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"Kaum ist man aus einem Krieg gegen die Argippäer zurückgekehrt und hat nebenbei die herumziehenden Räuber in ihre Schranken gewiesen, schon sind wieder weitere Schwierigkeiten an der Tagesordnung.
Ein Unheilsbringer, der vor einigen Jahren aus seinem Dorf vertrieben wurde, da man ihn für ein Serie von Morden und die Missernte eines Jahres sowie die darauf folgende Hungersnot verantwortlich machte, ist zurückgekehrt. Der Unheilsbringer behauptete nun, dass er in den Jahren seines Exils in Mesopotamia bei einer bekannten Hexe namens Gunda magische Fähigkeiten erworben hätte, die ihm oder ihr erlaubten, andere mit schrecklichen Flüchen zu belegen. So kam mir zu Ohren, dass der Unheilsbringer munter vor sich hin fluchte und mich hätte es wohl auch nicht weiter gekümmert, wäre da nicht das Gerücht in Umlauf, dass sich diesem eine Horde von ihm verfluchter Bauern angeschlossen hätten, die dem Unheilsbringer warscheinlich gezwungener Maßen zweitweise Unterschlupf boten. Dabei nahmen sie sich zusätzlich die Freiheit heraus, die sowieso unbeliebten Steuereintreiber aus ihrem Dorf zu jagen, ohne vorher die Steuern zu zahlen. Und damit gingen sie zu weit.
Kurz darauf machte sich eine kleine Streitmacht bestehend aus König Ajax, seinen Leibwächtern und den beiden Beratern Arthur und mir, Vedurn, auf den Weg zu dem besagten Dorf. Dort angekommen losten wir aus, wer versuchen solle, die Bauern wieder zum Steuern zahlen zu bekommen und den Unheilsbringer auszuliefern, damit man ihn zum Tode verurteilen konnte, und ich zog den Kürzeren...
Also ritt ich in das Dorf, wo man mich sogleich herzlich mit einem mit Mistgabeln bewaffneten Mob begrüßte, der sofort dazu übergehen wollte, mich aufzuknüpfen, wäre da nicht mein Speer gewesen. Dadurch zögerten die Bauern und ich nutzte die Zeit, zu sagen:
"Wer ist der Älteste dieses Dorfes? Ich will mit ihm sprechen."
Die Bauern schauten sich verunsichert an und berieten sich, ob sie es mir verraten sollen. Aber da trat schon ein älterer Mann ohne Haare auf dem Kopf vor, der sprach:
"Ich bin Nerses. Wer bist du und was willst du hier?
Nachdem ich mich vorgestellt hatte und ihm die Forderungen meines Königs gestellt hatte, ging ein Zittern durch die Menge. Die Bauern blickten zu Boden und scharrten nervös mit den Füßen. Auch Nerses leckte sich nervös über die Lippe bevor er sprach:
Das ist nicht möglich, Herr. Wenn wir das tuen, werden wir auf ewig verflucht sein.
Und der Unheilsbringer hat euch versprochen, wenn ihr ihm hier ein Versteck bietet, werdet ihr früher oder später von dem Fluch erlöst?" Nerses nickte kurz zur Bestätigung. "Woher willst du wissen, dass er sich daran hält, Nerses? Er könnte dich und die deinen jahrelang unterjochen. Euer Vieh wird an dem Fluch verenden, die Ernten verdorren und ihr habt nichts zu essen. Eure Frauen und Kinder werden vor Hunger umkommen und das alles nur, weil sich ein Zauberer bei euch verstecken will? Ist es das wirklich wert, Nerses? Sag es mir!"
Nach kurzem Zögern sagte Nerses schließlich:
"Nein, Herr, das ist es nicht. Doch können wir nichts gegen sie unternehmen. Der Fluch hat uns fest im Griff. Was sollen wir denn dagegen tun?"
"Ihr? Ihr müsst nichts dagegen tun, da es euch wohl gefährden würde, nicht wahr? Das wird König Ajax für euch übernehmen. Doch brauche ich Informationen über "ihren" Aufenthaltsort."
"Sie befindet sich meines Wissens nach seit 2 Tagen auf dem Weg in ein seleukidisches Dorf, das ungefähr 14 Tagesmärsche von hier entfernt liegt."
"Gut, wir werden uns sofort auf den Weg machen. Ach ja noch etwas. Ich will, dass ihr, nachdem diese Sache vorbei ist, wieder eure Steuern bezahlt. Dafür erwarten euch keine weiteren Konsequenzen."
"Ich... Ich danke euch, Herr!"
So wandte ich mich von Nerses und seiner Meute ab und ritt wieder zurück ins Lager, um mit Ajax und Arthur die weitere Vorgehensweise zu besprechen.
14 Tage später erreichten wir das Dorf. Wir losten wieder und ich zog schonwieder den Kürzeren!
"Das kann doch nicht wahr sein...", stöhnte ich innerlich, während mich die beiden anderen angrinsten. Ich fragte mich langsam, ob das ein abgekartetes Spiel der Beiden sein könnte... Abermals also machte ich mich beritten auf den Weg. Während ich näher kam, erkannte ich, dass das Dorf neben einer Palisade auch über ein Tor verfügte, dass verschlossen war. ...das am helligsten Tag! Wirklich seltsam... Da stand ich auch schon vor dem Tor.
So dann rief ich die Torwachen an das Tor zu öffnen. Doch nichts geschah... Als ich es nochmal versuchte, passierte wieder nichts... Doch. Warte! Da war ein Klimpern hinter dem Tor zu hören. Das Tor wurde dennoch nicht geöffnet. Als ich erneut rufen wollte, erschien plötzlich ein Mann oberhalb des Tores. Er schien ein hartgesottener Veteran zu sein und schnitt die dazugehörige Miene, was ihm ein richtig fieses Aussehen mit seiner eisernen Ausrüstung gab. Das übliche nach-dem-Begehr-frag-und-Antwort-erwart-Verfahren war schnell beendet und er ließ das Tor öffnen, um mir die Unheilbringerin auszuliefern. Doch erwarteten mich hinter dem Tor 30 Mann, die sofort auf mich zu gestürmt kamen und mich nach kurzem Ringen niedergeschlagen hatten...
Das war bisher alles, was ich dir dazu erzählen kann, Chah. Ich werde erstmal an Spielen bei den Seleukiden teilnehmen und später wieder auf die Jagd nach dem Unheilbringer gehen." Chahverdian, mein Sohn, bombardierte mich noch mit Fragen, weil er nicht alles verstanden hatte. Ich sollte mich wirklich noch weiter im Geschichtenerzählen üben. Nachdem er eingeschlafen war, verließ ich das Zelt und setzte ich mich zu Arthur an das Lagerfeuer. Ajax war vor 2 Wochen schon zu den Seleukiden gezogen, also waren wir nur zu 3. unterwegs. Arthur und ich losten, wer die letzte Wache übernehmen sollte und... zum 3. mal in kurzer Zeit zog ich das kürzere Hölzchen und kam mir nicht minder veralbert vor.
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