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An jeden Krieger des etrurischen Volkes 03.08.2010 19:58:59 --- 1 Jahr, 6 Monate her
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Lächelnd las Raziel die Botschaft der ehemaligen Königin der Etrusker. Es waren viele Informationen, die sie ihm hatte zukommen lassen und die Botschaft über die Auflösung der Heere und die Aufgabe Zyperns ließen ihn schmunzeln. Der Lucumo, oder wie sich Usurpatoren in Etrurien auch nennen mögen, hatte vieles gut gehandhabt, das musste man ihm lassen:
Das Anheuern der Friesen um die Hellenen zu beschäftigen, das Abwarten bis die ägyptischen Truppen in Karthago, bzw. der Wüste waren, bevor er selbst sich aus der Adria hervorwagte, wirklich ein guter Plan, wenn man hinterhältig und ehrlos Plündern und Brandschatzen wollte, wenn man einem Volk schaden wollte, koste es auch den Preis der Seele. Doch hatte der Stratege und Heerführer bei seinen Berechnungen nicht mit dem Hass und der Rachsucht einer gekränkten Frau gerechnet.
Er mag an Jahren älter sein, dachte Raziel, doch an Weisheit und Weitsicht schien es dem neuen Usurpatoren Etruriens zu mangeln.
Natürlich musste auch der Pharao - zumindest sich selbst gegenüber - eingestehen, dass er auf ganz ähnliche Weise hintergangen worden war, wenn auch mit weniger peinlichen Konsequenzen: Er hatte Thalia vertraut, seit Azazel sein Bruder sie nach Ägypten gebracht hatte. Als Sklavin war sie in den Reihen Ägyptens schnell emporgestiegen, sie hatte alles bekommen, was sie wollte und doch...
Und doch war sie am Ende zur Verräterin geworden und reihte sich damit nahtlos in die gleiche Kategorie wie ein Caramis oder eine Mafdet. Es war schon erstaunlich, dass die meisten Verräter Ägyptens sich in Etrurien versammelten, doch es passte irgendwie, dass diese Verräter sich zu einem noch größeren Verräter hingezogen fühlten. Doch seine Wut konnte kaum dem etrurischen Volke gelten. Von keinem Soldaten konnte man verlangen, dass er das Ränkespiel des Lucumo durchblicken konnte, doch Raziel war fest entschlossen den Etruskern zumindest die Chance auf Einsicht zu geben und so schrieb er - höchstpersönlich - einen offenen Brief an das Volk, der von seinen Schreibern abgeschrieben und vervielfältigt wurde, sodass ein jeder Etrusker eine Nachricht erhalten würde. Da er nicht davon ausgehen konnte, dass die Etrusker gebildet genug waren um Ägyptisch zu sprechen, verfasste er das Pamphlet auf Griechisch.
Nachdem Tausende von Kopien angefertigt wurden, schickte er Boten aus um im ganzen, etrurischen Reich diese Nachricht verbreiten zu lassen, während einige Boten zu den Schiffen der etrurischen Soldaten geschickt wurden, um ihnen ebenfalls die Briefe zu überreichen. Der Lucumo erhielt allerdings keine dieser Botschaften:
QUOTE:
Volke Etruriens, höre den Pharao!
Krieger und Soldaten Etruriens, höret den Pharao!
Hauptmänner und Generäle Etruriens, höret den Pharao!
Ich hörte, dass ihr auf der Suche nach der Familie einer Frau seid, die den Namen Mafdet trägt. Sie war einst eine Dienerin des ägyptischen Volkes, doch hat sie diese Gefilde schon lange verlassen. Die Gründe hierfür habe ich nie erfahren und sie tangieren mich auch nicht, sollte sie auf etrurischem Boden glücklicher sein, als in Alexandria, so sei es ihr gegönnt.
Nun haben eure Heere Zypern verwüstet und die letzte Garde von Polis vernichtet, bevor sie aufgelöst wurden. Ein kluger Zug, denn die Familie der armen Mafdet wird sich sicher schneller finden lassen, wenn ihr einzeln nach ihnen sucht und nicht in breiter Front durch ein Land marschiert, während ihr alles verwüstet: Ungehindert, da die Soldaten Ägyptens in der Wüste auf dem Heimweg sind und ihre Heimat nicht verteidigen können.
Höre Volk Etruriens, ich bin nicht wütend auf euch, sondern enttäuscht von der Führung eures Volkes, die nicht einmal versuchte mit mir in Kontakt zu treten und um meine Hilfe zu bitten.
Höre Volk Etruriens, dass ich nach der Familie Mafdets suchen lasse und sie, sobald ich sie gefunden habe, auf einem Schiff gen Etrurien senden werde. Weitere Zwischenfälle und Heerschauen vor meiner Küste sind nicht nötig um dieses noble Unterfangen zu unterstützen. Mafdet lade ich herzlichst als Gast in mein Land ein, sodass sie nach ihrer Familie suchen kann, wegen mir kann ihr Begleiter Caramis, ebenfalls ein ehemaliger, ägyptischer Soldat, sie begleiten. Beide sollen die Gäste Ägyptens sein und meine Gastfreundschaft genießen, solange es nötig sei.
Ich werde von einem Vergeltungsschlag, während das etrurische Volk auf den Schiffen gen Heimat segelt, absehen und bin bereit Gnade walten zu lassen, denn nicht das etrurische Volk soll für die Fehler und die falschen Ansätze seiner Herrscher büßen, doch rate ich dem Volke Etruriens Folgendes:
Überlegt euch gut und sehr genau, welchem Führer ihr dient und welchem Kriegsfürsten ihr in die Schlacht folgt. Andere Herrscher werden eventuell weniger Vergebung kennen, wenn es sie trifft.
Ich hoffe die Krieger und Soldaten Etruriens haben eine angenehme Heimreise und die Stürme des Herren des Chaos, meines Schutzpatrons Seth, lassen sie unversehrt.
Die Götter zum Gruße,
Raziel,
Pharao des von den Göttern geliebten, ägyptischen Großreiches
Während also die Krieger und das einfache Volk, die Grundbesitzer und Berater, Soldaten und Handwerker alle die obige Nachricht erhielten, erhielt AmadeuS eine eigene:
QUOTE:
Werter Lucumo AmadeuS, ich grüße euch.
Glückliche Umstände lassen mich auf mein Reich blicken, das von eurem Blutdurst verschont geblieben ist. Nur die Götter wissen, welcher Wahnsinn euch trieb und welche Wut, welche unsinnige Zerstörungslust, ein solches Unterfangen überhaupt zu erdenken.
Nicht nur mein Reich habt ihr mit dem Blute Unschuldiger besudelt, sondern auch Zerstörung und Tod über Griechenland gebracht, das ihr doch immer als Wiege eurer Zivilisation angesehen habt. Und nicht einmal den Mut offen und ehrlich über eure Beweggründe zu sprechen hattet ihr. Nicht einmal das Rückgrat selbst Griechenland anzugreifen, stattdessen heuertet ihr friesische Barbaren an, die nun plündernd und brandschatzend über die Akropolis ziehen.
Ihr habt euer Volk verraten und hintergangen, indem ihr ihnen Lügen über eure Beweggründe nanntet. Die Familie Mafdets wolltet ihr finden mit einem Heer aus beinahe dreißig tausend Soldaten? Ich nehme an euer Volk ist euch treu ergeben und stellt nichts in Frage, denn kein auch nur halbwegs intelligenter Mensch hätte so einen - verzeiht meine profanen Worte - Blödsinn geglaubt.
Was war es, dass euch dazu bewegte, solch einen Krieg hervorzurufen, was bringt einen Mann dazu, sich von den Göttern und den Tugenden der griechischen Philosophie loszusagen, seine Seele zu beschmutzen mit solcher unaussprechlicher Ehrlosigkeit, wie ihr es getan habt?
Keine Worte wollen mir einfallen, die auch nur annähernd treffend die Niederträchtigkeit eurer Handlungsweisen beschreiben. Einen Krieg nur um des Reichtums wegen zu führen ist schon schlimm genug, doch sein Volk mit Lügen und Intrigen zu diesem Heerzug zu bewegen und sie über die wahren Gründe im Dunkeln zu lassen, sie damit zu locken, dass sie für eine gute Sache kämpfen und sie so zu hintergehen ist für mich einfach unbegreiflich. Sie sind euer Volk, Lucumo, sie vertrauten euch und ihr habt sie belogen und das schon bei ihrem ersten Heerzug in dem sie für euch ihr Blut gelassen haben.
Diesen Krieg zu führen, während das Volk das ihr angreift nur aus Zivilisten, nicht aus Soldaten besteht und selbst Greise niederzumetzeln, nur um des schnöden Mammons Willen setzt dem ganzen die Krone auf.
Ihr mögt nun Nilaihah eine Verräterin schimpfen, doch war sie - selbst in der Stunde, da sie mit ihrem eigenen Tod rechnen musste und da ihr sie verraten und hintergangen habt, da ihr ihr die Krone Etruriens raubtet - noch eine bessere Herrscherin als ihr, denn sie hat das Volk und seine Soldaten auf den Weg der Tugend zurückgeführt.
Ist die Sklavin es wirklich wert, dass ihr eure Seele für sie verkauft? Ist ihre persönliche Wut es wirklich wert, dass ihr euer Volk in den Abgrund führt? Es betrügt? Es belügt? Es hintergeht? Es zu den Dienern der Dämonen macht?
Heute sitze ich in Karthago, Lucumo und schreibe euch diese Zeilen voller Trauer darüber, was Gier und Verzweiflung aus einem Manne machen können, die Götter mögen mich behüten je so zu werden wie ihr, denn wenn ich mich euch annähere, was Charakter und Geist betrifft, so weiß ich, dass meine Seele verloren ist und Anubis sie verschlingen wird, wenn ich sterbe und die düsteren Vorhänge dieser Welt hinter mir lasse.
Ich schreibe euch diese Botschaft aber nicht nur um zu tadeln, sondern auch, um euch die Möglichkeit auf Reparation zu geben. Nicht finanzieller oder wirtschaftlicher Art. Nach Geld gelüstet es mir nicht, ich habe genug Gold und Silber, das Volke Ägyptens hat genug davon. Wohl aber Wiedergutmachung in Form von Überwindung der eigenen Schatten.
Ich biete euch den Frieden zwischen unseren Völkern an. Den Frieden zu Kosten einer einfachen Entschuldigung.
Doch nicht an mich soll diese Entschuldigung gehen, sondern an euer Volk. Ich möchte, dass ihr eurem Volk gegenübertretet und euch für eure Verfehlungen entschuldigt. Für euren Hass gegen ein Volk, das dem euren stets freundlich zugewandt war, für eure Lügen, die ihr euren treuen Soldaten erzählt habt, für eure Gier, die ihr hofftet mit Kupfer und der Krone Nilaihahs zu stillen, für eure Feigheit Ägypten zu attackieren, während die Legionen meines Reiches in der Wüste kämpften, für euren Blutdurst, den ihr an dem Blute der Kinder und Greise, der Frauen und Männer Ägyptens sattzutrinken plantet.
Entschuldigt euch bei eurem Volke für diese Verfehlungen und ich werde euren Angriff auf Zypern vergessen, euch diese frevelhaften Charakterzüge verzeihen.
Bedenkt bei euren Erwägungen, dass Ägypten nicht das Volke Etruriens für diesen Zwischenfall verantwortlich macht, sie allerdings den Blutzoll werden bezahlen müssen, wenn ihr nicht zur Vernunft kommt.
Möge eure Entscheidung weiser sein als eure letzte.
Die Götter mögen eurer Seele gnädig sein.
Gezeichnet,
Raziel,
Pharao des von den Göttern geliebten, ägyptischen Großreiches
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Re:An jeden Krieger des etrurischen Volkes 04.08.2010 11:03:47 --- 1 Jahr, 6 Monate her
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AmadeuS saß im größten der kleinen Boote, mit derer Hilfe die Etrusker den Heimweg antraten. Es ruderte eines der kleinsten Boote heran.
"Lucumo AmadeuS? Ich habe eine Botschaft aus Ägypten für dich. Ein Bote hat sie gebracht." Eine Stille trat ein und dieser Diener AmadeuS' sprach weiter: "Der Bote scheint verängstigt zu sein, was sollen wir mit ihm machen ?"
"Mit ihm? Gar nichts. Er ist nur ein Bote, den der Pharao zu opfern bereit ist. Gib ihm Speis, Trank und wenn er interessiert ist, gib ihm Einsicht über unsere friedlichen Absichten. Wenn schon nicht die Ägypter ansich der Gastfreundschaft mächtig sind, so wird vielleicht wenigstens er ein Einsehen haben."
AmadeuS saß ruhig auf am Bug des Bootes und beobachtete die Wellen, während er über den Verrat Nilaihahs nachdachte. Vielleicht hätte er es sanfter angehen sollen - war sie doch die Schwäche des Volkes!
"Lucumo?"
AmadeuS dachte gerade über eine Verordnung nach, die er in Etrurien verkünden würde...
"Lucumo AmadeuS ?"
"So spreche doch, ich höre dir zu"
"Die Botschaft aus Ägypten, vom Regenten Raziel ?!"
"Uninteressant. Seine Entschuldigung kannst du ins Meer werfen. Interessanter wäre eine Entschuldigung Nilaihahs. Aufrichtig wäre seine Entschuldigung ohnehin nicht...
...
...
So werfe das Schriftstück endlich über Bord, es interessiert mich nicht!"
Der Diener tat, wie ihm geheißen.
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