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Langsam, mit vorsichtigen und stetigen Bewegungen strich Yorcke immer wieder mit einem Wetzstein über die Klinge seines Turnierspeeres, bis dieser perfekt geschärft war. Er hatte es sich erneut unter einem Baum zurecht gemacht und genoß den kühlen Schatten dort, während er in Gedanken die vergangenen Wochen und Monate noch einmal durchging. Die "Meisterkämpfer-Serie" war so gut wie beendet; nur noch das letzte Duell beim letzten Turnier stand noch aus - und dafür würde er einen scharfen Speer benötigen, denn er war noch immer mit dabei.
Viele, viele Duelle zu Fuß und auch zu Pferd hatte Yorcke mit angesehen, viele große Krieger mit den unterschiedlichsten Kampfstilen hatten sich miteinander gemessen. Es war eine gute Gelegenheit gewesen, fremde Krieger und Völker neu oder besser kennen zu lernen und sich mit ihren Sprachen, ihren Sitten und Gebräuchen vertraut zu machen - eine sehr lehrreiche Zeit, in jeder Hinsicht. Die Organisation hatte gut funktioniert; nie war den Gästen Speisen oder Getränke ausgegangen, auch wenn die teutonioschen Vorräte inzwischen arg angegriffen waren - viel war nicht mehr übrig. Aber die meisten Gäste waren inzwischen abgereist und so konnten sich die Teutonen daran machen, die Lager wieder aufzufüllen - bis zum nächsten Mal.
Nur noch dieses eine Duell, das es zu gewinnen galt - und danach noch einmal ein Einzelduell gegen den selben Krieger im Kreis der Gleichen, um eine "Wette" einzulösen. Dieser Kampf würde aber nicht mit Turnierwaffen ausgetragen werden und er würde auch viel länger dauern als bei den Turnieren üblich. Aber der Einsatz war - vom lumpigen Silber mal ganz abgesehen - hoch, drum musste unbedingt ein Sieg her - unbedingt. Und ganz egal wie.
Erneut griff Yorcke zu dem bereits geschärften Speer und ließ den Wetzstein noch einmal über dessen Klinge gleiten; schaden konnte das schließlich nie.
Si vis pacem, para bellum...
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