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THEMA: Der Stier wütet...
 
VetiS

Belger
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Der Stier wütet...      16.06.2011 21:36:46 --- 11 Monate, 1 Woche her  
Viel Zeit war vergangen, seitdem AmadeuS das letzte mal mit einem Heer zog, welchem man durchaus eine gewisse Kampfkraft zusprechen konnte. Zu letzt waren die Etrusker ausgemerzt worden. Am Ende ihrer Zeit waren die Illyrer, die das angeschlagene Etrurien überrannten und den Todesstoß versetzten. Ehrenvoll? Sicherlich nicht. Dafür würde das elende Pack noch bluten - soviel stand fest.

Nun lebte er in Belgien, nachdem ein Leben in Etrurien nicht mehr zu realisieren war. Er zog mit einigen Wenigen aus, die meisten verließen ihn schon vorher. Diese Verräter würden, sollte AmadeuS sie antreffen, ebenso ihr Fett wegbekommen, wie diese, durch Feigheit ausgezeichneten, Illyrer. Die Belger hatten schnell Vertrauen zu ihm aufgebaut, ließ er sie an seinen Erfahrungen doch teilhaben und hörte sich aufmerksam eines jeden Geschichte an.

So war es, dass er eine Streitmacht unterstellt bekam, wo er sein Geschick beweisen sollte. Er bekam eine Karte von einer Region, die er nie sah, doch aus der Bibliothek her kannte. Ebenso erhielt er die Aufgabe so viel Schätze und Plündergut wieder heimzubringen, wie irgendmöglich.

Der Reix persönlich würde ihm über die Schultern sehen und ihn bewerten. Und sollte er, wider jeder Erwartung, versagen, so wäre es an Tyrsan Haraldson, ihn aus seinem Versagen zu retten. Doch AmadeuS war sich sicher, dass er der Aufgabe gewachsen war.

Er selbst stellte Nachforschungen an zu der Region und entsandt Boten, die ihm von mehreren Völkern berichteten. Die Meisten von ihnen schienen mehr oder weniger Zusammenrottungen von bewaffneten Bauern zu sein. Ihre Länderein ließen sich von einem mittleren Hügel aus gut überblicken, sodass man die geringe Gefahr gut abschätzen konnte. Doch im Norden der Halbinsel gab es ein Volk, welches der Streitmacht AmadeuS' gegebenenfalls die Stirn bieten konnte. Die würde sein Ziel sein. Dort würde er zuschlagen und plündern.

Sein Heer, bestehend aus dem Besten, was Etrurien aufzubieten hatte, und einigen tapferen Belgern - deren Gewohnheiten ihm noch leicht befremdlich waren -, würde an dieser Stelle kämpfen, siegen und Schätze nach Hause bringen.

Sie brachen auf und AmadeuS versuchte sich gar nicht erst von den anderen Kriegern abzukapseln. Er war einer von ihnen. Nicht besser als die Jungspunte und nicht schlechter als der Älteste. Er aß das Selbe, wie die Soldaten und schlief auf die selbe Weise. Er machte jede Übung mit, sang die selben Lieder, auch wenn er die Sprache noch nicht perfekt beherrschte, so half ihm sein stundenlanges Studium in der ehemaligen Heimat, sie zu verstehen und sich zu verständigen.

An diesem Abend saß er in einem Zelt, da es regnete. Er schaute auf die Karte, die nur schwach beleuchtet wurde, durch eine kleine Fackel und er schätzte ab, dass das Heer noch gut 2 1/2 Monate unterwegs sein würde. Doch es sollte sich lohnen...


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Costa y Bravo

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Re:Der Stier wütet...      17.06.2011 20:12:53 --- 11 Monate, 1 Woche her  
Costa y Bravo, Con Techtos der Keltiberer, stand am Strand und genoss den starken Wind, der ihm die salzige Gischt ins Gesicht blies. Es war ein sehr angenehmer Abend, zwar weit entfernt von der Heimat, aber unter sehr guten Freunden, die dies vergessen machten mit ihrer Gastfreundschaft.
Vom Dorf her näherte sich ein Pferd in schnellem Gallop und Costa wurde aus seinen Gedanken gerissen!
Sein Schreiber und Leibdiener Cordo war es, der diese Ruhe störte!
Als dieser ihn erreichte, riss er das Pferd herum, sprang mit einem Satz ab, ging auf ein Knie und streckte Costa ein Pergament entgegen.

Herr, diese Nachricht kam gerade erst, mit einem schnellen Boot aus unserer Heimat.

Costa nahm das Pergament an sich, brach das Siegel und überflog die kurze Botschaft.

Corda, gib mir dein Pferd, ich muß zu unserem Vlatos! Eile du zurück zum Lager und gib den Männern den Befehl, sich für morgen früh marschbereit zu halten und die Boote klar zu machen!

Noch wärend Costa diese Befehle gab, stieg er auf das Pferd und rammte er dem Tier die Fersen in die Flanken. Das Tier bäumte sich auf und preschte über den Strand zurück zum Dorf, wo sich Haragnar der Vlatos der Keltiberer aufhielt.
Dort angekommen betrat er die Taverna, oder besser das, was die Einheimischen für eine solche hielten!
Haragnar saß in der Mitte des Raumes und testete ausgiebig das hiesige Getränkesortiment, um sich einen kleinen Vorrat mit in die Heimat zu nehmen.
Costa trat an seinen Vlatos heran, verbeugte sich kurz und setzte sich ihm gegenüber!

Haragnar, ich habe hier eine Botschaft aus unserer Heimat. Einige Späher haben eine Kriegsschar der Belger ausgemacht, die auf unsere Heimatgrenzen zumarschiert! Sie werden in zwei, vielleicht auch erst in zweieinhalb Monaten an unseren Grenzen stehen!


Haragnar schaute seinen Con Techtos und sagte dann:
Na wunderbar, erst wollten die Friesen bei uns einfallen und nun sind es die Belger. Haben wir das Goldene Flies bei uns und nur wir wissen nicht davon?
Wie es aussieht ist damit ist der Gruppenurlaub auch wieder vorbei! Ich gehe mal davon aus, dass du schon Befehle gegeben hast, damit die Männer bereit zum Aufbruch sind?


Das habe ich mein Vlatos, die Männer werden bereit sein!

Dann werden wir morgen früh mit den ersten Sonnenstrahlen lossegeln und den Belgern zeigen, dass mit uns Keltiberern nicht zu spassen ist!
Jetzt aber, lass mich erst einmal wissen, was du von diesem goldbraunen Getränk hältst, welches unsere Freunde hier so gerne trinken! Die Belger können bis morgen warten, wir sind nur einmal so jung beisammen! SALUD


Ay, SALUD!
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VetiS

Belger
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Re:Der Stier wütet...      19.06.2011 09:09:51 --- 11 Monate, 1 Woche her  
Wochen des Wanderns waren vergangen, die Vorräte neigten sich dem Ende zu und AmadeuS war frohen Mutes, wieder in eine Schlacht zu ziehen. Auch wenn die Kriegsführung der Belger anders war. Früher war er auf Schlachten mit Ruhm und Ehre aus, nun würde er zum ersten Mal nur um des Plünderns Willen das Gefecht suchen.

Dies war etwas neues für ihn, doch unwohl fühlte er sich dabei nicht. Er hoffte dennoch inständig, dass der Feind sich wehren und ihn fordern würde. Und er hoffte, dass er diesmal nicht aus den eigenen Reihen geschlagen werden würde. Lange ist es zwar her, dass Nilaihah ihn verraten hatte, doch die Schmach, die daraus entstand verfolgte ihn heute noch.

Erst griffen die Ägypter unerwartet sein Heer an und dann verriet sie ihr Volk und letztendlich auch ihn selbst...

Doch das war Vergangenheit, nun würde alles anders - alles besser - laufen.

______________________________________________________________________

AmadeuS schritt durchs Lager und er musterte die Krieger. Viele waren gut ausgerüstet und kampferprobt, was Narben und der gewisse Blick verrieten, Unter sie mischten sich jedoch auch einige Jungspunte, die sich einen Namen machen wollten. Sie würden ihre Chance bekommen!

Die Pferde waren gut genährt und kräftig, die Krieger motiviert, AmadeuS schritt weiter zu einer Anhöhe, von der aus er weit blicken konnte. Sie würden bald auf ein Gebiet treffen, welches bewohnt war. Wie diese Menschen dort reagieren würden, wusste er nicht doch würde er nichts dem Zufall überlassen. Erst jetzt schenkte AmadeuS seinem Begleiter Beachtung und er versuchte dessen Sprache so gut wie möglich zu sprechen.

Für den Späher klang dies in etwa so:
"Du kannst sehen dort ? Geh dort und sage mir Stärke der Menschen. Blicke auch Gebiet nach Verstecken. Ich liebe keine Überraschungen"

Zugegeben mit der Sprache hapert es noch gewaltig, doch der Späher verstand ihn und lächelte, da AmadeuS sich wirklich bemühte. Und in seinem Alter eine Sprache zu lernen, die er nur mal in der Bibliothek studiert hat, war auch nicht sonderlich leicht. Einige Belger meinten zwar, dass er von Tag zu Tag besser werde, doch er selbst merkte davon nicht viel.

Der Späher ritt zu der Stelle, die AmadeuS ihm so grandios beschrieb und er selbst ging zum Lager zurück, um seine Rüstung zu polieren. Wer seine Ausrüstung nicht pflegte, bekam nichts zu essen.


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Re:Der Stier wütet...      20.06.2011 08:29:35 --- 11 Monate, 1 Woche her  
Es dauerte länger als gedacht und der Späher kam in einem Rauschzustandwieder, der AmadeuS mehr als nur zuwider war. Nachdem Späher lallend erzählt hatte, dass das Völkchen am Fuße der Pyrenäen sich "Biduriegen" nannte und ziemlich am Ende war. Milizen waren anwesend, doch von so schwacher Konstitution, dass AmadeuS sich keine Sorgen machen musste.

Er schickte den Späher schlafen und versammelte sein Gefolge umsich. Für den Fall, dass er einen Aussetzer haben sollte, was die Sprache anging, hatte er einen Übersetzer neben sich stehen. Er fing an und sprach davon, dass es nicht mehr lange dauern würde und man sich von nun an noch mehr Konzentrieren müsse als bisher. Man wisse nicht inwieweit ihre Späher reichten und ob es Überraschungsangriffe geben könnte.

Das Wesen des Volkes kannte AmadeuS freilich nicht, aber er behandelte sie, als wären sie übermächtig. So konnte er gewährleisten, dass er sie nicht unterschätzte.

Am nächsten Tag machten sie sich auf und zogen zu den "Biduriegen".

____________________________________________________________

Dort angekommen, bemerkte AmadeuS sofort, dass die Straßen leergefegt waren. Man sah gelangweilte Milizen, ärmliche Bauern. Die Stände waren kaum gefüllt. Und überhaupt kam man sich dort vor, als sei man in einer anderen Welt, voller Trauer, Trostlosigkeit und ohne jeglicher Lebensqualität.

"Hoffentlich sind wir hier schnell wieder weg. So sieht wohl der erste Verteidigungsversuch der Keltiberer aus...." er machte eine kurze Pause "...hier würde jede Streitkraft demotiviert herausgehen.", sagte AmadeuS in seiner Muttersprache zu seinen etruskischen Landsmännern und -frauen.

AmadeuS überlegte kurz und sprach dann in der befremdlichen Sprache, dass sich die Soldaten hier austoben sollten. Sie sollten sich ihren Spaß holen. 'Am Ende ist dieses volk sowieso. Ob sie nun elendig zu Grunde gehen, oder zugrunde gerichtet werden - was macht das schon für einen Unterschied.'


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Re:Der Stier wütet...      22.06.2011 22:55:13 --- 11 Monate her  
Da standen sie nun auf einer Anhöhe und AmadeuS musterte den Feind, der sie gewiss schon erblickt hatte. Es waren ein ein paar mehr Feinde da, als Belger, doch was AmadeuS bisweilen von den Belgern bei den täglichen Übungen sah, ließ erahnen, das ein Belger für zwei kämpfte. Somit war der zahlenmäßig übervorteilte Feind keine größere Gefahr.

Er suchte nach Indizien für eine Taktik, Strategie.. eine Aufstellung oder einen Ort für versteckte Einheiten, doch waren die Keltiberer überhaupt in solchen Dingen geschult ? Die heimischen Schriften verrieten nicht viel über das Wesen oder die Fähigkeit zum Kampfe. Er würde definitiv eine Seite dazu schreiben, sollte er dazu noch kommen...

Die Nacht schlief AmadeuS miserabel, er war aufgeregt, wie ein kleiner Junge. Morgen würden sie angreifen und AmadeuS würde sehen, wie stark das Heer war, wie groß ihre Motivation war und wie sehr sie es wollen!


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VetiS

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Re:Der Stier wütet...      23.06.2011 20:45:26 --- 11 Monate her  
Der Morgen brach an und AmadeuS war trotz wenig Schlafes hellwach und spürte eine innere Begeisterung. Endlich würde er wieder seine Frame dazu benutzen, wofür sie gedacht war: Töten!

Er legte seine, auf Hochglanz polierte, Rüstung an und trat vor die Horde Belger, die er einst sicher als Barbaren ohne Sinn und Verstand abgetan hätte, doch nun, als einer von ihnen, sah er den Sinn und den Verstand dahinter. Sie machten definitiv Eindruck und alle Zweifel an einem Sieg waren dahin. Sie rücken vor und kamen den Keltiberern immer näher. Und schon waren sie mitten im Kampf gegen den Feind.

Pfeile flogen hin und her, die Belger hatten nur einen wirklich guten Bogenschützen, doch seine Pfeile saßen! AmadeuS wurde von zwei Pfeilen direkt hintereinander getroffen, glücklicherweise nur Streifschüsse, die zwar schmerzten bei der Bewegung, doch das Bewegen nicht unmöglich machten.

Als seine Frame nah genug herankam, verteilte AmadeuS schmerzhafte Stiche und stach auf alles ein, was nach Feind aussah. Waren es Bauern, die sich einmischten, oder Feinde in Rüstung - alles musste dran glauben.

-ZACK- Er traf einen reichlich verzierten Mann. 'Der muss ein hohes Amt inne haben', dachte AmadeuS, doch lange konnte er nicht überlegen, da stach er auf einen weiteren so verzierten Mann ein. Erst als er sein treues Pferd, EoS III, kehrt machen ließ, sah er, dass die beiden in sich zusammengesackt waren.

Die Formationen beider Nationen waren schon lange nicht mehr haltbar und es war ein Stechen, Schlagen und treten, auf alles was sich bewegte: Blut spritzte, Eingeweide quollen aus den leblosen Leibern. Schreie und Getöse ~ Stille. AmadeuS sah sich um und konnte gerade noch eine schwere Keule erkennen, die der Feind auspendeln ließ. Es wurde dunkel vor seinen Augen und er wachte erst auf, als Thalia und Tyrsan Haraldson den Sieg ausriefen.

Leicht benommen vernahm er Tyrsans Stimme, die er an Thalia richtete. Sie solle doch die reglosen Körper der dekorierten Feinde nehmen und in einen provisorischem Gefängnis bringen. AmadeuS, noch nicht Herr seiner Kräfte, half ihr dabei. Einer nach dem Anderen kamen hinter Gitter und würden da auch nicht so schnell rauskommen.

"Pah, irgendwie hatte ich mehr erwartet." Er bemerkte, dass Thalia nicht einen Kratzer abbekam und er bewunderte ihren Kampfstil ein wenig neidisch. Er hätte auch gerne keine Blessuren, doch nun könnte er sich ja erstmal erholen, die Keltiberer, sollten nicht noch irgendwelche bewaffneten Bauern herumlungern, sind zerschlagen und keine Gefahr beim Plündern! Was die Belger auch fleißig taten.

Nur der Übersetzer AmadeuS' nicht. Er stand auf der Anhöhe und blickte gen Westen. "Schau.", sagte er nur zu AmadeuS, der ihn gerade aufsuchen wollte, damit dieser ihm half eine Rede zu verfassen für die Belger. Und AmadeuS schaute und was er sah wunderte ihn eigentlich auch nicht. "Die Boten rennen heute wieder verdammt schnell.", sagte AmadeuS nur und machte sich auf den Weg zu Tyrsan, damit sie ihr Vorgehen besprechen konnten.

Sie unterhielten sich abgeschieden und leise. Wenn man sich jedoch anstrengte, konnte man hören, wie sie vom Abzug gen Osten sprachen...


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Samus von Isstvan

Iberer
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Re:Der Stier wütet...      24.06.2011 13:15:00 --- 11 Monate her  
Die Bälger kommen! Die Bälger kommen!
So war der Ruf vor einigen Tagen an der Grenze der Iberer erschallt. Schon da hatte sich Samus doch ziemlich gewundert. Klar, nicht jeder Mann war über seinen Nachwuchs begeistert, doch panisch durch die Straßen zu rennen nur weil man ein Balg oder auch mehrere bekommt... soweit würde der Aussenminister nun nicht gehen.
Es hatte ein wenig gedauert, bis er erkannte, dass es sich mitnichten um plötzlichen Massennachwuchs im Berufszweig der Botenreiter handelte, sondern um ein fremdes und offenbar feindliches Volk, dass sich merkwürdigerweise "Bälger" nannte. Samus hatte schon früher in der Wüste von Räuberbanden gehört, die teilweise seltsame Namen trugen, doch sollten diese meist Furcht erregen. "Bälger"... ob sie wohl diesen Namen gewählt hatten um Junggesellen zu erschrecken? Samus wusste es nicht. Auf alle Fälle würde es interessant werden, einen von ihnen zu befragen.
Glücklicherweise befand sich ein Großteil des iberischen Heers nicht weit entfernt von der Grenze, so könnte sich Samus diese Truppe mal aus der Nähe ansehen.


Es dauerte etwas, bis man das Gebiet der Keltiberer erreichte. Schnell erkannte man, dass es hier wohl zu einer Schlacht gekommen war und die Keltiberer offenbar unterlegen gewesen sind. Nun ja, das war ärgerlich und zeigte deutlich, man durfte Bälger offenbar nicht unterschätzen.
Samus saß gelangweilt auf seinem riesigen weißen Kamel und lehnte sich im Sattel nach vorne um den Spurenlesern bei ihrer Arbeit zuzusehen. Ein Richtung hatten sie inzwischen ausgemacht, es ging nur noch darum, die Zahl der Bälger abzuschätzen.
Selbst der Minister erkannte, so sehr viele schienen es nicht zu sein. Dennoch übte er sich in Geduld. Er war nicht unbedingt begeistert davon, schon wieder in den Kampf ziehen zu müssen. Die Friesen waren erst vor einigen Wochen abgezogen und Samus wollte doch eigentlich nichts lieber tun, als sich mal ein wenig seiner Frau zu widmen. Es war schon merkwürdig, selbst die Trosshuren interessierten ihn im Moment kaum. Klar, den ein oder anderen Blick warf er schon mal auf das Weibsvolk, aber viel mehr auch nicht.
Herr, wir sind ihnen zahlenmäßig weit überlegen. Aber... einer der Spurenleser, Tico war sein Name, druckste ein wenig vor Samus herum.
Aber was?! Haben sie etwa Elefanten oder gar Drachen dabei? grinste der Minister.
Ein wenig verstörte blickte Tico zu Samus hinauf, musste aber den Blick wieder abwenden um nicht in die Sonne hinter Samus zu starren. Nein, Herr. Sie haben offenbar Gefangene gemacht, Herr.
Samus´ Lächeln gefror als er das hörte. Zumindest für einen Moment, dann wurde es sogar noch größer. Na, dann sollte es umso leichter sein, sie einzuholen. Insgeheim dachte der Minister natürlich, dass es für seinen Stand in den Landen der iberischen Halbinsel nur von Vorteil sein konnte, als strahlender Retter in der Not aufzutauchen und die bösen Bälger zu vertreiben. Ob sie nun Drachen hatten oder nicht...

Es dauerte nicht lange und man hatte die kleine Truppe der Belger eingeholt. Inzwischen hatte jemand Samus erzählt, dass diese Typen nicht Bälger hießen. Was Belger bedeuten sollte, wusste aber niemand. Schade. Er hatte gehofft, es würde sowas wie "fürchterliche Mordbuben" oder "böse Schlagetots" heißen. Räuberbanden in der Wüste waren offenbar origineller als ihre nördlichen Kollegen.
Als Samus einen Blick auf die Truppe der Belger warf, weiteten sich seine Augen. Schon wieder! brüllte er, ohne dabei seinen Blick von einem der Reiter abzuwenden, die sich vor ihm und den iberischen Truppen formierten. Ein wütendes Knurren kam aus seiner Kehle, als er seinen ehemaligen Kameraden erblickte. Hargrasch... vor kurzem war er noch unter dem Banner der Friesen an der Grenze Iberiens gescheitert. Jetzt war er schon wieder hier, unter dem Banner der Belger. So hatte Samus ihn nicht kennengelernt. Ein stolzer Krieger der Wüste, das war er einst. Was war davon übrig? Ein einsamer Kamelreiter, den es offenbar nicht interessierte für wen oder was er kämpfte.
Nun denn, mein alter Gefährte. Wenn das eine Herausforderung sein soll, ich nehme sie mit Freuden an. murmelte der Minister, ritt etwas nach vorne und zeigte mit seinem Speer auf Hargrasch, bevor er mit einem wilden Schrei kehrt machte und sich wieder in die Formation der Iberer einreihte.
Jetzt hatte auch Samus wieder Lust auf das Schlachtfeld bekommen.


Was uns Mühe bereitet, soll uns den Triumph bringen, und was unser Herz mit Schmerz erfüllt, soll uns Freude schenken. Denn das einzig wahre Glück besteht darin zu lernen, sich weiterzuentwickeln und sich zu verbessern. Nichts davon könnte Wirklichkeit werden, ohne dass wir Irrtum, Ignoranz und Unvollkommenheit zurückweisen.
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Letzte Änderung: 2011/06/24 13:17 von Samus von Isstvan.
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Tyrfingur Tyrsanson

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Re:Der Stier wütet...      24.06.2011 18:15:07 --- 11 Monate her  
Die gefangenen Krieger wurden auf mein Geheiß hin in provisorisch gegrabene Gruben gebracht, welche notdürftig mit Brettern und Weidengeflecht aus nun unnützen Zäunen abgedeckt waren.
Es musste alles sehr schnell gehen, da unsere Späher mir die Ankunft eines gewaltigen Heeres mitteilten.
Ihre Anzahl musste der unseren wohl in dreifacher Weise überschreiten und sie schritten unter dem Banner der Iberer.
Die Iberer...
Ich erinnerte mich, waren sie doch vor einigen Wintern im ersten Krieg gegen Rom beteiligt gewesen und hatten den Ligurern geholfen ihre Küsten zu verteidigen.
An einen Zufall mochte ich also hier nicht glauben, vielmehr an einen Wink der Götter um uns zu beweisen.
Mochten die Keltiberer auch noch so viele Krieger herbeirufen um uns zu vertreiben.
Waren wir doch ursprünglich nur gekommen um unsere Vorräte für den Winter etwas aufzustocken...
Aber mir sollte es Recht sein, der Kampf würde auf den Ländern dieses Volkes ausgetragen werden, nicht auf den unseren. Ihre Dörfer würden brennen und ihr letztes Saatgut für die hungrigen Bäuche hunderter Krieger aufgebraucht werden.
Auch wenn das viele Blut den Boden bald gut düngen würde, so würden die ansässigen Familien kaum etwas für die Aussaat übrig behalten und das schienen sie zu spüren, sammelten sich doch einige Männer und Frauen um unser Lager, bewaffnet und bereit ihr Land mit uns gemeinsam zu verteidigen.
Auch wenn ich kaum daran glaubte, dass ihre Knüppel und Messer uns viel mehr als Zeit erkaufen würden um unseren Rückzug zu organisieren.
Auf mein Geheiß hin wurden, nach dem Sieg gegen das keltiberische Heer, die Frauen in Ruhe gelassen und nur die Hälfte des Saatgutes geraubt.
Diese Milde machte sich nun bezahlt.
Auch den gefangenen Kriegern sollte kein Leid geschehen, war ihre Gefangennahme doch lediglich aus Vorsicht geboren um unseren Abmarsch nicht durch einen durch sie gelegten Hinterhalt zu gefährden.

Amadeus hatte sich in den letzten Wochen als kompetenter Kriegsherr gezeigt, der es verstand trotz seiner noch holperigen Aussprache die Herzen der Männer und Frauen zu berühren und den nötigen Funken zu entzünden.
Auch kam er immer wieder mit klugen Vorschlägen und interessanten Taktiken, auch wenn einige leider aufgrund der Kampfesweise der Belger nicht gut umsetzbar waren.
Aber was sollte man auch von dem ehemaligen Reix eines anderen Stammes erwarten?

Ich schloss meine Armschienen, welche ich vor so vielen Wintern bei den Teutonen gekauft hatte und griff nach meinem Helm.
Seltsam...je älter ich wurde, desto mehr war ich auf entsprechende Rüstung bedacht...
War es doch auch leider nötig, hatte ich doch viel meines jugendlichen Ehrgeiz und der Geschwindigkeit verloren.
Auch entflammte die Flamme des Kampfrausches immer seltener in meiner Brust.
Mit einem letzten Gedanken an meine Kinder und Furie,mein über alles geliebte Weib, beschäftigt, nestelte ich den Helmriemen zu und machte mich zu meinem treuen Pferd Hjolstor auf.
Dort warteten schon hoch zu Ross meine beiden getreuen Waffenbrüder und Gefährten Olaf und Rhoderich sowie meine drei Bastarde Thorkil, Berkthgar und Fenrir in voller Rüstungspracht, bereit den Tod über jeden zu bringen, der es wagte ihren Waffen zu nahe zu kommen.

Würde dies meine letzte Schlacht werden, so würde ich dafür Sorge tragen, dass es eine gute Schlacht wird.
Eine wovon sich meine Erben noch in vielen Generationen erzählen würden.

Mein Blick verfinsterte sich und ich spürte die lang ersehnte Hitze in mir aufsteigen, mein Blick konzentrierte sich auf die aufziehende Streitmacht der Iberer und alle Sorgen fielen von mir ab.
Endlich würde ich wieder mit meiner Frame vereinigen und die volle Freiheit spüren!
Endlich...


Sic transit gloria mundi!
Silent enim leges inter arma.
Heldentum ist das zeitweilige Aussetzen des Überlebensinstinktes.
kimi ga yo wa chi-yo ni yachi-yo ni sazare ishi no iwao to narite koke no musu made!
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Letzte Änderung: 2011/06/24 18:19 von Tyrfingur Tyrsanson.
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Re:Der Stier wütet...      26.06.2011 08:23:11 --- 11 Monate her  
"Hm, da muss sich jemand für ganz schön schwach halten.", AmadeuS überflog den Feind, den Tyrsan bereits kannte und auch eher kam auf eine zahlenmäßige Überlegenheit von 3 Iberern auf einen Belger. AmadeuS war mehr als eingerostet. Auch wenn er die meisten Blessuren des letzten Kampfes nicht mehr spürte, merkte er doch, dass er älter wurde. Die Haare sind grauer und haben sich gelichtet. Trotzdem freute er sich auf diese Schlacht. Auch wenn sie mehr ein kurzes Training sein dürfte, ehe man sich zurückzieht. Die Belger und AmadeuS waren mutig, aber sicher nicht dumm. Kollektiver Selbstmord gehörte nicht zum Repertoire AmadeuS' Strategien und Taktiken.

Und es kam, wie es kommen musste: Die wagemutigen Iberer kamen, sahen und siegten und die Belger zogen sich zurück. Zurück in dieses ausgehungerte Dorf der "Biduriegen". AmadeuS hätte nicht wenig Lust gehabt die letzten Soldaten dort zu vermöbeln, doch musste man erstmal sicher gehen, dass die Iberer nicht folgten. Er schickte vorsichtshalber einen Boten nach Hause, der über den bisherigen Verlauf informierte und so detailierte Angaben zu den Iberern machte, wie AmadeuS es ihm mitteilte. Dazu gehörte Truppenstärke, -einteilung, Bewaffnung und Alter der Soldaten.

Sie kamen am Hafen vorbei und AmadeuS erblickte ein recht großes Schiff. Lange ist es her, doch in der Theorie wusste er noch wie man es bedient. Glücklicherweise war er damit nicht allein und er wies an, dass die Belger das Schiff durchsuchten auf Besatzung, Vorräte und ähnlichem. Er wusste nicht warum, doch er hielt es für äußerst vorteilhaft hier in See zu stechen.


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Letzte Änderung: 2011/06/26 08:23 von VetiS.
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AmadeuS und die Etrusker      23.08.2011 08:59:18 --- 9 Monate her  
Liguri - AmadeuS genoß gerade die Gastfreundschaft der Ligurer, die er schon seit seiner Anfangszeit in Etrurien kannte. Damals noch war es der Regent Snorre, mit dem AmadeuS des Öfteren die Botschaften austauschte. Ja, er hatte einige Regenten kommen und gehen sehen. Ähnlich wie bei den Etruskern. Sehr spät erst wurde AmadeuS Lucumo über Etrurien doch so gewaltig ist seine Amtszeit!

Er verließ das Gasthaus, welches er um einige Speisen und jede Menge Trank erleichtert hatte - nicht ohne zu bezahlen versteht sich und schlenderte durch die Straßen Liguris. Die Sonne schien und es war sehr belebt. Händler hier, Ganovern dort und ausgezeichnete Weinstände, die den berühmten ligurischen Wein zur Kost anboten.
AmadeuS hatte wahrlich genug getrunken, doch kam er nicht umhin hier und dort mal einen Schluck zu probieren. Den Händlern wird es egal gewesen sein, doch versicherte AmadeuS an jedem Stand, dass es sein erster Schluck heute sei.

Stundenlang schlenderte er über die Märkte und dabei ließ er einiges an Silber liegen. Der Schmied wollte mehr als 80 Silber für die Reparatur seiner Rüstung und seiner Bewaffnung. Die Gassenkünstler beeindruckten AmadeuS ebenso mit ihrer Kunst, wie auch mit ihrer Penetranz, sodass er sie letztendlich dafür entlohnte, dass sie weiterzogen. Ärger wollte er an diesem schönen Tag nicht. Das war gewiss!

Gerade, als er einem Händler noch einen neuen Umhang abkaufte hörte er, wie sich einige Leute, vermutlich Ligurer, so wie sie sprachen, über Etrusker unterhielten.

'Hm...man kennt uns also noch', dachte AmadeuS und er lauschte, wobei er dafür näher ran musste.

Die Ligurer sagten, dass die Etrusker im Osten wieder da seien. Auch waren die Ligurer sich nicht sicher, was sie davon halten sollten.

'Etrusker, oder wer auch immer sich dafür ausgeben sollte, sind wieder im Lande ?! Das ist mal eine interessante Neuigkeit.' sofort machte sich AmadeuS auf den weg zu seiner Unterkunft und schappte sich seine Schreibutensilien und verfasste einige Entwürfe eines Schreibens an die 'neuen' - vielleicht auch alten - Etrusker.

Als er fertig war, schickte er nach einem Boten, der die Botschaft nach Verona - AmadeuS' Heimat - bringen sollte.

*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*

Es dauerte seine Zeit, doch da war der Bote vor den Toren Veronas angekommen. Auf die Frage, was er denn wolle, antwortete er:

"Mein name ist Autarius und ich bin der Gesandte des Lucumo AmadeuS. Er schickt mich, um eine Botschaft an den Führer der Etrusker zu übermitteln. So lasse mich eintreten, damit ich meine Aufgabe erledigen kann."


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