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THEMA: An die ägyptischen Heere
 
Harun

Mauren
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An die ägyptischen Heere      28.07.2010 00:25:52 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
Langsam ritt Harun auf seinem Dromedar auf das Meer aus Zelten und Kriegern zu, welche die Standarten Ägyptens trugen. Mittlerweile sollten die Krieger ihn auch gesehen haben. Er selber war nun mehr als eindeutig als Bote Karthagos gekennzeichnet. So blieb ihm die Hoffnung, dass er seine Nachrricht pflichtgerecht und vor allem sicher überbringen konnte, als er schließlich das Heerlager betrat.

QUOTE:
Werter Pharao Ägyptens oder Herrführer welcher die feindlichen Truppen auf Kabir führt,

ohne ersichtlichen Grund haben eure Krieger den Boden Karthagos auf Kabir betreten.
Uns ist es egal, ob ihr nun Wüstenräuber seit, die sich als Ägypter ausgeben, oder Ägypter, welche sich als Wüstenräuber versuchen. Karthago kann eure Anwesenheit auf Kabir nicht dulden!
Wenn ihr umgehend eure Heere auflöst, so lassen wir euch in Frieden in eure Heimat ziehen. Kommt ihr diesem aber nicht nach, so werdet ihr den Zorn Karthagos spüren und eure Männer werden den Boden Kabir´s mit ihrem Blut besudeln.

Hochachtungsvoll,
Abu Dun
Sufet des Äußeren Karthagos


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Re:An die ägyptischen Heere      28.07.2010 22:29:27 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
*Raziel hörte, dass ein karthagischer Bote sich dem Lager näherte und seufzte tief, als er sich auf seinem behelfsmäßigen Thron in seinem recht großen Zelt niederließ. Er hatte sein Haar hinter die Ohren gestrichen und trug einen goldenen Stirnreif als Zeichen seiner Macht. Düstere Schatten warf sein - für Ägypter untypischer - Dreitagebart auf seine Wangen und seine stechend grünen Augen fixierten den Eingang zu seinem Zelt für einen Moment. Dann schloss er sie und rief die Erinnerung an dieses Volk, in dessen Land sie nun standen um es mit dem Blute der Einheimischen und der Krieger zu beflecken.

Fragen nagten am Gewissen des nicht mehr ganz so jungen Pharao. Seit sieben Jahren war er nun Pharao und Krieg hatte seine Amtszeit bestimmt, wovon der heftigste und längste mit dem karthagischen Reich bestand. Wie sollte es mit den beiden großen Reichen Nordafrikas weitergehen, wie sollte je Frieden herrschen, wenn beide Länder zu stolz, zu stark und zu reich waren um sich mit dem anderen zu einigen? Und wie sollten die Reiche ihre anderweitigen Interessen wahren, wenn sie immer mit einem Auge über die Schulter blicken mussten, weil der ewige Feind einem allgegenwärtig im Nacken saß?

Raziel hatte sich gewehrt gegen einen solchen Feldzug. Die Karthager hatten ihnen den Krieg erklärt, sie hatten Ägypten angegriffen und waren von acht Schlachten die geschlagen wurden nur in einer erfolgreich. Damals war Ägypten wesentlich schwächer gewesen und doch hatten es die Händler und Krieger Karthagos trotz Spionen nicht geschafft die Verteidigung des ägyptischen Großreiches nicht durchdringen können. Nicht einmal die Tatsache, dass das Volk Ägyptens naiv genug gewesen war zu glauben, dass sich die Karthager an bestehende Absprachen und Verträge halten würden und der Angriff sehr überraschend kam, die Hälfte der Armee nicht einmal Waffen und Rüstungen besessen hatte, hatte Karthago Glück gebracht.

Kopfschüttelnd strich sich Raziel über das Kinn und gönnte sich selbst ein Lächeln: Er war stolz auf seine junge Nation gewesen, die er aus einem Zeitalter der leichten Lethargie und Gemütlichkeit in eine starke, reiche und große Blüte geführt hatte. Nun wollten sie hier vor den Toren der größten Macht im Mittel neben Ägypten endlich eine Entscheidung herbeiführen. Ob es wohl möglich sein würde die Arroganz und die Selbstüberschätzung Karthagos endlich in die Schranken zu weisen? Ob es wohl möglich sein würde, den ewigen Feind zur Vernunft zu bringen und einen Friedensschluss zu erzwingen?

Horus wusste es, doch er schwieg sich - wie immer - aus.

Nun also, nach dem Feldzug Karthagos vor den Mauern Ägyptens, stand das Heer der Ägypter vor den Toren Karthagos um den Überraschungsbesuch von damals zu erwidern.

Jäh, wurde Raziel aus seinen Gedanken gerissen, als der Eingang sich öffnete und der karthagische Bote eingelassen wurde. Der Bote, der sich mit dem Namen Harun vorstellte übergab ihm seine Botschaft, die Raziel schnell las.

Raziel blickte auf und sah Harun ernst an, bevor er zu sprechen begann*

QUOTE:

Nun, Harun, Bote Karthagos, der du deinen Kopf und dein Leben riskierst um uns eine Nachricht zu übermitteln, sei unbesorgt. Dir soll nichts geschehen und dir wird freies Geleit aus dem Heerlager meiner Armee zuteil. Doch behalte dir auch meine folgenden Worte im Kopf, denn du sollst sie deinem Herren Abu Dun überbringen, der mich bitter enttäuscht, da er nicht selbst aufgetaucht ist. Gerne hätte ich mit ihm einen Tee getrunken oder einen Honigwein und über die Politik unserer Reiche gesprochen.

Teile ihm Folgendes mit:
Der Pharao Ägyptens hat seine Botschaft zur Kenntnis genommen und dankt für die Warnung und auch für das Angebot, dass der großzügige Sufet Abu Dun ihm übersendet, doch bin ich nicht bereit mich zurückzuziehen. Und leider werde ich wohl auch nicht verhindern können, das das Land karthagisches und auch ägyptisches Blut zu kosten bekommen wird.

Die Gründe für unseren Aufenthalt hier sollten dem Sufet allerdings bekannt sein, immerhin hat Karthago uns den Krieg erklärt und damit diesen Konflikt herbeigerufen. Kein Friedensvertrag wurde ausgehandelt oder wurde gewünscht, nachdem Karthago sich zurückziehen musste, ohne eine der bedeutenden und wichtigen Schlachten gewonnen zu haben, im Gegenteil. Ich höre von allen Königshäusern des Mittelmeeres, wie Karthago über Ägypten lacht und sie verspottet, wie Karthago sich als Sieger fühlt und behauptet sie hätten das ägyptische Großreich vorgeführt.

Nun, wir sind nun vor den sprichwörtlichen Toren Karthagos und wir sind hier um diesen Krieg zu beenden. Es ist erfreulich, dass Pygmalion sich tapfer der Streitmacht entgegenstellt und vielleicht werden eure Truppen die Schlacht gewinnen, dies wird die Zeit zeigen. Den Krieg werden sie aber nie mit bloßer Waffengewalt gewinnen können. Ich wünsche ihnen auch die Weisheit ihre Waffen niederzulegen und sich zu ergeben, sollte sich meine Armee als stärker, meine Krieger als besser herausstellen. Letztlich wird es für beide Völker ein trauriger Tag sein, egal auf welcher Seite das Glück der Schlacht sein wird.

Ich möchte, dass Karthago weiß, dass nicht Ägypten dieses Unheil des Krieges heraufbeschworen hat, wohl aber in der Lage und willens ist bis zum blutigen Ende standzuhalten gegen jene, die sich anmaßen das Mittelmeer und die an seinen Ufern siedelnden Länder zu beherrschen.

Richtet dies eurem Herren aus.

*Mit einem Handzeichen setzten sich zwei Krieger in Bewegung, die Harun vorher nicht hatte sehen können, da sie perfekt mit den Schatten verschmolzen waren. Kräftige Hände packten ihn und geleiteten ihn vor das Heerlager, wo er sich selbst überlassen wurde, allerdings gut beobachtet, bis er außer Sichtweite war*
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Letzte Änderung: 2010/07/28 22:30 von o o o.
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Re:An die ägyptischen Heere      29.07.2010 00:47:22 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
Harun seufzt innerlich. Vor kurzem war er doch erst hier gewesen, am Rande des Heerlagers der Ägypter und nun war er es schon wieder. Diesmal allerdings zu Fuß. Sein Dromedar hatten ihm die Ägypter das letzte mal ja leider nicht wieder ausgehändigt. Seis drum. Er hatte seine Aufgabe als Bote zu erfüllen. Dennoch war ihm ein wenig mulmig zu mute, als er nun das Lager betrat. Sein Herr Abu Dun hatte sich bisher eher als Heerführer denn alls Diplomat gemacht und so wusste Harun nicht, wie die Ägypter die neue Botschaft aufnehmen mochten.

QUOTE:
Werter Pharao Raziel von Ägypten,

ich hoffe, dass du nicht zu schwer verletzt wurdest in unserer Schlacht. Des Weiteren möchte ich mich entschuldigen. Ich wusste nicht, dass eine Einladung zu Tee und Honigwein in Ägypten mit einem Heer überbracht wird.

Aber lass mich zum Wesentlichen kommen. Ich schätze, es gab einige Missverständnisse kultureller Art. Es ist lange her, dass Karthago Ägypten den Krieg erklärte, um den ehrenwerten Händler Antigonos aus euren Kerkern zu befreien. Scheinbar nimmst du nun an, dass seit diesem Tage Krieg zwischen unseren Völkern herrschte. Ich habe meine Berater gefragt und diese schilderten mir, dass es wohl Länder gibt, die Frieden erst als solchen erkennen, wenn ein paar Worte auf ein Stück Papyrus geschrieben sind. In Karthago sehen wir das jedenfalls anders mit dem Frieden. Wenn ein Volk nicht gegen ein anderes kämpft oder die Provinzen eines anderen Volkes für sich beansprucht, so nennen wir diese Zeit Frieden. Da unsere Völker seit den paar Schlachten in der Vergangenheit nicht mehr gegeneinander gekämpft haben, gingen wir in Karthago von Frieden aus. Wir brauchen dazu kein Stück Papyrus. Du siehst also, es ist ein Problem rein kultureller Natur.

Da du mit deinen Kriegern aber in unser Land eingefallen bist, stehen unsere beider Völker derzeit im Krieg. Nun entnehme ich aber deinen Worten, dass du durchaus an Frieden interessiert bist. Ich hoffe, ich habe deine übermittelten Worte in dieser Hinsicht nicht falsch verstanden. Nun, wenn dir an einer Beendigung dieses Krieges liegt, so löse deine Heere auf und schick deine Krieger heim. Dich selber aber lade ich gern nach Karthago ein. Dort kannst du bei Speiß und Trank gern dem Rat von Karthago nochmal deine Ansicht übermittelt und uns einen Einblick in deine Kultur geben. Ich möchte da jetzt keine falschen Hoffnungen in die wecken, aber der Rat ist normalerweise recht tolerant gegenüber anderen Kulturen und wird dir vielleicht irgend ein Schriftstück zur Kriegsbeendigung aushändigen.

Beste Grüße,
Abu Dun
Sufet des Äußeren


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Re:An die ägyptischen Heere      29.07.2010 18:43:06 --- 1 Jahr, 6 Monate her  
*Als Letzter hatte sich Raziel auf seinem Dromedar vom Schlachtfeld zurückgezogen, doch ohne eine Verletzung war selbst der Pharao des ägyptischen Großreiches nicht davongekommen. Ein Pfeil hatte sich zu Beginn der Schlacht in seine Schulter gebohrt und einige Schwerthiebe hatten seine Rüstung völlig zerfetzt und rot verfärbt. Sein Schwert und sein Schild waren beim Schmied und mussten ausgebessert werden, seine Wunden waren behandelt und verbunden worden vom Leibarzt des Pharaos. Nur in leichte Kleidung gehüllt und mit zusammengebissenen Zähnen saß er auf dem behelfsmäßigen Thron in seinem Zelt, als Harun ein zweites Mal dem Pharao Ägyptens eine Botschaft Abu Duns überreicht.
Dem Boten werden, während Raziel den Brief liest, einige Kratzer verbunden und Wein und Früchte aus dem Vorrat des ägyptischen Herrschers gereicht.

Nachdem Raziel fertig ist nickt er und lächelt etwas schmerzverzerrt dem jungen Boten zu, während er ihn aus seinen unnatürlich grünen Augen betrachtet*

QUOTE:
Wieder bist du zu mir gekommen und beschwerlich war deine Reise, Harun, darum mögest du die heutige Nacht in meiner Obhut verbringen und dich satt essen und von dem Kampfe erholen. Morgen kannst du mit deinem Dromedar, welches ich dir nicht stehlen wollte, sondern aus rein taktischen Gründen einbehalten habe, zu deinem Herren reiten und ihm meine Worte übermitteln.

Ich verneige mich vor der Kampfkraft der Karthager. Es war mir eine Ehre gegen sie in den Kampf gezogen zu sein, auch wenn die Gründe für dieses Aufeinandertreffen der Kulturen womöglich, wie dein Herr bereits schrieb, in unseren unterschiedlichen Auffassungen von Diplomatie begründet lagen. Sei es wie es sei, diese Schlacht ist geschlagen und Ägypten hat sie, Dank der hervorragenden Logistik und Taktik Karthagos verloren. Daran gibt es nichts zu rütteln und zu deuten, ein großer Sieg Karthagos, der uns mit Sicherheit eine Lehre für die Zukunft sein wird.

Sag deinem Herren, dass ich mich mit meinem Bruder Azazel nach Karthago aufmachen werde, um mit dem Rate Karthagos zu sprechen. Es wird mir eine Ehre sein euren Herren kennenzulernen und ich würde mich freuen, wenn es zu einer Einigung zwischen unseren Völkern kommen könnte, die für alle den gewünschten und hart umstrittenen Frieden bringen wird.

Als Zeichen, dass ich ohne Frage an einem Frieden interessiert bin, wurden die Heere meines Volkes aufgelöst und die Kommandanten führen die überlebenden Krieger zurück in die Heimat. Wir werden die Toten bergen und ihre Seelen den Göttern angemessen empfehlen, dann werden sich die Krieger auf den Weg durch die Wüste in die Heimat begeben.

Ich denke ich werde in wenigen Wochen in Karthago ankommen, doch leider nicht so schnell wie ich es mir wünschte, da die Verletzungen der Schlacht noch sehr an meinen Kräften zehren. Dennoch werde ich so schnell wie möglich mit meinem Bruder gen Norden reiten um den Frieden zu suchen.

Richtet eurem Herren bitte in aller Deutlichkeit meine Hochachtung vor dem Volke Karthagos aus, das tapferer als die meisten anderen, gegen die ich bisher angetreten bin, gekämpft und überzeugender als jedes andere jemals gesiegt hat.


*Mit einem Nicken wies Raziel die Wachen an, dem Boten ein Nachtlager zu bereiten. Harun wurde gezeigt, wo er Verpflegung finden konnte und wo sein Dromedar untergebracht war: Es war nicht mit in die Schlacht gezogen worden und war gut verpflegt im Heerlager geblieben. Die Sonne verschwand hinter den höchsten Dünen der Wüste und ein erschöpfter und nicht nur körperlich verwundeter Pharao lies sein königliches Haupt auf sein Kissen sinken.*
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