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THEMA: Der etrurische Weg des Lebens ...
 
Tarja Sabinaris

Etrusker
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Re:Der etrurische Weg des Lebens ...      22.01.2012 13:51:06 --- 4 Monate her  
Tarja kam gerade von den Grenzkämpfen nach Verona zurück, die ihr auch einige schöne Liebesnächte mit ihrem Mann beschert hatten. Das Resultat könne man bald sehen. Übervorsichtig hatte sie sich ihres viel zu engen ledernen Oberteils endledigt. Ein am bauch weit gearbeitetes Oberteil aus feinem Leinenstoff hate diesen Platz eingenommen. Ein römischer Bote kreuzte den Weg der Truppen und Tarja fragte ihn aus zu wem er wolle. Er gab Antwort, dass er zur Volkstribuna Roms, Mina Cicernos wolle um ihr einen Bündel Briefe zu übergeben. Sei befahl ihm ihr das Bündel zu geben. Sie würde es überbringen und er wäre in Verona herzlich willkommen. Der Bote zögerte, schien sie aber langsam zu erkennen und die republikanischen Gesichter in den Reihen des Heeres. Nach einer nochmaligen Aufforderung unter Nennung ihres Namens willigte er schließlich ein. Natürlich würde Tarja Mina das Bündel ungeöffnet geben. Sie wollte ihren Erfolg ihr sowie so als erste zeigen.

Mina saß in ihrem Schreibzimmer und streichelte ihren Bauch während Tarja sich auf den Schreibtisch setzte und das Bündel neben sich legte. Tarja räkelte sich in Pose. Mina schien das erst gar nicht zu beachten. "Und was machst Du jetzt?" fragte Tarja. Mina sprach über ihre Überlegungen. Am liebsten würde sie ihr Kleines, was auch immer es werden mag, hier in Verona in Gegenwart von Morgan bekommen, aber das Bündel schien Mina zu beunruhigen.

Mina fiel schließlich auf, dass Tarja sich in Pose auf den Tisch gesetzt hatte. Tarja begann zu strahlen wie die Morgensonne.

Tarja rutschte vom Tisch. Mina stand auf und stellte sich vor sie hin. Beide befühlten sich gegenseitig ihre Bäuche und begannen zu kichern. Mina beglückwünschte Tarja zu ihrer eigenen Schwangerschaft, schaute kurz etwas komisch, schob ihr Kleid beiseite und rückte ihren Bauch gegen ihren. Minas Kleines trampelte gegen Tarjas Bauch. "Vertragt euch ihr Zwei," sagte Mina und lachte. Dann ruckte Mina ein Stück von Tarja weg.

"Machts gut ihr Zwei!" hatte Tarja noch gesagt und ging dann beschwingt in ihr eigenes Gemach. Dort ließ sie sich von Ihrer Dienerin berichten wie die Stimmung im Volk wäre. Dabei sortierte sie ihre Kriegersachen aus und holte einige Kleider hervor, die Mina Cicernos ihr einmal geschenkt hatte. bisher hatte sie keine Verwendung für Kleider gehabt. "Aaliya, Du hast ungefähr meine Figur und ich weiß um Dein Bemühen auf dem Schalchtfeld, auch wenn ich Dich diesesmal nicht mitgenommen habe. Die Sachen kannst Du haben." Sie deutete auf den Lederstapel. Aaliya bedankte sich höfisch. Dabei wollte Tarja eigentlich keine höfischen Gesten, aber höfliche. Sie schaute mit leuchtenden Augen auf die Sachen. "Komm, probier sie an und gleich aus."

Aaliya zögerte nach den Sachen zu greifen und berichtete stattdessen über die Zustimmung ihr gegenüber im Volk. Sie berichtete über das vertrauen was in Tarja trotz ihres jungen Alters gesetzt wurde. Tarja hingegen war gar nicht so wohl bei so viel Vertrauen. Sie würde das Amt, wenn sie gewählt würde, mit bestem Wissen und Gewissen ausfüllen versuchen

... versuchen ... hörte sie ihren alten Schullehrer in Gedanken ... versuchen gibt es nicht ... Tu es oder lass es!

Sie würde es tun. Genau wie sie jetzt Aaliya half sich zu entkleiden und dann sich in die Kämpfersachen zu kleiden. Tarja begutachtete ihre neue Kämpferin. "Nun los auf den Übungsplatz mit Dir."


Sabinerin
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Appius Marcellus

Etrusker
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Re:Der etrurische Weg des Lebens ...      23.01.2012 14:38:35 --- 4 Monate her  
Der Grenzkonflikt war nach den Gefechten der letzten Wochen abgeflaut, beide Parteien zu Gesprächen übergegangen. Man war offensichtlich der allgemeinen Ansicht, dass es sich nur um ein Missverständnis gehandelt habe - und keiner hegte Interesse an einer Zuspitzung.
Unter diesen Umständen war ich wieder nach Verona zurückgekehrt und fand meine Familie wohnhaft in einem vortrefflichen Stadthaus vor: Wie mir mein Major domus zu berichten wusste, war es nicht er, der diese Imobilie aufgetrieben hatte, sondern mein Ältester. Und vortrefflich war sie tatsächlich!
Aufgebaut nach romano-griechischen Vorbildern der Atrium-Häuser, die den Etruskern keinenswegs fremd waren - hatten sie doch schon, bevor sie Foederatii der Republik geworden waren engen kulturellen Austausch mit den Hellenen. So fühlte ich mich schon ab dem ersten Tag in unserer neuen Domus claudii heimisch. Sogar an die Totenmasken unserer Ahnen, die meine Kinder und der major domus nahezu vollständig aus den kaiserlichen Flammen hatten retten können, hatten sie gedacht! Nach all den Anstrengungen und Strapazen des Feldzugs konnte sich mein alter, schmerzender Leib hier erst einmal Ruhe gönnen...

Damit war es nach drei Tagen aber vorbei. Schließlich musste eine wirtschaftliche Basis geschaffen werden! In Anlehnung an die traditionellen Verhältnisse aus Rom, hieß das für mich, der ich aus senatorischem Geschlecht stammte vor allem eines: Landbesitz. So wandte ich einen beträchtlichen Anteil des Geldes, das meine verbliebene Klientel von den Latifundien und Besitzungen aus der ehemaligen Republik ahtte fortransportierne können dafür auf, Land im umfassenden Maße in den Ebenen entlang des Flusses Padus aufzukaufen. Die Ländereien dort galten als fruchtbar und ertragreich, ideal für die Landwirtschaft. Wenn diese Latifundien erst einmal nach ein, zwei Jahren ordentlich liefen, brauchten meine Kinder sich selbst nach meinem Ableben keine Sorgen mehr um die Zukunft machen. Meine Klientel ebenso wenig.
Mein ältester Sohn Appius CLaudius Silvanus erklärte sich auf meine Bitte hin bereit, die knftigen Landbesitzungen der Gens Claudia von dem Zentralort Casaliculum, der zu dem erworbenen Land gehörte, aus zu verwalten. Dort hieß ich auch das Gros meiner Klientel sich anzusiedeln. Viele von ihnen würden auf meinen Latifundien Arbeit finden oder in Casaliculum selbst, als Handwerker, Gewerbetreibende oder in der Verwaltung. Casaliculum und das Umland sollten meine Altersvorsorge und Grundstein von neuem claudischen Reichtum in der neuen patria Etruria werden.

Eine weitere Woche war mit derlei Geschäften verstrichen, die nur von manchen Symposion-Abenden mit Cato, Brutus und Agaton angenehm unterbrochen wurden. Während dem letzten Abend jener Woche, bei einem solchen Symposion, geschah es auch, dass mein major domus mit einem Brief aus Rom eintrat und die fröhliche Runde störte.
Er stammte von einem der in Rom verbliebenen Klienten und Republiktreuen.
Tertius Patricius Ovus war der Wassersucht erlegen. Zu seine Ehren würde es Totenspiele in Rom geben, zu denen jeder eingeladen sei, der ihn ehren wolle.
Der Forhsinn war aus der Abendrunde gewichen, als ich meinen Gästen diese traurige Kunde mitgeteilt hatte. Wir alle kannten Tertius, den Verfasser der letzten republikanischen Verfassung, Freund und Produzent des vorzüglichen campanischen Weines... wir alle kannten den alten Tertius, unseren Bruder im Geiste der res publica und unserer althergebrachten Werte.
Die Runde endete deswegen schon bald, denn es galt Vorbereitungen zu treffen.
Was mich anging, so wies ich meine Dienerschaft an, einen Tross für mich und meinen jüngsten Sohn Titus Claudius Drusus vorzubereiten. Als Wachbegleitung zum Schutze vor Strauchdieben sollten uns meine verbliebenen 10 ehemaligen Liktoren begleiten und während meiner Abwesenheit mein Sohn Kaeso Claudius Marcellus in der domus claudii vor meinen Klienten und den Etruskern vertreten. Mit seinen 24 Jahren hatte er schon genug Erfahrung im Senat sammeln können - als wir noch in Rom verweilten.
Zudem war ich zuversichtlich, dass meine einzige Tochter Aemilia Claudia Haesta das häusliche Regiment um die Dienerschaft straff führen würde - darin kam sie stark nach meiner verstorbenen Gattin.

Ehe ich meine Gäste verabschiedet hatte, hatte ich sie ob meiner Pläne, nach Rom zu den Totenspielen zu reisen wissen lassen. Dass sie sich mit mir, wenn sie es mir gleichtun wollten, doch in ein, zwei Tagen am Beginn der Via Aemilia bei Placentia bei Verona treffen könnten. Auf der Via Aemilia würde es dann bis Arinimum in Umbrien gehen und von dort auf der Via Flaminia nach Rom.
Das römische Straßennetz, dass sich in den letzten Jahren durch die Eingliederung Etruriens bis nach Norditalien ausgeweitet hatte, war ein wahrer Segen für den Reisenden.
Mein Ahn Appius Claudius Caecus hatte seinerzeit 442 ab urde condita die erste jener Straßen errichten lassen, die seitdem Rom über meinen alten Sitz Tarentum mit Brundisium verband. Wenn einmal meine Zeit gekommen war, würde ich ein letztes Mal auf dieser Straße reisen, die mein Vorfahr erbaut hatte. Doch bis dhain würden noch viele Jahre vergehen, so mir Bellona hold war.


Appius Claudius Marcellus
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Appius Marcellus

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Re:Der etrurische Weg des Lebens ...      15.02.2012 17:00:06 --- 3 Monate, 1 Woche her  
Nicht nur die Vogelschau, der ich heute Vormittag auf dem Kapitol beigewonht hatte sprach von Krieg.
Nördlich von Latium waren ligurische Verbände an Land gegangen und trachteten Nach Plünderung, Brandschatzung und Raub. Nicht anders erging es Latium selbst, auch hier waren feindliche Verbände angelandet - Nenzen, die Rom schon seit den letzten Wochen auf Trab hielten. Und zu allem Übel wurde offenbar, dass auch im Süden der italischen Peninsula Feinde des Römisches Reiches angelandet waren. Ein ehemaliger Freund Roms, Karthago.
Anders gesagt hieß es wieder einmal 'allgemeines Römer-Schlachten' oder -plündern. Und ich würde meinen Kopf darauf verwetten, dass alle Parteien behaupten würden, es wäre ein ''Zufall''. Lächerlich.
Auf der einen Seite zumindest. Auf der anderen war es auch lehrreich: Denn es zeigte, dass das römische Verteidigungswesen immer noch nicht die Effektivität erreicht hatte, die es benötigte. Und auch die römische Armee wies, trotz der harten Reformen im Zuge des imperialen Usurpation, augenscheinlich Mängel auf.
Etrurien, Brudervolk der Roms, hatte durch Lucilla zur Stunde gewiss schon die Haltung und Position in diesem Konflikt den Ligurer gegenüber dargelegt. EIne Vorsichtsmaßnahme, um die nachbarschaftlichen Beziehungen sowohl zu den Ligurern, als auch Römern nicht zu gefährden. Mochten die Etrusker - so mittlerweile auch ich - die Römer auch als Brüder sehen, für viele auch die Urheimat, so waren wir keine untergeordnete Provinz wie Arabia Petrea. Etrurien entschied selbst, ob und in welchem Umfang es Hilfe anbot, da die Souvernität auf dem politischen Parkett nur dadurch gewährleistet sein konnte.
Nichtsdestotrotz wies ich meine Reisegesellschaft, allen voran die Liktoren an, unter Waffen (Offensiv- wie Defensiv-) zu stehen und auch ich selbst schnallte mir zumindest mein Gladius um, während ich dieser Tage in der an etruskische Gepflogenheiten angepassten Toga-Tracht durch Rom flannierte. Die latinische Küste lag nicht weit entfernt von Rom und römische Legionen hatten sich bereits in ihre Ausgangsstellungen für eine baldige Feldschlacht begeben. Sollte in den Kampfeswirren die etruskische Gesandtschaft von Nenzen attackiert werden, wollte ich lieber vorbereitet sein. Man wusste schließlich nie, wohin der Eifer von Kampf, Blutgier und Tod die bteiligten Kämpfer führte.

Eingedenk der herrschenden Situation hatte ich mein Ansinnen auf diplomatishe Gespräche mit Rom bis auf Weiteres auf Eis gelegt. Für das Römische Reich gab es vorerst andere Prioritäten, als über politische WInkelzüge zu debattieren. Und so wies ich einen meiner Liktoren noch an diesem Nachmittag an, einen Boten nach Verona zu entsenden, um einen Brief zu meinem domus zu bringen.


Salve, Kaeso, mein Sohn,

Der Wind singt von Krieg, Heldentum und Tod. Der römisch beherrschte Teil der italischen Peninsula wird von drei Seiten und drei Anrainern des Mare Mediterraneum invasiert, doch wisse, dass Etrurien außer Gefahr ist.
Sorge dafür, dass unsere Klineten gut umsorgt werden, besondere Sorgfalt lasse jenen zuteil werden, die Korrespondenzen zu ihren lieben Verwandten in Rom zugestellt wissen wollen. Es ist ein wichtiges Anliegen eines Patrons, sich um seine Klienten zu kümmern, selbst, ja gerade, wenn es solche zutiefst familiäre Aspekte anbelangt. Lass sie wissen, dass du ihre Sorgen teilst und tue alles, um sie zu lindern, dann werden sie es dir und unserer Gens entgelten, wenn die Zeit dafür gekommen ist.
Küsse deine Schwester von mir und opfere unseren Ahnen, hörst du?

Bellona wache über dich,
Dein Vater



Ein weiterer wurde in Richtung Casaliculum zu meinem ältesten Sohn Appius C. Silvanus geschickt:


Salve, mein lieber Appius,

Der Wind singt von Krieg, Heldentum und Tod. Der römisch beherrschte Teil der italischen Peninsula wird von drei Seiten und drei Anrainern des Mare Mediterraneum invasiert, doch wisse, dass Etrurien außer Gefahr ist. Jedoch halte ich dich dazu an, die Gefahren zu beachten, die unserer Wirtschaft drohen: Zölle und Ausfuhr könnten steigen beziehungsweise erschwert werden.
Kalkuliere dies in den Anbau- und Wirtschaftsplänen unserer Besitzungen ein! Weise ferner unsere Verwalter, Vorarbeiter und Klienten an, dass sie Rücklagen bilden mögen, die deiner Kontrolle unterstehen. Wenn der Krieg erst einmal vorbei ist, wird es Bedarf an jenen Waren geben - gute Preise werden uns dann sicher sein!
Du siehst, mein Sohn... man muss in allem das Gute sehen.
Bleibe wachsam und ehre unsere Ahnen, ich werde in einigen Wochen wieder in Verona sein, dann reden wir.

Bellona schütze dich,
Dein Vater


Appius Claudius Marcellus
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Appius Marcellus

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Re:Der etrurische Weg des Lebens ...      22.02.2012 18:48:16 --- 3 Monate her  
Die Zeichen standen nun für Etrurien doch auf Konflikt. Wer hätte das gedacht?
Mein Neffe hatte allerlei Völkerschaften angerufen, ihm in seinem Kampf gegen die Karthager beizustehen. Neben den Arabern, die als Provinz in das römische Kaiserreich eingegliedert warne, kam so manches Söldnertum nach Italien, so auch die Iberer. Und da begann der Grund zum Anstoß für uns auch schon.
Über die Notwendigkeit einer so großen Streitmacht an Söldnern und Bundesgenoßen ließ sich natürlich srtreiten, denn Karthago war nurmehr ein Schatten seiner selbst. Ich zweifelte nicht daran, dass Rom alleine mit ihnen fertig würde... und doch hatten wir Etrusker als Brudervolk der Römer Unterstützung zugesagt.
Im Falle der Verteidigung.
Denn karhagische Verbände waren in Bruttium im Süden der italischen Halbinsel eingefallen... Verteidigung der Heimat und der italischen Integrität? Gewiss.
Doch ein Angriffskrieg der, wenn man dem, was man mir aus Rom übermittelteGlaben schenkte, durchaus mit der Aussicht auf völlige Vernichtung der Phoiniken vorangetrieben wurde war nicht in unserem Interesse.
Also ließ Etrurien sich Zeit mit der Mobilisierung und hielt Rom hin. Mochten sie ihren Wahnwitz verfolgen - Etruien als souveräner Bruder sah es anders.
Aber zurück zu den Iberern. Dieses kriegerische, tapfere Volk aus Hispanien war eines der Söldner, die sich mein Neffe an Bord geholt hatte. Weshalb sie ausgerrechnet über den Landweg nach Italien marschierten, anstatt den schnelleren Seeweg zu wählen, mochte mir nicht ganz klar werden. Jedenfalls standen sie schließlich vor etruskischem Boden. Die Durchreise hatte unsere Lucuma Tairja ihnen verwehrt, stand diese doch in striktem gegensatz zu unserer Doktrin, uns aus römischen Angriffskriegen herauszuhalten.
Damit glaubten wir, die Angelegenheit vom Tisch zu haben.

Weit gefehlt!
Wenige Tage nach der klaren Abfuhr betraten die Iberer den Boden Eturiens!
Der Informationsfluß war schnell, denn seitdem die iberischen Verbände sich Etrurien genähert hatten, waren die Wachtürme durchgängig besetzt und so zeigte das von meinen Landsleuten nach Norden mitgebrachte Vorwarnsystem seinen Nutzen. Die Leuchtfeuer der Wachtürme zogen eine helle und rauchschwangere Kette nach Verona und hatten es uns so ermöglicht, entsprechend zu reagieren.
Diplomatische Gesandtschaft, Forcierung der Mobilmachung.
Die Gesandtschaft sollte hier keineswegs als Schwäche bewertet werden, dnen sie diente letztlich nur einem Zweck: Den Iberern nahezulegne, augenblicklich Land zu gewinnen. Mochten sie nun darauf hören oder nicht: Etrurien konnte und wollte diesem Affront nicht tatenlos zusehen!

Zur selben Stunde, wie die Gesandtschaft die iberischen Verbände erreichte, fuhr auch schon ein etruskisches Botenschiff die ligurische Küste entlang, mit dem Ziel Masallia. Die Ligurer sollten eine Abschrift der Botschaft, eine Zusammenfassung der Situation und ausgespähten iberischen Heeresverbände erhalten. Eine kleine gefälligkeit, die die hass-Liebe zum Nachbarn keinen Abbruch tun sollte...


Appius Claudius Marcellus
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Appius Marcellus

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Re:Der etrurische Weg des Lebens ...      22.02.2012 19:11:17 --- 3 Monate her  
Einander widersprechende Botschaften, Notizen und Berichte trudelten dieser Tage im Amt für uÄußeres in Verona ein.
Die Karthager stünden vor Campania.... dann wieder, sie währen bereits zurück ins Meer geworfen. Von den Iberern wußten Spione aus ligurischem Hintergrund zu berichten, sie stünden im Dienste Roms... auch Republikaner aus Rom selbst hatten mir derartige Berichte geschickt. Andererseits ließ die Reisebewegung der Iberer, die Händlern nach zu urteilen durch dne gallischen Süden, die westlichen Ausläuer der ALpen bis nach Etrurien reichten auch den Rückschluss zu, sie würden ligurisches Gebiet umgehen.
Doch wozu?
Waren sie nun doch römische Söldner, wie es den Strategoi und der Lucuma durchaus logisch erschien?
Oder sah es sogar gänzlich anders aus und sie hatten die See der Ligurer wegen nicht erreichen können und strebten nach Heimkehr?

Was immer auch der wahre Grund war... ein Stragos des Äußeren hatte alle Berichte und Eventualitäten gegeneinander abzuwägen und so entschied ich mich für das einzig wichtige für Etrurien:
Den Schutz der Souveränität und des Gewichts von lucumischem Wort.
Die Lucuma und ihre Abfuhr an die Iberer war von diesen in den Wind geschlagen worden.
So blieb uns nur eines: Die Iberer dazu zu bringen, unsere Heimat zu verlassen - ob nun in die ALpen, nach Süden oder auf's Meer, das war einerlei.


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Brutus S Gracchus

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Re:Der etrurische Weg des Lebens ...      22.02.2012 23:53:02 --- 3 Monate her  
"Seit wann ist meine Rüstung so schwer?" fragte Brutus an niemanden gerichtet und stöhnte unter der last des Brustpanzers. Vor 35 Jahren hatte er ihn das erste mal angelegt um an Ronius Seite um den ganzen Stiefel wieder unter die Herrschaft Roms zu bringen. Die Jahre zogen ins Land und mit ihnen auch die Kriege. Nicht immer waren es Kämpfe auf dem Schlachtfeld, doch Brutus hatte an ausreichend Schlachten teilgenommen um eine gewisse Erfahrung vorweisen zu können. Vor allem seine Aktivitäten als Legat der II. LegioN SPQR und der Freien Römer hatten wohl letztendlich zu seinem überraschend schnellen Aufstieg im Exil geführt.

Dem wohl ältesten etruskischen Bürger und Strategos boten sich diverse Aufgaben. In einem Beispiellosen Akt formte Brutus über mehrer Monate das etruskische Militär nach altem republikanischen Vorbild um. Ihm kam dabei sehr gelegen, dass der selbsternannte Imperator wohl gerne einige etruskische Truppen haben wollte. So zögerte Brutus den Vorgang ein wenig in die Länge und freute sich über jede Botschaft aus Rom. Gaius hatte es mit seiner Tyranei nicht geschafft das Militär schlagkräftiger zu machen. Alte Konzepte von wenigen Garnisonen wurden über den Haufen geworfen und die neue taktik hieß "tu etwas völlig unerwartetes, wie etwa die Hälfte der Provinzen zu verlieren". Nun wollte Gaius für einen Vergeltungsschlag gegen die Führungslosen Karthager gleich die halbe Welt versammeln.

Die Iberer schienen dazu zu gehören. Nach der unerlaubten Überquerung der Grenzen stürmte Brutus nun in seiner Rüstung zu Appius Marcellus und überfiel ihn mitten bei der Arbeit: "Diese Barbaren verstehen doch nur eine Sprache. Leg die Feder bei Seite und greif mit mir zum Schwert. Ich werde diesen unzivilisierten Wilden schon zeigen wo die Grenzen sind."




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Agaton von Korinth

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Re:Der etrurische Weg des Lebens ...      23.02.2012 02:46:01 --- 3 Monate her  
Es war ein sonniger Februarmorgen, als mich die Nachricht erreichte, das ich die Idee eines entspannten Ruhestands als Politiker und Agitator in etrurischen Diensten wohl noch einige Monaten nach hinten verschieben musste.
Ein wenig unstandesgemäß saß ich an besagtem Februartag, trotz der geradezu eisigen Kälte Etruriens, im Innenhof meiner Villa in Verona und sah meinem Sohn Timoleon zu, wie er sich mit dem Schwert übte. Sein Ausbilder war ein alter Krieger aus meiner Zeit als hellenischer Strategos, angeblich Spartaner, was ich allerdings bezweifelte, für einen Spartaner hatte er merkwürdig wenige Narben gehabt, als ich ihn vor nunmehr über 30 Jahren in meinen Dienst genommen hatte. Heute, da er fast 60 Sommer zählte, war er von Narben übersät, aus den unzählbaren Schlachten, die er für die verschiedensten Völker an meiner Seite gestritten hatte.
Vor 4 Jahren hatte ich ihm meinen damals 7 Jährigen Sohn übergeben und er schien sich gut mit der Klinge zu behaupten. Versonnen nippte ich also an meinem Wein und beobachtete diese Szene, die mich an meine eigene Kindheit erinnerte, als plötzlich die Tür zum Hof aufflog und ein Unteroffizier in einer verdächtig römisch-republikanischen Uniform vor mir auf die Knie fiel.
"Herr Agaton!" In Gedanken unterbrach ich ihn. Herr! Einst war ich Konsul und König genannt worden. Nun Herr. Aber so war es nunmahl. Also wieso darüber erregen, wenn es ich es sowieso nicht ändern konnte?
"Hört Ihr mir zu, Herr?" Mit einem kurzen Nicken hieß ich ihn fort zu fahren.
"Herr, die Iberer sind gelandet, bereits vor einigen Tagen, Ihr werdet zu den Waffen gerufen. Es gibt Krieg!"
Langsam nickte ich.
"Sag Brutus ich werde bald dort sein. Mit einigen Männern. Und nun: Weggetreten, Soldat."
Mit einer kurzen Verbeugung verließ er den Hof und verschwand auf die Straßen Veronas. Also wieder Krieg. Als ob nicht schon genug Tote meinen Lebensweg zierten. Langsam erhob ich mich und ging in Richtung Waffenkammer, um meine Rüstung zu holen. Vor der Pflicht kann man schließlich nicht davonrennen.


Allen zu verzeihen, ist ebensowohl Grausamkeit, wie keinem zu verzeihen.-Seneca

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Re:Der etrurische Weg des Lebens ...      23.02.2012 15:46:21 --- 3 Monate her  
Der alte Brutus war wie eine Lawine in meine Schreibstube im Amt für Äußeres eingefallen. Panzer, Gladius, forsches Auftreten - ganz der Schlächter von Palermo, der er in jüngeren Jahren gewesen. Nur eines war anders: Er war weltgewandter und erfahrener, als damals. Ein ganzer Haudegen der alten Schule. Wer sollte es ihm also verübeln, mir das Schwert statt der Feder anzutragen?
Wie meistens hatte er damit ohnehin Recht. Diplomatie konnte man immer noch unter Waffen betreiben, doch wir mussten auf alles vorbereitet sein. Also verließ ich das Amt an der Seite von Brutus, nachdem ich meinem Stellvertreter entsprechende Weisungen gegeben hatte, um mein domus anzusteuern. Dort angekommen rief ich den Hausstand zusammen und übergab meinem zweitältesten Sohn das Regiment über die Familiengeschäfte, während ich die Liktoren - eine römische Tradition, die ich dreisterweise einfach "importiert" hatte - anwies, in voller Kampfmontur anzutreten. Meiner selbst ließ sich unter kräftiger Mithilfe meiner Tochter und des major domus in Panzer und Waffen helfen; mit dem Alter ging das alleine nun einmal nicht mehr ganz so leicht. Zudem machten mir Rücken und das kaputte Bein - ein Andenken an einen der vielen Kriege im Namen der alten Republik - das ganze Unterfangen nicht gerade angenehmer.
Endlich stand ich in voller Montur wieder an der Seite von Brutus.


"Gut denn, alter Freund, wir können es auch nicht lassen, oder? Möge Mars auf uns herabsehen und dafür sorgen, dass wir nicht mitten im Kampf einen Hexenschuss erleiden!"
Ich klopfte ihm auf die Schulter und lachte herzlich, auch, wenn ich insgeheim wusste, dass dieser Kalauer auch eine Spur Ernsthaftigkeit hatte. Denn eigentlich waren wir langsam wirklich zu alt für das Feld der Ehre. Mochten wir hoffen, dass die Iberer ihren diplomatischen Fauxpas einsahen, ehe es wirklich hässlich wurde.


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Letzte Änderung: 2012/02/23 15:47 von Appius Marcellus.
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Re:Der etrurische Weg des Lebens ...      23.02.2012 23:55:19 --- 3 Monate her  
Appius Domus. Groß, aus weiß strahlendem Marmor erbaut und voller Geschäftigkeit. Überall wuselten Sklaven, Soldaten und Klienten umher, um sich für den Abmarsch bereit zu machen. Ich fühlte mich glatt zurück nach Rom versetzt, als ich vor der aus dunkelbraunen Holz geschreinerten Tür stand und anklopfte.
Allerdings öffnete trotz besagtem geschäftigen Chaos niemand, weshalb ich beschloß einfach meinem Wesen zu folgen und einzutreten. Da standen sie nun, die alten Männer, in ihren prächtigen Rüstungen, bereit die Männer Etruriens in den Krieg zu führen, obwohl sie eher aussahen als zögen sie aus ein weiteres mal die Republik zu verteidigen. Aber was grämte ich mich, ich sah genauso aus, wie meine beiden langjährigen Kumpanen. Ein alter, wenn auch immernoch muskulöser Mann in Rüstung, wie aus den alten Sagen überliefert. Was die Sagen allerdings nicht überlieferten waren die Schmerzen, die das Alter mit sich brachte. Aber genug der Jammerei, dachte ich bei mir und bahnte mir einen Weg durch die Traube von Bediensteten. Ich umarmte beide kurz.
"Appius, Brutus. Auf die Verbeugung und Titel verzichte ich. Ich schätze wir kennen uns zu lange. Und die Verbeugung würde meinen Rücken endgültig zerstören, schätze ich. Aber genug vpm Alter. Wie ist die Lage?"


Allen zu verzeihen, ist ebensowohl Grausamkeit, wie keinem zu verzeihen.-Seneca

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Re:Der etrurische Weg des Lebens ...      27.02.2012 22:45:14 --- 2 Monate, 3 Wochen her  
Sie waren schon ein komischer Anblick. 3 Alte Männer die in die Schlacht zigen, oder zumindest ihr hinterher zogen. Brutus wandte sich an Agathon: "Es ist immer schön euch zu sehen. Die Iberer haben wohl die Gastfreundschaft etwas missverstanden und eine offensichtliche Straßensperre als Grund für einige Plünderungen genommen. Genaueres werden wir wohl erst sehen wenn wir in Appenino sind." Brutus ließ sich nun auf sein Pferd helfen. Dabei fragte sich Brutus schon wie er in dieser Verfassung und mit diesen 2 Greisen an sein er Seite jemals noch eine Schlacht gewinnen sollte. Die Zeiten des Vorprechens mit seiner Garde um eine Flanke zum Einfall zu bringen waren dann wohl vorbei. Auf seinem Pferd gab Brutus dann den Marschbefehl und langsam setzte sich der Tross in Bewegung.

Einige Tage später kam man in Appenino an. Die Verwüstungen hielten sich in Grenzen. Dem Anschein nach wurde nur eine Straßensperre samt Wachposten überfallen. Trotz dieser wenigen Opfer war es doch trotzdem ein Affront gegen die Souveränität der Etrusker. Als Söldner des sogennanten Kaisers hatte dieser auch für alle Verbrechen seiner Söldner zu haften. Nachdem Brutus sich nun einen Überblick über die Lage gemacht hatte, betrat er die Unterkunft der Lucuma wo auch schon Appius wartete: "Verehrte Lucuma, wir sollten eine Protestnote an den römischen Senat verfassen. Gaius Claudius Marcellus ist für diese Verwüstungen verantwortlich indem er diese Barbaren nach Rom bestellt hat und durch unsere Ländereien gesandt hat. Die Männer um die die Weiber nun Trauern taten nur ihre Pflicht indem sie die Iberer aufhalten wollten."




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