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Es war ein düsteres Loch, in das der König Iberiens und sein Aussenminister hinabstiegen. Ein Wachmann der Iberer lief mit einer Pechfackel voran. Die Stufen war brüchig und keiner der beiden Würdenträger hatte vor sich bei einem Sturz den Hals zu brechen.
Seit einigen Wochen hatte man einige Berber in ihrem eigenen Kerker und der König Iberiens befand, dass es an der Zeit war einige Worte an sie zu richten. Also begab er sich mit seiner Minister in die Kerker. schon weil er die Sprache der Berber nicht verstand. Samus hatte damit mehr als genug Erfahrung...
Es stank nach Schweiß, Urin und Schimmel als die Iberer die eigentlichen Kerkerräume erreichten. Die einzige Beleuchtung, war die Fackel des iberischen Wachmannes. Der Boden bestand, wie alles in diesen verfluchten Landen, aus Sand. Allerdings war etwas Heu ausgelegt worden um den Gefangenen ein Mindestmaß an Gemütlichkeit zu gewährleisten.
Samus sah die Gefangenen, sie hockten in einer Ecke der großen Zelle und hatten die Augen zusammengekniffen, da sich ihre Augen erst an die ungewohnte Helligkeit gewöhnen mussten.
Obasi, Serio und der Malach Duncan erkannten schnell, wer sich zu ihnen gesellt hatte und Samus konnte die Abneigung, die Wut und auch den Abscheu in ihren Augen sehen.
Ein Lächeln umspielte Samus´ Mund. So hätte es schon vor Monaten enden sollen. Nun denn, dann eben jetzt.
Die Berber erhoben sich und kamen zum Gitter. Samus erschrack leicht, als er in die ausgemerkelten Gesichter blickte. Die wochenlange Kerkerhaft hatte ihre Spuren hinterlassen. Ganz ähnlich sahen auch die iberischen Krieger aus, die aus den Kerkern Araks geflohen waren.
Samus nickte Serio und Obasi zu, beides waren tapfere Krieger und auch jetzt, stand ihnen die Bereitschaft zum Kampf noch im Gesicht.
Samus Grinsen wurde noch breiter, als er sich mit einer übertriebenen Geste vor seinem einstigen Herrn verneigte.
"Das Volk der Iberer grüßt dich, Duncan von Bismarck, Malach der Berber." sprach der Aussenminister während er sich wieder aufrecht hinstellte. "Ich möchte dir gerne den Herrn Iberiens vorstellen. König Solavel, Gebieter des Gebietes von Tunasin und der einzige Grund, warum ihr noch am Leben seid."
Samus ließ die Worte einen Moment wirken, sollten die Berber ruhig wissen, dass er sie alle hätte hinrichten lassen. Noch immer hielt es Samus für die bessere Lösung, bevor sich die Berber irgendwann wieder erhoben und seine Nerven strapazierten, hätte er sie lieber ausradiert.
"Nun, lass mich einige Worte dich richten, Duncan. Ich nehme mal an, die Zeit die du hier hattest, hast du genutzt um über deine Fehler nachzudenken?" Samus wartete keine Antwort ab. "Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen leidet dein Volk unter den Folgen deiner Sturheit und Arroganz. All dieses Leid hat dein Verrat ausgelöst, doch hätte es nicht so weit kommen müssen!" Samus begann auf und ab zu gehen, ohne dabei den Malach der Berber aus den Augen zu lassen. "Heute werden die iberischen Heere die letzte Provinz des Berberreiches außerhalb Bugarats einnehmen und damit endet dieser Krieg in den Augen Iberiens. Eines möchte ich dir aber gerne noch sagen, vor einigen Monaten machte ich dir ein großzügiges Angebot. Hättest du es angenommen, wäre den Berbern viel Leid erspart geblieben und auch deine Staatskasse hätte geringere Verluste hinnehmen müssen." Samus blieb direkt von Duncan stehen. "Wärst du ein weiser Herrscher, hättest du deinem Volk nicht angetan, was dein verantwortungsloses Verhalten verursacht hat. Tu den Berbern einen Gefallen und gib deinen Titel einem Berber, der weiß wann er über seinen Schatten springen muss um sein Volk zu schützen."
Samus trat einen Schritt zurück und blickte abwechseld zu Obasi und Serio. "Ihr beide, die ihr tapfere Krieger eures Malachs seid, solltet über meine Worte nachdenken. Alle Streitigkeiten zwischen Iberien und den Berbern, sind vollkommen unnötig und alleine durch euren Herrn zu verantworten. Solange dieser Mann über auch befiehlt, wird es immer wieder zu Kriegen zwischen uns kommen. Seid vernünftig, erhebt euch gegen einen Despoten, dessen Politik nur eine Folge haben kann: Die endgültige Auslöschung des Berberreiches!"
Erst als er das Räuspern hinter sich hörte, erkannte Samus, dass er sich in Rage geredet hatte. Schnell nickte er den gefangenen Berbern zu, trat einen Schritt zurück und machte Platz für Solavel. "Mein König" Samus nickte Solavel zu, der die Geste erwiderte und an seinem Minister vorbeiging.
Solavel trat an den Käfig und begann sofort zu sprechen, noch bevor die Berber auf Samus Worte reagieren konnten.
"Auch wenn Samus mit seinen Worten ein wenig zu weit ging, hat er doch nicht unrecht. Um allerdings den Guten Willen und Großmut Iberiens zu zeigen, in Zukunft vielleicht doch friedlicher miteinander zu leben, werdet ihr alle noch heute in die Freiheit entlassen. Auch wenn ihr meine Krieger in euren Kerkern verrotten lassen wolltet, nehme ich euch das nicht weiter übel. Anderes hatte ich von dir, Duncan, auch nicht erwartet. Gnade mag weder in deinem, noch im Wortschatz meines Ministers, bekannt zu sein. So will ich sie dich nun lehren." Samus übersetzte die Rede des Königs wortgetreu für die Berber.
Solavel wandte sich an den Wachmann und gab ihm Anweisung die Gefangenen bei Morgengrauen auf freien Fuß zu setzen. Dann drehte er sich wieder zu den Berbern um.
"Vielleicht hat der Malach der Berber genug Ehre im Leib, mir diesen Akt als das auszulegen was er ist, ein Gnade und auch ein Zeichen des Friedens." mit diesen Worten verließ der König die Kerkerräume.
Samus trat nochmal vor Duncan von Bismarck und seine Berber. "Eure Reittiere und Ausrüstung wurde in den Dorfruinen im Süden abgelegt. Sollten sich die Wüstenräuber noch nicht darüber hergemacht haben, findet ihr eure Sachen am Brunnen."
Samus eilte dem König und seinem Wachmann hinterher, um nicht in der tiefen Dunkelheit zurückzubleiben
Was uns Mühe bereitet, soll uns den Triumph bringen, und was unser Herz mit Schmerz erfüllt, soll uns Freude schenken. Denn das einzig wahre Glück besteht darin zu lernen, sich weiterzuentwickeln und sich zu verbessern. Nichts davon könnte Wirklichkeit werden, ohne dass wir Irrtum, Ignoranz und Unvollkommenheit zurückweisen.
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