((ooc bezugnehmend auf :
Hera und Zeus ))
Das Weinland war befriedet, in Burnasul herrschte größter Aufruhr bezüglich der anstehenden Spiele, aber zusammen mit ihrer guten langjährigen Freundin Iphigenie hatte sich Efthimia einen Nachmittag frei genommen. Gemeinsan saßen sie auf der Veranda auf und ließen den frühen Abend mit etwas Wein und Gebäck ausklingen, während die zwei älteren Töchter Efthimias die Bediensteten auf Trab hielten und kreischend und spielend die frühlingshafte Landschaft durchstreiften. Die beiden jüngsten waren im Hause selbst bei ihrer Amme. Versonnen beobachtete Efthimia immer wieder ihre Freundin, die seit dem ungewissen Verbleib ihres ehemaligen Verlobten in einem ihr selbst auferlegten Einsiedlerleben gefristet hatte.
Oft hatte sie darüber nachgedacht, ob sie helfen konnte, aber immer wieder hatte sie den Gedanken von sich geschoben, da sie sich ihr auch nicht aufzwingen wollte. Aber Iphigenie war inzwischen 28 Sommer und auch ihr sollte ein glückliches Familienleben nicht vorenthalten werden. Diese Einladung zu ihr war deshalb ganz bewusst persönlich und familiär gehalten worden. Vielleicht konnten sie ja die Unbeschwertheit ihrer Töchter zusätzlich von dem überzeugen, was ihr im Sinne lag.
„Meine Liebe, ich habe nachgedacht. Ich weiß, du hast in den letzten Jahren die Einsamkeit vorgezogen und ich kann dich verstehen. Aber irgendwann solltest auch du daran denken, eine Familie zu gründen. Und indem du dich in deiner Villa verschanzt … nun, dort findest du sie bestimmt nicht.“
Seufzend griff sie nach einem der tönernden Becher und führte ihn an ihre Lippen, selbige flüchtig mit einem Tropfen Wein benetzend. Es würde schwierig, Iphigenie das zu unterbreiten, was ihr im Kopfe herum schwebte, und der Gedanke sie an Jemanden zu verlieren, der ihr vielleicht nicht würdig war, schmerzte. Aber sie hatte das Gefühl das Richtige zu tun, denn irgendwann würde auch Iphigenie, die zweifelsohne durch ihre Schönheit bestach, auch nicht mehr in der Blüte ihrer Jugend stehen und ob ein Mann dann noch bereit war... ?
Bevor Iphigenie auch nur etwas einwenden konnte hob Efthimia beschwichtigend die Hand und bedeutete ihr sie erst zu Ende reden zu lassen.
„Sieh nur, Pallene und Eurydike, meine Ältesten... Strebt es dir nicht auch danach, Töchter oder gar einen Sohn dein Eigen zu nennen? Oder einen Mann zu finden, der dich den Göttern ähnlich in den Himmel zu heben bereit ist? Ich glaube ja. Und ich glaube auch, dass ich eventuell diesen Mann für dich gefunden habe.
Wie du weißt, ist das Verhältnis zu unserem Nachbarn, den Hellenen, im Augenblick etwas schwierig, aber der Archon der Hellenen, Ioannis Komnenus, sucht eine Frau. Eine, die edlen Geblütes ist. Und das bist du. Nicht von Hauses aus wegen, aber aufgrund deiner Art. Du bist edler als so manche andere Adlige in Thrakien. Und, auch wenn es dir vielleicht widerstrebt, so würde ich mir wünschen, dass du ihn nach den Spielen in Attike besuchst. Vielleicht ist es eigensüchtig, dich aufgrund einer Meinungsverschiedenheit unter Nachbarn als mögliches Bindeglied auserkoren zu haben, aber ich könnte mir keine bessere Frau an der Seite eines Herrschers vorstellen als dich. Und ich bin überzeugt, dass wenn er dich zu Gesicht bekommt, die Götter eine schützende Hand über dich halten und du ihn bezauberst, so wie du uns hier stets bezaubert hast.“
Es würde kein leichter Weg sein, und Efthimia konnte nur hoffen, dass ihre Bitte eine Bitte blieb. Abwägend blickte sie ihre Freundin an, während sie sich etwas in ihrem Sessel aus Flechtwerk zurücklehnte und zumindest etwas erlöst war, das Schwierigste erzählt zu haben.