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Thrakiens Weinkönigin 20.08.2010 20:00:36 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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Endlich war es soweit. Seit ihrer Rückkehr aus Ägypten hatte sich so einiges getan und vieles wollte vorbereitet sein, ehe Efthimia erneut ihrem Land für kurze Zeit den Rücken kehren musste. Man hatte in einer gemeinsamen Volksberatung beschlossen, eine Weinkönigin zu erwählen. Schön sollte sie sein, Wein lieben und diesen natürlich allen voran auch nach außen hin repräsentieren. Schön waren die meisten Frauen Thrakiens, aber nur zwei Damen hatten den Mut gehabt, sich dafür zu bewerben. Die Beraterin hatte schmunzeln müssen, denn eine der beiden Bewerberinnen war natürlich Lorla gewesen. Der rotschopfige Wirbelwind, der hie und da durch die Gassen fegte und nicht selten auch durch die Beraterräume des Palastes in Burnasul. Thabea war die andere Schönheit gewesen, von der Efthimia selbst zwar nicht all zu viel bekannt war, die jedoch, wenn von ihr die Rede war, immer positiv erwähnt wurde. Beide passten gut in das Bild einer zukünftigen Weinkönigin und mussten nur noch die Bewohner ganz Thrakiens von sich überzeugen.
Noch vor ihrer Abreise ließ Efthimia unter der Bevölkerung verbreiten, bis wann die Abstimmung beschlossen sein sollte und übertrug ihren getreuesten Mitarbeiterinnen die Organisation. Da sie selbst unparteiisch war, war sie selbst auch eher abkömmlich während der Abstimmung und die Planung der Festlichkeiten, die nach der Auszählung anberaumt waren, konnte sie getrost anderen überlassen.
Ganz Burnasul stand halbwegs auf dem Kopf, jeder wollte die Schönheiten, die sich beworben hatten, kennen lernen. Überall wimmelte es von Menschenmassen, die von überall aus den Provinzen herbei gelaufen kamen. Selbst Thermistokles, ihr Gatte, ließ sich ein wenig davon anstecken und beteiligte sich an der schon vor der Abreise laufenden Abstimmung.
Efthimia beobachte die Menschen von ihrem Beraterraum im Herrschaftsgebäude des Rezas' aus dem riesigen von Marmorsäulen gesäumten Fenstern und unterhielt sich nebenbei mit ihremMann über eben jenes.
„Und,was denkst du, wer wird gewinnen? Beide Frauen würden sich wirklich hervorragend dafür eignen.“
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Re:Thrakiens Weinkönigin 20.08.2010 20:21:55 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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Seid er sich aus dem hohen Amt bei den Thrakern zurückgezogen hatte, war Thermistokles nicht mehr oft im Herrschaftsgebäude. Die meiste Zeit hielt es sich auf Ihren Landgütern auf und schaute dort nach dem Rechten, während Efthimia weiterhin den Rezas beratend zur Seite stand.
"Mich darfst Du nicht Fragen, mein geliebtes Weib. Bin ich doch parteiisch in dieser Angelegenheit. Du weißt, ich habe Lorla damals den Persern entrissen und sie hergebracht, dies verbindet und Thabea habe ich lediglich einmal im Heerlager erblickt."
Dies war einer der Nachteile seines zurückgezogenen Lebens. Er kannte nicht mehr die wichtigsten Leute in Thrakien. Ein Fest, wie dieses würde daran sicher einiges ändern, denn es wäre ein gesellschaftliches Ereignis, wo sich vom Echon bis zum Rezas, alle blicken lassen würden.
Er schaute seine Frau an "Und ausserdem nimmt die schönste Frau Thrakiens gar nicht teil. Du solltest Dich schämen." Gespielt böse hob er den Zeigefinger und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. "Und nun lass uns endlich in Lorlas Taverne gehen. Mein Magen knurrt schon und ich könnte einen Ochsen verspeisen."
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Re:Thrakiens Weinkönigin 22.08.2010 00:08:53 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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Thermistokles' Worte entlockten der allmählich in die Jahre gekommenen, aber immer noch recht jung gebliebenen, Frau ein amüsiertes Lächeln.
„Du weißt das wäre nicht gegangen. Wie soll ich die Verantwortung für alles übernehmen und mich gleichzeitig zur Wahl stellen? Gesetzt dem Fall, man hätte mich gewählt, dann hätten meine Gegner mit Sicherheit nach Schiebung geschrien. Und um all dem vorzubeugen habe ich mich erst gar nicht aufstellen lassen. Aber danke, dass du es zumindest in Erwägung ziehst, ich hätte eine gute Wahl gegen eine der Beiden sein können.“
Die thrakische Beraterin wandte sich zu ihrem Mann um, gab ihm einen liebevollen Kuss auf die bärtige Wange und hakte sich dann bei ihm unter.
„Ja, lass uns zu Lorla in die Taverne gehen, dort werden sich sicher ebenfalls eine Menge Menschen herumtreiben und vielleicht auch einige unserer Freunde.“
Gemeinsam mit Thermistokles ließ die Frau die Palastmauern hinter sich, um sich den Weg durch die verwinkelten und mit Schaulustigen gesäumten Gassen, bis sie einige Zeit später tatsächlich die Taverne erreicht hatten und sich nach einem freien Plätzchen umsahen.
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Re:Thrakiens Weinkönigin 22.08.2010 21:07:58 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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Lang hatte es gedauert, bis Iphigenie die selbstgewählte Isolation aufgegeben hatte. Erst im letzten Feldzug war sie wieder etwas aufgetaut. Etwas anderes war ihr bei den ägyptischen Temperaturen auch nicht übrig geblieben.
Unendlich erleichtert, wieder in der Heimat zu sein, hatte sie beschlossen, sich von nun an wieder mehr unter das Volk zu mischen und vor allem den Kontakt mit ihrer lieben Freundin Efthimia nicht mehr so schleifen zu lassen.
Dennoch war sie etwas nervös, als sie nach langen Jahren wieder einmal in die Hauptstadt fuhr. Vieles hatte sich verändert, bemerkte sie beim Spähen aus dem verhängten Wagen. War sie überhaupt noch nach der neusesten Mode gekleidet?
Der Wagen hielt vor der Taverne und etwas irritiert von dem lauten und bunten Drumherum durch die Vorbereitungen zum Fest, huschte Iphigenie in die Kühle des Gastraumes.
Unendlich erleichtert erblickte sie sehr schnell dort die bekannten Gesichter und steuert rasch auf den Tisch zu, an dem Efthimia und Thermistokles Platz genommen hatten.
"Selbst der Gerechte wird ungerecht, wenn er selbstgerecht wird."
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Re:Thrakiens Weinkönigin 23.08.2010 09:13:02 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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Es hatte einige Zeit gedauert, bis sie tatsächlich einen Sitzplatz in der nahezu dicht bevölkerten Taverne bekommen hatten gerade erkämpfte sich Thermistokles bei einer der Bedienungen etwas trinkbares für die Beiden als Efthimia schon Weitem die unübersehbare Präsenz Iphigenies wahrnahm. Iphigenie war Zeit ihrer Freundschaft immer etwas besonderes gewesen, doch nach den Geschehnissen um ihren Verlobten, war es ruhig um sie geworden. Und Efthimia hatte lange Zeit nicht gewagt, durch diese selbst auferlegte Isolation zu brechen. Um so erfreuter war sie, dass Iphigenie sich offensichtlich gleich ins Leben stürzte, nachdem sie augenscheinlich zurück dorthin gefunden hatte.
Mit einem strahlenden Lächeln winkte die Beraterin Iphigenie zu sich an den Tisch, obgleich das Gedränge, durch das sich die andere Frau erst kämpfen musste, seines gleichen suchte.
„Iphigenie, was für eine Freude! Wie schön dich nach all der Zeit wohlbehalten zu wissen. Wie geht es dir? Ich hoffe es geht dir besser...“
Kaum hatte die andere Frau den Tisch erreicht, dass sie auch schon von Efthimia auf die Bank zu sich gezogen wurde. Ein Wink an Thermistokles bedeutete ihm, noch einen Becher mehr mitzubestellen.
„Also, erzähl. Ich habe dich lange Zeit vermisst. Gibt es Neuigkeiten?“
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Re:Thrakiens Weinkönigin 23.08.2010 14:54:36 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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An dem Platz neben Efthimia angekommen, musste Iphigenie erst einmal durchatmen. Worauf hatte sie sich da nur eingelassen? Der Lärm der Stimmen, die Körperwärme der Leiber, durch die sie sich hatte drängen müssen... Sie hüstelte verlegen und lächelte Efthimia an. Dabei klemmte sie ihre Hände zwischen die Knie wie ein kleines Mädchen. Doch rasch erinnerte sie sich an ihr Benehmen, setzte sich aufrecht und strich sich eine Haarsträhne hinters Ohr.
"Ich...", wollte sie sagen, doch ihre Stimme versagte. Sie räusperte sich. "Es geht mir gut. Danke. Ich habe doch tatsächlich mal mein Landgut verlassen. Ich hoffe, es steht noch alles, wenn ich wieder zurückkomme."
Schüchtern lachte sie und betrachtet ihre Freundin.
"Und du? Schön wie eh und je, als wäre kein einziger Tag vergangen. Wie geht es deiner Familie? Ich habe gehört, es gäbe heute ein großes Fest zu Ehren der Weinkönigin. Weiß man schon, wer es werden wird?"
"Selbst der Gerechte wird ungerecht, wenn er selbstgerecht wird."
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Letzte Änderung: 2010/08/23 14:56 von Iphigenie.
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Re:Thrakiens Weinkönigin 25.08.2010 10:28:04 --- 1 Jahr, 5 Monate her
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Bei Iphigenies Worten lachte Efthimia leise auf. Wie hatte sich die Freundin doch verändert. Die Einsamkeit auf deren Landgut hatte ihr nur bedingt gut getan. Iphigenie war zwar schon immer recht ruhig gewesen, doch nach dem Verschwinden ihres Verlobten, hatte sie sich regelrecht eingemauert. Beruhigend tätschelte sie der Freundin die Hand.
"Ach, das wird auch mal einen Tag ohne dich auskommen. Als du in Ägypten warst, ist auch nichts passiert, oder?"
Kurz legte sich ihr Augenmerk auf die Bedienung, die schwer Mühe hatte sich mit den Krügen und Bechern durch das Knäuel zu kämpfen, schließlich aber doch alles auf dem Tisch abstellte. Dann erst kehrte ihr Blick aufmerksam zu Iphigenie zurück.
"bis auf die Tatsache, dass ich unsere jüngste Tochter die letzte Zeit kaum gesehen habe, weil wir nach Ägypten mussten, und dass die anderen zwei mit jedem Tag lebhafter werden, geht es uns gut, denke ich. Thermistokles ist meistens auf den Landgütern, da ich die meiste Zeit hier in der Stadt verbringen muss. Die Aufgaben werden nicht geringer, zumal jetzt, wie du so treffend bemerkt hast, noch die Wahl zur Weinkönigin ansteht. Eine Auszeichnung,die dir im Übrigen auch sehr gut gestanden hätte und die dich auch sicher wieder ein wenig mehr am Leben hätte teilhaben lassen. Wer gewinnt ist noch nicht klar, die Wahlen sind bereits angelaufen, die Auszählung wird jedoch erst in ein paar Wochen stattfinden. Und wenn wir aus Phrygien zurückkehren, wird es wohl ein großen Fest mit Spielen zu Ehren der Weinkönigin geben. Thermistokles ist der Meinung, dass Lorla gewinnt. Wobei beide Frauen durch ihre unterschiedlichen Charaktereigenschaften bestechen.
Letztendlich ist egal, wer es wird, ich bin mir sicher, beide haben das Zeug dazu und die Spiele und das Fest werden ein wenig Farbe in unser Leben bringen."
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