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Schon von weiten sah man die Staubwolke des Reiters, der sich auf den Weg zu ihnen befand. Deutlich konnte man den roten Schimmer des aufgewirbelten Lehmbodens in der Luft ausmachen. Nicht weit von der befestigten Burg in Rioja entfernt hatten die Krieger der Biturigen sich in einem kleinen Bauerndorf einquartiert. Vor wenigen Tagen mussten sie sich nach einem Zusammenstoß mit dem Feind an der Küste hierher zurückziehen. Der Gegner meinte, er suche etwas, doch gab dies alles keinen Sinn.
Morbus war gerade dabei, die Lage einzuschätzen und sich mit seinen Leuten zu beraten, als ihm die Ankunft des Reiters gemeldet wurde. Geblendet von der heißen Mittagssonne trat er aus der dunklen Hütte. Sie hatten eines der Bauten im Dorf kurzfristig zum Befehlsstand umfunktioniert. Hier auf der iberischen Halbinsel, wo der Winter sehr mild und der Sommer sehr heiß ist, waren die Hütten schlichte Holzbauten ohne Fenster. Fast wäre er über ein Huhn gestolpert, als sich seine Augen an das Licht gewöhnten. Unsanft trat er es zur Seite, wo es gagernd und schimpfend wegrannte. Doch achtete niemand darauf, da der Reiter sein Ziel erreicht hatte und auf den Kommandanten zuging.
"Ich grüße Euch ehrenwerter Druide Morbus. Ich bringe Neuigkeiten aus’m Osten, dort sind die Belger in keltiberisches Gebiet eingefallen."
"Falls es sich hier um einen Überfall der Belger handelt, sind das wahrlich keine guten Neuigkeiten. Stärkt euch und euer Pferd, ich werde euch sodann eine Botschaft für die Keltiberer mitgeben."
Sogleich setzte Morbus zwei Schreiben auf, in dem er nach dem aktuellen Stand der Dinge bei den befreundeten Stämmen fragte. Eins überreichte er den Reiter für die Keltiberer, das andere gab er einen seiner eigenen Meldereiter, mit dem Auftrag es zu den Iberer zu bringen. Er selbst hatte jetzt keine Zeit sich um diese Angelegenheit auch noch zu kümmern, musste er doch noch die Eindringlinge vertreiben. Eine Aufgabe dir gar nicht so leicht war.
Nur wenige Stunden später verließen die Krieger das Dorf in dem sie die letzten Tage verbracht hatten. Mastek, der König der Biturigen befand sich nur ein paar Stunden Fußmarsch von ihnen entfernt. Morbus wollte zu ihm aufschließen um gemeinsam wieder in die Schlacht zu ziehen. Die Sonne stand schon tief im Westen, sie mussten sich beeilen um noch bei Licht die anderen zu treffen. Ohne ersichtliche Ordnung und militärischen Hierarchien, wie es bei den keltischen Kriegern üblich ist, ritten sie zügig durch den lichten Wald. Die festgetretenen Wege, die von den Händlern verwendet werden, wären zwar bequemer zu bereisen, doch ist der Umweg zu groß. Daher entschieden sie sich für die kürzere aber anstrengende Strecke durch das Gehölz.
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