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Realpolitik.. wusstet ihr eigentlich... (1 Leser) (1) Gast
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THEMA: Realpolitik.. wusstet ihr eigentlich...
 
Szun Tzu

Guttonen
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Re:Realpolitik.. wusstet ihr eigentlich...      29.06.2010 12:43:13 --- 1 Jahr, 7 Monate her  
Die Farben der Nationalflagge beruhen tatsächlich auf die Uniformfarben eines Freikorps während der Napoleonischen Kriege. Fragt mich aber bitte nicht von welchem
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Ramses der II.

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Re:Realpolitik.. wusstet ihr eigentlich...      29.06.2010 14:05:54 --- 1 Jahr, 7 Monate her  
Eine andere Ursprungsvariante entstammt der gleichen Zeit, allerdings nicht dem Lützowschen Freikorps.
1847 begann die badische Revolution, welche die Farben Schwarz-Gold-Rot tatsächlich als Flagge mit sich führten.
Als Verweis dazu gibt es einige zeitgenössische Lithografien im Wehrgeschichtlichen Museum. Da es sich hier auch um einen Versuch der Demokratisierung handelte, welcher zwar vereitelt wurde, ließe sich auch hier eine Parallele bilden.

Offensichtlich scheinen diese Farben eher mehrere Bedeutungen in Bezug auf eine wehrhafte Demokratie zu haben.
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Arinthos

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Re:Realpolitik.. wusstet ihr eigentlich...      29.06.2010 18:37:18 --- 1 Jahr, 7 Monate her  
Alarich schrieb:
QUOTE:
Wenn eine Freikorpsuniform tatsächlich der Hintergrund wäre, dann bin ich mal froh, daß man da nicht die Farben des Schill´schen nahm. Die Flagge wäre wirklich bunt! Nun, daß das Lützowschen Freikorps der Grund für die Farbwahl ist, dürfte wirklich ne gefestigte Legende sein. Wenn man sich die Bilder von der Wartburg und die des Hambacher Festes anschaut, so fällt auch schon mal die Reihenfolge Gold-Rot-Schwarz auf
Tatsächlich war diese Tricolore ein Zeichen der Nationalen, Deutschen Revolutionäre in Anlehnung an die Französische Revolutions Tricolore. Wer sich aus den Zeiten mal die Kaiserliche Flagge anschaut, zu der Zeit gabs nur den von Österreich als Nachfolger des römisch-deutschen, der sieht da die Flagge Schwarz-Gold. In der Französichen Revolution war am Anfang Blau-Rot die Flagge der Revolutionäre. Diesen Farben führte jzu Begin der Revolution, der damalige König noch Weis hinzu. Somit war die Tricolore geboren.
In Anlehnung an das französische Vorbild dürften die Deutschen ihrer Reichsflagge das Rot hinzu gefügt haben, damit ihre Revolution auch eine Tricolore hat.
P.S. heraldisch ist das ne Katastrophe, da da 2 Farben nebeneinander positioniert wurden. (Schwarz neben Rot)


Die Idee mit der Tricolore ist zwar korrekt (also das die deutschen ebenfalls eine Tricolore wollten in Anlehnung an die französiche), aber was die Bilder der Wartburg angeht gilt zu bedenken:

Es sind keine Fotografien, sonder Reproduktionen von Gemälden, damals hatte sich jeder der eine Flagge dabei hatte diese selber genäht bzw. nähen gelassen, tatsächlich habe ich mit eigenen Augen Überreste von Flaggen von damals gesehen die andere Anordnungen der Farben hatte, andere größenverhältnisse und (sehr häufig, da das Gold der Flagge damals ja tatsächlich ein Gold war, und kein Gelbton wie er heutzutage auf der Flagge ist und dieser goldene Stoff sehr teuer war) oft schwarz-rote / rot-schwarze Flaggen mit schmalen goldenen Borten.
Das auf den Bildern meist nur die korrekte Flagge zu sehen ist rührt daher das die Künstler diese erst nach dem Wartburgfest malten, als die Flagge schon feststand. Es hätte wohl auf einem Kunstwerk auch recht merkwürdig gewirkt, wenn man diejenigen, die für die Einheit des Lands kämpften mit 50 verschiedenen Flaggen gezeigt hätte, auch wenn es historisch korrekter war.

Übrigens hier ein Bild, das an die tatsächlichen Verhältnisse schon näher kommt:




Der Historiker Gunter Harmetz schreibt:
QUOTE:
Verbreitete Meinung ist, dass sich die Zusammenstellung der Farben Schwarz-Rot-Gold aus den Uniformfarben der Lützowschen Jäger entwickelt hat. Die Meinung ist verbreitet; denn die roten Biesen und die paar goldenen Knöpfe (die Offiziere trugen noch goldene Epauletten) fallen gegenüber der schwarzen Uniform nicht ins Gewicht. Dagegen scheint mir ihrer Meinung, dass das Herkommen der Farben aus dem Banner des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation eine Legende sei, durchaus ebenfalls fraglich. Schließlich dürfte auch dieses Banner bei den Studenten der Freiheitskriege nicht unbekannt gewesen sein und es ist denkbar, dass sich die Sehnsucht nach dem neuen Reich mit der Erinnerung an das alte, erst vor kurzem untergegangene, verband. Aber sei’s drum – Schwarz-Rot-Gold wäre ein Thema für eine Dissertation.

Für völlig unbewiesen aber halte ich die seit eh und je wiederholte Behauptung, dass sich aus den genannten Farben auch ihre aheraldische Reihenfolge Schwarz-Rot-Gold ergebe.
A) Die Lützowsche Uniform –schwarz mit roten Biesen und goldenen Knöpfen – gibt für die Anordnung der Farben naturgemäß überhaupt nichts her.
B) Das Reichsbanner von 1530 aber bestand aus einem rotbewehrten Adler auf goldenen Grund; es war somit heraldisch richtig und spricht für die Anordnung Schwarz-Gold-Rot.
Wieso aber kommt man dann gerade auf die unschöne aheraldische Anordnung Schwarz-Rot-Gold?
In der Regel beruft man sich auf die von den Burschenschaften beim Zug auf das Hambacher Schloss 1832 mitgetragenen Fahnen.

Das bekannte Gemälde, das den Festzug darstellt, zeigt aber durchaus keine einheitlichen Fahnen. Je nachdem, welche Reproduktion man gerade in die Hand bekommt, stellt man fest, dass entweder sowohl die Kostüme verschieden koloriert sind, als auch die Anordnung der Fahnenfarben unterschiedlich ist, oder das andererseits die Reproduktion – wohl „geschönt“ einheitlich die Fahnen Schwarz-Rot-Gold aufweist.

Meines Erachtens beweist das Gemälde nur, dass man sich damals allenfalls über die Farben, nicht aber über deren Anordnung einig war, was in einer Zeit des Aufbruchs natürlich und logisch ist. Nimmt man die „nicht geschönte“ Reproduktion zur Hand, stellt man folgende Farbkombinationen fest: Gold-Rot-Schwarz, Gold-Schwarz-Rot, Rot-Gold-Schwarz (überwiegend), nicht aber Schwarz-Rot-Gold! Wohl ein Beweis dafür, dass die Burschenschaften damals noch überwiegend die heraldische Anordnung bevorzugten.


Unerwähnt im Beitrag von Gunther Hartmetz ist die Fahne der Jenaer Urburschenschaft (31. März 1816) deren Original sich im Stadtmuseum Jena befindet. Sie zeigt einen goldenen Eichzweig auf Rot-Schwarz-Rot und gilt als „Urbild des künftigen „Dreifarbs“ der deutschen Trikolore von 1848. Diese wiederum könnten durchaus ihren Ursprung in den Farben der Lanzenfähnchen der Lützower Ulanen: Schwarz-Rot haben, also nicht in den Farben der Uniformen.
Das an Frontseite der „Tanne“ in Jena, dem Gründungsort der Jenaer Ur-Burschenschaft vorhandene Wappen zeigt die Farben Gold-Rot-Schwarz und auch die auf der „Tanne“ wehende Fahne zeigt gleiche Farbanordnung. Doch diese Darstellungsweise aber kam erst nach dem Wartburgfest 1817 bei den Burschenschaften auf.

Wikipedia sagt dazu auch:
QUOTE:
Am 12. Juni 1815 wird in Jena die Deutsche Burschenschaft gegründet. Die Farben: Schwarz - Rot – Gold, jene des Lützowschen Freikorps, dessen ehemalige Angehörige der neuen Bewegung Anstoß und Richtung geben. Ihr Wahlspruch Ehre – Freiheit – Vaterland versinnbildlicht die hohen Ideale der Befreiungskriege und die Hoffnung auf Überwindung von kleinstaatlicher Zersplitterung der deutschen Lande und drückende Fürstenherrschaft, die schon bald nach dem Sieg über den äußeren Feind jedoch stärker den je zurückkehren.Aus Anlass des Gedenkens an die siegreiche Leipziger Völkerschlacht und das 300. Reformationsjubiläum trafen sich am 18. Oktober 1817 an dieser Stelle etwa 500 Studenten zum Wartburgfest der deutschen Burschenschaft. Ihr Ruf nach einem einheitlichen Staat und nach demokratischen Grundrechten wurde zur ersten öffentlichen Willensbekundung der bürgerlichen Opposition in deutschen Landen. Die Fahne der Jenaer Urburschenschaft, in der die späteren Nationalfarben »schwarz-rot-gold« vorweggenommen sind, erinnert an dieses Ereignis.


Somit ist wohl alles zu einem teil richtig, ich denke der Beitrag des lieben Gunthers beantwortet soweit alle Fragen. Somit habe ich mich wohl in Bezug auf die Kaisertreuen auch etwas Geirrt, Ala. Ich shcätze da kam einfach viel zusammen was für diese Farben spricht, wo die aheraldische Anordnung herkommt lässt sich nur vermuten, vielleicht entstand die ja tatsächlich aus der (damals wohl recht populären) metaphorischen Interpretation der Fraben.
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Letzte Änderung: 2010/06/29 18:44 von .
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Sitonius

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Re:Realpolitik.. wusstet ihr eigentlich...      08.07.2010 22:41:10 --- 1 Jahr, 7 Monate her  
Was macht den "Freistaat" Bayern denn zum Freistaat?
Bzw, was bedeutet dies?

Gemäß dem was ih so gelernt habe heisst Freistaat lateinisch Republik und wäre nur eine Übersetzung ins Deutsche. Aber ich finde es schon interessant, daß sich NRW als Deutsches Land Nordrhein Westfalen und Bayern als Freistaat Bayern tituliert.

Warum ist das so? Was bedeutet das?


Im Namen des Drachen
...Sitonius
...........Altfyrst der Sitonen
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Letzte Änderung: 2010/07/08 22:42 von Sitonius.
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Nabukudurriusur

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Re:Realpolitik.. wusstet ihr eigentlich...      08.07.2010 23:07:07 --- 1 Jahr, 7 Monate her  
Sitonius schrieb:
QUOTE:
Was macht den "Freistaat" Bayern denn zum Freistaat?
Bzw, was bedeutet dies?

Gemäß dem was ih so gelernt habe heisst Freistaat lateinisch Republik und wäre nur eine Übersetzung ins Deutsche. Aber ich finde es schon interessant, daß sich NRW als Deutsches Land Nordrhein Westfalen und Bayern als Freistaat Bayern tituliert.

Warum ist das so? Was bedeutet das?


Ist vor allem historisch begründet, in der Praxis macht es eigentlich keinen Unterscheid, jedes Land oder Freistaat hat die gleichen Rechte. Der feine Unterschied liegt darin, daß in NRW die deutsche Verfassung direkt gilt und in Bayern nur deshalb weil in der bayrischen Verfassung drinnensteht daß sie gilt

Die können also theoretisch durch eine Änderung ihrer eigenen bayr. Verfassung ihren Status selbst ändern bis zu austreten und sich zu nem eigenen Staat ausrufen was NRW nicht kann
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Theophanes Ahiram

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Re:Realpolitik.. wusstet ihr eigentlich...      25.11.2010 15:26:19 --- 1 Jahr, 2 Monate her  
Die Spinnen die Latzhosenträger...
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Janus

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Re:Realpolitik.. wusstet ihr eigentlich...      25.11.2010 16:49:35 --- 1 Jahr, 2 Monate her  
Thüringen und Sachsen nannten sich nach der Wiedervereinigung auch Freistaaten und tun dies bis heute. Trifft das mit der Verfassungsänderung dann auch auf diese beiden Bundesländern zu?
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Aoth

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Re:Realpolitik.. wusstet ihr eigentlich...      25.11.2010 18:56:55 --- 1 Jahr, 2 Monate her  
Nabukudurriusur schrieb:
QUOTE:


Die können also theoretisch durch eine Änderung ihrer eigenen bayr. Verfassung ihren Status selbst ändern bis zu austreten und sich zu nem eigenen Staat ausrufen was NRW nicht kann :silly:


Also, so gern ich das mir manchmal wünschte das wir aus Deutschland austreten bezweifel ich ganz stark, das die Bayrische Verfassung noch das Grundgesetz ( das de facto für bayern gilt) irgendeine rechtliche Grundlage geben so das Bayern oder einer der anderen Freistaaten aus der Bundesrepublik austreten können

meines Erachtens ist Freistaat nur eine übrig gebliebene nostalgische Bezeichnung für das das Bayern (oder Sachsen oder Thüringen) das einmal war
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Janus

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Re:Realpolitik.. wusstet ihr eigentlich...      25.11.2010 21:04:51 --- 1 Jahr, 2 Monate her  
So müsste das sein. Ich erinnere mich, dass vor einigen Monaten WeltOnline einen Bericht brachte, der sich auf eine Umfrage einer schweizer Zeitung bezog, in der 50% der befragten Personen aus Baden-Württemberg für einen Anschluss dieses Bundeslandes an die Schweiz stimmten (mit ähnlich hohen Zustimmungsraten in der Lombardei, dem Elsaß und Voralberg). In diesem Bericht stand aber auch, dass das Grundgesetz den Austritt eines Landes aus dem Bund gar nicht vorsieht. Also dürfte es rein theoretisch nicht möglich sein.
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Ronius Primus

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Re:Realpolitik.. wusstet ihr eigentlich...      25.11.2010 22:37:06 --- 1 Jahr, 2 Monate her  
Jain.. im Grundgesetz ist die einzige Form einer möglichen Volksabstimmung definiert, und zwar genau dann wenn ein Bundesland/gemeinde/whatever seine Landeszugehörogkeit ändern will. Sprich wenn es Thema wäre, das ein Teil eines Bundeslandes -asu welchen gründen auch immer- mit einem anderen zusammengelegt werden sollte, dann muss das durch eine Volksabstimmung der getreffenden Gebiete geschehen. Auf Bundesebene gesehen, müsste man sich damit beschäftigen wie föderal die Bundesrepublik wirklich ist. Deutschland ist ja immer noch ein föderaler Landesbund, also müsste es rein theoretisch auch die Möglichkeit geben, das einer dieser föderalen Staaten (Bundesländer) austritt. Wäre eine spannende Frage an Rechtsexperten. Und spannend wenn man sich mal die Auswirkungen durch alle Gebiete durchdenken wollte und zu schauen ob sich dieses Bundesland damit wirklich einen Gefallen täte.. ja auch Bayern dürfte ohne den Rest alleine ziemlich bescheiden darstehen
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