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Wenn viele Flüsse zusammen fließen ... (1 Leser) (1) Gast
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THEMA: Wenn viele Flüsse zusammen fließen ...
 
Lotta

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Wenn viele Flüsse zusammen fließen ...      03.05.2011 11:56:14 --- 1 Jahr her  
((Samisches Sprichwort: Go mánga joga oktii golget, šaddá stuorra deatnu- Wenn viele Flüsse zusammen fließen, entsteht ein großer Strom. ))


„Lotta! Lotta! Lotta … da kommen viele komisch aussehende Fremde näher!! Lotta? LOTTAAAAA!“
Aufgeregt platze Ante in Lottas Káta und schaffe es gerade eben noch so am Eingang zu stoppen.
„Nun komm schon Lotta! Das musst du sehen!!!“
Lotta, die gerade damit beschäftigt war in einem großen Kessel, der über der kleinen Feuerstelle in der Mitte der Káta hing, einige Kräuter zu geben, blickte mit zornig Augen auf.
„Was willst du den Ante, habe ich nicht ...“
Der kleine Junge von vielleicht einmal 9 Jahren, unterbrach die junge Frau aufgeregt.
„Hast du nicht gehört da kommen FREMDE!!!“
„Fremde?!“
Ante nickte und grinste über beide Wangen als Lotta es endlich kapiert hatte, manchmal wenn sie zu sehr in ihre Kräuter vertieft war, würde sie nicht einmal mitbekommen wenn eine Herde wild gewordener Rentiere durch die Sápmi liefen.
Aber warum …?!“
Lotta ließ das Kraut einfach in den Kessel fallen und wischte sich die Hände an ihrer blau, gelb, grün, roten Schütze ab.
„... lauf zu Bestemor und sammle alle ein. Ihr bleibt in euer Káta bis ich euch rufe. Hast du mich verstanden Ante?!“
Ante nickte abermals und rannte dann wie der Blitz zur nächsten Káta um auch dort Bescheid zu geben.

Tief atmete die junge Frau durch, warf sich den linken ihrer langen blonden Zöpfe nach hinten und trat dann ins Licht.
Fremde … viele hatte sie die letzten Jahre kommen und gehen gesehen und vielleicht war es auch gerade dieser Umstand der sie hatte vorsichtiger werden lassen.
Wurden die ersten Fremde noch wie Freunde begrüßt, so beäugte man die letzten schon sehr skeptisch und nun war es also wieder einmal so weit.

Holger und Eeyore waren auf den Jagd, also hatte sie die Verantwortung … wieder einmal. Trotz ihrer jungen Jahren stand Lotta schon lange auf eigenen Füßen. Sie kümmerte sie um Bestemor, Ante und die kleine Griste so gut sie nur konnte. Aber eine Akka war sie deswegen nicht für die beiden.
Diese und viele andere Dinge gingen der jungen Frau durch den Kopf als sie die letzten Kátas hinter sich gelassen hatte und mit erhobenen Haupt den Fremden entgegen lief.
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Letzte Änderung: 2011/05/03 12:01 von Lotta.
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Zeus der Gerechte

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Re:Wenn viele Flüsse zusammen fließen ...      03.05.2011 13:48:09 --- 1 Jahr her  
Ihre Reise war lang und voller Strapazen. Zeus sah nicht zum ersten Mal nach seiner Frau und wenn seine Rüstung genauso aussah wie ihre, dann wusste er, das das nächste Dorf auf ihrer Reise genutzt werden sollte, um sich zu waschen und ihre Kleidung zu säubern.
Die Jahre der Wanderschaft hatten seine Haare und Bart wachsen lassen. Er hätte sie schon längst wieder geschnitten, wenn er nicht den Vorteil daran gesehen hätte, denn je weiter sie in den Norden kamen, desto kälter wurde es und das dichte Haar, schützte ihn doch sehr.

Nach weiteren Tage, sahen sie wirklich ein Dorf und steuerten darauf zu. Gewollt auffällig ritten sie immer näher an das Dorf heran und offenbar hatte es geklappt, eine kleine blonde Frau kam auf sie zu. Sie trug eine seltsame Schürze und schien nicht gerade erfreut über ihren Besuch.

Noch bevor sie aufeinander trafen, brachte Zeus sein Pferd zum stehen und riet auch Cheja anzuhalten. Schwungvoll schwang er sich vom Pferd und wäre fast ausgerutscht, hätte er sich nicht an Olymp festhalten können.
Langsam ging er weiter auf sie zu.
Er machte sicher nicht den besten Eindruck und versuchte seine Kleidung notdürftig abzuklopfen. Natürlich funktionierte es nicht und so seufzte er leise, als ihm klar wurde das nur noch die goldene Spitze seines Speers noch glänzte.

Sein Speer?!
Er war nicht hier um irgendjemanden zu provozieren oder schlimmer noch jemanden anzugreifen.
Sie waren nur noch wenige Schritte von einander entfernt und Zeus wusste nicht was er tun sollte, also nahm er seinen Speer und rammte ihn in den Boden, bevor er weiter auf die Frau zu ging.


... und wenn ihr dann in vielen Jahren sterbend in eurem Bett liegt, wärt ihr dann nicht bereit jede Stunde einzutauschen von heute bis auf jenen Tag, um einmal nur, ein einziges Mal nur wieder hier stehen zu dürfen, um unseren Feinden zuzurufen: "Ja sie mögen uns das Leben nehmen, aber niemals nehmen sie uns - UNSERE FREIHEIT!!!"
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Lotta

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Re:Wenn viele Flüsse zusammen fließen ...      04.05.2011 10:20:05 --- 1 Jahr her  
Heftig zuckte Lotta zusammen als der fremde Mann vor ihr seinen Jagdspeer in den Boden rammte. Ihr erster Gedanken das er das Land in Besitz nehmen wollte, wurde vertrieben von den Gedanken den sie hatte, als sie den Mann ansah.
Auch wenn sie es versuchte mit alle der Macht ihrer Geister, sie konnte nur Mitleid mit dem Fremden haben. Halbverhungert, frierend und völlig heruntergekommen stand er ihr gegenüber und sein Blick hatte etwas seltsames.

Lotta bekam bei seinem Blick eine Gänsehaut und war versucht ihn einfach in den Arm zu nehmen. Alten Menschen muss man doch …
Ein kurzes Geräusch riss die junge Sami aus ihren Gedanken und neugierig trat sie einen Schritt nach links, blickte an den Fremden vorbei und sah sich genau die andere an. Auch diese machten keinen besseren Eindruck, ganz im Gegenteil … Aber das war es nicht was Lotta mit den Blick suchte. Sie MUSSTE wissen ob sie richtig gehört hatte!!!

Und da, da war es wieder, ein kurzes leises wimmern. Ein Geräusch das nur ein Neugeborenes von sich gab. Mit ihrem klaren Blick sah sie die Frau auf dem Pferd an und dann sah sie das Baby und das kleine Kind.
„Vauva ...“
Murmelte sie leise und sah mit fragenden Blick den Fremden vor sich wieder an. In diesem Augenblick schmolz sichtlich jeglicher Widerstand in der jungen Frau und mit einer deutlichen Handbewegung, winkte sie den Fremden zu ihr zu folgen.
Hoffentlich haben Holger und Eeyore die Geister bei sich und sie bringen viel Fleisch mit nach Hause.
Dachte Lotta als sie langsam zum Sapmi zurückging und in Gedanken die Vorräte zählte. Mit ein wenig Geschick, würden sie die 4 Mäuler mehr auch noch satt bekommen. Und vielleicht waren die Geister mit ihnen und der Winter würde nicht so lange dauern.

Aber nun ging es erst einmal darum das die Kinder etwas warmes in den Bauch bekamen!
Als sie durch das Sapmi gingen, ließ sich wirklich keiner Blicken und es herrschte eine fast Gespenstische Stille in den Kátas. Nur der Rauch der überall aufstieg, verriet das es dort drin Leben gab.
Vor ihrer Káta blieb Lotta kurz stehen und sah wieder zu den Fremden.
„Ihr könnt in meiner Káta schlafen bis ihr etwas eigenes habt. Ich schlafe solange bei Bestemor.“
Das die Fremden sie gar nicht verstanden, daran dachte sie nicht als sie endlich wieder in ihre warme Behausung kroch.

In der Káta stank es fürchterlich, den Lotta hatte bei all der Aufregung ihren Kessel mit den Käutersud völlig vergessen. Schnell nahm sie den Kessel vom Feuer und schüttelte über ihre eigene Dummheit den Kopf.
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Zeus der Gerechte

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Re:Wenn viele Flüsse zusammen fließen ...      05.05.2011 17:45:40 --- 1 Jahr her  
Zeus konnte nicht erkennen, was sie dachte. Auch ihre Mimk verriet ihm nichts, doch als er sah wie sie kurz zusammenzuckte, wusste er, das er irgendwas falsch gemacht hatte.
Er wollte sich gerad entschuldigen, als sie an ihm vorbei, zu seiner Frau und den Kindern sah.

Wau ... was?

Erst dann fiel es ihm ein. Natürlich hatten sie hier eine andere Sprache. Leise seufzte er und fragte sich, wie er sich denn nun verständlich machen wollte.
Doch die Frau ihm Gegenüber hatte wohl schon eine Lösung für das Problem.
Sie winkte ihnen zu Folgen und lächelnd nickte er, bevor er zurück zu seinem Speer ging, ihn aus dem Boden zog, sein Pferd an die Zügel nahm und seiner Frau aufmunternd zu nickte, bevor sie langsam der kleinen Frau folgten.

Das winzige Dorf, schien nur aus Zelten zu bestehen, so als würden sie jederzeit aufbrechen.
Zeus erinnerten diese Bauten an die Jurten, die sie im Heer mit sich geführt hatten, auch wenn diese, um einiges größer und mit dicken Fellen bestückt waren.
Das diese dicken Felle eine Notwendigkeit waren, spürte Zeus am eigenen Leib.
In dieser Gegend war es kalt, sehr kalt.
Zeus sah sich noch immer faszinierd um, als die junge, kleine Frau wieder mit ihm sprach.

Er verstand kein einziges Wort und so konnte er nur hoffen, das sie meinte, das dieses Zelt ihres wäre und so folgte er ihr, nachdem nun auch seine Frau abgestiegen war.
Da er sich nicht sicher war, was die Frau meinte, sprach er sich kurz mit seiner Frau ab und beiden krochen, mit ihren Kindern, hinter der kleinen, jungen Frau her, blieben jedoch sofort am Eingang stehen, nachdem sie sich wieder aufrichten konnten.

In dem Zelt war es warm, sehr warm und es muffelte!
Woher dieser Gestank kam, war Zeus in dem Augenblick klar, als er sah, wie die kleine, junge Frau zu einer Kochstelle, wie er vermutete, hastete und einen Kessel vom Feuer nahm.

Weiterhin blieben sie vier dort stehen, nicht wissend, ob sie überhaupt mit eintreten sollten.


... und wenn ihr dann in vielen Jahren sterbend in eurem Bett liegt, wärt ihr dann nicht bereit jede Stunde einzutauschen von heute bis auf jenen Tag, um einmal nur, ein einziges Mal nur wieder hier stehen zu dürfen, um unseren Feinden zuzurufen: "Ja sie mögen uns das Leben nehmen, aber niemals nehmen sie uns - UNSERE FREIHEIT!!!"
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Letzte Änderung: 2011/05/05 17:52 von Zeus der Gerechte.
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Lotta

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Re:Wenn viele Flüsse zusammen fließen ...      12.05.2011 15:12:31 --- 1 Jahr her  
Hektisch goss Lotta ein wenig Wasser in den Kessel und als sie aufblickte um den Kessel nach draußen zu befördern, wurde sie sich wieder ihres Besuches bewusst.
Sie standen alle am Eingang … genau dort wie es der Anstand forderte. Ein wenig verwundert über das seltsame Verhalten der Fremden, winkte sie ihnen mit einen entschuldigenden Blick. Die kleine Familie durfte die Káta betreten. Lächelnd und auf den Kessel deutend ging Lotta an den vieren vorbei, deutet noch auf die Felle am Feuer und verschwand dann nach draußen.

Nach ein paar Schritten schüttete sie den Inhalt des Kessels auf den Boden und besah sich die Reste ihres kostbaren Kräutersuds mit einem seufzen.
„Oh ihr Geister, wann werde ich es je lernen mit dem Kopf bei der Sache zu bleiben ...“
Murmelte sie vor sich hin und ging dann an ihrer Káta vorbei, zielstrebig zu der Káta ihres Nachbarn.
Mit einem leisen Räuspern tratt sie ein und wartete bis man auf sie aufmerksam wurde. Schnell und mit wenigen Worten erklärte Lotta dem guten Olen die Situation. Der Familienvater war ein besonnener und ruhiger Mann und hatte vollstes Verständnis für das was Lotta da tat. Er versprach sofort aufzubrechen um Holger und Eeyore zu suchen.
Erleichtert verließ Lotta die Káta schließlich wieder. Sie hoffte nur das Olen die beiden rechtzeitig fand, nicht nur weil sie mehr Fleisch brauchten. Nein weil sich Lotta mit der Aufnahme der Fremden ziemlich aus dem Fenster gelehnt hatte.

An ihrer Behausung angekommen, blieb sie kurz stehen und räusperte sich laut, ehe sie mit den nun leeren Kessel unter dem Arm, wieder ihre Káta betrat.
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Zeus der Gerechte

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Re:Wenn viele Flüsse zusammen fließen ...      15.05.2011 14:10:37 --- 1 Jahr her  
Zeus war froh, das es Zeichen gab, die einfach unmissverständlich waren, offenbar waren sie eingeladen, dieses Zelt zu betreten und es sich auf den Fellen gemütlich zu machen.

Wie es der Anstand von ihm verlangte, ließ er seine Frau und seine Kinder vorher gehen und sich setzen.
Er selbst war noch unschlüssig und blieb stehen.

Geradezu schweigend saß die Familie zusammen.
Ihr jüngster nährte sich gerade an der Brust seiner Mutter, als Zeus das Räuspern war nahm und sich als Blickschutz vor seiner Frau und ihrem Sohn aufstellte.
Doch ein trat wieder die junge Frau mit den langen blonden Zöpfen.
Ein wenig erleichtert, machte Zeus einen Schritt zur Seite und ließ sich neben seiner Frau nieder, um ihren Rücken zu wärmen.


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Re:Wenn viele Flüsse zusammen fließen ...      20.05.2011 15:44:53 --- 1 Jahr her  
Freundlich lächelte Lotta alle der Reihe nach an und drückte sich dann an der Seite entlang zu ihrem liebevollen Kochchaos.
„Ich packe mir nur ein paar Sachen ein.“
Meinte sie mit einem sehr deutlichen zeig auf ihren kleinen Beutel und lächelte den Mann etwas unsicher an. Dabei fiel ihr etwas ein und mit ihrer Hand zeigte sie auf ihr Brustbein.
„Lotta!“

Hoffentlich verstand der Fremde was sie meinte, aber bis jetzt war er bis auf den etwas unglücklichen Anfang, nicht ziemlich schlau gewesen. Und tatsächlich … Der Reihe nach stellte der Fremde sich und seine Familie vor.
Lotta lächelte Zeus mit einem nicken zu und reichte selbigen noch ein paar getrocknete Kräuter. Dabei deutet sie auf seine Frau, dann auf das Baby und dann auf die Brust seiner Frau. Kurz hielt die junge Frau inne und schüttelte dann lachend den Kopf. Schnell nahm sie den Mann die Kräuter wieder ab, warf sie in den Kessel, gab ein wenig Wasser aus einem Schlauch dazu und stellte beides aufs Feuer.
Mit einem grinsen nickte sie noch mal, nahm ihren Beutel mit Kleidung und Kräuter wieder auf und deutete wieder auf Cheja.
„Trink das … es wird dem Baby helfen.“
Nach noch einem zeig auf den Kessel, verließ sie ihre Káta und ging zu Bestemor.

Wenn die Fremden bleiben würden, dann mussten sie dringend eine Möglichkeit finden mit einander zu reden.

Mit diesen und ähnlichen Problemen gingen die Wochen ins Land. Die gesamte Gemeinschaft des Sampi hatte geholfen den Fremden eine eigene Káta zu bauen damit Lotta wieder ihre bekam.
Sie und Zeus verbrachten viel Zeit damit die Gegenseitige Sprache zu lernen. Immer wieder kam es zu komischen Situtionen wenn der Mann oder Lotta versuchten Wörter dessen Laute sie nicht gewohnt waren auszusprechen. Aber mit der Zeit wurde Zeus immer sicherer und wenn Lotta langsam sprach und alltägliche Begriffe verwandt, dann verstanden sie sich gegenseitig.

So konnte sie auch erklären was für eine Funktion sie inne hatte und als Holger mit Eeyore von der erfolgreichen Jagd kamen, wurde beschlossen das Zeus der Siida-isit der Fremden sein sollte.
Nach und nach waren noch mehr gekommen die Zeus wohl kannte und auf der Suche nach einer neuen Heimat waren.

Und ganz langsam kam wieder Alltag in dem kleinen Sampi und Lotta konnte wieder ihren Tätigkeiten als Noajde nachgehen.
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Zeus der Gerechte

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Re:Wenn viele Flüsse zusammen fließen ...      22.05.2011 19:41:31 --- 1 Jahr her  
Lange brauchte Zeus bis er sich flüssig verständlich machen konnte. In der Zeit, kamen immer mehr aus Assyrien, aber auch aus anderen Völkern.
Zunächst war er erfreut, als man ihn als Vertreter der Neuankömmlinge vorschlug, doch als Lotta ihm erst nach und nach erklärte, was es mit den Siida-isit auf sich hatte, desto mulmiger wurde ihm.
Egal wie sehr sie ihm beteuerte, das es nicht so war, hatte Zeus immer mehr die Befürchtung ein Regent für dieses Volk darzustellen.
Kein Wunder also, dass er Lotta Tag für Tag zu sich rufen lies, um mit ihr alles durchzugehen. Er war nie der Typ der einfach über die Köpfe anderer Entschied und holte sich daher so oft wie möglich Rat.

So vergingen weitere Wochen und bald schon konnten sie die ersten Gäste empfangen, die sich angemeldet hatten.
Zunächst waren da die Nenzen, ein Volk, welches man getrost als Nachbar bezeichnen konnte, auch wenn sie einige Wochenreisen von ihnen entfernt im Osten lagen.
Der nächste "Besuch" war weniger erfreulich.
Fenni, ein Volk südöstlich von ihrem, erdreistete sich, die alten Rentierjagdgründe für sich zu beanspruchen. Lotta und Zeus einigten sich darauf sie gewähren zu lassen.
Vorerst.
Den vorläufigen Schluss bildeten die Sarmaten, die sich sogar direkt auf ihr Land verirrten und es verwüsteten. Doch diesmal sahen Lotta und Zeus nicht tatenlos zu, sondern zwangen die Invasoren zu Gesprächen, die allzu schnell in Feierlichkeiten ausarteten, da sich beide Parteien darauf einigten das dies nur ein Missverständnis war und die Sarmaten sogar beim Wiederaufbau halfen.


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Re:Wenn viele Flüsse zusammen fließen ...      30.05.2011 11:34:10 --- 12 Monate her  
Einen kräftigen Schluck ihres Kräutersud nehmend lehnte sich Lotta gemütlich zurück und blickte ins prasselnde Feuer. Gemütlich lümmelte die junge Frau in ihren Fellen und hatte endlich einmal Zeit für sich.
Das war in letzter Zeit immer mehr eine seltenheit gewesen. Seit der Ankunft von Zeus und seiner Familie war das Sapmi stark angewachsen. Mit einigen kam Lotta gut klar, mit anderen wie zum Beispiel Theseus war es noch ein annähern. Aber Lotta wäre nicht Lotta wenn sie nicht versuchte hätte, einfach das beste daraus zu machen. Auf jeden Fall hatte sie gut zu tun …

Ihren Kräutersud zur Seite stellend, nahm sich die Noajde ihre Trommel und versuchte so viel Ruhe zu finden um in Kontakt mit den Geistern zu treten. Viel zu lange war es her das sie mit ihrer Akka gesprochen hatte. Vielleicht wusste diese den einen oder anderen Rat für die junge Frau.
Einer ihrer Sami, hatte eine schlimme Wunde und das Bein wollte nicht so heilen wie Lotta das gerne hätte.
Mit geschlossenen Augen fuhr sie über die Trommel, atmete tief durch und zog den Rauch der Kräuter die sie geopfert hatte, tief in sich ein. Immer stiller wurde es in und um die kleine Káta, immer mehr wurde Lottas Geist davon getragen und zunächst nur sehr leise begannen ihre Finger den Rhythmus des Lebens zu trommeln.

Bilder aus einer langen Vergangenheit mischten sich mit aktuellen Bildern. Sie sah sich selbst vor Zeus und seiner Familie stehen, dann wie Apollon und der Rest der Heimatsuchenden kamen. Wie aus den Fremden langsam Freunde wurden …
Der „Kampf“ mit Theseus, bei dem sie sich immer noch nicht sicher war wer da gegen wen gekämpft hatte.
Ihre vielen kleinen Reisen, allein oder mit anderen, in denen sie viel gelernt hatte. Viele Eindrücke hatte sie von dem sammeln können, was sie bis jetzt nur gehört hatte. Hatte andere Menschen gesehen die gleich und doch so verschieden waren. Und immer wieder mischten sich einzelne Gesichter in die teilweise sehr wirren Bilder.
Gesichter von Männern und auch Frauen die sie kannte … aber auch solche die die Geister ihr noch Vorstellen würden.

Mit geschlossenen Augen, die Trommel in der rechten Hand, ihren Körper sacht zum Takt der Finger ihrer linken Hand wiegend tauchte vor Lotta endlich die Person auf, die sie in den Ebenen gesucht hatte.
Lächelnd trat die junge Frau auf die andere Frau zu. Von weiten würde man sie für Schwestern halten, doch je näher Lotta auf ihre Akka zuging, um so deutlicher zeigte sich das die andere älter als Lotta war. Mutter und Tochter standen sich für einen Moment gegenüber, ehe sie sich herzlich umarmten.
„Wie geht es dir mein Kind?“
Wie immer wenn sie auf ihre Akka traf, fühlte sich Lotta wieder wie mit 8 Jahren …
„Es geht mir gut. Im Sapmi läuft alles wie immer. Die Jahreszeiten bestimmen unser Leben. Ein paar sind gegangen aber noch mehr sind gekommen. Hast du sie gesehen Akka? Es sind Krieger aus den Süden die eine neue Heimat suchten … Hast du sie zu mir geschickt?“
Die ältere mit den langen blonden Zöpfen lächelte nur.
„Nicht immer ist das, was wir Geister dir versuchen zu vermitteln, auch das wonach es im ersten Moment scheint.“
Lotta seufzte. Ihre Akka hatte es schon immer verstanden ihr nie eine direkte Antwort zu geben und es war die großen Angst der Noajde irgendwann genauso verschroben zu werden.
„Lemek hat ein offenes Bein und keine meiner Kräuter wollen es heilen. Ich weiß mir keinen Rat mehr und Bestemor meinte ich soll dich fragen.“
„Reise in den Süden mein Kind. Suche dort nach einer Lösung... du hast sie schon die ganze Zeit vor deiner Nase und weißt dennoch nicht wohin du greifen sollst.“

Langsam wurde das Bild der Akka blasser und mit einem lächeln winkte die ältere Noajde der jüngeren zu. Lotta lächelte ihrer Mutter zu und öffnete langsam die Augen.
Also wieder auf Wanderschaft, wieder in den Süden. Da kam sie doch erst her … Naja, vielleicht bekam sie ja noch einmal Felle geschenkt. Bei so vielen Leuten im Sapmi war jedes Geschenk wertvoll. Und dabei war es völlig egal ob das Geschenk von den Geistern oder anderen Menschen kam.
Ihre Trommel zur Seite legend, legte sich die junge Frau hin und schloss wieder die Augen. Mit sich und ihren Geistern im reinen, schlief sie schnell ein.
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Apollon

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Re:Wenn viele Flüsse zusammen fließen ...      06.06.2011 23:21:20 --- 11 Monate, 3 Wochen her  
Verdammt lange war er nun schon hier oben, und es war immer noch Saukalt. Nie hatte er in Frage gestellt wohin ihn Zeus führte, aber diesmal hatte er sich selbst übertroffen.
Apollon war ihm nicht böse, dafür verband sie ein zu dickes Band der Freundschaft. Aber etwas gereizt, ob der Kälte war er schon.
Apollon liebte die Wärme die im Süden herrschte und dieses kalte Klima war nichts für ihn. Immer wenn er Zeus darauf ansprach, bekam er nur als Antwort, er solle sich nicht so haben und mehr Felle überstreifen.
Jedesmal wenn er das tat, sah ihn Apollon böse an. Sein zorniger Blick hatte schon mehrfach Feinde in die Flucht geschlagen.
Vielleicht war es auch sein Auftreten.
Er war zwar gut einen Kopf kleiner als sein Freund, doch seine Schultern waren breit und seine Arme waren dick.
Auch so sah er Recht stämmig aus, sodass Zeus, der selbst nicht gerade schwach war, neben ihm immer etwas schlacksig aussah.
In Apollon's Blick, lag immer etwas, was keiner so recht benennen konnte. Er selbst nannte es Kampfeslust, Zeus hingegen spottete meisst darüber.
Wie oft aus solch Kleinigkeiten handfeste Auseinandersetzungen wurden, wusste Apollon selbst nicht mehr und nahm es fast als gegeben hin das meisst Zeus die Oberhand behielt.
Auch wenn das und auch die Jagd, die er des öfteren mit Zeus bestritt ihm einigen Spass bereiteten, so blieb doch immer ein Schatten in seinem Gesicht.
Auf dem Weg nach Norden, hatte er seine Familie verloren. Seine Frau und die Kinder. Zeus hatte versprochen nach ihnen suchen zu lassen, nachdem er zum Anführer ihres kleinen Volkes gewählt wurde und so konnte er ihm nach einigen Monden sagen, das sie eine neue Heimat gefunden hatten und nicht irgendwelchen blutrünstigen Barbaren zum Opfer gefallen waren.
Es beruhigte ihn irgendwie, doch seine Entscheidung stand bereits fest, er würde nicht mehr weiterziehen und würde das auch nicht von ihr verlangen, daher nickte er nur als Zeus ihm berichtete und ging um zu trainieren.
Trainieren, immer wenn etwas ihn beschäftigte trainierte er, egal ob sich eine Bedrohung zeigte oder nicht. Er musste trainieren, um einen klaren Kopf zu behalten.
Selbst Zeus hatte irgendwann gelernt, ihn einfach machen zu lassen. Nur diese Sami, diese Lotta störte ihn von Zeit zu Zeit.
Sie wollte ihn tatsächlich weiß machen, das wenn er niemanden etwas antun würde, ihm auch niemand etwas antut.
Anfangs hatte er noch gelacht, wenn sie das sagte, doch sie schien wirklich fest daran zu glauben, selbst nachdem Zeus ihr einige Geschichten der Vergangenheit erzählt hatte.
Apollon beschäftigte auch dies von Zeit zu Zeit wieder und teilweise war allein ihr Sturkopf Schuld das er trainierte.
Natürlich wusste sie nichts davon, dass sie einen so gestanden Krieger beschäftigte und manchmal hatte er überhaupt den Eindruck das sie ihn kaum wahrnahm, doch das änderte nichts daran das er auch diesmal wieder wegen ihr trainierte.
Wie kann man bloß so blauäugig sein? Hatte er sich gefragt, als sie ohne Begleitung und Schutz davon geritten war.
Apollon hatte Zeus auf Assyrisch angefahren, da dies die einzige Sprache war, in der sich Zeus und Apollon unterhalten konnten ohne das es jemand verstand, außer Cheja selbstverständlich.
Wie er das bloß zulassen konnte? Hatte er ihn damals gefragt.
Worauf er nur die Antwort bekam, das sie wisse was sie tut.
Apollon schnaubte verächtlich darauf.
Wie soll sie denn wissen was sie tut? Sie ist doch noch fast ein Kind!
Hatte er entgegnet und Zeus sah ihn mit seinen blauen Augen an, die keinen weiteren Widerspruch duldeten und entgegnete, Und dennoch ist sie eine Schamanin. In Kontakt mit den Geistern und weiß sehr wohl was sie tut.
Das war zu viel gewesen.
Mit hochrotem Kopf verließ er die Káta von Zeus und ging trainieren.
Seit diesem Tag hatten die beiden Freunde kaum ein Wort gewechselt und Apollon trainierte unermüdlich fast jeden Tag, während er über die Vergangenheit nachdachte.
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Letzte Änderung: 2011/06/06 23:22 von .
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