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Re:Wie das Land, so die Leute. Friesisch herb! 09.04.2010 11:43:23 --- 2 Jahre, 1 Monat her
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Als Sebak wieder zum Heertross aufschloss, empfing ihn Rongal. Sebak berichtete:
"Wie ausgestorben. Ich befürchte gar, sie haben unsere Nachricht zu spät bekommen. Oder zu früh und sie sind mit Hof und Tier und Weib davongezogen. Vielleicht fallen ein paar Makedonen für uns ab. Als ich durch ihre Länder ritt, forderte ich ein paar der Ansässigen auf, mit mir zu kämpfen. Sie alle scheuten meine Herausforderung. Ich habe so meine Zweifel, ob wir hier auf den Feind treffen werden, der uns versprochen wurde."
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Re:Wie das Land, so die Leute. Friesisch herb! 09.04.2010 12:07:41 --- 2 Jahre, 1 Monat her
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Auch Radbud freute sich wieder mit seinen alten und neuen Kampfgefährten in den Kampf zu ziehen, schon sehr lange hatte er auf eine neu aufgabe gewartet. Nun waren Sie endlich wieder uterwegs auf der suche nach Ruhm und Ehre im Namen der friesischen Götter.
Aber vielleicht wird sich ja auch ein kleinens wuschiges weibliches menschlein finden, dass ihm zuhause seine torfkate pflegte  .
Er hatte schon viel an den langen Abenden am Lagerfeuer von den Südländerinnen gehört und war gespannt einige persönlich kennenzulernen.
Na ja wie auch immer vor allem war er jetzt glücklich seine neue Waffe in einer richtigen Schlacht einzusetzen.
Schauen wir mal was kommt.
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Re:Wie das Land, so die Leute. Friesisch herb! 10.04.2010 16:17:39 --- 2 Jahre, 1 Monat her
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So weit waren die Friesen bisher noch nie in den Süden vorgedrungen, doch die Zeiten waren hart und im Norden gab es kaum noch lohnenswerte Gebiete zu plündern. So wendete man sich dem Süden zu und erhoffte sich, neben spannenden Schlachten, noch die ein oder andere reiche Beute.
Die ersten makedonischen Ländereien waren bereits in Sicht, doch konnten die Friesen keinerlei Verteidigungsanlagen ausmachen, so dass man sich dazu entschloss weiterzuziehen.
Inguz schaute sich die Gegend genau an und hoffte endlich ein feindliches Heer zu erblicken, doch bisher war weit und breit nichts zu sehen. Er war bereits etwas enttäuscht, da ein reisender Händler ihm erzählt hatte, dass die Südländer sich zu einem großen Bündnis zusammengeschlossen haben und nun war nicht mal eines dieser Völker zu sehen. Die nächsten Tage würden zeigen ob der Händler die Wahrheit gesagt hat oder ob die Völker des Südens den Mut haben sich alleine zu verteidigen. Inguz war es egal...je mehr Feinde desto besser.
Eala Frya Fresena! Lever dood as Slaav!
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Re:Wie das Land, so die Leute. Friesisch herb! 11.04.2010 13:00:16 --- 2 Jahre, 1 Monat her
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Nicht nur ihre Kunst des Heilens musste der Anlass gewesen sein, weshalb Rongal sie in ein neues Heer einteilte und es ihr vertrauensvoll in die Hände legte. Sie musste sich wohl mit Zuverlässigkeit der Pflichtenerfüllung, Präsenz und Geduld erwiesen haben oder gar ihr Auftreten umschmeichelte das Bild und zeugte von diesen Stärken. Getreu nahm Ingke diese Aufgabe an und erhielt in einem zweisamen Gespräch ihre Befehle.
Dass man ihr wichtige Aufgaben übertrug, war ihr keineswegs fremd. Manchmal aber war es gar eine Plage, wenn selbst Unbekannte auf sie zu kamen und sie in die Pflicht nahmen.
Doch mit dem Quäntchen Mitgefühl zu den Menschen, schaffte sie es immer wieder, die Aufgaben entweder höflich abzulehnen oder aber mehr als zufrieden stellend zu erledigen. Das musste sie einfach beherrschen können, denn in einem Gefecht musste schnell entschieden werden. Gerade bei den Verletzten zählte oft der erste Eindruck: wer lag im Sterben und wer wird wieder gesunden.
Die Tage vergingen, wo beide Heere noch gemeinsam zogen und Ingke die Zeit erhielt, sich in ihrer Position einfügen zu können. Und dann kam der entscheidende Tag, an denen sich die Heere trennten und sie allein auf sich gestellt waren.
Hüsli, der im Heer mitzog, war nur wenige Monate älter als Ingke, aber ein Raufbold sondergleichen, wenn nicht etwas übermütig. Zwar war sie ihm in den Trainingsduellen unterlegen, aber die Raffinesse würde schon noch kommen, wo sie ihn dann überrumpeln kann. So übte sich Ingke weiter in der Geduld und ließ die Zeit für sich arbeiten.
Ingke führte das Heer durch ein fremdes Land. Neugierige Blicke der Heimischen störten sie kaum, so war sie diese gewohnt. Selbstbewusst schritt sie voran und behielt alles im Blick. Selbst das zeitweilige Mitlaufen der Kinder hinter diesem Tross irritierten sie kaum, denn sie sah nur ein Ziel: zügig voran zu ziehen und die Befehle einzuhalten – koste es, was es wolle. Nicht getrieben, aber energisch und mit der Ausstrahlung der Ruhe und Entschlossenheit hielt sie das Heer bei Laune. Selbst das Wetter war hier zu der Jahreszeit wärmer und trockener, wenn auch mit weiteren Anstrengungen verbunden.
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Letzte Änderung: 2010/04/11 13:06 von Ingke Jiao.
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Re:Wie das Land, so die Leute. Friesisch herb! 12.04.2010 06:55:25 --- 2 Jahre, 1 Monat her
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Sebak öffnete die Augen. Er lag unter einem Felsvorsprung in sein Fell eingewickelt. Er erhob sich und schaute sich um. Niemand war zu sehen. Gestern noch schlief er neben seinen Kriegern ein, heute wachte er unter einem Stein auf und war alleine. Dann bemerkte er den Schmerz in seinem Kopf, als würden ihn die Götter persönlich von innen gegen die Stirn schlagen. Das konnte nur eines bedeuten. Dieser dicke Tunichtsgut von Friesenhammer. Sebak wurde um eine Schlacht betrogen! Wenigstens hatte man ihm sein treues Pferd gelassen. Wutentbrannt schwang er sich auf und raste los. Wehe den Thrakern, sollte er noch rechtzeitig den Schlachtort erreichen.
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Letzte Änderung: 2010/04/12 06:56 von .
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Re:Wie das Land, so die Leute. Friesisch herb! 12.04.2010 10:00:08 --- 2 Jahre, 1 Monat her
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Rongal ritt mit Inguz und Friesenhammer auf einen nahegelegenen Hügel.
"Hat einer von Euch beiden Sebak gesehen? Gestern Nacht hab ich ihn doch noch grölen hören!"
Das Sebak eine Schlacht verpasst war mehr als ungewöhnlich, jetzt aber nicht zu ändern.
Der Feind nahm Aufstellung. "Was schlägst du vor, wie wollen wir vorgehen?" fragte Rongal Friesenhammer. Dieser erläuterte kurz seinen Schlachtplan. "Typisch Friesenhammer!" dachte sich Rongal. Einfach und brutal. Das war heute aber sicherlich das beste. Die drei Friesen schauten sich an und nickten einander zu. Damit war der Plan, wenn man ihn denn als solches bezeichnen durfte, abgesegnet. Rongal wandte sich zu Hammer udn sagte: "Du erklärst den jungen Kriegern, warum sie heute nicht mitkämpfen dürfen!"
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Letzte Änderung: 2010/04/12 10:00 von .
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Re:Wie das Land, so die Leute. Friesisch herb! 12.04.2010 17:33:06 --- 2 Jahre, 1 Monat her
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Hüsli schaute zu Ingke. Sie machte ihre Sache als Heerführerin sehr gut. O.K. das war Hüslis erster Feldzug, er hatte also nicht viele Vergleichsmöglichkeiten. Aber alles in Allem war er sehr zufrieden.
Mal abgesehen von den mahnenden Worten, die er sich anhören musste, als er eine kleine Schenke auseinader nahm. Seiner Meinung nach war das ein großes Missverständnis, wurde er doch ständig provoziert, dazu noch eine nicht unerhebliche Menge dieses süßen gegährten Traubensaftes - er war das einfach nicht gewohnt.
So kam Eines ums Andere und plötzlich sah er sich einigen einheimischen Männern gegenüber, die versuchten ihre Frauen zu verteidigen. Hüsli meinte dann noch, dass die Frauen in diesen landen eh nicht sonderlich hübsch waren und nichts von ihm, einem gutaussehenden, starken Friesen, zu befürchten hatten - das brachte dann das Fass zum überlaufen und im Laufe der Zeit gingen nacheinander die Stühle und Tische in der Hafenschenke zu Bruch...
Hüsli war gerade im Begriff einen massiven Tisch um sich zu schleudern, als ihn mehrere starke, friesische Hände packten und aus der Schenke zerrten. Seine gute Stimmung, in die er sich mühevoll gesoffen und geprügelt hatte fand ein jähes Ende, als er vor Ingke gebracht wurde!
Die Standpauke Ingkes hatte es in sich - zurück blieb ein völlig entgeisterter Hüsli, der die Welt nicht mehr verstand...
Mittlerweile hatten sie den Hafen verlassen und das kleine Schiff dümpelte in der lauen Brise dahin, wohin die Reise ging hatte der grobschlächtige Friese vergessen, war auch nicht so wichtig...
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Letzte Änderung: 2010/04/12 17:34 von Friesbert.
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Re:Wie das Land, so die Leute. Friesisch herb! 12.04.2010 22:14:45 --- 2 Jahre, 1 Monat her
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Erneut hatten die Späher und Kundschafter berichtet, dass ein fremdes Heer gesichtet wurde. Wieder war es unbekannter Natur und allein von den Standarten, die das Heer begleitete, erkannte zumindest Efthimia nicht, woher es kam. Aber ebenso wie die letzten Invasoren, schienen auch diese Menschen aus dem Norden zu kommen. Gemäß ihrer Statur, Kleidung und Hautfarbe waren sie wohl kaum aus dem Süden. Und auch ihr Verhalten, so berichteten die Späher, schien dem der Thraker, Hellenen und den ihr bekannten Ländern abzuweichen. Ein Stöhnen kommentierte diese Nachrichten. Nicht schon wieder.
Nur kurze Zeit später hatte sie sich mit dem Beraterstab und dem Rezas selbst beratschlagt und erneut war es Zeit für die Thraker zur Heerschau anzutreten. Man berichtete, dass das fremdländische Heer gen Vidin ziehen sollte und so führten Thermistokles und Yamon die Krieger, die sich freiwillig dargeboten hatten, ebenfalls auf die nicht fern der Hauptstadt gelegene Provinz Thrakiens.
Unwillig nahm die thrakische Frau zur Kenntnis, dass sie dieses Mal zahlenmäßig eher im Nachteil waren – der letzte Krieg hatte das Land schwer gebeutelt und noch immer gab es zu viele Baustellen, die noch nicht abgeschlossen waren. Viele Krieger waren noch auf den diversen Provinzen verteilt und sorgten auch jetzt noch, dass Planungen und Ziele ausgeführt wurden. Mit Sorge betrachtete Efthimia aus sicherer Entfernung die Truppen des Heeres der Friesen, wie sich inzwischen herausgestellt hatte der Name des fremden Volkes. Nicht aus Sorge um sich, eher aus Sorge um die Bauern, die Menschen dieses Landstriches. Aber Mitgefühl war oft schon ihre größte Schwäche gewesen, die sie sich im Augenblick nicht leisten würde dürfen.
„Herrin, Ihr glaubt doch, dass wir diese Barbaren auch wieder dorthin zurück schicken, wo sie herkommen?“
Ippokratís, ein junger Sklave, der ihr gerade den Umhang aus dem Zelt brachte und einen Kelch Wein, musste ihren zweifelnden Blick aufgefangen haben, der in die Ferne gerichtet war. Kühler Nebel hatte die Abendluft feucht gemacht und allmählich kroch ihr die Kälte in die Glieder. Mit einem gezwungenen Lächeln nickte sie Ippokratís zu und hüllte sich in den wallenden Umhang, der mit Fell besetzt war.
„Ich weiß nicht, ob sie Barbaren sind, dumm sind sie nicht. Zumindest nachdem was man uns berichtet hat sind sie stark und in großer Überzahl. Ich will dich nicht anlügen, Junge, ob und wie wir gewinnen. Aber wir werden nichtdabei zusehen, wie man erneut unsere Felder platt trampelt, die Einwohner wie Grashalme niedermäht. Also werden wir unser Bestes geben. Und irgendwann werden auch die wieder nach Hause wollen…“
Mit einem weiteren Lächeln strubbelte sie dem Knaben durch die Haare und nahm sich ihren Kelch, ehe sie im Inneren ihres Zeltes verschwand und sich dort auf die kommenden Tage vorbereitete. Auch dieses Mal vertraute sie auf die Kraft Apollons. Bald würde es zur Schlacht kommen, unvermeidlich und klärend. Und wie immer, waren sie nicht gewillt, einfach so die Segel zu streichen.
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Re:Wie das Land, so die Leute. Friesisch herb! 12.04.2010 23:19:18 --- 2 Jahre, 1 Monat her
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Friesenhammer nickte Rongal zu und ging zu den jungen Kriegern. Eben noch war Friesenhammer selbst ein junger Krieger nun war er schon ein alter Hase. Wie im Zeitraffer rasten die Ereignisse seiner Jugend an ihm vorbei. Doch nun stand er vor Ihnen den jungen wilden Friesen. In Ihren Augen loderte das Feuer der Freiheit und der Wille eines Raubtieres.
Ihr seid Friesen und damit seid Ihr unbesiegbar. Friesenhammer grinste und hielt kurz inne.
Zumindestens denken das unsere Gegner und das soll auch so bleiben. Darum werden wir erfahrenen Krieger die Speerspitze bilden. Ihr wartet hier, bis wir die Hälfte Ihrer Krieger erledigt haben. Wenn wir nur mit einer Handvoll Friesen Ihre Reihen lichten, wird der Rest in Panik davon rennen, wenn Ihr uns ins Schlachtfeld nachfolgt. Das ist eine riskante Taktik doch wir sind Friesen und keine Memmen.
Eins noch !
Friesenhammer hob drohend seine Faust hoch.
Ich will keinen sehen, der Dünnarm irgendwas von der Beute abgibt. Sicher drückt er sich vor der Schlacht, weil er wieder die Hosen voll hat. Also nehmt Euch keine Beispiele an Dünnarm, sonst wird es ein schlimmes Ende mit Euch nehmen.
Warum den Esel prügeln, wenn wir auch seinen Herrn erschlagen können?
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Re:Wie das Land, so die Leute. Friesisch herb! 13.04.2010 18:18:18 --- 2 Jahre, 1 Monat her
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Die ganze Wanderung über vermied es Ingke strikt, in Dörfern oder auch nur am Rande von ihnen zu rasten, nicht nur, um Kosten einzusparen oder dem Risiko des Überfalls zu mindern. Denn sie sollte vor allem mit ihrem Instinkt Recht behalten.
Nun erreichten sie gegen späten Nachmittag ohne bisherigen Zwischenfall den Hafen und Ingke begab sich auf die Suche nach einem Schiff. Dabei ließ sie die Gruppe an einem Brunnen zurück mit der Anweisung, beisammen und an Ort und Stelle zu verweilen. Zum Bedauern lag gegenüber eine Schenke. Hüsli konnte es sich nicht nehmen lassen, ein Heben zu gehen und den Laden aufzumischen.
So erlebte Ingke mit als sie zurückkam wie Hüsli aus der Schenke von den Anderen gezogen wurde und wütende Männer nachfolgten. Sie war sich sicher, dass keiner von ihnen ein Wort der Friesen verstand und allein Hüsli’s hektische Gestiken und das turbulente Sprechen sie aufbrachten. Mit zügigem Schritt eilte sie herbei und stellte sich behauptend dazwischen. Bei ihrem exotischen Anblick verschlug es allen kurz die Sprache. Dann gewann der Wirt die Fassung zurück und begann zu fluchen und zeigte energisch in seine Schenke und erzählte mit Händen und Füßen und einem lebhaften Singsang was vorgefallen war. Ingke blieb ruhig stehen und nickte geduldig, selbst als sich die weiteren Männer noch einmischten.
Nachdem Ingke ein kleines Säckchen mit Silber hervorholte, wurde es plötzlich still und der Wirt begriff schnell und legte ein Lächeln auf, wobei sich eine Zähne zeigten, die ungepflegt waren. Ingke mochte lieber nicht wissen wie er daraus stank, wenn sie ihm näher träte. Ohne weiter zu zögern griff sie hinein und entschädigte den Wirt für das zerstörte Inventar und den Mob mit einer Runde.
Danach wendete sich Ingke an Hüsli. Ihre Standpauke war weder aufgebracht noch erniedrigend, aber eine äußerst verbale Ohrfeige mit aufgezeigten Konsequenzen. Diese begannen bei Sklavenarbeit bis übers Kielholen hin zum Anketten und Zurücklassen bei der aufgebrachten Menge.
Zwar eilte den Friesen ihr Ruf voraus, aber der Fehltritt von Hüsli war unentschuldbar und konnte alle gefährden, denn sie waren hier in einem fremden Land. Es war ein riesiges Glück, dass sie rechtzeitig zurückgekehrt war. Die Südländer haben ein ganz anderes Temperament – so wusste sie es aus Erzählungen der Händler – und gaben selten klein bei. Nach dem Erlebnis musste Ingke sich etwas einfallen lassen, um Hüsli ruhig zu stellen, nicht, dass er noch das Schiff auseinander nahm, sobald sie auf See waren. Zudem war der goldene Spätsommer vorbei und das Wetter wurde nun rauer, was sie aber nicht absonderlich stören sollte. Denn die Friesen zogen nicht selten auf die stürmische See hinaus, um zu fischen. Fischen – die Beschäftigung für Hüsli war gefunden. Sie hoffte, dass er das Handwerk verstehen würde und falls nicht, so musste er es eben lernen.
Nach diesem Tag verbrachten sie die Nacht auf dem Schiff im Hafen. Am Morgen war Ingke von Board und machte eine Besorgung beim Schmied und sandte einen Boten mit einer Nachricht zum anderen Friesenheer, worin sie mitteilte, dass alles im Zeitplan läge und es zu keiner Verzögerung kam. Als sie später mit einem gebeugten und entkräfteten Lehrling des Schmieds zurückkehrte, warf dieser Hüsli etwas vor die Füße und Ingke entließ den Lehrling aus ihrem Dienst.
„Das sind Eisengewichte, die du dir um deine Fesseln und Armgelenke legst. Fortan läufst du nur noch mit ihnen hier auf dem Schiff und bekommst täglich einen von mir eigens zusammengestellten Tee gereicht.“ Damit war für sie der Zwischenfall erledigt. Natürlich verschwieg sie Hüsli, dass der Tee bitter sein und ihn ruhig stellen würde und die Gewichte weniger eine Strafe als Training wären und kehrte somit in den Alltag zurück und sie liefen Ende Oktober 293 v.C. aus dem Hafen aus.
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