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THEMA: Spurensuche
 
Mina Cicernos

Römer
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graphgraph
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Spurensuche      04.06.2011 15:27:57 --- 11 Monate, 3 Wochen her  
Mina war hocherfreut und übereifrig bei den Spielen in Rom dabei gewesen. Aber schon das erste Duell bremste sie aus. So hoch wie das Kolloseum wurde sie geschlagen. Das war bitter für sie, denn sie hatte als Praetorianerin ja so etwas unnahbares und unbezwingbares an sich gehabt. Vielleicht auch mit ein Grund warum ihre junge Ehe so schnell zerbrach.

Auf den Massenkampf hatte Mina sich wesentlich besser vorbereitet und dieser Massenkampf endete in einem Duell zwischen ihr und Seggaz von Campania, bei dem sie nur knapp unterlag. Auf diese Leistung war sie stolz, denn es war etwas was ihr nicht einfach so in den Schoß gefallen war. Nein, es war ihre eigene Leistung die ihr dieses Finale ermöglichte.

Sie war nach dem Tod von Helena in ein tiefes Loch gestürzt. Ihre Heldin, ihre Fürsorgerin ... einfach ausgelöscht. Noch immer empfand sie eine tiefe Verbundenheit zu ihr und käme ein Befehl von ihr, von jenseits des Flusses über den alle einmal müssen, dann würde sie ihn ausführen.

So nachdenklich hatte sie gar nicht gemerkt, dass ihre Füße sie in eine Taverne geführt hatten, die ihr seltsam bekannt vorkam. Sie verlangte ein Mulsum und nahm auch sogleich einen riesigen Schluck davon als der Wirt es ihr hinstellte. Jetzt fiel es ihr alles wieder ein. Die Taverne in der sie gearbeitet hatte, der Wirt, der sie immer schlug, jener eskalierte Abend und der Tod des Wirts als dieser die Treppe herunterfiel.

In Rom gab es keinen Stillstand und die Taverne war wohl offenbar von einem neuen Pächter übernommen und wiedereröffnet worden. Alles sah noch so aus wie damals an jenem schicksalhaften Abend. Nur sie saß diesseits der Schankausgabe.

"Sie werden verzeihen, dass ich sie so einfach anspreche," atmete ein älterer bärtiger Herr mit vielen Schwielen an den Händen ihr ins Gesicht. Das ekelte sie an und sie wollte ausholen. "Bist Du die kleine Mina?" Abprupt ließ sie ihren Arm sinken und rückte sogar mit ihrem Gesicht noch etwas näher an den Mann heran. "Woher kennt ihr diesen Namen?" zischte sie leise.

"Aber ich bins doch, Onkel Smeda." Seine roten Haare kitzelten sie im Gesicht und sie wischte sich darüber. Mina machte ein mehr als nur verdutztes Gesicht. "Ich kenne keinen Smeda und Onkel schon gar nicht. Mein Onkel ist tot. Und rote Haare hatte, glaube ich, keiner von meiner Familie." Smeda richtete sich auf und atmete tief durch um den Nebel in seinem Geist zu lichten.

"O, da warst du höchstens so groß", er machte eine Geste ca. 2 bis 3 Ellen hoch, "als wir uns das letzte Mal sahen. Das mit Deinem Oheim tut mir Leid. Wir hatte alle leider nur losen Kontakt. Ich bin der Bruder Deines Vaters und der von Tarjas Mutter. Die hatten alle rote Haare, außer Dein Vater."

"Meint Ihr Tarja Sextus, die Hochverräterin? Mit der bin ich garantiert nicht verwandt!" schnaubte Mina. "Oh doch und sie ist, egal was andere behaupten, niemals eine Verräterin." Sein Ton wurde immer lauter, so dass es langsam stumm in der Taverne wurde. "Komm, ich erzähl die auf dem Weg alles."

Mina wollte nicht. "Wohin wollen wir denn gehen? Warum hast Du mich nicht bei Dir aufgenommen als Oheim starb?" Sie trommelte den Tränen nahe auf seiner Brust herum. Dann nahm er sie in seine Arme und versuchte sie zu trösten und zu beruhigen. "Alles wird gut, Mina. Aber unsere Familien waren sehr speziell, was Kontakte angeht." Mina ließ sich nach draußen führen.

"Erinnerst Du Dich an diese Taverne? Ich saß jeden zweiten Tag im Gastraum und habe Dir zugeschaut. Du warst so ein unbeschwertes Mädchen." Mina sagte nichts. "Was der Wirt getan hat habe ich erst später erfahren. Das tut mir Leid." Mina schaute auf. "Ich glaube Dir. Wohin führst Du mich? Was meintest Du mit speziell?" Smeda wußte womöglich nicht wo er anfangen sollte.

"Dein Vater kam aus dem Norden und verdingte sich für Rom als einer der besten Kämpfer. Er erwarb sich das Recht, seine Familie, also auch mich in die Freiheit zu entlassen. Die Frauen zählten natürlich nicht dazu. Meine Schwester wurde als Sklavin verkauft. Ein sehr dekorierter Offizier kaufte sie wiederum ab und schenkte ihr die Freiheit für ein Kind. Sie starb leider schon nach ihrer Geburt. Ich durfte keinen Kontakt zu ihr haben bis sie 16 war. Aber in so einer langen Zeit lebt es sich auseinander. Das wollte ich nicht nochmal. Dein Vater wurde von der Familie Cicernos adoptiert, damit er römisches Bürgerrecht erhielt. Als deine Eltern verschollen waren, blieb dir Tür zu Dir mir nunmehr auch verschlossen." Er machte eine kurze Pause. "Ich bringe Dich zu der Taverne hinter dem Senat. Dort war Tarja oft gewesen, bevor sie Rom verlassen hatte. Nur die Götter wissen was in Griechenland passiert ist und wo sie sich jetzt aufhält."

Für Mina war das alles zu viel. Ihr wurde direkt schwindelig von diesen Informationen. Zumal sie einen glühenden Hass für alle Verräter empfand. Aber dass sie sozusagen eine halbe Barbarin wäre ... DAS war zu viel.


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Re:Spurensuche      05.06.2011 23:54:06 --- 11 Monate, 3 Wochen her  
Es sollte nicht sehr viel Zeit verstreichen, bis es ein Grieche war, der die Pforte zur Schänke öffnete und gemeinhin mit einem leisen "Hellas" inmitten des Raumes getreten war, nachdem das Schloss hinter ihm zurück in die Tür gefallen ist. Es war ein alter Grieche, deren dunkles Haar von silbernen Strähnen versehen auch kein Geheimnis daraus machten. Geheimratsecken bildeten sich deutlich ab und auch die Krähenfüße waren ein steter Begleiter des Mannes.

Mit kurzen und schnellen Schritten, als hätte der alte Mann es eilig, begab er sich geradeweg zur Theke. Schweiß rann an seinen Schläfen herab. Während der Wirt hinter der Theke eine Braue hinaufschob um dann doch den Kopf zu schütteln, sollten die schlichten Worte "Was darf es sein, Fremder?" ausreichen um seinen Gast nach Wünschen zu fragen.

"Wein, aus Griechenland, nicht Thrakien."
"Wein schmeckt überall gleich."
"Schonmal thrakischen Wein gekostet?" - Traitos lachte leise und winkte ab – "Woher stammt denn der Wein hier?"
"Campania. Woher sonst?"
"Nun gut.. einen Becher Wein bitte."

Das kurze Gespräch war beendet. Traitos Auge sollte rollen. Römischer Wein.. Sie waren nicht für diesen Wein bekannt oder berühmt und er, er trank lediglich die goldene Auslese Hellas um seinen Gaumen zu erfreuen und sich selbst etwas gutes zu tun. Mehr jedoch eigentlich, weil er sich immer wenn er einen Schluck des ihm wohlgesonnenen Weines getrunken hatte an Athen erinnerte. Athen und Arachne, seine erste Gemahlin welche ihm zwei Erben schenkte die noch immer Prinzen der Hellenen waren.

Wie dem auch war, war es nun Traitos der seine Toga mit groben Strichen durch die Linke und Rechte gerade gebügelt hatte und sich allmählich mit seinem Auge umgesehen hatte. Mina, die keine 4 Ellen vom einstigen Herrscher über Asien entfernt gesessen war, ist ihm nicht direkt ins Auge gestochen. Mehr war es eine kleinere Gruppe junger Kerle die sich lautstark in ein Würfelspiel vertieft haben. Und so wie die Jünglinge sich in das Spiel vertieft hatten, hatte der Grieche sich in der Beobachtung vertieft und ließ sich auch nicht durch das Geräusch eines absetzenden Becher Weines beirren.

"Ist das ein römisches Spiel?"


Traitos Smaragdis,
ehem. Heerführer Griechenlands,
ehem. Hauptmann der Agema Taurus,
ehem. Archon Athens sowie Beschützer Hellas,
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Mina Cicernos

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Re:Spurensuche      06.06.2011 23:04:21 --- 11 Monate, 3 Wochen her  
Die Astragaloi spielenden Burschen wurden von einem merkwürdigen Mann mit nur einem Auge angesprochen, der einen merkwürdigen Akzent sprach. Mina wurde aber nur kurz abgelenkt. Sie wandte sich wieder Smeda zu.

"Tarja ist also neben Dir meine einzige noch lebende Verwandte?" Smeda lächelte. "Es scheint so, dass Du die Wahrheit akzeptiert hast. Das seh ich mit Freude. Heyda Wirt, noch zwei Mulsum."

Minas Stirn zog sich in Runzeln. "Welche Wahrheit und warum akzeptiert? Ich habe mich an einige Fakten gewöhnt. Niemand ist da, der mir hilft, und jetzt kommst Du. Warum nicht eher? Warum jetzt."

"Ich hatte Anfangs noch einmal Kontakt zu Tarja im fernen Phönizien. Ich würde Euch gern einander Vorstellen. Wäre so eine Reise nicht etwas für Dich?" Jetzt bekamen die Runzeln sogar runzeln.

"Warum soll ich denn einem so törichten Weg folgen. Die Verräterin Tarja, verwandt oder nicht, suchen und dann? In einem Land, dessen Entfernung ich mir kaum vorstellen kann. Was soll das denn? Soll ich dann sagen, Hallo Tarja ich bin deine Cousine und ich werf jetzt gerade mein Leben weg, so wie du einst?"

Smeda schlug mit der Faust auf den Tisch, dass alle verstummten und ihre Augen auf das ungleiche Pärchen richteten. Mit lauter Stimme sprach er weiter: "Genug jetzt. Tarja war eine außergewöhnliche Frau und war eine noch bessere Senatorin und Volkstribuna!" Minas Trotz kehrte zurück. "Als WER?, Als ICH?" Sie war puderrot und versuchte ihren Äger wegzuatmen. Smeda nahm ihr das nicht übel, da er ohnhin Schuldgefühle hatte, die Familie nicht zusammengehalten zu haben.


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Re:Spurensuche      06.06.2011 23:36:59 --- 11 Monate, 3 Wochen her  
In diesem Augenblick wünschte sich Traitos mehr als nur ein Auge zu besitzen. Er glaubte nicht, was er da gerade gehört hatte. Die Worte Cousine und Tarja Sextus hatten sich, zusammen mit Phönizien klar aus dem Gespräch der beiden Römer herauskristallisiert. Als dann der Schlag des Alten folgte und erneut von Tarja gesprochen wurde, zog Traitos beide Augenbrauen in die Höhe und schüttelte mit dem Kopf, ehe er sich einen Schluck des mittlerweile servierten Weines göntte und sich selbst zu Wort meldete.

"Ich kenne Tarja Sextus.. oder ich kannte sie. Ich habe sie in Phönizien empfangen.. vor bestimmt 6 oder 7 Wintern. Und ich kann bestätigen, dass sie keine Verräterin war. Sie war mehr, viel mehr und vor allem war sie eine besungene Heldin Griechenlands, wenngleich sie nicht in den großen Kriegen meiner Zeit diente oder überhaupt nur einen Strich für die Griechen auf einem Schlachtfeld getan hätte."

Es war nicht unbedingt klug gewesen, als alter Mann, in einer römischen Taverne mit gut lautstarken Worten in ein solches Gespräch einzulenken und preis zu geben wer man gewsen war, einst. Auf die Frage hin die Smeda, der Onkel der Mina, an Traitos richtete, wer er denn überhaupt wäre, antwortete der Grieche schlicht: "Man nennt mich Traitos Smaragdis und ich war, bis zum Tode Tarjas, ein Freund ihrer Familie. So sehr sogar, das ich einen meiner Söhne zur Ausbildung unter ihre Obhut in ihr Dorf gesandt habe."

Das braune Auge fuhr unentwegt zwischen dem Alten, der in Wirklichkeit wohl nur ein paar Jahre älter als Traitos sein mochte und der jungen Mina hin und her. Dann griff er abermals zum Becher, ließ die gesprochenen Worte ihrerseits auf sich wirken und umgekehrt ließ er die Chance die Seinen auf die beiden Römer wirken zu lassen.


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Re:Spurensuche      07.06.2011 23:03:24 --- 11 Monate, 3 Wochen her  
Mina holte aus um entnerft etwas von sich zu geben, da dieser Knilch ihr gerade noch gefehlt hatte in ihrer Sammlung. Tarja war dies, Tarja tat das, Tarja war die Beste, Schönste, Klügste usw. Das Leben ist so unfair, dachte sie leise. Smeda hielt Mina zurück und fragte eine klügere Frage als Mina es wohl gerade konnte: "Bis zu ihrem Tode? Woher hab ihr eine solche Information." Die Farbe wich langsam aus Smedas Gesicht.

Mina war sich nicht vollständig bewußt was das alles sollte und schaute zu Smeda, der sichtlich getroffen war und langsam auf seinem Stuhl zusammensank. Sie studierte den Einäugigen, der mit seinem Dialekt und Namen und seinen Aussagen nach Griechenland passte. Wenn und wie er den Namen Tarja aussprach verzehrte sich sein ganzer Körper nach ihr. Sein Auge glühte, sein Herz tanzte. Sie konnte in ihm so gut lesen wie auf einem Papyrus. Nagut, das mit dem Papyrus übte sie aber noch...

Mina packte dann gleich abermals ihre kindische eifersucht und versuchte sich unauffällig etwas zurecht zu machen und saß jetzt so verführerisch da, wie sie nur konnte. In diesem Punkt konnte sie wenigstens eine Tote ausstechen, da war sie sich sicher. Mina fand sich jetzt extrem hübsch. Noch viel schöner als ihre ominöse Cousine, von der die Welt mehr wußte als Mina.


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Re:Spurensuche      08.06.2011 00:51:10 --- 11 Monate, 3 Wochen her  
Traitos ließ wenige Momente verstreichen. Ihm wurde zu diesem Augenblick gewahr, welche Rolle er in diesem Gespräch eingenommen hatte. Es missfiel ihm. Nicht das er als Redner ungeübt und unerfahren war, doch war es doch immer das eine, eine Armee auf einen Krieg vorzubereiten und etwas völlig anderes, einer Familie zu vermitteln das ein Mensch aus ihrer Mitte nicht mehr wiederkehren würde. Tränen fließen, vermischen sich in den meisten Fällen mit der Wut auf die Welt und letztlich mit einer folgenden, tiefen Abneigung gegen den Überbringer dieser Nachrichten. Traitos selbst konnte sich hier nicht unschuldig wissen, immerhin schlug er den Boten aus dem Land der Fenni um ein Schweigen aufzuzwingen und den aufgeladenen Frust, der so unerwartet kam, zu entladen.

Als die Momente verstrichen waren und kaum 2 Dutzend rasender Herzschläge vergingen, griff der Grieche mit der Rechten zu dem Becher der, mittlerweile nur noch zur Hälfte gefüllt, vor ihm auf dem alten Holz der Theke ruhte. "Ich habe Botschaft von einem gewissen Artreju erhalten, der wohl ein Führer der nordischen Stämme sein soll. Fenni oder so ähnlich, nennen diese sich." - eine weitere Pause folgte, in der Traitos den Blick abermals zwischen den beiden Römern schweifen ließ und letztlich Kontakt zu Minas Augen suchte - "Das Leben soll sie getroffen haben wie die Spitze eines Pfeils den großen Alexander im Kampf gegen die Barbaren im Osten seines Reiches. Nur anders als Alexander sollte sich Tarja nicht erholen. Sie ging den Weg zum Fährmann. Suchte womöglich den Weg zum Fährmann. Ich weiß es nicht und aus den Schriften des Artreju geht dergleichen nicht deutlich hervor. Das sie jedoch tot ist, nicht mehr unter uns weilt, daran zweifle ich nicht."

Kaum hatte er die Worte gesprochen und den Wein aus dem Becher geleert, lehnte er mit der Brust nach vorne und stützte sich mit den Ellbogen auf dem Tresen ab. Die Gelegenheit in die Augen der Römerin zu sehen, für den Bruchteil einer Sekunde und ihrer dazugehörigen Körperhaltung ließen ihn erschaudern. Wenn Trauer in Rom so aussehen soll, dann, so hoffte er, würde man seinen Leichnahm nach Griechenland übergeben.

"Mein Beileid"


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Re:Spurensuche      08.06.2011 22:50:51 --- 11 Monate, 2 Wochen her  
Smedas Gesichtszüge in seinem nun falen Gesicht wirkten versteinert. "Die Familie zerbrochen." Mina verdreht die Augen. "Ist heute Tag der Lächerlichkeit?" Mina stand auf. "Da kommen zwei dahergelaufene und faseln über meine angeblich Cousine. Ich frage mich warum ich das mitmache." Die Gesichtsfarbe eilte sehr schnell zurück zu Smeda. Wütendrot brüllte er Mina an und unterstrich seine Worte abermals mit seiner Schmied-Faust auf dem Tisch, dass alle im Raum zusammenzuckten. "Schweig still und setz dich! Ist das Deine Art um die Toten zu trauern?" Wie verdattert ließ sich Mina zurück auf den Stuhl fallen.

"Nein, das ist sie nicht." gab Mina kleinlaut zur Antwort. "Aber warum glaubst Du seinen Worten? Das ist doch so unlogisch. Er hat sie in Phoenizien empfangen. Spinnerei. Tarja bei irgend so nem Barbarenstamm. Warum bist du dann hier und nicht dort damit du um sie trauern kannst?" Dann wandte sie sich wieder an Smeda. "Und Du? Warum erzählst Du mir das alles so von Familie. Ich hatte nie eine. Meine Familie ist die römische Legion. Und einer Mutter kam Helena, MEINE Praetoria Maxima, mir am nächsten. Sie holte mich aus dem Dreck. Sie sorgte für mich. Sie gab mir ein Amt und eine Aufgabe. Warum hast du mich nicht einfach gefragt wie ich mich fühle oder wer ich geworden bin? Immer nur Tarja hier und dort." Schmollend verschränkte Mina ihre Arme.

"Verzeih," begann Smeda, "wir sind vom gleichen Blut. Um von welchem Blute Traitos Smaragdis sein mag, er nimmt Anteil an unserem Schicksal. Lasst uns unsere Gemüter beruhigen." Smeda reichte Mina ihren Becher und machte eine kleine Kopfnickgeste zu Traitos, damit er beruhigend auf sie einspräche.


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Re:Spurensuche      08.06.2011 23:44:52 --- 11 Monate, 2 Wochen her  
"Ein König ist kein Lügner oder gar ein Spinner, Mina – so zumindest glaube ich verstanden zu haben." - Es waren die Munwinkel die umgehend fielen und das runzeln seiner Stirn, die unschwer begreiflich machten, dass Traitos Töne dieser Art, gesprochen aus unerfahrenem Munde, nicht sehr hoch schätzte. - "Wie ich sagte, mein Name lautet Traitos Smaragdis. Ich bin der erste Smaragdis der je die Insignien der Herrschaft inne hatte, jedoch ganz sicher nicht der letzte Smaragdis." - Letztere Worte galten Smeda. Es ging ihm nicht darum Eindruck zu hinterlassen, doch war Traitos ein eitler Hahn der es liebte bekannt zu sein. Kaum drei Atemzüge verstrichen, ehe der alte Grieche ein zaghaftes Lächeln auftrug und in einem ruhigeren Ton erneut das Wort ergriff.

"Tarja kam damals nach Phönizien um ein Angebot zu erhalten. Sie möchte am phönizischen Hof verweilen, die Gattin des ehrenwerten Strategos Dimos Archegetes – der einstmalige Mann der Helena – werden und ein sorgenfreies und glückliches Leben in Tyros führen. Sie lehnte ab. Sie lehnte die Zivilisation ab, wenn ich mich recht erinnere. Sie lehnte dieses Leben wie wir es führten ab. Sie wollte etwas einfacheres und doch viel viel .. echteres? Deswegen zog es sie in den Norden, deswegen zog es sie zu den Barbaren. Dort lernte sie wohl einen Mann kennen, doch seinen Namen kenne ich nicht mehr. Phasalos oder Marntados.." - Traitos zuckte mit den Schultern und mied währenddessen jedweden Blickkontakt. - "Und weshalb ich hier und nicht im Norden bin um dort zu trauern und zu wachen wo man ihren Leichnahm in das Reich der Toten übergeben würde? Ich erfuhr erst in Campania von dem Tode Tarjas. Wenn ich ehrlich bin, würde ich diese Reise jedoch auch nicht antreten, wenn mich diese Boten eher gefunden hätten und mein Weg ein kürzerer wäre. Ich trinke für Tarja, schenke Wein in den Boden und lasse sie in Gedanken hoch leben, so wie sie es verdiente. Die Totenruhe zu stören um ihren Leichnahm aus einem Loch in der Erde zu zerren, um sie im Anschluss nach griechischen Brauch an den Hades zu übergeben und somit gegen ihre Interessen vorzugehen, meine jedoch gewahrt zu wissen, ist nicht das was ihre Familie dort mit ansehen sollte."

Für eine kurze Weile lehnte sich Traitos auf dem Hocker am Tresen zurück soweit es die Physik zugelassen hatte und orderte im nächsten Augenblick drei weitere Becher Wein für Mina, Smeda und ihn selbst. Mit den schwielenreichen Händen eines Arbeiters überzog er die kaum behaarten Stellen seiner Unterarme, an denen einst die Riemen aus bronzebezogenen Leder ruhten um vor Angriffen zu schützen. Wenngleich viele der Häärchen faktisch nicht mehr existent waren, sah man jedoch hier und dort die ersten weißen Stellen fernab des Haupthaares thronen. Zwei Mal holte der einstige König tief Luft, wartete ab bis der dickbäuchige Wirt mit Augenringen und schwitzigen wie verdreckten Hemd zurückkehrte um den Wein abzustellen.

"Sie war schön und machte den Liedern über ihre Person keine Schande. Ich werde mich gerne an ihre roten Haare und ihr schmales Gesicht erinnern. Stets ein Lächeln auf den Lippen, wenn ich mit ihr sprach. Dies ist meine Art zu trauern und ihr Erbe an mich, das ich gut zu verwalten gedenke. Es bedarf nicht mehr der Worte um etwas schönes in etwas schönes zu verwandeln.. mehr würden zahlreiche Worte ihrem Nachruf schädigen."

Als Smeda gerade ausholen wollte um nun selbst das Wort zu ergreifen, hob Traitos die Hand – mit ihm an der Spitze den Zeigefinger – und bat ein letztes Mal um das Recht zu sprechen.

"Ich wage mich nicht mein Blut zu verabscheuen – und Brüder habe ich viele."


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Re:Spurensuche      09.06.2011 14:17:46 --- 11 Monate, 2 Wochen her  
Mina blieb stumm. Auf so eine heimtückische wie elegante Art hatte man ihr noch nie den Mund verboten. Traitos kratzte an ihrer empfindlichsten Stelle. Es würde nicht mehr lange dauern bis Mina einen Vergleich zwischen "Du dumme Göre, halt Dein Maul" und der Ausführung Traitos ziehen würde. Sicherlich meinte Er es nicht so, aber jeder sieht eben was er will. Zumal die wiederholte Erwähnung Tarjas sie sehr ermüdete. Sie hörte gar nicht mehr hin als Smeda wieder das Wort ergriff.

"Verziehen Sie die Ausbrüche meiner Nichte und auch meine Unwissenheit über die Herrscher weit entfernter Länder. Ich arbeite seit 30 Jahren als Schmiedemeister. Für wen die Waffen sind interessiert mich nur noch in ganz seltenen Fällen. Wie ihr zweifelsfrei gemerkt habt ist mein Verhältnis zu meiner Nicht nicht sehr, sagen wir Innig. Wir hatten zu meinem Bedauern leider viel zu lange keinen Kontakt. Und was Tarja angeht. Trinken wir auf sie, wie wir sie in Erinnerung haben. Smade wollte stark sein und seine Trauer für den Moment hinfortspülen. Nein, er war ein Mann, der still in seiner Kammer trauert.

Mina sah die Aufgereckten Arme mit den Bechern und vollführte automatisch die gleiche Geste. Für Mina stand fest, dass sie sich über diese Cousine schlau machen würde und war sich sicher, dass sie das alles noch besser konnte und machen würde. Sie schaute Gedankenversunken.


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Re:Spurensuche      09.06.2011 14:43:51 --- 11 Monate, 2 Wochen her  
Die Zeit verstrich wie im Schlaf. Während man die nächsten Becher bestellte und diese, wie die 2 Runden zuvor in gemütlichen Zügen leerte, unterhielt man sich nicht sehr viel. Wie es die Herren wünschten, trank man zu Ehren der Muse und brach nicht mit dem stillen Schwur zu philosophieren. Was wäre wenn? Dies war nicht im Interesse. Interessant war: Was ist jetzt.

Smeda's Ausführung über sein gelerntes Handwerk, faszinierte den einstigen Stadtherrn von Tyros. Aufmerksam folgte er dem Gespräch und hing an den Lippen des dem Schmieds. Abweichungen hierzu gab es immer nur wenige Sekunden und das höchstens alle zwanzig Schläge des Herzens, wenn Traitos einen kurzen, gedanklichen Abstecher in Minas Gesicht wagte. Ähnlichkeit hatte sie nicht mit Tarja und wenn es sie gegeben hatte, so würde er sie nicht finden. Hübsch waren sie jedoch beide. Als der Alte zum Ende seiner Erzählungen des Schmiedehandwerks fand, begann der Grieche mit seiner Geschichte vom ersten römisch-attischen-Krieg den die Griechen in Akarnania zu ihrem Gunsten entschieden haben. So zumindest war aus der Sicht eines Tyrannen und Archonten geschildert. Er erkundigte sich, ob die Schwerter des Smeda auch dort im Einsatz waren, denn jene Schwerter die man an sich genommen hatte, jene Schwerter waren von hoher Qualität und zeugen von Leidenschaft und Fachkunde. Diese Art der Gespräche dauerte noch eine kurze Weile, sollte jedoch recht rasch aber freundlich enden.

"Nun wo ich weiß, dass Smeda ein Schmied ist und Smeda sowie du wissen, wer ich einst war.. Was Mina ist dein Handwerk? In Griechenland steht die Frau dem Mann in politischen Interessen zur Verfügung. Doch da wir hier nicht in Griechenland sind.. Worin bist du besonders talentiert und verstehst es daraus den Wein den du trinkst bezahlen zu können?"


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