|
|
Ein Versuch, Botschaft an die Sarmaten 30.05.2011 17:01:59 --- 12 Monate her
|
|
|
Panthera schien ständig geistesabwesend, oft unterhielt sie sich mit Miguel, oder sie ritt auf ihre geliebte Lichtung, die sie mittlerweile sehr selten besuchte. Immer wenn sie auf einem Hügelkamm anhielt, schweifte ihr Blick über das Land, ihre Heimat, die Heimat ihrer Familie, ihrer Krieger und deren Familien, ganz zu schweigen von den Bauern, die zu jeder Jahreszeit emsig bestrebt waren, das Land fruchtbar zu halten. Ein Land, welches ständig wieder, wie aus einer alten Tradition heraus, niedergebrannt und geplündert wurde. Sie seufzte leise, als ein Schauer der Kälte ihr eine Gänsehaut über den Körper jagte und zog die Felle, die ihr als Umhang dienten, enger an sich.
Unwillkürlich stiess sie Lahja die Fersen in die Flanken und galoppierte scharf in die Richtung, in der sie das Lager der Sarmaten vermutete. Ein kleiner See, der das Ende eines Flusses bildete, welcher das Land so fruchtbar machte, bremste ihren schnellen Ritt und sie liess Lahja in einem langsamen Gang weiter die Runde machen. Sie konnte die Feuer der Widersacher in der Ferne erspähen, stieg ab und gab ihrer Stute einen Klaps, das Zeichen, dass sie grasen gehen durfte.
Langsam, sich die Sprache dieses Volkes, welche sie in ihrer langen Gefangenschaft sehr gut zu verstehen und sprechen gelernt hatte, wieder ins Gedächtnis rufend, näherte sie sich hoffnungsvoll auf Rufweite dem Lager. Die Wachen waren aufmerksam und sahen abwartend in ihre Richtung, von einer Person drohte keine Gefahr, sie näherte sich mit erhobenen Händen, den Schild über dem Rücken und an ihm, an einer raffinierten Zugleine, ihre Harpune. Doch sie hatte nicht vor, ihre Waffen einzusetzen, blieb stehen und rief laut:
„Mein Name ist Panthera, ich möchte bitte euren Heerführer sprechen! Meldet einen Boten.“ Um ihre Worte zu unterstreichen, setzte sie sich ins Gras, zückte vorsichtig ihre Harpune, machte sich an deren Ende zu schaffen und rammte sie mit einem annähernd weissen Fähnchen in den Boden. Ruhig und geduldig, wenn auch mit klopfendem Herzen, wartete sie nun auf die weiteren Geschehnisse.
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Ein Versuch, Botschaft an die Sarmaten 31.05.2011 20:21:41 --- 11 Monate, 4 Wochen her
|
|
|
Die Geräusche der Nacht mischten sich mit Rufen, verzerrt meinte Panthera eine Stimme zu erkennen. Sie schüttelte den Gedanken ab und entzündete sich ein kleines Feuer, ihr war kalt und sie hatte Hunger. Viel Wegzehrung gab ihr Beutel nicht her, immerhin hatte sie diesen Abstecher nicht geplant, doch das Dörrfleisch half ihr, den gröbsten Hunger zu stillen. Sie hatte immer noch die Hoffnung, dass die neuen Nachbarn sich baldmöglichst zu einem Gespräch bereit erklären würden.
Wieder hörte sie die Rufe, das Dörrfleisch machte seinem Namen alle Ehre und blieb ihr im Hals stecken, das war Aares, er musste wohl gefangen sein und sicherlich die Anderen auch, Jungritter… von denen keine Gefahr ausging. Sie erhob sich und spülte mit etwas Wasser den störenden Bissen aus dem Hals. Wieder rief sie die Wachen an, ohne sich jedoch weiter zu nähern, konnte zwar Bewegung beobachten, aber nicht wirklich feststellen, ob sich etwas im Lager tat, die Dunkelheit verzerrte die Realität.
Wieder setzte sie sich neben ihre provisorische Flagge, doch der Wind war nicht länger ihr Freund, schlaff hing der helle Fetzen an der Spitze herunter. „Fast so wie meine Gedanken.“ murmelte sie leise und versuchte, die Hoffnung auf einen Kontakt nicht zu verlieren.
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
RS-MOD
Moderator
Beiträge: 1142
|
|
Re:Ein Versuch, Botschaft an die Sarmaten 31.05.2011 21:24:46 --- 11 Monate, 4 Wochen her
|
|
|
Nicht nur die Fuchsjagd war erfolgreich gewesen. Allerlei andere Pelzträger mussten sich den Jagdkünsten der Sarmaten beugen. Zufällig stießen die Steppenreiter dabei auf zwei Gruppierungen der Fenni. Ohne großes Palaver wurden sie aus den reichhaltigen Jagdgründen verscheucht. Während die größere Gruppe gen Süden flüchtete, konnten die Sarmaten die kleinere festsetzen. Zunächst spielte Lyssandra mit dem Gedanken, den Flüchtlingen zu folgen und sie aufzureiben, doch der strenge nordische Winter ließ sie nach einem Tag die Verfolgung einstellen und statt dessen ein befestigtes Lager bauen.
Einige Krieger schickte sie gen Osten, sie sollten etwa einen knappen halben Tag entfernt einen Wachposten errichten und darauf achten, dass die Fenni sich nicht unbemerkt nähern konnten. Einen Meldereiter mit allen notwendigen Informationen schickte sie gen Sumya.
Einige Zeit später am Wachposten östlich des Hauptlagers ...
Etwa ein halbes Dutzend Sarmaten hockte um ein wärmendes Lagerfeuer, als einer plötzlich den Kopf hob und erschrocken aufstand.
"Scheiße! Da ist jemand!"
"Fenni?"
"Weiß nicht, noch zu weit weg."
Alle Männer erhoben sich und schauten hinüber in die Richtung, in die der eine Sarmate gezeigt hatte. Zwei gingen der einzelnen Person einige Schritte entgegen, die Hand an der Waffe. Eine eigenartige Spannung lag in der Luft. Als die Fremde sich auf Rufweite genähert hatte, stieg sie von ihrem Pferd und näherte sich mit erhobenen Händen. Misstrauisch beäugten die Männer sie. Zu ihrer Überraschung sprach die Fremde verständlich, setzte sich dann auf den Boden und schien zu warten.
"Wieso setzt die sich in den Schnee?"
"Keine Ahnung, vielleicht ist sie ja heiß und braucht eine Abkühlung?"
Gelächter folgte den Worten.
"Panthera? Panthera? Ist das nicht die Anführerin der Fenni?" Der Anführer des kleinen Trupps schien zu überlegen. Die Fenni war allein gekommen, und für den Moment schien sie keine Gefahr darzustellen. Er entschied, einen der Männer ins Hauptlager zu schicken, damit er Lyssandra über die Ankunft einer fennischen Botin unterrichten konnte.
"Wir sollten sie im Auge behalten, ich trau ihr nicht. Beeil dich, Aschkan! Soll Lyssandra entscheiden, was wir mit der da anstellen sollen."
Aschkan beeilte sich tatsächlich. Sein Pferd dampfte, als er im Hauptlager ankam und seiner Anführerin Bericht erstattete. Ungläubig starrte die Rothaarige ihn an, erkundigte sich mehrfach danach, ob der Sarmate den Namen und die Worte Pantheras richtig verstanden hatte. Doch es bestand kein Zweifel. Aus irgendeinem Grund wünschte die Fenni ihr eine Botschaft mitzuteilen.
"Na gut, dann bringt sie her - und zwar in einem Stück, unversehrt und unverletzt! Ich werde mir anhören, was sie zu sagen hat. Dann sehen wir weiter."
Der Krieger nickte, ließ sich ein neues Pferd geben und ritt mit zwei weiteren Kriegern in Windeseile zurück. Doch obwohl sie sich beeilten, erreichten sie den Außenposten erst nach Einbruch der Dunkelheit, wo Aschkan Lyssandras Worte übermittelte. Sein Anführer nickte. "Na gut, die zwei neuen bleiben hier, du und Kadaj, ihr werdet die Fenni ins Hauptlager bringen." Die beiden Angesprochenen nickten, und machten sich aufbruchbereit, während der Sarmate ein paar Schritte auf Panthera zuging und ihr mit lauter Stimme durch die Nacht zurief:
"Hey, du da! Komm her, die beiden Krieger hier," dabei zeigte er auf die beiden Männer, die bereits auf ihren Pferden saßen und warteten, "werden dich zu unserer Anführerin bringen. Sie wird sich deine Botschaft anhören."
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Ein Versuch, Botschaft an die Sarmaten 31.05.2011 22:04:11 --- 11 Monate, 4 Wochen her
|
|
|
Schneller Hufschlag unterbrach die Stille der Nacht, jegliches Getier verstummte auf der Stelle, nur Lahja schnaubte laut neben ihrer Reiterin um sie zu warnen. Panthera´s Herzklopfen schien ihr die Brust zu sprengen: endlich, die Hoffnung war nicht umsonst gewesen. Langsam lief sie ein paar Schritte in Richtung der Männer, die Harpune steckte weiterhin an derselben Stelle im Boden, blieb jedoch wieder stehen und zögerte.
„Wer garantiert mir, dass ihr mich ehrenvoll als Boten behandeln werdet? Ich traue euch nicht wirklich, so ganz kann ich meine schlechten Erinnerungen nicht unterdrücken. Auch wenn eure Anführerin vielleicht viel zu tun hat, ich würde es vorziehen mich mit ihr hier an der Grenze, auf Niemandsland zu treffen. Verzeiht mein Misstrauen, aber ich bin gebrandmarkt. Teilt ihr mit, mein kostbarstes Fell soll sie vor der Kälte schützen, wenn sie die Güte hat, mich auf neutralem Boden zu treffen!“
Als sie den Männern diese Nachricht zugerufen hatte, zog sie sich den fast silbern glänzenden Umhang aus Polarfuchsfellen von den Schultern, wickelte einen Stein darin ein, warf ihn den Männern entgegen, nickte und zog sich wieder zurück an ihr Feuer. Sie nahm der Stute die Fellunterlage des Sattels ab und wickelte sich darin ein.
Wieder musste sie warten, doch sie hoffte auf das Verständnis der Anführerin während sie wieder an ihrem Dörrfleisch nagte.
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
RS-MOD
Moderator
Beiträge: 1142
|
|
Re:Ein Versuch, Botschaft an die Sarmaten 31.05.2011 22:56:21 --- 11 Monate, 4 Wochen her
|
|
|
Tief holte er Luft, als er zu seinen Männer zurückkehrte, und geräuschvoll stieß er sie aus. Die Hände hatte er zu Fäusten geballt, und wäre es nicht schon Nacht gewesen, hätte man ihm ansehen können, was er jetzt am liebsten getan hätte. Beruhigend legte ein anderer ihm die Hand auf die Schulter. "Sie ist es nicht wert," sprach er leise. Der Anführer des Wachtrupps nickte.
"Aber was nun? Wir können nicht schon wieder einen Reiter zu Lyssandra schicken, die dreht uns doch den Hals um, wenn wir sie wegen einer Fenni dreimal täglich belästigen."
"Na ja, wer will hier was von wem? Sie will doch ihre Botschaft los werden, also wird sie ihren Hintern wohl bewegen müssen. Oder ist er ihr vor Angst schon am Boden festgefroren, was meint ihr?"
Eine kurzen Moment diskutierten sie, dann lenkte Aschkan mit den Worten "ich rede mit ihr" sein Pferd in Pantheras Richtung. Er blieb nur wenige Schritte vor ihr stehen. Den Gedanken abzusteigen verwarf er.
"Du hast eine Botschaft für unsere Anführerin. Also wirst du auch zu ihr gehen. Ich werde ganz gewiss nicht meinen Hals für dich riskieren, indem ich noch einmal zu ihr reite und ihr berichte, was für ein störrisches Weibsbild du bist. Lyssandra hat uns aufgetragen dich unversehrt zu ihr zu bringen. Und genau das werde ich tun. Das, und nichts anderes. Wenn du nur hergekommen bist um uns zu zeigen, wie feige ihr Fenni seid, dann frier dir halt den Arsch ab, mir ist das egal. Falls du deine Meinung jedoch änderst, dann komm zu uns rüber, und wir bringen dich zu Lyssandra."
Aschkan wendete sein Pferd und ritt zurück zu den anderen Sarmaten. Dort stieg er ab, denn ob er heute noch losreiten und Lyssandras Befehl ausführen würde, war völlig unklar. Die Männer setzten sich ans Feuer, und während sie sich leise unterhielten, behielten sie Panthera stets im Blick.
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Ein Versuch, Botschaft an die Sarmaten 31.05.2011 23:10:34 --- 11 Monate, 4 Wochen her
|
|
|
Panthera sah den Reiter, der nicht einmal für nötig hielt ihr seinen Namen zu nennen, nur stolz in die Augen. Sie rührte nicht den kleinen Finger bei seinen beleidigenden Worten, erhob sich lediglich, legte die Hand auf den Hals seines Reittieres und sagte leise: „Wer ist hier feige?“
Sofort zog sie die Hand zurück und setzte sich wieder an ihren angestammten Platz. Es lag nicht weiter an ihr, zu entscheiden, wer zu wem kam. Sie konnte die Blicke der Männer förmlich spüren, doch wenn es feige war, sich aus Stolz und Vorsicht den Hintern abzufieren, dann sollte es wohl so sein.
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Ein Versuch, Botschaft an die Sarmaten 01.06.2011 18:44:27 --- 11 Monate, 4 Wochen her
|
|
|
Sie hatte mit Vielem gerechnet, aber nicht damit, dass das Wetter so plötzlich umschlug, schliesslich war ein längerer Aufenthalt ihrerseits eigentlich nicht eingeplant. Unvernünftig und unüberlegt hatte sie gehandelt, nicht einmal Artreju wusste, wo sie war. Der Himmel verdunkelte sich zusehends, die Wolken schienen sich zu türmen und der Wind blies eisig vom Norden. Das gegnerische Lager war im Moment nicht mehr in Rufweite, der Sturm würde ihre Stimme sonst wohin tragen, nur nicht ans erwünschte Ziel und der Schnee verzerrte das Blickfeld.
Sie zog entschlossen die Harpune aus dem Boden, entfernte den gefroren Lappen von deren Ende, und suchte sich, in den Windschatten der Stute gebeugt, eine Stelle für einen provisorischen Schutz. Eine Stelle unter tiefhängenden, dichten Kiefern bot sich geradezu dafür an, sie wühlte in der Satteltasche und fand was sie suchte. Sie hatte bei ihrem letzten Besuch auf Mikkelin zwei grössere, sehr dünn gegerbte Häute eng gewickelt dort verstaut, jetzt konnten sie ihr nützlich sein. Immer wieder riss der Sturm ihr das Leder aus der Hand, gerade, als sie einen Beinansatz des Leders um einen tiefer liegenden Ast binden wollte, schüttelte dieser verfluchte Baum eine Schneelawine auf sie herab, die drückende Last des Schnees auf dem Leder, welches nun über ihrem Kopf klebte, raubte ihr fast die Luft und zwang sie in die Knie. Unsanft wurde sie gestossen und fiel auf den Rücken, etwas Gewicht rutschte von ihr, doch der Rest drückte immer noch auf ihr Gesicht, als sie plötzlich einen kratzenden Biss am Arm verspürte und ihr nach einem Ruck wieder der eisige Wind in der Nase die Luft raubte. Lahja schüttelte die Haut in ihrem Maul und sah beinahe aus, als würde sie grinsen, Panthera rupfte ihr unsanft das Leder weg und murmelte eine grimmige Beschimpfung, während sie wieder versuchte das Leder, diesmal erfolgreich, zu befestigen. Auch die zweite Haut folgte, jetzt war sie relativ gut vor dem Wind und dem einsetzenden Schneetreiben geschützt.
Ein Kaninchen, welches unvorsichtig ebenfalls Schutz suchte, fiel ihrem Dolch zum Opfer, sie musste Essen, doch dazu brauchte sie ein Feuer….. kein leichtes Unterfangen bei diesem Sturm.
Froh war sie, dass sie einige Kleinigkeiten immer mit sich führte. Mit bereits klammen Fingern nestelte sie die beiden Funkensteine aus ihrem Beutel, entschuldigte sich bei Lahja, als sie ihren Schweif etwas einkürzte, um den kleinen Rest des Reisigs, der schon fast zerbröselt war, unter den angefrorenen Zweigen zum Brennen zu bringen. Diesmal war der Wind hilfreich, hauchte er doch der kleinen Flamme Leben ein, so dass diese selbst den Wassertropfen von den Zweigen trotzte und gierig nach dem Harz leckte. Als das kleine, qualmende und stinkende Feuer genug Wärme gab und Panthera ihre Hände aufgewärmt hatte, machte sie sich daran das Kaninchen auszunehmen und zu häuten. Schnell hatte sie es sauber und über das Feuer gehängt und suchte noch ein paar halbwegs trockene Äste, wenn es auch mehr heiss-geräuchert wurde als gegart, so würde sie es dennoch bald essen können. Erleichtert atmete sie auf und beobachtete das Schneetreiben, während der Duft des Bratens den Geruch des Feuers langsam übertönte.
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
Letzte Änderung: 2011/06/01 22:32 von Aleyah.
Grund: fehlerhafter Bild-Link gelöscht
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Ein Versuch, Botschaft an die Sarmaten 02.06.2011 12:40:35 --- 11 Monate, 3 Wochen her
|
|
Selbst Lahja hatte sich unter das schützende Dach verkrochen und hingelegt, worüber Panthera sehr erstaunt war (immerhin musste sich die Stute tief ducken, als sie unter das Leder schlich und sich bemühte, es nicht abzureissen), aber auch froh war, denn dadurch wurde die Wärme innerhalb der provisorischen Überdachung noch unterstützt. Die flatternden Lederenden hatte sie mit festgeklopften Schneehaufen befestigt und die windbewegte Schneeschicht auf der Überdachung dämmte zusätzlich. Einzig das Feuer, welches der Wind vorher unterstützt hatte, verlosch langsam, da sich eine Schneewehe zur offenen Seite ihrer notdürftigen Behausung bildete, die sie jedoch im Gegenzug vor dem kalten Wind schützte. Das Kaninchen war mager, doch es reichte aus, um ihren grössten Hunger zu stillen und sie noch für den nächsten Tag zu versorgen. Gesättigt und vom Heulen des Windes ermüdet, schlief sie an Lahja´s Hals gelehnt ein. Wirre Träume verfolgten sie dabei.
Irgendwann schreckte sie plötzlich auf, es war still, sehr still und dunkel. Einen Moment musste sie überlegen wo sie war und stellte dann fest, dass der Wind den Eingang nun vollständig zu geblasen hatte, daher die Dunkelheit. Sie nutzte ihren Schild, um den Eingang wieder frei zu kratzen und schieben, immer darauf bedacht, ihrer Stute nicht weh zu tun, damit sie nicht unwillkürlich aufsprang und Alles, was sie schützte, zerstörte. Erst war es nur ein kleines Loch, welches jedoch ständig weiter aufbrach, sie wurde geblendet, schob aber weiter den Schnee auf Seite, die Stute musste und sollte hinaus. Vorsichtig, so wie sie es geschafft hatte, herein zu kommen, bewegte sich Lahja wieder hinaus, mehrmals rempelte sie dabei Pantera, schüttelte sich schnaubend und sah sich beinahe genauso erstaunt um, wie Panthera auch.
Der Sturm hatte ganze Arbeit geleistet, fast konnte man sagen: Land versinkt im Schnee, und das kam sehr unvorbereitet für Mensch und Tier. Doch ebenso schnell wie er plötzlich hereinbrach, hatte sich der Schneesturm wieder verzogen und hinterliess Stille und Unsicherheit.
Panthera zog das Fell enger an den Leib, kletterte hinaus und streckte sich genüsslich. Die Luft war klar, jedoch sehr kalt und die Sonne kämpfte sich hartnäckig durch die Wolken. Dabei tauchte sie die Landschaft in eine bizarre Farbkombination, deren Schönheit Panthera´s Herz schneller schlagen liess. Niemand würde die Natur je schlagen können, Schönheit und Tod standen auf der gleichen Linie und nur die Stärksten oder Schlaueren würden überleben.
Wieder einmal wurde sie sich darüber klar, wie schön und gleichzeitig grausam das Leben doch sein konnte.
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
Letzte Änderung: 2011/06/02 12:41 von Suomi.
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
RS-MOD
Moderator
Beiträge: 1142
|
|
Re:Ein Versuch, Botschaft an die Sarmaten 02.06.2011 20:55:49 --- 11 Monate, 3 Wochen her
|
|
|
Als die Morgendämmerung aufzog, machten sich Aschkan und Kadaj auf den Weg ins Hauptlager der Sarmaten. Von der Fenni hatten sie nichts mehr gehört oder gesehen. So standen sie vor der heiklen Aufgabe ihrer Anführerin zu berichten, dass Panthera ihr Erscheinen am Außenposten erwartete. Den ganzen Weg über machten sie sich Gedanken, suchten die richtigen Worte, und ihnen war recht mulmig zumute, als sie das Lager erreichten.
Doch wider Erwarten lächelte Lyssandra milde, als sie von Pantheras Forderung berichteten, und klopfte Aschkan beruhigend auf die Schulter. "Es erfordert viel Mut und Willensstärke, sich freiwillig ins Lager des Feindes zu begeben. Panthera hätte viel von mir fordern können, wenn sie diesen Mut bewiesen hätte. Stattdessen beweist sie zum wiederholten Male, dass die Geschichten, die man über die Feigheit der Fenni in der sarmatischen Steppe erzählt, nicht frei erfunden sind. Dabei weiß doch jeder, dass nur der Mutige von den Göttern belohnt wird."
Mit einem Nicken entließ sie die beiden Krieger, die die Nacht im Hauptlager verbrachten, über das ein entsetzlicher Schneesturm hinwegfegte. Wunderschön glitzerte die weiße Pracht in der aufgehenden Sonne - und so sehr, wie Lyssandra die eisige Kälte des Nordens hasste, der Faszination dieses kalten Schönheit konnte auch sie sich nicht entziehen.
In der Nacht, während der Wind um ihre Jurte heulte, hatte sie einen Entschluss gefasst. So ging sie, hin und wieder fluchend im Schnee versinkend, hinüber zu den beiden Sarmaten, die gerade ein Packpferd mit neuen Vorräten für den Außenposten beluden. Sie bat sie, noch einen paar Augenblicke zu warten, und kämpfte sich erneut durch die Schneemassen zu der Jurte mit den Fenni, die man in der letzten Schlacht gefangen hatte. Deren Wunden waren versorgt worden und gut verheilt; und den Umständen entsprechend ging es ihnen gut. Sie ließ sie aus der Jurte holen und von den Fesseln befreien.
"Die beiden Krieger dort drüben," sie deutete auf Aschkan und Kadaj, "werden euch an die Grenze zu euren Gebieten bringen. Dort wartet eure Anführerin. Sie hatte leider nicht den Mut persönlich für eure Freilassung vorzusprechen; offensichtlich war ihr ihr eigenes Leben dann doch wichtiger als das eure." Ein abfälliges Grinsen zog sich über die Gesichter der umstehenden Sarmaten. "Ich werde das hier und jetzt nicht weiter kommentieren. Sobald ihr die Grenze erreicht habt, seid ihr frei."
Sie wies ein Dutzend weitere Krieger an, den Tross zu begleiten und dafür zu sorgen, dass die Freigelassenen keinen Unfug anstellten. Bald brachen alle auf und am späten Nachmittag erreichten sie erschöpft, aber ohne Zwischenfälle den Außenposten. Den Fenni wies man den Weg hinüber zu Panthera, dann kümmerten sich die Sarmaten wieder um ihre Angelegenheiten
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
Letzte Änderung: 2011/06/02 20:57 von Aleyah.
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
Re:Ein Versuch, Botschaft an die Sarmaten 06.06.2011 21:01:33 --- 11 Monate, 3 Wochen her
|
|
|
Es war ruhig gewesen die letzten Tage und Artreju hatte sich aufgemacht Panthera zu finden da sie sich einfach hinaus begeben hatte, begleitet von seiner Leibwache zog er los und suchte seine Gattin welche sich in der Neuen Heimat die sie sich Langsam nutzbar machten zurecht zu finden. Es ging nicht so Rasch wie Artreju sich es erhofft hatte der dichte Schnee hatte einige Spuren Verwischt als sie endlich Panthera fanden mit der Stute.
Er unterrichtete sie von denn Zeilen die er denn Sarmaten entsandt hatte und auch davon das ihr Sohn nun Gast bei den Sami war danach wollte sich Artreju eigentlich aufmachen seinen Sohn abzuholen um endlich auch Zeus seine Ehrerbietung zu zeigen als ein Bote die Kleine Truppe Informierte was Dardanos angestellt hatte,
„ Ich Ahnte es das ich ihn hätte mitnehmen sollen “
Artreju schüttelte den Kopf über sich selbst, doch dann musste er einfach die Augenlider schliessen. Im Stillen gab er Dar recht. Seine Frau war tot und er wollte seine Rache. Die Vermutung, dass der Konflikt mit den Sarmaten sie in den Tod getrieben hatte, lag nahe. Welcher Mann, welche Frau könnte ihm das verübeln? Keiner , Es war die Rache eines Mannes für seine Frau, das Verlogene Pack der Sarmaten schien sich eh lustig zu machen sich einfach zu erdreisten Mikkelin einzunehmen und dieses auch noch Bewirtschaften zu wollen, zudem hatte Artreju noch immer keinen Boten empfangen können.
Vier Mann hatte er Entsandt mit 8 Pferden, und noch immer war kein Mann bei ihm eingetroffen, Geschweige denn von denn vier Läufern die er Zusätzlich entsandt hatte.
Der Rückzug des Kleinen Heeres würde nicht so schnell Klappen wie es sich Artreju wünschte auch wenn er diesen Zwischenfall missbilligte Erhob er sich daraufhin im Sattel seines Pferdes um denn Kriegern zu zurufen
„Dann Sterben wir für unsere Familien, aber eines sollten alle Sarmaten wissen, wir kriechen nicht zu Boden um ein Land das uns Gehörte und wir Einnahmen, um es Ihnen einfach in den Rachen zuwerfen. Der Kampf der Ehre wird die Namen der Toten Tragen, der Wind der Steppe wird davon Berichten das die Fenni Stolz sind auf das was sie eroberten und Aufrichtig in einen Kampf gehen auch wenn sie Untergehen sollten.“
Artreju setzte sein Pferd stolz neben das seines Heerführers, zog sein Xiphos und nickte danach Stumm.
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
Letzte Änderung: 2011/06/07 23:46 von Mordecai Empe Ben Dajag.
Grund: kleine Änderung im Sinne der Angleichung von RP und Engine
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|