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"Haltet die Diebin!"
Das Schreien des Händlers hallte in Nayalas Ohren. Sie rannte immer weiter durch die Menge, bis sie den kleinen Basar hinter sich gelassen hatte und in einer kleinen, dunklen Gasse zum Stehen kam. Sie lehnte sich an die Wand und schnaubte nach Luft. Sie hasste es zu klauen, doch was blieb ihr anderes übrig? Ihre Eltern hatten sie ausgesetzt als sie 10 war. Denn Nayala hatte noch 6 weiter Schwestern und nur 2 Brüder. Ihr Vater war ein einfacher Bauer gewesen und hatte es sich einfach nicht mehr leisten können so viele Mäuler zu stopfen. Das Mädchen schaute auf das halbe Brot und die Datteln in ihren Händen, dankte dann denn Göttern und biss gierig rein. Es war schon einen ganzen Tag her, dass sie etwas zu essen gehabt hatte.
„Nun nur noch etwas Zutrinken“ dachte sie sich und machte sich auf einen öffentlichen Brunnen zu suchen. Sie schlenderte durch die verwinkelten Gassen und schaute sich um. Die Stadt gefiel ihr, doch hielt sie sich schon zu lange hier auf. In wenigen Tagen würde sie wohl aufbrechen müssen, würde sie es nicht riskieren wollen, als Diebin verhaftet zu werden, oder gar eine Hand dafür zu verlieren.
Sie hatte gehört, dass es im Osten ein Heer gab, welches gerade erst erfolgreich gegen die Araber gewesen war. Die junge Ägypterin hatte sich entschlossen, zu versuchen dort einen Platz zu bekommen. Sie hatte zwar keinerlei Ahnung vom Kämpfen, doch schlimmer als ihr jetziges Leben konnte es auch nicht sein. Jedenfalls würde Nayala dann nicht mehr hungern müssen.
Endlich fand sie einen Brunnen. Sie zog mit dem Eimer Wasser hinauf und schippte sich mit ihren kleinen Händen das Wasser schluckweise in den Mund.
Ein paar Leute die vorbei gingen schüttelten den Kopf über sie und ein Mann beschimpfte sie sogar. Als sie ihren Durst gestillt hatte, zog sie los ihre Höhle aufzusuchen. Die Höhle war mehr ein großes Loch in das sie zum Schlafen kroch. Es lag außerhalb der Stadt und beherbergte Nayalas ganzes Hab und Gut. Ein wenig zerrissene Kleidung, eine Decke und eine Trinkflasche. Mehr konnte sie nicht ihren Besitz nennen. Aber die junge Frau war sehr bescheiden geworden in den letzten 5 Jahren.
Als sie an ihrem Versteck ankam, gönnte Nayala sie die letzten 2 Datteln, welche sie an dem Tag erbeutet hatte. Sie setzte sich in den Sand und schloss die Augen. Stille umschloss sie und sie fiel in einen leichten Schlaf. Als sie wach wurde prangten schon die Sterne über ihr. Sie trank einen Schluck und schaute in den Himmel. Da! Eine Sternschnuppe.
Fest schloss sie die Augen und sprach ihren Wunsch an die Götter.
„Lasst mich das Heer finden und den Heerführer dazu bringen mir eine Chance Zugeben.“
Nun konnte eigentlich gar nichts mehr schief laufen. Also würde sie sich morgen früh auf den Weg machen.
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