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Ich wachte auf im zweitgrößten Haus in Miklagard, geküsst von der ersten leichten Morgenwärme. Neben mir lag noch immer träumend mein geliebter Gemahl Tyrsan. Kurz überlegte ich, ob ich ihn wecken wollte - aber nein, seinen Schlaf hatte er sich verdient. Zu viel hatten wir alle zu tun, das Volk der Belger wieder zur Stärke zu führen.
Ich kroch leise aus den Fellen und Decken heraus, kletterte über ihn, und stieg von der höher gelegten Schlafstätte.
Hjalmafridur, Skjöldur und Thyrfingur lagen noch immer still aneinander gekuschelt in ihrer Schlafstätte.
Ich bedeckte meinen nackten Körper mit Unterkleid, einem warmen wollenen Kleid und warf mir noch meinen dicken roten Klappenrock über. Schnell schlüpfte ich in mehrere Paar Nadelbindingsocken und in meine Stiefel, schlich durch das lange Haus und öffnete die schwere Tür.
Ein Hauch von morgendlichem nassem Nebel kroch durch das Dorf Miklagard und meine Schritte führten mich zum Kai des Flusses Liger. Drei mittelgroße Handelsboote waren mit Tauwerk befestigt und ein leichtes Glucksen war von ihren Bewegungen zu entnehmen.
Ich setzte mich auf den höheren der beiden Kais und schaute über den breiten Liger in Richtung Wald. Es war traumhaft.
Wie lange waren wir nun schon hier? Ich überlegte. Schon mehr als zwei Monde war es her. Tyrsan, unsere drei Kinder und ich hatten unsere Heimat und unser Volk im Norden, im wunderbaren Skandinavien, verlassen und uns einem anderen Stamm angeschlossen. Die Belger hatten uns warmherzig aufgenommen, war ihr Stamm doch sehr verteilt und im Laufe der letzten Jahrzehnte uneins geworden. Von Tyrsans, dem ehemaligen Herjann der Svear, meinem Gemahl, hatten sie sich versprochen, die Stärke ihres Vokes wieder zusammenzuführen und zu einem einigen Volk wieder zu vereinen.
Die letzten Wochen waren von großer Anstrengung geprägt. Wir waren zu den Ländereien der verteilten Belger gereist und verkündeten den Ruf der Bewohner Miklagards. Die Dörfer schlossen sich dem Ruf schneller an als erwartet. Ich hatte aggressiven Widerstand befürchtet, doch dem war nicht so. Anscheinend waren wir mehr als ein Tropfen auf einem Heißen Stein, mehr eine große Welle, die an Wasser gewann und dem kargen spätwinterlichen Boden zu neuer Blüte verhalf. Ein Wärmeschub aus dem kalten Norden.
Nun war es geschafft.
Die Belger hatten sich zusammengeschlossen, unter Tyrsan Haraldson als ihrem neuen Anführer, und die Handelsbeziehungen zwischen den Dörfern waren wieder aufgenommen und kräftiger geoworden. Täglich trafen Boote aus dem Westen und Osten bei uns ein und auch Handelskarren waren wieder oft in den Wäldern zu sehen.
Zum Dank für unsere Mühen hatte man uns das verlassene Haus des verstorbenen Dorfältesten vermacht. Das zweitgrößte Gebäude Miklagards nach der großen Festhalle „Evan Lec‘hel“.
Als Gemahlin von Tyrsan Haraldson hatte ich mir während unserer Reise durch die Ländereien unseres neuen Volkes vieles Angeschaut. Ich hatte mir auf einer auf Ziegenhaut gezeichneten Karte vermerkt wo die größten Bauern und Viehzüchter ihren Sitz hatten, in welchen Dörfern die besten Schmiede und Handwerker wohnten wer den besten Met herstellte; zu meiner Freude war dieses Getränk der Asen auch in diesem Raum verbreiten, obwohl sie anderen Göttern folgten.
Die Maisonne stieg höher und das größte der belgischen Dörfer erwachte innerhalb seiner Wehrmauer aus Blockbohlen und Erde. Rauch stieg aus den Flechtwerk- und Blockbohlenhäusern auf und einige mir inzwischen gut bekannte Gesichter huschten eingemurmelt in warmen Umhängen aus dem Dorf in Richtung Wald.
Ich stand wieder auf und ging zurück in unser Haus. Leise versuchte ich die Tür zu öffnen um meinen noch schlafenden Tyrsan sanft zu wecken. Doch als ich eintrat sah ich ihn bereits wach vor der Schlafstelle stehen wie er sich seine Untertunika über den schönen Körper streifte. Schnell lief ich zu ihm um ihn zu umarmen, er war warm, so frisch aus den Fellen gekrochen, und küsste ihn.
Er lächelte verschlafen.
Guten Morgen. Darf ich mich erst fertig anziehen? Es wird kalt an den Beinen.
Oh, natürlich.
und ließ es mir nicht nehmen über seinen nur von der Tunika bedeckten nackten Hintern zu streicheln bevor ich meine Umarmung löste.
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