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Das Bosporanische Reich - Jasons Erben 30.06.2011 18:08:56 --- 10 Monate, 4 Wochen her
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Ein kühler Wind bließ von Süden her, er hatte den Geruch des Meeres.
Der Nebel des Morgens, welcher mit seiner trüben, undurchsichtigen Art den Wagen des Helios begrüßt hatte, begann langsam zu verschwinden.
Matthias von Milet stand auf einer kleinen Anhöhe in der Nähe des winzigen Trupps, welcher zum Kundschaften ausgeschickt worden war. Er überblickte das Land, welches nun langsam, durch die schwindende Wand des Nebels, zu erkennen war.
In der Ferne erkannte er einige Dörfer und die dazugehörigen Haine. Es war allerdings nicht zu erkennen, ob es sich nun um Oliven oder gar Wein handelte, allerdings war ihm dies auch gleich, war es doch nicht seine Aufgabe, die Agrarbestände, fremder Provinzen zu studieren.
Er hatte einen leichten Salzgeschmack im Mund...
Das Meer... dachte er bei sich. Wehmut stieg in Matthias auf, dachte er an die Zeiten der Vorfahren zurück.
War es nicht die Heimat eben dieser gewesen? Als Griechenland geeint gegen die Barbarei gestanden hatte?
Damals, vor Salamis, als die heldenhaften Athener die Perser auf den Grund des Meeres geschickt hatten.
Als die großen Spartiaten jede barbarische Armee unter ihren vorrückenden Linien zermalmten.
Aber was war aus dem geworden, was einst so glorreich verteidigt worden war? Trauer stieg in Matthias auf. Denn kaum etwas von dem Glanz der alten Zeit war erhalten geblieben, so dachte er bei sich.
"Mein Herr, es ist Zeit zu gehen."
Matthias drehte verwundert seinen Kopf hatte er doch nicht bemerkt, wie einer seiner Leibwächter an seine Seite geschritten war.
"Apolonius, erschreck mich doch nicht so. Stell dir mal vor, ich bekomme einen Herzanfall und du musst zurück beim König erklären, warum dein Anführer mit einer Plane über dem Kopf hinten auf einem Ochsenkarren liegt."
Apolonius grinste Matthias breit ins Gesicht.
"Aber Herr, das würde doch gar nicht weiter auffallen. Da liegt ihr doch so oft, wenn ihr die Weinvorräte eines Dorfes gefunden habt."
Matthias blickte ihm gespielt verständnislos in sein Gesicht.
"Aber, aber, mein lieber Diener. Jemand muss doch die Dinge kosten, nicht, dass sich hinterher jemand eine Magenverstimmung, oder Schlimmeres einfängt. Das kannst du doch sicher verstehen. Denk mal, wie viele fremde Schurken es allein auf unseren König abgesehen haben!"
Apolonius verzog seinen Mund zu einem schiefen Grinsen, war er doch oft genug einer derjenigen gewesen, die fleißig beim "Vorkosten" geholfen hatten.
Apolonius war auch schon der Diener von Matthias Vater gewesen. Einst in Milet hatte dieser ihn vor einer wütenden Meute von Kaufleuten gerettet, die ihn dafür lynchen wollten, weil er etwas Obst gestohlen hatte. Denn er war ein Straßenjunge gewesen, vor der Zeit als Leibwächter. Kind von Freigelassenen, als Kleinkind in den Wirren eines Barbarenangriffs verloren gegangen, musste er sich in den Anfangsjahren allein durchschlagen.
Als dann später die Familie des Vaters von Matthias, Milet den Rücken kehrte, war es für ihn nur selbstverständlich, ihnen in das alte Land ihrer Ahnen zu folgen. Heim an die Krim.
"Dann lass uns gehen, Apolonius, es ist nur weit und breit Trostlosigkeit zu erkennen, lass uns zurück zum König reiten. Aber vorher...", Matthias wandte sich grinsend zu Apolonius um, als sie sich zurück zum Tross bewegten. "Holst du uns bitte den Weinschlauch, damit wir uns wenigstens diese Ödnis schön saufen können!"
Beide Männer lachten laut und dröhnend.
Der Wagen des Helios war nun in voller Größe am Firmament zu erblicken.
- Vlatos des keltiberischen Volkes - Einstiger Berater König Einars und Champion von Biturgien - Einstiger Hohepriester des bosporanischen Reiches
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Letzte Änderung: 2011/06/30 18:12 von Matthias von Milet.
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Re:Das Bosporanische Reich - Jasons Erben 02.07.2011 17:11:54 --- 10 Monate, 3 Wochen her
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Es war mittlerweile später Abend geworden. Helios war bereits hinter dem Horizont im Meer verschwunden.
Der Mond war aufgegangen und leuchtete in seiner vollen, runden Pracht über dem Geschehen, dass es eine Freude war.
Der kleine Zug der Aufklärung war in einer feucht-fröhlichen Stimmung.
Diese war noch einmal angeheizt worden, durch die Tatsache, dass man gerade das erste Dorf Perjaslaviens durchquert hatten. War es doch ihr Heimatboden, den sie nun endlich wieder betraten.
Bald würden sie auch wieder auf dem Besitz von Matthias stehen und würden sich erst einmal von den Strapazen ausruhen dürfen, welche die letzten Tage mit sich gebracht hatten.
Am Horizont konnte man einen Reiter ausmachen, der sich dem Trupp so schnell näherte, dass man dachte, seine Ehefrau währe hinter ihm her. Er steuerte genau auf die Aufklärung zu.
Das keuchende und laut nach Luft ringende Pferd wurde vor dem Zug gestoppt.
Ein Junger Reiter sprang ab, verhedderte sich bei der Aufregung im Zaumzeug und landete, mit einem Bein an sein Pferd gefesselt, mit dem Kopf voran im Dreck.
Ein dröhnendes Lachen erschall quer durch den Zug.
Alle Krieger waren von diesem lächerlichen Anblick so erheitert, dass man in der Dunkelheit dachte, sehen zu können, wie neben dem Mond, der immer röter werdende Kopf des Reiters die Umgebung mit erhellte.
Dieser war mittlerweile aus dem Dreck aufgestanden, putzte sich den Schmutz von der Kleidung und blickte leicht zornig in die Runde.
Mit strenger Stimme, die keinerlei Scham erahnen ließ, rief er: "Wo ist euer Anführer? Ich habe eine wichtige Nachricht für ihn."
Ein erheiterter Leibwächter trat vor: "Den haben wir im vorletzten Dorf gegen 3 Krüge Öl eingetauscht, die Bauern dort meinten, dass man seine Alkoholfahne bestimmt gut zur Ungezieferbekämpfung nutzen könnte. Und wenn nicht, könnte man bestimmt 2 Fässer mit Wein füllen, wenn man ihn unter die Presse legen würde."
Wieder dröhnte ein lautes Lachen durch den Zug.
"Ich kann im Moment wirklich nichts, aber auch gar nichts erheiterndes an dieser Situation finden. Ich bin im Auftrag des Staates unterwegs. Der König und die Staatsführung sind in eurer Provinzhauptstadt versammelt und warten auf euch. Ich fordere euch auf, dort sofort hin zurückzureisen.", entgegnete der Bote mit finsterer Miene.
Bedächtig schritt Matthias aus den Reihen seiner kleinen Schar, die ihn umringt und (unbemerkt vom Boten) vor einem möglichen Attentäter, abgeschirmt hatte.
"Nun, wenn der König ruft, dann sollten wir wohl so schnell wie möglich zurückreisen...", grinsend blickte er in die, vom Wein angeheiterten Gesichter, "...oder wie bei manchen von euch... eher zurückkriechen."
Wieder lachte der Zug auf, die Miene des Boten wurde immer finsterer.
"Nun denn, verehrter Bote, ihr könnt gehen, aber sagt mir noch bitte, wie euer Name ist.", sagte Matthias bestimmt, aber freundlich.
Der Bote tat dies. Als er außer Hörreichweite war, sprach Matthias an seinen einen Leibwächter gewandt: "Ich hoffe, du hast dir den Namen von diesem frechen Kerl gemerkt, auf dass er beim nächsten Scharmützel in die erste Reihe gestellt wird. Zwar nicht so, dass er dabei umkommt, aber immerhin die Tracht Prügel seines Lebens erhält, damit er lernt, sich anständig vorzustellen und nicht glaubt, mit einem bosporanischen Krieger wie mit einem Straßenköter umspringen zu dürfen. Aber nun, lassen wir den Rest nicht warten"
Der Trupp machte sich grinsend, mit erhöhtem Tempo, auf den Heimweg.
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Letzte Änderung: 2011/07/02 17:15 von Matthias von Milet.
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Re:Das Bosporanische Reich - Jasons Erben 03.07.2011 14:10:22 --- 10 Monate, 3 Wochen her
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Vor zwei Tagen war man in Amoripolis angekommen, dem Stammsitz von Matthias von Milet, dem Grafen von Perjaslavien. In Abwesenheit des Grafen quartierten sich Tyrann Hrolf Kraki, sowie die Archonten Silasoa und Einár Djorbma in den großzügigen Gemächern Matthias von Milets ein, wähend die Hegemonen Valbela und Aethelstane mit der Dorfherberge Vorlieb nehmen mussten.
Von der bosporanischen Führungsschicht fehlte ausschließlich Matti der Starke, der Hegemon von Belovodsk, welcher aus privaten Gründen nicht an diesem Großereignis, welches sich in den nächsten Tagen in Amoripolis abspielen sollte, teilnehmen konnte, aber durch den Großkrieger Asgarus von Nahewalden vertreten wurde.
Während sich dir Führungsriege zum Leidwesen des dörflichen Lagermeisters mit den Vorräten von Matthias vergnügte, arbeiteten die mitgereisten Hadwerker im Akkord. Es musste ein Tempel errichtet werden, übergangsweise zu Teilen aus Holz, da dies schlicht schneller ging, denn wie sollte man jemanden zum Hohepriester des bosporanischen Volkes weihen, ohne einen Tempel?
Das Timing war perfekt, am Abend war der Tempel und das Langhaus für die folgenden Feierlichkeiten fertig und wurden vom Tyrann und seinen Archonten begutachtet.
Keinen Moment zu spät, denn am frühen Morgen, noch während die Sonne hinter dem östlichen Horizont bei leichter Bewölkung hervorkam meldeten Späher das Nahen von Matthias und seinem Trupp.
Er staunte nicht schlecht, als er das Empfangskommitee am Tor seines herrlich geschmückten Dorfes erblickte.
"Sei Willkommen Matthias! So steige hinab von deinem Pferd und folge mir", wurde er förmlich von Einár Djorbma begrüßt.
Matthias folgte der Anweisung und ließ sich in das nächste Haus führen, das so geschickt lag, dass er keinen Blick auf die Vorbereitungen werfen konnte. In dem Haus war eine Wanne mit warmen Wasser sowie frische Kleidung vorbereitet, sodass Matthias sich baden und neu ankleiden konnte. Währenddessen fiel kein Wort und Einár merkte Matthias seine Verwunderung stark an. Als er fertig war geleitete ihr Einár hinaus und durch ein Spalier von Soldaten in Richtung des Tempels. Einár amüsierte sich über die großen Augen von Matthias, als er das neue Gebäude erblickte. Auf der obersten Stufe warteten Hrolf Kraki und Silasoa auf sie. Als sie dort ankamen sprach Hrolf Kraki: "Knie nieder Matthias von Milet, Graf von Perjaslavien, Herr über Amoripolis!" Matthias folgte der Aufforderung und Einár stellte sich neben den Tyrann, welcher nun weitersprach: "Bosporanen, die ihr heute hier anwesend sind, wir haben uns versammelt um Matthias von Milet für seine Treue und seinen unerschöpflichen Einsatz für unser Volk zu danken." Daraufhin trat Silasoa hervor, in seinen Händen ein prächtiges Priestergewandt, das er Matthias mit den Worten "Mögen die die Götter deine Gebete und Bitten erhören." umlegte. Als er zurücktrat trat Einár Djorbma nach vorne, in seinen Händen ein Zepter aus Silber und Gold gefertigt, mit glänzenden Edelsteinen eingelegt. "Mögest du mit deinen Gebeten und Bitten unser Land zu Ruhm verhelfen." Mit diesen Worten übergab er ihm das Zepter. "Erhebe dich nun Matthias von Milet, oberster Hohepriester der Bosporanen, Graf von Perjaslavien, Herr über Amoripolis."
Als Matthias dieser Aufforderung nachkam knieten im Gegenzug sich alle Anwesenden nieder um ihm zu huldigen.
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Re:Das Bosporanische Reich - Jasons Erben 09.07.2011 18:52:09 --- 10 Monate, 2 Wochen her
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Nach meiner Anrede stand ich nur hinten auf der Stufe zwischen meinen Beratern, die abwechselnd bestimmte Dinge dem neuen Hohepriester übergaben. Sie hielten auch Reden für Matthias. Die Zeremonie verlief echt gut und so konnten die Götter meines Volkes nur zufrieden sein, was ich für als richtig empfand diese wieder mein Volk anbeten zu lassen. Nach außen hin tat ichs auch aber intern war ich immer noch Anhänger der nordischen Götter, was der restliche Teil des Hauses auch noch war. Schließlich war ich der Herrscher des Reiches und so wollte ich zwei Schiffe bauen lassen, eins was dem Besitz des Haus Kraki angehören sollte. Das andere sollte für den Kriegsarchon als Geschenk sein.
Nun bekam Matthias das Zepter und stand auf Anweisung Kriegsarchon auf. Dabei kniete nun das Volk nieder und so war die Zeremonie fast zu Ende. Jetzt übernahm ich nochmals die Zeremonie und erklärte so dem neuen Hohepriester:"Ihr seid nun Hohepriester ohne Tempel. Diesen werde ich dir übergeben, aber dieser ist noch nicht der richtige. Du sollst dir selber einen richtigen bauen. Das hier im Hintergrund ist dein Tempel erstmals." Gleichzeitig zeigte ich den professionellen Tempel ihm und hoffte, dass Matthias sich so einen Tempel-Argonauten einst erbauten-erbauen will
Krieger der Sueben Oberhaupt des Clans Kraki
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Letzte Änderung: 2011/07/09 18:56 von Eric Kraki.
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Re:Das Bosporanische Reich - Jasons Erben 10.07.2011 11:08:38 --- 10 Monate, 2 Wochen her
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Zu viert - der Tyrann, die Archonten und der Hohepriester - betraten nun den provisorischen Tempel, der für den Anfang der griechischen Göttergesamtheit geweiht war, und brachten gemeinsam ein großes Opfer aus Gold, edlen Hölzern, bestem Fleisch, frischem Obst und Gemüse, duftendem Brot und noch vielem mehr für sie da. Man plante erst am nächsten Tag den Tempel einem bestimmten Gott zu weihen, denn diese Entscheidung sollte Matthias überlassen werden.
Während die die langwierige Opferzeremonie vollzogen wurde es in Amoripolis hektisch. Solbalt sie den Tempel wieder verließen sollte die große Feier beginnen und so mussten noch lange Tisch- und Bankreihen aufgebaut werden, während aus den umliegenden kleineren Dörfern ganze Familien in die Stadt zogen um mitzufeiern und noch Nahrungsmittel zu bringen. Und wieder klappte alles pefekt, man wartete erst seit kurzem, als die vier unter Jubelrufen der Bevölkerung den Tempel verließen und auf eine kleine Bühne zusteueten, auf der zwei gewaltige Fässer aufgebahrt waren. Kurz vor Verlassen des Tempels wurde Matthias über den weiteren Verlauf instruiert und so wusste er, dass seine Aufgabe nun war mit möglichst wenig Schlägen den Zapfhahn in das Metfass zu schlagen, während der König das selbe mit dem Weinfass versuchen würde. Zur großen Belustigung aller Anwesenden ging aus diesem kleinen Wettstreit Matthias als Sieger hervor, da der Tyrann beim ersten Schlag nicht nur den Zapfhahn traf, sondern auch seinen Daumen und somit zwei Schläger mehr brauchte, während Matthias nur einen brauchte.
Kaum liefen die ersten Tropfen in die Becher fingen die Musiker an aufzuspielen, wurde das Essen geplündert und eine Feierlichkeit begann, die noch bis in die frührn Morgenstunden ging, die letzten Stunden nur noch im Langhaus, in welchem der Tyrann, die Archonten, der Hohepriester, die Grafen und größten Krieger feuchtfröhlich feierten.
Als Einár Djorbma irgendwann zur Mittagszeit dann auf seiner Liege den ersehnten Schlaf fand dachte er sich zuletzt nur, dass die Umtaufung des Tempels wohl noch ein zwei Tage länger warten muss.
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Re:Das Bosporanische Reich - Jasons Erben 12.07.2011 18:25:46 --- 10 Monate, 2 Wochen her
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"Anos Zapftos Isos!", brüllte Matthias laut durch den Saal.
Er konnte es immer noch nicht glauben, war er zurückgekommen, weil er gedacht hatte, dass wieder ein fremdes Volk in die bosporanischen Gefilde eingedrungen war. War es doch umso erfreulicher, dass er sich nun Hohepriester nennen durfte.
Endlich war wieder Heiterkeit im Bosporanischen Reich eingekehrt und Matthias hoffte, dass dies auch erst einmal so bleiben würde.
Mit einem Lächeln auf dem Gesicht beobachtete er die Bauern und Bürger dabei, wie sie geschäftig die Bänke und Tische aufstellten.
Bei solch einem fleißigen Volk, so war er sich sicher, würde hier auch eines Tages wieder ein richtiger Tempel aus Marmor stehen. Matthias hatte sich insgeheim vorgenommen, die alte verfallene Tempelanlage ein paar Kilometer entfernt, die jetzt jedoch nur noch ein Ruine auf einem Hügel war, neu aufzubauen.
Dies erforderte jedoch viel Zeit und Muße, beides Dinge, die das Volk im Moment nicht entbehren konnte, war es doch wichtig, zu aller Erst das Primärziel, die Dörfer wieder zu altem Glanz zurückzubringen.
Ein wichtiger Schritt war es aber dabei gewesen, endlich wieder die Gunst der Götter auf seiner Seite zu haben.
Dies hatte man erreicht.
Matthias gesellte sich an den Tisch zu den anderen Adeligen des Reiches und füllte sich den Kelch mit Wein. Der letzte Jahrgang war ein hervorragender Tropfen geworden, hatte viel Sonne und eine gute Befeuchtung erhalten. Er schmeckte süß und lieblich.
"Den Wein mag ich wie die Frauen...", sprach Matthias mit einem Grinsen zu den anderen, während er einen tiefen Zug trank, "Gottseidank kommt niemand in Griechenland auf die Idee, den Priestern den Umgang mit Frauen zu verbieten. Welcher Perverse würde sich wohl so etwas ausdenken wollen?", fügte er noch hinzu und erzeugte dadurch einige Heiterkeit am Tisch.
Der Abend wurde spät und da seine Hallen belegt waren, suchte er sich eine brauchbare Hängematte und hängte diese zwischen zwei alte Bäume. Mit einem zufriedenen Grinsen fing Matthias an zu schnarchen.
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Re:Das Bosporanische Reich - Jasons Erben 16.07.2011 18:34:54 --- 10 Monate, 1 Woche her
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Matthias lag auf seiner Hängematte. Er war wach, hatte ihn doch ein Geräusch im Gebüsch geweckt.
Taumelnd erhob er sich und zog seinen Dolch unter der Toga hervor, den er immer bei sich trug, falls es zu "Schwierigkeiten" kommen sollte.
Wieder war ein lautes rascheln zu vernehmen... Matthias versuchte lautlos zum Gesträuch vorzudringen, was ihm aber auf Grund seines Alkoholpegels im Blut äußerst schwer zu fallen schien.
Genau, als er am Gebüsch angekommen war, kam aus diesem eine dunkle Gestalt hervor.
Blitzartig rammte Matthias die Person zu Boden und versetzte ihr einen schweren Schlag in die Magenkuhle, nur um ihr gleich danach den Dolch an die Kehle zu setzen. Ein Beutel mit Münzen fiel klirrend auf den recht mitgenommen aussehenden Mamorboden, welcher einst wunderbar ausgesehen haben musste, bevor dieser Ort dem Verfall anheim gefallen war.
"Gib dich zu erkennen, oder stirb!" zischte Matthias dem Kerl ins Ohr. "Aber Herr, ich bin es doch nur, eine der Palastgarden aus der Hauptstadt des Reiches, erinnert ihr euch, ihr müsst mich schon einmal gesehen haben.", quiekte der Mann, der auf dem Boden lag. Sein Gesicht war im fahlen Mondlicht aschgrau geworden. Die Todesangst war in seiner Mimik zu erkennen.
Jetzt erkannte der neue Hohepriester ihn. Ohne den Dolch von der Kehle des Wachmannes zu nehmen, griff er den Sack Münzen vom Erdboden auf. "Ein hübsches Sümmchen für jemanden mit deinem Einkommen.", sagte Matthias, mit einer seltsam ruhigen Stimme. Er griff eine Münze heraus und erkannte das eingeprägte Haupt des illyrischen Herrschers auf ihr.
"So ist das also...", Matthias Blick verfinsterte sich, "Wie lang ist es her, dass du deinen wahren Herrn getroffen hast? Antworte, Sklave!" Ein kleiner blutiger Rinnsal floss die Kehle des enttarnten Spions herunter.
"E-E-Ein bis zw-w-w-wei Stunden vielleicht, nicht länger, aber er ist schon lang wieder fort.", antwortete der nun vollkommen verängstigte Mann. Jedoch schien er wieder etwas Mut zu fassen, obwohl sich der untere Teil seiner Tunika verfärbt hatte. Er sprach weiter: "A-A-A-BER... ich habe viell... vielleicht Informationen für euch He-Herr... die ich euch im Aus... Austausch für mein Leben geben könnte."
"Nun gut, Sklave, sag mir, was du meinst, dass es dein Leben wert sei.", Matthias sprach dies zwar aus, war sich aber noch nicht sicher, ob er diesem dreisten Schurken nicht einfach die Kehle durchschneiden sollte, nach dem er die Information erhalten hatte.
"Mein Meister sprach von einer Armee, die... die auf das Reich zu marschieren scheint und es ist nicht Illyrien. Hier sind die Aufzeichnungen", die Stimme des Verräters bebte. Matthias Blick verfinsterte sich, er nahm die Dokumente entgegen.
"Das sind äußerst unerfreuliche Nachrichten. Wenn dies stimmen sollte... verdammt... hört dieses feige Pack denn nie damit auf?", er wandte sich wieder dem Spion zu: "Sklave, ich schenke dir die Freiheit, lauf so schnell du kannst, lauf und bleib nicht stehen, bevor du nicht bei deinem Meister bist, solltest du je wieder bosporanischen Boden betreten, dann schneide ich dir eigenhändig die Beine ab, die dich hier her getragen haben, um dich damit zu füttern. Ich schenke dir dein Leben, man soll nicht über uns sagen können, dass wir Barbaren wären, denn wir sind Griechen!" Der Spion erhob sich und rannte unter lauten Dankesschreien davon.
Matthias musste dies sofort dem Rat melden. Er machte sich auf den Weg.
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Letzte Änderung: 2011/07/16 18:43 von Matthias von Milet.
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Re:Das Bosporanische Reich - Jasons Erben 17.08.2011 13:35:41 --- 9 Monate, 1 Woche her
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Die letzten Wochen waren schreckliche Wochen für Einár Djorbma. Da wurde sein Land von niederträchtigen Hunden überfallen und ausgeraubt und er musste in Melitopol das Bett hüten! Eine schwere Krankheit mit hohem Fieber, Schüttelfrost und Verdauungsproblemen hinderten ihn an jedweden Aktivitäten. Doch Anfang der Woche war er soweit wieder genesen, dass der Medicus ihm erlaubte sich zumindestens wieder der Schreibarbeit zuzuwenden.
Einár ist fast gestorben, als er in sein Ministerium kam und das Chaos erblickte, das dort herrschte. Stunden brachte er damit zu es zu ordnen und sein Wissen über die Politik der Welt auf den neusten Stand zu bringen. Kaum hatte er dieses Wunder am folgenden Tag vollbracht, als wieder Hektik ausbrach, diesmal aber zu Recht! Freunde wurden von widerwärtigen Barbaren überfallen! Ohne Grund, ohne Vorwarnung, einfach des Blutrausches wegen.
Den Göttern sei Dank hatte Einár schon vor Langem sich für einen solchen Fall einen Plan zurecht gelegt und so ging jetzt alles ganz schnell. Depeschen an den befreundeten König wurden losgeschickt, das Heer in Bewegung gesetzt, Soldaten aus ihrem Urlaub an die Front geholt und ein erster Strategieplan ausgearbeitet. Es dauerte nur wenige Stunden, bis die gesamte Kriegsmaschinerie am Laufen war.
Nachmittags machte Einár sich dann auf dem Weg zum großen Hauptheiligtum von Melitopol, wo er sofort zu Matthias von Milet, dem bosporanischen Hohepriester gebracht wurde.
"Einár alter Freund, schön dich wieder gesund und munter zu sehen!", wurde er von Matthias begrüßt.
"Matthias, ich sehe dein Amt schlägt sich nicht negativ auf deine Ernährung nieder", lachte Einár beim Anblick des einst etwas schlankeren Matthias.
"Jaja, mach dich nur lustig! Ich bräuchte mal wieder ein oder zwei schöne Schlachten um wieder in Form zu kommen", fing Matthias an zu senieren.
"Alter Freund, die sollst du bekommen und wahrscheinlich noch mehr!" Erstaunt schaute Matthias Einár an. "Willst du mir sagen, dass du kaum wieder zwei Tage gesund bist und wir schon Krieg haben?" "Die räudigen Köter von Fenni haben unsere dakischen Freunde überfallen! Das Heer marschiert schon, die Schlachtpläne sind schon entwickelt. Jetzt ist es an dir Hohepriester für unser Wohl den Göttern zu opfern!" "Du da!", rief Matthias darauf einen Tempeldiener an," bringe mir sofort meine Waffen und Rüstung und schicke jemanden nach Opfern sowohl fürs Gebet, als auch für ein Kriegsorakel!"
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Re:Das Bosporanische Reich - Jasons Erben 17.08.2011 15:04:56 --- 9 Monate, 1 Woche her
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Einige Stunden später im Tempel
Es waren 5 prächtige Ochsen herbeigeschafft worden. Dazu gab es noch einige Ziegenböcke, Schafe und Hühner. Eine, alles in allem, prächtige Opfergabe.
"Zu schade, dass es uns unsere Kultur verbietet, statt den Tieren, einfach ein paar barbarischen Invasoren die Gurgel durchzuschneiden.", dachte der griechische Hohepriester mit ein wenig Spott in seinen Gedanken.
Das Volk hatte sich versammelt, um dieser Kriegsopferung beizuwohnen.
Matthias ging an den frei liegenden Altar. Als er oben angekommen war, räusperte er sich ein wenig, blickte in die Menge und begann, ruhig und etwas stockend zu sprechen.
"Bosporanen... wir haben uns hier heute versammelt...", Matthias stockte, etwas stimmte nicht. Auch wenn er den Text vorbereitet hatte, so dachte er sich, war es nicht das, was Heute zu hören sein sollte.
Grimmig blickte er in die, mit Spannung erfüllten Gesichter der Menschen.
Lauter und mit festerem Ton begann er auf ein Neues.
"GRIECHEN! Lang sind die Zeiten vergangen, in denen der heldenhafte Alexander den persischen Moloch bezwang. Kein Kassander mehr, der über unser Volk wacht, kein Kleitos, der unser Volk am Leben halten könnte. Alle sind Staub, vergangen, nichts ist geblieben.", Matthias blickte in die erwartungsvolle Menge und setzte seine Rede von fester fort: "Doch... ist es nicht so, dass auch diese Helden des alten Makedoniens und Griechenlands einmal strauchelten. Was meint ihr wohl, wie sie sich gefühlt haben müssen, als sie auf die um einiges größeren Reihen des Dareios bei Gaugamela geblickt haben? Trotzdem frage ich euch: Wer hat gesiegt, wer hat den persischen Sklavenmoloch unterworfen?" Es herrschte eine gespenstische Stille. "Es waren freie Griechen. Diese, die nun als unsere Ahnen von Elysion auf uns Blicken und warten, dass wir ihr Andenken erfüllen. Viel zu lang wurde der Name Griechenland mit Dreck beworfen. Viel zu lang wagten es stinkende Völker, unseren Boden zu verpesten. Diese Zeit ist nun um. Bei Zeus, entweder erfüllen wir unsern Schwur gegenüber unseren Stammvätern Jason und Herakles oder wir werden bei dem Versuch sterben. Eins ist jedoch sicher: Sterben werden wir als freie Griechen."
Die Menge johlte. War es doch schon zu lang her, dass sie etwas wie Stolz gekannt hatten. Worauf sollten sie auch stolz gewesen sein? Dass sie als Nachfahren einer Hochkultur in schmutzigen Hütten lebten und um sie herum die alten Anlagen ihrer Ahnen verfielen? Wohl kaum.
Ein Tempeldiener führte einen Stier an den Altar.
Matthias griff das Tier und schnitt ihm mit einem geschickten Schnitt die Gurgel durch. Das Blut spritzte und lief erst den Altar, dann die Treppe davor herunter.
Laut brüllte Matthias: "Wir werden im Blut geboren, wir sterben im Blut. Blut bedeutet unser Leben. Oh ihr Götter Griechenlands, lasst unsere Feinde in ihrem eigenen Blut ersaufen, lasst den Styx rot anschwellen und überlaufen, sodass auch der Hades seine Freude an diesen findet."
Die Menge jubelte frenetisch.
Die Opferungen gingen weiter, durchgeführt von einem mittlerweile vollständig besudelten Hohepriester.
Dies ging bis zum Abend. Der Wagen des Helios war feuerrot am Horizont zu erblicken.
Matthias grinste, als er dies beobachtete, die Götter hatten das Opfer angenommen.
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Re:Das Bosporanische Reich - Jasons Erben 18.08.2011 19:51:59 --- 9 Monate, 1 Woche her
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Die Opferzeremonie in Melitopol war in EInárs Augen ein voller Erfolg gewesen. Die Götter schienen wohlgesonnen zu sein und sowohl das Volk, als auch die Soldaten waren frohen Mutes. Im Eiltempo war das Heer nach Westen gezogen und hatte heute in aller Frühe die Grenze des bosporanischen Reiches überschritten. Dank der Boten, die man als Vorhut nach Odesskaja geschickt hatte blieben die hier ansässigen Barbarengruppen ruhig und ließen das Heer vorüberziehen.
Das Heer war zwar klein, aber trotzdem herrschte ein ständiges Kommen und Gehen, denn sowohl hielten Späher Ausschau nach den Truppen der Fenni, als auch waren ständig Boten unterwegs, die den Kontakt zum dakischen Heer auf deren Burg aufrecht hielten. Und von diesen Boten kam freudige Nachricht in das Lager, welches man am frühen Abend aufgeschlagen hatte.
Sollten die Pläne gelingen, die geschmiedet worden waren, würden die Fenni innerhalb von kaum einer Woche vernichtet werden. Mit dieser Aussicht schlief jeder gut und das war wichtig, würde man doch morgen wahrscheinlich auf die ersten Fenni treffen...
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