin lächelte sie gelassen und erhob sich.
Bevor sie nun zurück wollte, wollte sie in Ruhe ihre Wunde versorgen. Doch schnell stellte sie fest, dass es kein Wasser zum Abkochen gab und nahm erst jetzt ihre Umgebung so richtig wahr. Die Landschaft war karg und die Wiese nicht wirklich eine Wiese, sondern Gräser, die zwischen Geröll wuchsen. Einige Gräser erkannte sie, andere waren ihr fremd. Nur lag es ihr wenig im Sinn, pflücken zu gehen und die Einheimischen zu befragen, was davon wertvoll war und was nicht. So blieb ihr nur eines übrig: aus der Satteltasche holte sie in Wasser aufgequollene Kräuter hervor, die die Wunde bis zur Rückkehr ins Lager betäuben und reinigen würden. Großzügig trug sie ihre Mixtur auf und machte sich einen Verband, indem sie einen Teil ihres blutverschmierten Kleidungsstückes in Fetzen riss, wodurch sie nun mehr Bein zeigte. Im Lager würde sie sich umziehen können. Aber sie kannte keine Scham, denn als Heilerin hatte sie bisher schon alles gesehen und ist deshalb selbst wenig scheu, sich zu zeigen.
Als der Verband nun um ihre Schulter gewickelt saß, verstaute sie sorgfältig den Speer, nahm die Zügel von Romke in die Hand und ging mit der Rappstute zum Knaben zurück. Seine Haut glänzte bronzen in der Nachmittagssonne, die unsäglich auf sie nieder brannte. Irgendwie faszinierte es sie, denn ihre Haut hatte auch eine leichte Bräune und sie hob sich deutlich von den typischen Friesen ab. Einiges hatte sie mit dem Gefangenen gemein. Er würde nun auch Aufsehen erregen, wenn sie in ihrer Heimat sind. Ein erfahrener Blick sagte ihr, dass der Jüngling gesund war und die Schrammen seiner Flucht durch den Wald keine Bedrohung darstellten. Sie beugte sich hinab und zog kurz am Ende des Seils und schon waren die Füße ihres neuen Knechtes befreit. Doch nun würde er den ganzen Weg zurücklaufen müssen, den sie bis hier hergehetzt sind. Ingke saß auf, gab Romke sachte Druck und sie setzte sich langsam im Schritt in Gang. Das Seil hatte sie am Sattel festgebunden, so dass der Jüngling keine Chance hatte, sich zu wehren und wurde schweigend durch den Pinienwald bis ins Lager mitgezerrt.
Das seltsame Gespann durchstreift das friesische Lager und endete vor dem Zelt von Ingke. Verwundete lagen bereits überall rum und waren herangetragen. Eiligst hatte man sie erwartet, doch ließ sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Erneut fesselte sie den Knaben seine Hände mit den Füßen zusammen, aber diesmal ohne den mahnenden Blick und mit einem richtigen, festen Knoten. Anschließend verkroch sie sich in ihr Zelt. Sie reinigte sich ihre Wunde und nähte sie. Anschließend zog sie sich um und nahm ihre Mixturen, um nun die Verletzen zu versorgen, ungeachtet, was mit dem jungen Hellenen im Lager geschah. Sie würde sich später Seiner annehmen.
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Re:Die Exotin im Friesenland 12.08.2010 22:01:25 --- 1 Jahr, 6 Monate her
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Sein Herz hämmerte wie verrückt in seiner Brust. Der Angstschweiß rann seine Stirn herunter als diese fremdartige Friesin ihm den Speer an den Hals hielt. Was hätte er darum gegeben ihre Gedanken lesen zu können... Es verwirrte ihn, dass sie ihn so unverwandt anstarrte.
Ohne ein Zeichen der Gegenwehr nahm er hin, dass sie ihn fesselte... Auch wenn das nicht sonderlich bequem war. Obwohl er gefesselt war, verfolgte er jede ihrer Bewegungen, soweit es ihm möglich war. Schließlich konnte er auf diese Weise vielleicht nützliche Informationen über seine Häscherin erlangen. Es wirkte auf ihn ziemlich beeindruckend wie professionell und schnell sie ihre Wunde verband.
Als die Friesin nach verrichteter erster Behandlung ihrer Schulterverletzung zu ihm zurückkehrte, musterte sie ihn einen Moment und er tat es ihr gleich. Sie sah anders aus, als er es von einer Friesin erwartet hätte... dunkler im Teint. Naja, über ihre Herkunft und ihre Geschichte konnte er sich wohl noch wann anders Gedanken machen. So wie es ihm schien hatte sie ja vor ihn als ihren Gefangenen zu behalten.
Die Unbekannte beugte sich herab und löste seine Fußfesseln um ihn dann an ihrem Sattel festzubinden, so dass er ihr hilflos hinterher trotten musste auf dem Weg zum friesischen Heerlager. Es war ein langer Weg und alles andere als angenehm für ihn. Aber ein Fluchtversuch hätte wohl mit seinem Tod geendet.
Im Lager angekommen trotzte er all den neugierigen Blicken mit einem wütenden Blick seiner dunklen Augen. Ohne Gegenwehr ließ er sich wieder die Füße fesseln als sie dort angekommen waren wo offensichtlich ihr Zelt stand. Er war erschöpft und müde, also beschloss er zu versuchen eine Weile zu schlafen. Langsam schloss er die Augen und nickte ein.
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