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Karthagischer Bote an das friesische Heer 27.09.2011 23:51:11 --- 7 Monate, 4 Wochen her
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"Was ist ein Friese, Vater?Ist es so ein Tier, was der Mann mit dem lustigen Bart uns letzten Monat geschenkt hat?" fragte ihn sein jüngster Sohn, gerade sechs Jahre alt. Er war zu jung, um die letzte Friesenwanderung nach Afrika miterlebt zu haben.
"Ein Friese ist ein Barbar aus dem Norden. Sie sehen etwas anders aus als Karthager und sind vor allem unzivilisiert. Und gefährlich sind sie, mein Sohn, sehr gefährlich, ja, genau wie der Bär, den der Mann mit dem lustigen Bart uns geschenkt hat und manche von ihnen sehen auch genau so aus.
Sie zu bändigen, wird die Aufgabe deiner Brüder und vielleicht auch noch von dir sein."
Die Friesen waren erneut in Afrika, unverhofft hatten sie sich durch maurische Häfen tief in die afrikanischen Steppen vorgearbeitet. Erneut war niemandem klar, warum sie in Afrika waren. Die Vermutung, dass die eigenen Ernten verdorrt waren, weil sie ununterbrochen auf Raubzügen waren und so verpassten die Ernte einzuholen, stand beim gemeinen Heeresvolk zur Erheiterung im Raume. Pygmalion kannte die Friesen. Sie waren in Afrika, um karthagische Reichtümer zu rauben. Ihr Plan war gut, doch die karthagische Armee besser. Spätestens auf dem Rückweg würde dieser Stamm von der karthagischen Flotte zerschmettert werden. Obwohl er vermutete, dass der Wunsch des Rates, einen Boten zum friesischen Heer zu senden, erfolglos bleiben würde, kam er diesem Wunsch nach und schickte einen der friesischen Sprache mächtigen Unterhändler. Derer gab es einige, die Friesen waren desöfteren bereits Partner dieser Art gewesen.
Der Bote übermittelte dem friesischen Heerführer, sobald er zu ihm geleitet worden war, eine Nachricht.
QUOTE:
Die Götter seien mit dir, Heerführer.
Ich bin Ahambral, Unterhändler des Rates der Stadt Karthago, seiner weisesten und über alle Maßen gelehrten Sufeten Abu Dun und Antigonos und des ehrenwertesten und mächtigsten aller Meleks, Pygmalion.
Es ist der dringliche Wunsch von Karthago, zu erfahren, welcher Antrieb erneut eine so beeindruckend große Ansammlung friesischer Stämme nach Afrika in karthagischen Einflussbereich führt. Karthago hat keinerlei Reichtümer an die Friesen zu verschenken, derer ist der Bedarf in Karthago selbst sehr hoch. Sollten eure Ernten durch ein Unwetter vernichtet worden sein,so verkauft Karthago euch mit Freude Getreide, auch für Handel jedweder Art habe ich Autoritäten erhalten.
Der Melek bittet den friesischen Heerführer außerdem, an das Ergebnis des letzten Krieges zwischen dem mächtigen Karthago und dem Friesenstamm zu denken, eine Wiederholung des Ergebnisses hält Karthago für sehr wahrscheinlich, die Stadt rät demnach von einem erneuten Krieg ab.
Es verbleibt mir, ergeben eine Antwort zu erwarten, welche ich Karthago überbringen darf.
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Letzte Änderung: 2011/09/27 23:53 von Pygmalion.
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Re:Karthagischer Bote an das friesische Heer 28.09.2011 19:15:30 --- 7 Monate, 4 Wochen her
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Der Priester griff schon nach seinem rituellen Messer und blickte zu Gregorius. Eine feine Geste hätte genügt, um den Boten den Garaus zu machen und die anschließende Vernichtung des Boten selbst und der Botschaft vorzunehmen. Doch diese Geste unterblieb, denn zur Überraschung aller zückte der Karthager keine Schriftrolle, Wachstafel und auch kein anderes Medium, das mit irgendwelchen Schriftzeichen übersäht war und mit dem die fremden Völker üblicherweise die Friesen zu belästigten pflegten. Nein – er beherrschte ein fast akzentfreies Friesisch. Und das erlebten die weitgereisten Krieger selten. Schon gar nicht fern ab der Heimat.
„Deine Herren mögen sich vielleicht noch daran erinnern, daß sie Krieger in unser Land geschickt haben“, erwiderte Gregorius und war dabei sichtlich bemüht, einen ruhigen Ton zu wahren. „Offensichtlich ist der Wunsch Deiner Herren nach Reichtümern so groß, daß sie selbst den langen Weg ins Friesenland nicht scheuten. Uns geht es allerdings nicht anders als ihnen. Auch wir haben nichts zu verschenken. Sieh Dir diese Krieger an“, Gregorius deutete auf die zusammengekommenen Heerführer und Friesenreiter, die neugierig das Gespräch verfolgten. „Sieh sie Dir gut an und berichte Deinen Herren“, fuhr Gregorius fort. „Sie sind voller Zorn und dieser läßt sich nur auf dem Schlachtfeld besänftigen. Des Weiteren erwarten wir die Unterwerfung Deiner Herren vor der Macht der Friesen. Und erwarten entsprechenden Tribut. Denn wir sind lediglich in Gedenken des letzten Krieges hier. Erhalten wir, was wir fordern, haben wir Friesen kein weiteres Interesse an Karthago. Richte das Deinen Herren aus.“
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Re:Karthagischer Bote an das friesische Heer 29.09.2011 21:32:44 --- 7 Monate, 4 Wochen her
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Ergeben nickte Ahambral, bevor er das friesische Heerlager verließ. Er wurde zur Besprechung ins karthagische Heerlager gerufen, in welchem inzwischen auch einige numidische Reitersöldner eingetroffen waren, welche de karthagische Reiterei unterstützen sollten. Das Angebot der Friesen wurde, wie erwartet, abgelehnt. Immerhin war der Feldzug in den Norden nur Zustande gekommen, weil die Friesen bereits versucht hatten, Afrika zu plündern. Nur, weil sie daran gescheitert waren, kontne Karthago selbstverständlich nicht auf einen Straffeldzug verzichten. Es hätte ein schlechtes Signal für alle anderen Barbarenstämme abgegeben, die Friesen unbehelligt zu lassen.
Am frühen Morgen trafen die beiden Heere in einer Ebene aufeinander. Es staubte gräßlich und eigentlich hätte allein das Gelände auf Seiten der Karthager stehen müssen, doch irgendwie schafften die Friesen es, die karthagischen Kriegselefanten in Schrecken zu versetzen, sodass diese Kopflos flohen und dabei den linken Flügel, ohnehin durch einberufene Bauern und leichte Söldnertruppen der schwächste Teil des Heeres, so in Verwirrung zu versetzen, dass die leichten Milizen schließlich rücklings flohen und dabei einen beträchtlichen Teil des Heeres mitrissen. Die Numider und die schwerste karthagische Reiterei auf dem rechten Flügel schafften es zwar, die Friesen dort an den Rand der Niederlage zu treiben, doch bestand nach Verlust der leichten Infanterie ein großes Loch, welches auch von den erfahrenen Infanteristen aus zahllosen Kriegen nicht gestopft werden konnte. Der Rückzug vom Schlachtfeld verlief relativ geordnet, auch weil Pygmalion selbst die Führung der Nachhut bildete und so den Fußtruppen Zeit verschaffte, die Ebene in ein nahes Wüstenfort zu verlassen. Pygmalion wurde dabei vom friesischen Heerführer, wie ihm später berichtet wurde, am hals verwundet, jedoch war die Wunde nicht lebensbedrohlich tief, immerhin war der friesische Heerführer ebenfalls aus mindenstens einer Wunde blutend.
Am Abend wurde Ahambral erneut zu den Friesen geschickt.
"
Ich grüße dich, Heerführer der Friesen und entbringe die Grüße unseres Meleks Pygmalion. Er traf dich in der Schlacht, wie sich dein Schwert sicher erinnern wird. Er lässt dir ausrichten, dass er die Kraft deines Armes bewundert, jedoch erfreut ist, dass dein Schwert nicht so zielsicher wie kräftig ist und er hofft, dass deine Wunde, welcher er sah, bevor du ihn trafst, nicht allzu tiefen Schaden hinterlässt. Der Rat von Karthago hat das Angebot der Friesen erneut überdacht und bat mich, die Friesen daran zu erinnern, dass Karthago eine Stadt mit vielen Feinden ist, die es nicht ungestraft lassen kann, wenn friesische Plünderhorden versuchen, in Afrika einzudringen und sich nur aus diesem Grund ein Feldzug ins Friesenland ergab. Der Rat hat jedoch nach dem Verlauf der letzten Schlacht entschieden, erneut seine große Weisheit zu offenbaren, indem wir bereit sind, alle im letzten Krieg nach Karthago verbrachten friesischen Sklaven an dein Heer auszuhändigen, sofern diese noch in Karthago verweilen. Bedenke, wieviele Frauen und Kinder sich unter jenen Befinden. Ein weiterer Fortgang des Krieges würde unweigerlichsicherlich auch das Leben vieler Sklaven beenden, obwohl der Rat selbstredlich bemüht ist, derartiges zu verhindern.
Ich bin versichert, dass einige deiner mitgeführten Männer verwandte unter den friesischen Sklave haben."
Der Plan war einfach. Der Rat hoffte, dass die friesischen Männer lieber ihre eigenen Frauen und Kinder zurückgewinnen wollten als weiter gegen ein Heer zu kämpfen, welches sie zwar geschlagen, aber noch lange nicht besiegt hatten. Karthago hatte viel Silber um weitere Söldner anzuwerben und gerüchteweise waren bereits weitere Schiffe in den mächtigen Hafen unterwegs, sodass sich bald ein neues schlagkräftiges Heer aus dem Wüstensand erheben würde. Der Rat hoffte, dass ein befriedigter Friese die Lust am Kampf verlor und lieber nach Hause zog, bevor er womöglich doch noch starb oder sein Weib durch undurchsichtige Zustände zu Tode kam.
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Re:Karthagischer Bote an das friesische Heer 30.09.2011 17:29:32 --- 7 Monate, 3 Wochen her
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Gregorius trat aus der Runde seiner Heeresführer heraus und ging auf den wartenden Boten des Karthager-Meleks zu. Aufmerksam lauschte er dessen Worte und blickte den Boten dabei prüfend an. Als dieser endete, legte der Friesenberater Ahambral die Hand auf die Schulter. „Komm mit, ich will Dir etwas zeigen“, forderte Gregorius ihn auf.
Gemeinsam schlenderten sie durch das Lager. Die Friesenkrieger saßen an den Feuern beisammen. Sie zechten, prahlten mit ihren jüngsten Heldentaten und spotteten über die eben geschlagenen Feinde. Manche ertrugen die Schwäche der Karthager nicht, sodaß sie den frisch erbeuteten Skalp lieber dem Feuer übergaben als ihre Rüstungen und Pferde damit zu schmücken. Doch alles in allem herrschte eine ausgelassene Stimmung. Hatten die Friesen wieder einmal einen grandiosen Sieg eingefahren und damit die Überlegenheit der friesischen Krieger demonstriert. Und noch im Siegesrausch lechzten sie nach einer neuen Begegnung mit dem Feind.
Etwas abseits einer Gruppe friesischer Krieger blieb Gregorius mit Ahambral stehen. „Sieh sie Dir gut an, meine Friesenreiter“, begann er, „Siehst Du ihren Zorn und ihre Lust an der Schlacht?“ Nach einigen Momenten des Schweigens begann Gregorius von neuem: „Glaubst Du, Dein Rat könnte diese Krieger damit besänftigen, in dem er ihnen versklavte Frauen und Kinder zurück gibt?!“ Für einen Augenblick lachte Gregorius bitter auf. „Höre – ein jeder dieser Krieger hat in der Heimat ein Anwesen. Verfügt über Tiere, Felder, Knechte und Mägde. Jedem, dem ihr Frau und Kind genommen hat, hat sich längst ein neues Weib genommen. Und keiner dieser Krieger hat seine Frau ohne Bauch zurückgelassen. Dein Rat muß irre sein, dass er auch nur in Erwägung zieht, wir könnten uns auf so ein Angebot einlassen! Wenn meine Friesen es vorziehen würden, alt und fett zu werden, würden sie es sich zuhause gut gehen lassen. Aber Du siehst ja, dass wir hier sind. Daß uns keine Schlacht zu blutig, kein Risiko zu groß und keine Strapaze zu unbequem ist. Wir sind Friesen!“
Gregorius blickte den Boten kopfschüttelnd an und brachte Ahambral zu seinem Pferd zurück. „Berichte Deinem Melek, was Du hier gesehen hast. Und richte ihm aus, wenn Karthago so viele Feinde hat, dann konnte er sich heute davon überzeugen, wo die besten Söldner zu finden sind. Solange Karthago über ausreichend Silber verfügt, läßt sich über derartige Dienste gerne verhandeln. Und was Dich betrifft… wenn Du nicht nur zu reiten verstehst, sondern auch mit dem Schwert oder dem Speer umgehen kannst. Wenn Dir dazu ein solches Leben“, Gregorius deutete hinter sich auf das Heerlager der Friesen, „gefällt, dann bist Du uns als neuer Krieger gerne willkommen. Denn es interessiert uns wenig, woher ein Mann herkommt. Vielmehr ob er den Geist der Friesen in sich trägt.“
Damit wandte sich Gregorius um, kehrte zu seinen Heerführer zurück und überließ den Boten sich selbst.
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Re:Karthagischer Bote an das friesische Heer 04.10.2011 09:34:27 --- 7 Monate, 3 Wochen her
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Ahambral folgte dem Friesen neugierig durch das friesische Lager. Es wurde gezecht, gewürfelt und gefeiert. Natürlich kannte man in karthagischen Armeen Friesen, in der Armee Karthagos dienten Söldner als allen Teilen der Welt, selbst aus solchen, die so weit entfernt waren, dass selbst die Händler noch nie dort gewesen waren. Er hatte mit der Ablehnung seines Angebotes gerechnet.
"Nun, ich denke ich habe das Wesen der Friesen verstanden. Es ist dem der Karthager sehr unähnlich. Warst du je in Karthago? Dort wohnen so viele Menschen, du bräuchtest dein Heer und zehn weitere, um die Stadt zu erobern. Die Mauern sind aus dickem Stein, ebenso wie die meisten Häuser. Wer reich ist, ist dies oft mit dem Handel jeder erdenklichen Ware geworden, deswegen liegt Karthago wenig daran, wie die Friesen kämpfend durch das Land zu ziehen. Viele Karthager schätzen es sehr, wenn sie alt werden und sich in kostbare Tücher hüllen können. Ich selbst besitze ein großes Haus und überdies schätze ich die gewisse Lebhaftigkeit friesischer Frauen sehr, daher besitze ich auch einige Sklavinnen aus dem Friesenland, mit ihnen übte ich auch die Verbesserung eurer Sprache. Sei eingeladen mit einem Handelsschiff nach Karthago in mein Haus zu kommen, solltest du diesen Krieg überleben. Ich selbst bin kein Kämpfer, kein Schwert oder Speermann. Ich bin, wenn du so magst, eher ein Kämpfer mit den Worten und, wenn ich das in aller Bescheidenheit sagen darf, darin ebenso gut, wie manch anderer mit dem Speer. Aber ich danke dir für dein Angebot.
ich werde dem Melek berichten, was du sagtest. Doch ich versichere dir, der Rat wird den Krieg vorerst noch vorziehen und wahrscheinlich wird es morgen erneut zur Schlacht kommen.
Mögest du die Kämpfe überleben oder dein Herz von einem würdigen mann durchbohrt werden."
Der Friese verließ ihn und Ahambral wurde sein PFerd gebracht, mit welchem er auf direktem Weg ins karthagische Heerlager ritt. Die Heere hatten sich erneut gesammelt, neue, frische Truppenteile hinzugezogen und Milizen ausgehoben. Es waren keine großen Verstärkungen, aber sie glichen die Verluste aus und machten so einen Sieg möglich. Der Ausgang der Schlacht war, so dachte der Rat, vollkommen offen.
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Friesische Boten an das Heer der Karthager 09.10.2011 18:52:49 --- 7 Monate, 2 Wochen her
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Eine Handvoll Friesenreiter preschten den aufmarschierten Heeren der Karthager und Numider entgegen. Sie hatten sich aus dem friesischen Heerhaufen gelöst, der seit Wochen und Monaten sich seinen Weg unaufhaltsam durch das Reich der Karthager bahnte und eine breite Spur aus Asche, Blut und Tod hinterließ. Karthagos Söldner wähnten die Reiter in ihre Reihen brechen, rückten enger zusammen, hielten ihre Schilde dicht an dicht und bereiteten sich auf den Aufprall vor, den sie binnen weniger Augenblicke erwarteten.
Doch er blieb aus. Im allerletzten Moment rissen die Friesen ihre Pferde herum und hetzten nur wenige Meter vom Feind entfernt an dessen Front entlang. Genau konnten die Söldner es nicht erkennen. Aber irgendetwas hielten die Friesen dicht an sich gepresst, als sie da im leichten Sitzen vorüberrasten.
Und noch während sie sich fragten, was das zu bedeuten habe, da kullerten Schädel zwischen ihren Füßen. Schädel aus Säcken, welche die Reiter vor sich über den Rücken ihrer Pferde geworfen hatten. Und als die Söldner sich nach den Schädeln bückten und sie näher betrachteten, da sahen sie, wie diese Schädel feinsäuberlich skalpiert waren. Bemerkten sie, wie diese Schädel nach Verwesung stanken. Bemerkten Sie, wie diese Schädel bereits von Maden zerfressen waren. Bemerkten sie, daß sie aus hohlen Höhlen von leeren Augen angestarrt wurden. Bemerkten sie, daß zwischen ihren Füßen das Schicksal lag, das sie in Bälde ereilen würde.
Inzwischen hatte sich der friesische Heerhaufen in Bewegung gesetzt. Die donnernden Hufe ließen die Erde erbeben und erfüllten gleichzeitig die Luft. Die zurückkehrenden Reiter wurden von ihren Gefährten aufgesogen und gemeinsam fielen sie über die Heere der Karthager und Numider her. Und es endete, wie es für gewöhnlich immer endete – mit einer Unzahl toter Leiber und frischen Skalps an den Gürteln der Friesen.
Gregorius schüttelte nur den Kopf als er seine Kriegsgefährten beobachtete, die auf dem Schlachtfeld, nachdem die Friesen diesen Kampf neuerlich für sich entschieden hatten, sich auf die Suche nach Wertvollem machten. Hatte er es denn noch immer nicht begriffen, dieser Rat, der offensichtlich über Karthago herrschte und dem anscheinend ein Melek vorstand. Hatten dieser Rat es denn noch immer nicht begriffen, daß sämtliche Heere Karthagos gegen die Macht der Friesen nichts entgegenzusetzen hatten? Hatten er es denn noch immer nicht begriffen, daß in jeder neuen Schlacht nur noch mehr Männer den friesischen Klingen zum Opfer vielen, ohne daß diese hätten etwas bewirken können?
Da kam Gregorius eine Idee… und wer ihn betrachtete, der konnte etwas sehr sehr seltenes beobachten: Ein feines, ehrliches Lächeln huschte für einen Moment über sein Gesicht. Denn er entschloß sich am Ende dieses Kriegszugs Sänger zu bezahlen, die er zu den benachbarten Völkern schicken wollte. Zu den Belger. Zu den Teutonen. Zu den Ligurern. Sie sollten die Schlachten der Friesen besingen. Die Taten der Helden unvergesslich machen. Und den falschen Stolz sowie die Überheblichkeit der Karthager in alle Welt tragen. Ja… selbst die Gälen, Römer und auch die Iberer sollten davon wissen. Sollten wissen, wie einfach es für die Friesen war den dürren Wüstenboden mit Blut zu tränken und mit Knochen zu düngen. Vielleicht würden diese Völker es ihnen gleich tun. Denn Karthago hielt sich offensichtlich für einen Riesen. Die Wahrheit jedoch: Dieser Riese war hohl.
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Re:Friesische Boten an das Heer der Karthager 12.10.2011 14:26:18 --- 7 Monate, 2 Wochen her
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Nachdem die friesischen Reiter die Köpfe ausgekippt hatten, erging auf sie ein Pfeilregen und ein Steinhagel der baelarischen Schleuderer. Bevor die Reiterhorde in ihre 'Schlachtreihe zurückgekehrt war, waren einige mit Pfeilen gespickt in ein warmes, sandiges Grab geschickt.
Erneut waren die friesischen Pferde anschließend in ein karthagisches Heer hineingeflogen, als beständen die karthagischen Schilde und Speere aus einfachem Pergament. Nach dem schwer erkämpften, aber dennoch großen sieg über das friesische Heer war diese neuerliche Niederlage ein Dämpfer für die Hoffnungen des Rates. Immerhin hatte man die Ländereien soweit zurückerobern können, dass die Friesen sich an den Rand des Meeres zurückgedrängt sahen. In Bälde wäre Erg zurückerobert, dann standen die Friesen mit ihren Reitern lediglich in einer Provinz und nicht mehr in vielen, wie noch wenige Wochen zuvor.
Ahambral wurde erneut zum friesischen Heerlager geschickt.
"Ich grüße die Heerführer des starken friesischen Heeres
und trete erneut vor euch als Mittelsmanne Karthagos, der Stadt aus Stein, der Stadt der Schiffe und großen Denker. Der Rat ist weiterhin der Ansicht, dass das friesische Heer mit den der Stadt Karthago zur Verfügung stehenden Mitteln aus Afrika zurück ins Meer getrieben werden wird und am Strand des nördlichen Meeres angespült wird.
Nun trete ich mit einer Bitte der Heeresversammlung an dich heran, großer Heerführer. Kein Mann mag es schätzen, wenn sein Leib enthauptet und derart geschändet wird, als habe sich ein wildes Tier an ihm vergangen, vor allem nicht jene, welche mit dem Schwert in der Hand im Schlachtengeümmel starben und nicht etwa als verurteilte Mörder ihrer gerechten Strafe zugetragen wurden. So erbittet der Rat dich, den getöteten mehr Respekt zu erweisen, indem ihre Leiber samt ihres Schädels nach dem Gefecht verbrannt werden, wie es ebenso auch Karthago nach seinem Sieg in Erg mit den ungezählten, doch überaus zahlreichen Friesen tat.
Glücklicherweise entging ein hoher Mann dieser Verstümmelung, er erstarb jedoch vor wenigen Stunden seinen Wunden aus der letzten Schlacht. Seine Wunden waren zahlreich und sein Schwert vom Blute zahlreicher Männer gefärbt, so nehme ich an, er starb tapfer kämpfend. Da er ein derart bedeutender Mann war, erbittet dich Karthago, die Waffen ab dem nächsten Morgen für zwei oder drei Tage(RL) zu schärfen, jedoch erst danach wieder gegen Karthago einzusetzen. In dieser Zeit gedenken wir den Toten zu ehren und eure Krieger finden etwas Muße, die sicher in großem Maße eroberten Güter und Sklaven vorerst unter sich aufzuteilen."
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Re:Karthagischer Bote an das friesische Heer 12.10.2011 18:44:16 --- 7 Monate, 2 Wochen her
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Wieder hatte man Ahambral zu Gregorius gebracht. Wieder hörte sich der friesische Kriegsherr die zu überbringende Botschaft des Rates von Karthago an. Und als Ahambral geendet hatte, begann Gregorius herzhaft zu lachen. „Dein Rat amüsiert mich“, gluckste er, ehe sich seine Mine zunehmend verfinsterte.
Gregorius blickte den Boten durchdringend an. „Wenn ich eines im Leben gelernt habe… Die Toten sind tot! Und glaube mir, ich habe in zahlreichen Schlachten viele Tote gesehen. Auch viele Tote aus Deinem Volk. Und sie sind nicht anders tot als die anderen! Mich interessieren Deine Toten nicht. Karthago soll sie in der Wüste verdorren lassen oder mit ihnen machen was es will. Uns Friesen ist es gleich.
Es ist auch gleich, wenn Dein Rat glaubt, er könne uns aus Karthago drängen. Es zeigt nur, daß Karthago von Dummen und Irren beherrscht wird. In acht Schlachten haben wir Friesen Karthago und seinen Verbündeten vernichtend geschlagen. Wenn nun der Rat Kinder und Frauen auf das Schlachtfeld schicken möchte, nachdem wir eure Heere zerrieben haben… bitte! Sollen sie es doch tun! Das ändert aber nichts an der Tatsache, daß wir Friesen Karthagos Hinterland zerstört haben und dies so lange fortsetzen werden, bis uns die Lust daran vergeht.
Geh’ mir aus den Augen und sag’ Deinem Rat, er solle vor uns erscheinen und die Niederlage Karthagos eingestehen.“
Mit einer Handbewegung deutete Gregorius Ahambral an, er solle sich entfernen. Dann kehrte er dem Boten den Rücken zu.
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