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Sie gingen ein weiteres mal an Land. Fast ein Dutzend kleiner Weiler hatten sie bereits besucht, immer darauf gefasst, dass es handgreiflich werden könnte. Doch zumeist wurden sie freundlich empfangen und spätestens, wenn das kleine Fass Whisky angeschlagen wurde, das sie für die neuen Mitglieder der gälischen Gemeinschaft stets mitbrachten, war das Eis gebrochen und ohne Widerspruch willigten alle ein, dem Ruiri der Gälen die Treue zu schwören. Die Bauern sahen auch nicht aus, als könnten sie ernsthaft Widerstand leisten. Zu ärmlich waren die Behausungen, zu abgemagert die Bewohner. Ciaran wunderte sich. Auf den na Blascodai waren die Lebensbedingungen ähnlich und hier konnte man die günstigen Fischgründe in fast jeder Bucht finden, ganz anders als auf den kleinen Inseln seiner Heimat. Eigentlich mussten die Fischer und Bauern hier zumindest zu bescheidenem Reichtum kommen können.
Mühsam stapften sie erneut einen steilen Pfad herauf zum nächsten Gehöft. Unerwartet viele Häuser tauchten plötzlich aus dem Sichtschatten des steilen Abhangs auf und als sie darauf zu gingen versammelten sich im letzten Abendlicht bereits alle Dorfbewohner mit Faklen auf dem kleinen Platz zwischen dem guten Dutzend Wohnhäuser. Ciaran beschlich eine böse Vorahnung und seine Ahnungen führten ihn selten in die irre. Er zog den zerschlissenen Leinenumhang enger, zog die Kaputze ins Gesicht und ließ sich von der Gruppe zurückfallen. Andhrimnir blickte sich um und warf Ciaran einen fragenden Blick zu. Cairan schüttelte leicht den Kopf und legte den Finger auf die Lippen. Andhrimnir verstand und ging mit den anderen weiter. In eine letzten scharfen Kehre verschwanden die Häuser noch einmal aus der Sicht- und sie selbst vom Dorf aus auch. Mit einem beherzten Sprung setzte sich Ciaran von der Gruppe ab und drückte sich in das knie hohe Heidekraut. Zumindest von oben würde man ihn nicht mehr sehen können. Er wartete einige Minuten denn das schwindende Licht des Tages würde ihm helfen, sich weiterhin zu verbergen. Dann kletterte er den Abhang hinauf und begann das Dorf vorsichtig zu umrunden.
Timmathy Fingan musste mit den anderen angekommen sein und nun mit seiner Ansprache beginnen. Ciaran lugte vorsichtig durch die Rückwärtigen Fenster der niedrigen Häuser. Die Häuser waren leer, da alle Dorfbewohner sich auf dem Platz befanden. Schon dachte Ciaran, dass ihn sein Gefühl ihn diesesmal betrogen hatte, als er aus einer größeren Holzhütte das leise Scheppern von Waffen hörte. Im Schutze der Dunkelheit konnte Ciaran durch eine Ritze zwischen den Brettern spähen und sah ein Gutes Dutzend Männer mit leichter Rüstung, Speeren und einfachen Hämmern, die sich für den Kampf bereit machten. Sie sahen nicht aus wie Fischer oder Bauern. Ciaran schlich weg von der Hütte, um das nächste Haus herum und auf den Dorfplatz zu. In der Mitte standen Timmathy, Aiofe und die Wachen der beiden. Die anderen Jungkrieger hatten sich quasie neben die Dorfbewohner gestellt hatten ihen Helme abgenommen und waren im dunklen kaum von diesen zu unterscheiden. Timmathy sprach noch immer zu den Leuten aber die angespannte Stimmung war mit Händen greifbar. Ciaran nam nun seinerseits den Helm ab, streifte die Kaputze ab und nam ebenso einen Platz unter den Dörflern ein. Dann signalisierte er Aiofe, die ihn wütend anfunkelte, wohl weil er sich von der Gruppe entfernt hatte, dass mehr als 10 Mann in der Hütte warteten. Sie nickte und flüsterte Timmathy etwas ins Ohr, gerade als die Tür zum Schuppen aufsprang und das Chaos losbrach.
Einer nach dem anderen stürmte aus der Hütte und schleuderte ein Geschoss auf Timmathy und Aiofe in der Mitte des Platzes. Die Dorfbewohner liefen Kreischend auseinander. Die Jungritter griffen ihre Waffen und Timmathy und Aiofe rannten ohne zögern auf die Angreifer zu. Die waren sichtlich überrascht, als sie sich nicht 4 sondern 9 gälischen Kämpfern gegenüber sahen und gerieten sofort in die defensive. Aiofe und Timmathy wüteten schwer unter den Gegnern und mehr als einmal bügelten sie die Felher der anderen aus, die sich zu ungestühm nach vorn warfen oder ihre Rückendeckung außer acht gelassen hatten. Auch Ciaran hätte sicher 2-3 mal einen Speer im Rücken gehabt, wenn nicht Aiofes oder Timmathys Speer gewesen wären. Dennoch war alles schnell vorbei und Gnade wurde nicht erwiesen.
Ciaran pustete schwer. Das war sein erster echter Kampf gewesen und er hatte einiges an Lehrgeld bezahlt. Aiofe kam auf ihn zu gestapft, funkelte ihn böse an und verpasste ihm eine Ohrfeige, dass ihm die Backe brannte. Das war dafür, dass du dich einfach dünne gemacht hast!, schrie sie Ciaran an, atmete 2 mal tief ein und sprach dann ganz normal weiter Gut gemacht, hast uns vielleicht den Hintern gerettet hier. Damit klopfte sie ihm auf die Schulter und ging weg. Gern geschehen. antwortete Ciaran, rieb sich die Backe und schaute fragend zu Timmathy hinüber, der sich ins Fäustchen lachte und den Kopf schüttelte. Er zumindest schien an dem ganzen Gemetzel seinen Spaß gehabt zu haben....
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