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Es waren wieder einige Tage vergangen und beide, Rodewin und der Bote, hatten inzwischen viele Meilen hinter sich gelassen. "Wie schön unser Land ist" sagte der Bote zu Rodewin.
"Ja, aber es ist noch sehr viel zu tun, bis wir die alte Grösse und Kraft wiedererlangt haben" antwortete Rodewin.
Kurze Zeit später näherten sie sich der Grenze und bald würden sie in fremdem und unbekanntem Gebiet unterwegs sein. Der Bote schaute zu Rodewin und wollte gerade anfangen, zu sprechen "Herr ...".
Doch Rodewin deutete ihm an, nicht weiterzusprechen "Nenn mich nicht so, ich bin nicht Dein Herr, auch wenn ich vielleicht den Titel trage. Ich habe die Verantwortung für die mir anvertrauten Menschen und Siedlungen, nicht mehr und nicht weniger. Aber ich bin niemandes Herr."
Der Bote schaute Rodewin ganz überrascht an. "Ro..." er stockte. "Nun sag schon meinen Namen, dass kann doch nicht so schwer sein"
"Rodewin !!".
"Na also, es geht doch. Und wie ist Dein Name ?" Erst jetzt merkte Rodewin, dass er seinen Weggefährten bislang nicht nach seinem Namen gefragt hatte. Es war ihm peinlich, aber er lies sich das nicht anmerken.
"Eneas" kam gleich die Antwort.
"Eneas ... gut, dann werden wir heute Abend auf unsere neue Freundschaft anstossen." Etwas später, als sie aus einem kleinen Waldstück heraus auf einen langen und geraden Weg kamen, sahen sie in der Ferne eine kleine Siedlung. Es begann bereits zu Dämmern und Rodewin deutete Eneas an, dass sie dort Rast machen werden.
In der Siedlung kamen einige Kinder aufgeregt auf die beiden zugelaufen und bestaunten und umringten sie. "Wo können wir hier rasten ?" fragte Rodewin die Kinder.
Die zeigten auf eine Hütte und machten sich ohne Grund einen Spass daraus. Offensichtlich waren lange keinen fremden Gesichter mehr in dieser Siedlung.
Rodewin und Eneas betraten die Hütte, wo ein älterer Mann sie willkommen hiess.
Nachdem der Alte den beiden einen Platz für die Nacht gezeigt hatte, stellte er etwas Met, gekochtes Fleisch und Brot auf den Tisch. "Danke für Deine Gastfreundschaft". Rodewin gab dem Alten einige Kupfermünzen und bat darum, ihn und Eneas nun alleine zu lassen.
"Morgen früh werden wir Barbarengebiet betreten, wir müssen also wachsam sein." Eneas nickte zustimmend. "Nun, wir sollten jetzt schlafen, es wird wieder ein langer Tag". Beide gingen zu ihren Schlafplätzen. Nach Tagen unter freiem Himmel waren sie froh, wieder ein trockenes und warmes Lager für die Nacht zu haben.
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